Sind Sun Drops empfehlenswert? Na gut… Ich rege mich selten auf. Zum einen glaube ich, dass alles einen Sinn hat. Zum Zweiten bin ich fest davon überzeugt, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt. Und zum Dritten gehe ich generell sehr realistisch durch die Welt und kaum etwas kann mich aus der Bahn werfen (denn Menschen sind eben so, wie sie sind).
Doch neulich habe ich mich aber in der Tat geärgert: Ich hatte eine wunderbare Person bei der Erstellung Ihrer Hautpflegeroutine beraten. Sie hatte vor einigen Jahren Hautkrebs (ist unter ärztlicher Aufsicht). Und sie verwendet morgens als Sonnenschutz eine Tagescreme ohne Lichtschutzfaktor gemischt (!) mit „Sun Drops“ (!). Von den Tropfen nimmt sie… ganze vier und mischt sie in ihre Tagescreme in einem Verhältnis von etwa 1:3.
Denn, so die Erklärung, die Sonnen-Tropfen haben ja einen „Sonnenschutz von 50“; von daher müsste alles im Butter sein, oder? NEIN!
Sun Drops – so unsinnig wie Puder mit LSF
In einem der letzten Beiträge habe ich darüber berichtet, dass ein „Puder mit LSF“ keine Alternative zu einem effizienten Sonnenschutz darstellen kann (hier).
Mehr: Es ist im Prinzip gar kein Sonnenschutz, denn damit kannst Du dich vor UV-Strahlen nicht schützen. Das geht deshalb nicht, weil man davon eine so hohe Menge an Puder auftragen müsste, die niemand im Leben verwenden würde!
Ganz abgesehen davon, dass sich die Puderpartikel wahrscheinlich nicht gleichmäßig auf der Gesichtshaut verteilen und somit der Schutz vor UV-Strahlung Löcher aufweisen würden. Also ein fettes NO für Puder mit LSF – verstanden als vernünftigen Schutz vor UV-Licht.
Was sind Sonnentropfen (Sun Drops)?
Genauso schlimm verhält es sich mit dem Konzept von Sun Drops.
Die Idee besteht darin, „ein paar“ Tropfen in die Tagescreme bzw. ein Serum beizugeben – und voilà: Ihr erreicht damit einen wunderbaren Schutz vor UV-Strahlen.
Von solchen Sun Drops wird immer mehr produziert, da diese Vorstellung eines unkomplizierten, leichten Sonnenschutzes offenbar bei dem Kunden auf positive Resonanz stößt.
Richtig?
Falsch! Mehr noch: Ein Verkauf von Sun Drops zum Beimischen mit Cremes oder Seren sollte meines Erachtens verboten werden. Weiter unten stelle ich Euch Gründe dafür dar.
Ihr könnt schon ahnen, wie meine Antwort auf die Frage, ob Sun Drops empfehlenswert sind, lautet.
Schauen wir uns jedoch zunächst kurz an, was der Beauty Markt in Sachen Sun Drops derzeit zu bieten hat.
Welche Sun Drops gibt es auf dem Kosmetikmarkt?
Der Hersteller empfiehlt eine Mischung
Es gibt Sun Drops, deren Hersteller explizit deren Mischung mit anderen Pflegeprodukten empfehlen. Dazu gehören etwa Dr. Jart+, Beyer & Söhne, CNC, Venice, Biodroga, Coola oder High Droxy.
So empfiehlt Biodroga, 3-5 Tropfen von den „Sun Protection Drops SPF50″ auf der Handoberfläche mit einer Pflege oder Foundation (!) zu mischen. (Biodroga, abgerufen 14.6.2024)
Coola berichtet, dass deren „Sun Silk Drops Organic Face Sunscreen SPF 30“ entweder solo verwendet oder mit einem Moisturizer bzw. einer Foundation (!) gemischt werden kann.“ (Coola, abgerufen 14.6.2024)
Dr. Jart+ verspricht den Kunden, von bereits 2-3 Tropfen (SPF 35) „ein ebenmäßiges, natürliches und taufrisches Finish“ zu bekommen. (Dr. Jart+, abgerufen 14.6.2024)
Der Hersteller empfiehlt die Mischung nicht explizit. Online Shops & Zeitschriften aber schon
Doch nicht jeder Hersteller empfiehlt eine Mischung von Sun Drops mit der Tagescreme.
Ich habe mir nämlich alle offiziellen Homepages von Herstellern von Sun Drops angeschaut.
Nicht direkt empfohlen wird eine solche Mischung etwa bei Rodial, SunOzon (Rossmann), Vitabay, M1, Odacité, Hello Sunday, Doktor Eckstein, Cosart, Cover FX oder Dr. Barbara Sturm.
Online Shops wissen es aber besser und raten dem Kunden dazu, Sun Drops gerne einer Pflege beizumischen.
Das ist nicht verwunderlich, denn die Namen „Face Drops“ oder „Booster Drops“ werden von Vielen mit einem Add-On Produkt assoziiert – darin liegt das Problem!

Beauty Magazine sitzen auch in dem Sun Drops Wagen
Nicht zuletzt liest man auch in bekannten (Beauty) Magazinen von Sun Drops als „moderne Form von Sonnenschutz“, die man problemlos in tägliche Hautpflege reinmischen kann – etwa bei Glamour (hier)((Glamour, In vs. Out.: Sonnencreme ersetzen wir ab sofort durch dieses Produkt – und es ist auch super bei Pickeln! Text von Anna Bader v. 9.5.2021)), GQ (hier)((Tagescreme mit LSF: Warum eines dieser 7 Produkte Pflicht ist, Text von Nils Dose v. 26.4.2022)), Freundin (hier)((Freundin, UV-SCHUTZ FÜRS GESICHT: SUN DROPS SIND UNSER BEAUTY-LIEBLING IM SOMMER, v. 3.7.2020)) oder Harpers Bazar (hier).((Harpers Bazar, HAUTPFLEGE: DIE NEUEN ADD ON-SEREN SIND DIE MODERNE FORM DES SONNENSCHUTZ HAUTPFLEGE: DIE NEUEN ADD ON-SEREN SIND DIE MODERNE FORM DES SONNENSCHUTZ, Text von Ann-Sophie Friedrich v. 20.3.2019))
Falls Ihr Euch auch aus solchen Quellen über Hautpflege informiert, habt Ihr über den neuen Trend der Dropping wahrscheinlich bereits gehört.
Doch bevor Ihr Euch auf der Suche nach Sun Drops macht, lest bitte den Text zu Ende.
Sun Drops verbannen
Bitte denkt daran, dass wir uns mit einem Sonnenschutz nicht nur vor Falten und Pigmentflecken, sondern hauptsächlich vor Hautkrebs schützen. Ich wünschte mir sehr, dass Regulierungen rund um den Namen “Sonnenschutz” strenger würden.
Neben einer Abschaffung von “Puder mit LSF” würde ich dafür plädieren, auch Sun Drops zum Beimischen mit anderen Pflegemitteln aus dem Markt zu nehmen.
Warum?
Stell Dir folgende Fragen:
- Wie viele Sonnen Tropfen würdest Du denn in Deine Tagescreme beimischen?
- Welchen Sonnenschutz-Wert (UVB und UVA) würdest Du damit erreichen?
- Besteht die Sicherheit, dass die Wirkstoffe in Deiner Hautpflege mit denen in der Sonnencreme (Sun Drops) nicht negativ interagieren werden, was den UV-Schutz reduzieren könnte?
- Besteht die Sicherheit, dass Sun Drops so gut mit der Gesichtscreme vermischt werden, dass damit ein gleichmäßiger UV-Film auf deinem Gesicht entsteht?
Die zwei letztgenannten Fragen könnte ich bereits jetzt mit “nein” beantworten:
Erstens, wir wissen nicht, wie zwei unterschiedliche Formulierungen miteinander interagieren werden.
Zweitens, ausgerechnet eine ebenmäßige, lückenfreie Verteilung von UVA-Filtern auf der Haut gehört zu den wichtigsten Kriterien für einen guten, sprich: effizienten, Schutz vor UV-Strahlung.
Nun zu den zwei ersten Fragen.
Wie viele Tropfen von Sun Drops sind nötig?
Wie viele Tropfen von einem Sun Drop Produkt müssten in die Tagespflege beigemischt werden, um den ausgelobten UV-Schutz zu erreichen?
Ganz genau: 2 mg/cm2.
Wenn Du diese Menge in Deine Creme mischst, kommst Du auf eine ganz große Menge, die dann ins Gesicht eingearbeitet werden müsste.
Das wird kaum jemand schaffen! Falls man Sun Drops mit SPF 50 mit einer Gesichtscreme in einem ca. 1:1 Verhältnis mischst, kommt man – beim Auftrag von 2 mg/cm2 – auf einen SPF von ca. 10 (der UVA-Schutz – also der vor dem Kollagenabbau und Pigmentflecken – kann hier sogar ziemlich vernachlässigt werden).
Damit sind wir mit den Kuriositäten aber noch nicht durch. Denn die meisten Menschen tragen nicht mal die Hälfte der Sonnenschutzmenge auf, die vorgesehen ist, um den ausgelobten Lichtschutzfaktor zu erreichen. Dazu haben wir ausführlich in diesem Beitrag gesprochen: Wie viel Sonnenschutz ist richtig?.
In anderen Situationen würdest Du ein Produkt mit “LSF 5” wahrscheinlich auslachen…
Aber genau dazu sind wir gerade gekommen und der Kunde merkt es nicht mal, weil auf den Sun Drops doch ein Lichtschutzfaktor von 50 steht!
Sun Drops in Ölform
Noch schlimmer ist die Situation, wenn Sun Drops eine ölige Konsistenz haben – wie etwa bei High Droxy oder Beyer & Söhne.
“Ölige” Sun Drops sind in meinen Augen die fahrlässigsten Hautpflegeprodukte auf dem Markt.
Warum?
Weil sie Konsumenten einen Schutz vor UV-Strahlen vorgaukeln, welcher in den aller wenigsten Fällen gewährleistet werden kann.
Denn versuche mal 2 mg/cm2 Öl in Dein Gesicht einzuarbeiten – am besten noch gemischt mit einer Creme, wie es die Idee von Sun Drops vorgibt.
Geht das? In seltensten Fällen. Solltest Du eine extrem trockene Haut haben, könntest Du ein Sonnenschutz in Ölform verwenden und schauen, ob die erforderliche Menge in Deine Haut eintrudelt. Meine Erfahrung sagt jedoch, dass es kaum jemand schafft.
Komme dabei aber nicht auf die Idee, wie es Beyer & Söhne in der Beschreibung von ihrem Dayshade Öl empfehlen, das SPF Öl „in Kombination mit jeglichen (sic!) Pflegeprodukten“ zu verwenden (B&S, abgerufen 14.06.2024).
Wie haben oben gesehen, dass das Mischen von Sonnenschutzmitteln mit anderen Pflegeprodukten ein ziemlich schlechter Vorschlag ist.
Doch die meisten würden nicht mal auf die Idee kommen, die vielen nötigen Tropfe einer Creme bzw. Serum beizumischen. Schließlich heißt es bei einigen Herstellen: etwa 3-5 reicht aus…
Hier in diesem video könnt Ihr sehen, welche Menge an Öl man braucht, um das Gesicht mit dem ausgelobten UV-Schutz abzudecken – nämlich vieeeel mehr als nur 3-5 Tropfen (Rechnerfehler: 25g = 0.25g):
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Sind Sun Drops empfehlenswert? Mein Fazit
Die Vorstellung, ein paar Tropfen eines SPF Boosters der Tagescreme bzw. einem leichten Serum beizumischen, und damit einen effizienten UV-Schutz zu erreichen, ist fabelhaft.
Zugleich ist die Idee aber auch unrealistisch und riskant.
Hier geht es nicht um Beauty. Es geht um die Hautgesundheit – um die Gesundheit des größten menschlichen Organs. Das sollten wir stets im Hinterkopf behalten, bevor wir nächstes Mal ein Auge auf “Sun Drops” legen. Und wenn Ihr schon welche verwendet, mischt Ihr diese zumindest nicht mit „jeglichem“ Hautpflegeprodukt.
Eure Pia
Alle Beiträge zum Thema Sonnenschutz, die auf dem Blog erschienen sind, findet Ihr hier Alles über Sonnenschutz: Grundlagen und Reviews
Und wenn Dir der Text weitergeholfen hat und Du mich für eine Tasse Kaffee einladen möchtest, kannst Du das mit dem Klick auf das untere Bild tun! Wir können uns dann auch gerne über Sun Drops unterhalten. 🙂

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Danke Pia für deinen ausführlichen (und warnenden) Beitrag – in meinem Land sagt man so: „Lass die Hunde bellen, es ist ein Signal, dass wir voran kommen“😊
Danke Karin! Jede/r darf hier ihre/seine eigene Meinung zu dem Thema Sun Drops äußern. Das würde ich selbst nie „bellen“ nennen bzw. damit – mit dem Spruch – assoziieren. Wenn es aber um die Hautgesundheit geht, da bin ich etwas strenger in der Äußerung meines Standpunktes, damit die Problematik, bzw. das Verständnis dafür, auch bei jedem ankommt.
Viele Grüße, Pia
Bei High Droxy steht ganz klar in der Beschreibung,dass man da 10 bis 12 Tropfen braucht um einen Schutz von 50 zu erzielen. Es wird auch extra darauf hingewiesen, dass bei einer geringeren Menge der Sonnenschutz verringert wird. Ich finde es etwas unfair, dass diese Firma hier fahrlässig hingestellt wird.
Aber ich finde diesen Post von Dir sehr sehr gut. Nur halt die etwas unfaire Kritik zu High Droxy nicht. Denn ich finde nicht, dass man das D-Fence 50 mit den Sonnendrops vergleichen kann. So wird das Produkt nicht beschrieben.
Liebe Susanne, besten Dank für Dein Feedback. D-Fence ist eindeutig eine Form von Sun Drops, da High Droxy auch eine Mischung mit anderen Produkten empfiehlt und das Produkt in diesem Zusammengang „Booster“ nennt.
Auf die Minderung des Schutzes wird in der Produktbeschreibung hingewiesen, ja. Wie dieser dann mit ein paar Tropfen ausfallen wird, wissen wir jedoch nicht, da man die Interaktion mit dem Pflegeprodukt, mit dem die Sun Drops gemischt wurden, nicht voraussehen kann. Nach meinem Experiment sind es um 50 Tropfen, die den ausgelobten UV-Schutz ergeben. Je nach Pipette kann die Menge varrieren; diese sieht man aber in dem Video ebenfalls. S. Video im Text.
Ich kritisiere in dem obigen Text keine Kosmetikfirmen partout. Etwa High Droxy macht sonst hervorragende Produkte. Aber Sun Drops-artige Sonnenschutzmittel sollte man meines Erachtens aus dem Markt nehmen, da sie dem Verbraucher einen UV-Schutz versprechen, den die allermeisten nicht erhalten werden. Und die allermeisten lesen auch die Packungsbeilage ungenau, wenn überhaupt. Selbst schuld? Vielleicht.
Meine Rolle hier, bzw. die Mission des Blogs, ist allerdings auf die möglichen, daraus resultierenden Missstände hinzuweisen – etwa den Sonnenbrand (von Falten und Pigmentflecken abgesehen).
Liebe Grüße, Pia
Ich kann Susanne hier nur (vehement) zustimmen!
Meinen täglichen Sonnenschutz nehme ich seit Jahren in korrekter Menge und habe schon sehr viel aufgrund meiner Rosazea ausprobiert:
Einer der besten Sonnenschutzcremes (hier halt Öl) ist für mich das D-Fence von HD und auch das Dayshade-Fluid von Beyer& Söhne. Ich trage mit meiner Mischhaut jeweils bestimmt etwa 15 Tropfen auf das vom Tonic noch feuchte Gesicht auf und v a. das D-Fence zieht bei mir binnen 20-25 min gut ein und wird nur noch kurz mit einer Lage Kosmetiktuch vorsichtig abgetupft. Es kriecht nichts in die Augen, meine Haut verträgt die sehr guten modernen Filter prima und ich habe nie eine Spur von Sonnenbrand o.ä. erlebt.
Zudem bin ich von diesem Artikel zu „Sundrops“ wirklich enttäuscht, liebe Pia, weil in dieser Art wirklich auf diesem Blog nicht gewohnt!
Denn für mich werden hier alle Sundrops-Hersteller minimalst recherchiert in eine Schublade gesteckt.
Am schlimmsten finde ich,dass die B&S Webseite zwar sogar zitiert wird, aber das auch nur aus dem Zusammenhang gerissen und nicht der als kompletter Text, der (wie bei HD) erklärt, dass eine Verwendung als Booster die Bioverfügbarkeit respektive hier den anteiligen tatsächlichen Sonnenschutz herabsetzt.
Sicherheitshalber möchte ich noch dabei erwähnt haben, dass ich nur eine unbezahlte Konsumentin beider zuvor erwähnten Hersteller bin, die mit den Produkten mehr als zufrieden ist und keine Blindkäufe aufgrund von Hypes oder tollen Bewertungen tätigt. Sondern mich vielmehr mit der Thematik Sonnenschutz berufsbedingt seit Jahren auseinander gesetzt habe und einen solchen Blogartikel einfach nicht unkommentiert lassen kann.
Meinungsfreiheit in allen Ehren und jede Haut verträgt Wirkstoffkosmetik bzw Trägerstoffe anders usw, aber gewisse Teile dieses Artikels sind schlicht und ergreifend unwahr und einseitig recherchiert
Danke für Deine Meinung, die sich klar von meiner unterscheidet. Viele Menschen lesen keine tief gehende Beschreibung von Produkt. Und sowohl bei HD als auch B&S steht eindeutig, dass die Produkte mit anderen Pflegepräparaten gemischt werden können.(Etwa bei HD: „Flexibel als Booster oder pur anwendbar“).
Beide Öle unterscheiden sich somit nicht von anderen Sun Drops bzw. Add ons.
Menschen werden so viel davon nehmen, damit die Menge (plus Tagescreme) in die Haut einzieht.
Die Tatsache, dass Du die ausreichende (?) Menge auftragen kannst, ist schön. Doch von der Idee der Sun Drops werden in erster Linie Menschen angezogen, die nach leichten (!) Produkten suchen (das zeigen eindeutig die Magazin-Beispiele – es geht in erster Linie um „ultraleichte“ Sonnenschutzpräparate… ). Sie werden also nicht die vollständige Pipette verwenden, sondern eben ein paar Tropfen.
Sonnenschutz ist eine sehr ernstzunehmende Sache. Das Mischen vermindert den Lichtschutz ganz klar (nicht nur wegen der verminderten Menge, sondern auch der Tatsache, dass das Mischen von unterschiedlichen Wirkstoffen ein völlig unerwartetes Resultat nach sich ziehen wird). Und es ist prima, dass einige Hersteller darauf hinweisen, aber die Logik dahinter ist, dass wenn so etwas überhaupt als Sonnenschutz verkauft wird, muss es schon einigermaßen gut auch in gemischter Form funktionieren.
Und das tun Sun Drops eben nicht.
Laut meinem Experiment (s. Video-Link) ergaben 10 Tropfen 0.20-0.25g. Selbst wenn es 0.30g wären, müsste man für 1,5g (Menge an Sonnenschutz für durchschnittlich großes Gesicht) 50 Tropfen auftragen.
Der Beitrag wurde durchaus ausreichend recherchiert, daher wäre mir wichtig von Dir zu erfahren, welche „gewisse Teile dieses Artikels (…) schlicht und ergreifend unwahr“ sind?
Danke und viele Grüße, Pia
Vielleicht könnte uns High Droxy den entsprechenden Labordokument zukommen lassen? Das wäre großartig!
Ooooh danke- das war dringend nötig, besonders da gerade Highdroxy von manchen ja bis in den Himmel gelobt wird! Ich habe das Öl tatsächlich mal probiert- furchtbar! Ich bleibe bei meinem guten alten Sonnenschutz aus der Drogerie mit LSF 50 und trage den wie immer auf. Meiner Mutter habe ich für ihre Kopfhaut letztens ein Sonnenschutzspray in Kombi (!) mit einer UV-Schutzkappen geholt, da die Haare seit der Chemo Lichter geworden sind. Wenn ich bedenke, dass solche vorerkrankten Menschen diese Drops nehmen in der Hoffnung, alles richtig zu machen, werde ich wirklich wütend. Alles ist reglementiert aber diese Kundenverarsche nicht???
Also für mich ist das Öl auch nichts, aber deshalb ist doch die Firma High Droxy nicht schlech. Und von Kundenverarsche zu reden finde ich hier schon etwas heftig. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Ich finde High Droxy hat einige sehr gute Produkte und einen sehr guten Service was Beratung und Transparenz angeht. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich nur dort kaufen.
Niemand sagt, dass die Firma „schlecht“ ist. Vielmehr produziert sie eine Menge an sehr (!) guten Produkten. Es ist erfreulich zu hören, dass die Beratung auch gut ist. Hier wird keine Firma schlecht geredet. Es geht nur um eine Art von Produkt, das oben beschrieben wurde.
Liebe Susanne, danke für deine Meinung, die die gleiche Daseinsberechtigung hat hat wie eben meine. Ich habe es sehr negativ damals erlebt und bin kein 100% Highdroxy-Verfechter- na und? Die Kundenverarsche beziehe ich auf alle Hersteller. Wer mehrere Krebserkrankte in der Familie hat, wird gegen Werbeclaims, die in Sicherheit wiegen sollen, allergisch- gerade wenn es um Sonnenschutz während der Chemo geht.
Ich kann übrigens lesen – du musst also nicht gleich etwas unterstellen, nur weil dir meine Meinung nicht gefällt.
Dankeschön für diese Aufklärung, die war dringend nötig!!!
Das freut mich sehr, Uschi!
Das ist wirklich erschreckend – davor sollten Verbraucher unbedingt geschützt werden!
Einen Vorschlag hätte ich für deinen Text: Vielleicht könntest du, wenn du empfohlene Mengen angibst, die Menge noch in Klammern in Teelöffeln (ganzen, halben, Viertel-) ergänzen – wer sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat und z.B. per Google auf diesen Text stößt, dem kommen die von dir genannten benötigten Mengen oft gar nicht viel vor und denkt vielleicht „Schaff ich doch locker, diese 2 mg/cm2“, weil er/sie gar keine Vorstellung davon hat, wieviel das eigentlich in der Gesamtmenge ist.
Einen Link zu einem Video, das die Menge in Form von Öl zeigt, habe ich gerade eingefügt. Besten Dank für den Tipp Hana!