Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz? Die Messmethoden

Alle wollen eine Sonnencreme mit hohen UVA-Werten. Aber wie werden diese gemessen?

In der  Einführung zum Thema Schutz vor UVA-Strahlen haben wir das hautschädliche ultraviolettes Licht auf dem viel breiteren elektromagnetischen Spektrum dargestellt. Dabei wurde noch mal auf den Unterschied zwischen der UVA- und UVB-Strahlung hingewiesen. Auch haben wir uns vor Augen geführt, dass die UVA-Bestrahlung den Löwenanteil des UV-Lichtes ausmacht. Und gerade dieser Bereich (UVAI genannt) wird in vielen Sonnenschutzprodukten nicht ausreichend abgedeckt.

Heute werden wir uns zwei am meisten verwendete Methoden zur Bemessung des UVA-Schutzes anschauen: PPD bzw. UVA-PF in vitro und in vivo. Anschließend wird eine Frage nach der Standardisierung von den UVA-Bemessungsmethoden sowie nach der Vergleichbarkeit der Messergebnisse in vivo und in vitro aufgeworfen. Immer mehr Menschen sucht nach einer Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz. Doch wenigen wird bekannt, wie der UVA-Schutzwert überhaupt entsteht. Das wollen wir heute klären.


Entwicklung der UVA-Messung

Einen sehr guten Überblick über die Geschichte des UVA-Schutzes und diverse UVA-Messverfahren bietet das BASF-Team in einem Beitrag von 2013 an: “Die Evolution of UVA Protection” (Quelle 1). Entsprechende Messungen wurden bereits in den 90er vorgenommen. Australien, UK und Japan waren vorne dran und europäische Kosmetikunternehmen haben deren Methoden – vor allem das PPD-Prüfverfahren in vivo (s. unten) – übernommen. An einer global standardisierten UVA-Bemessungsmethode dachte man anfangs nicht.

Eine Übersicht über UVA-Messmethoden in den 90er bietet eine längere Studie von L’Oréal, wo sich das Kosmetikunternehmen auch klar für die PPD in vivo Version ausgesprochen hat (diese wurde, laut L’Oréal, von dem französischen Unternehmen bereits in 1993 zu Norm erhoben, bevor es in Japan in 1996 zum Messstandard wurde; Quelle).

Jedenfalls war die PPD-Messmethode für den UVA-Wert in Sonnenschutzprodukten in vivo auch jahrelang dominant, wenn es um die Bemessung des UVA-Schutzes ging. Da diese insbesondere mit Japan assoziiert wird, nennen wir sie hier die “japanische” UVA Messung.


Die “japanische” UVA Messung: PPD und PA

Ein Lichtschutzfaktor (LSF bzw. SPF) misst Werte verbunden mit einem Sonnenbrand bzw. einem Erythem). Die Werte werden, wie erwähnt, in vivo gemessen, d.h. an der tatsächlichen Menschenhaut (in Laborverhältnissen).

Die PPD-Messung (persistent pigment darkening) misst hingegen den Schutz eines Sonnencremes vor Pigmentierung bzw. Bräunung.

Die Europäischen Kommission bietet eine verständliche Definition des UVA-Schutzfaktors an, unabhängig von der Messmethode: UVA-Schutzfaktor“ ist das Verhältnis der UVA-Dosis, die mindestens erforderlich ist, um eine minimale Pigmentierung der durch ein Sonnenschutzmittel geschützten Haut zu bewirken zur UVA-Dosis, die mindestens erforderlich ist, um eine minimale Pigmentierung auf derselben ungeschützten Haut zu bewirken. (Quelle 2)

Die PPD-Messmethode der Japanese Cosmetic Industry Association (JCIA) wurde in Japan zu einer Standardmessmethode für die UVA-Schutzleistung. Je nach dem, was die PPD-Messung ergibt, wird der Schutz auf der Verpackung mithilfe des PA Rating Systems (Protection of UVA) mit einem bis vier Sternen (“+”) ausgewiesen.

Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz? Die Messmethoden InnisfreePA + steht für PPD 2-4, PA ++ steht für PPD 4-8 etc. Falls Ihr PPD ++++ auf der Verpackung sieht, handelt es sich um einen PPD-Messwert höher als 16. Hat ein Produkt PPD Werte deutlich höher als 16, werden diese auf den japanischen (und koreanischen) Produkten weiterhin nur als PA ++++ gekennzeichnet. Der Nachteil liegt auf der Hand: Man erfährt, dass uns eine Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz vorliegt. Wie genau der PPD-Wert ausfällt, verrät die Verpackung jedoch nicht.

Eine Modifizierung der “japanischen” in vivo Methode fand Ausdruck in (EN) ISO 24442:2011, die inzwischen als Standard-Messung in Europa, Kanada, Mexiko, Südafrika, Japan, Mercosur und ASEAN betrachtet wird.


Der europäische UVA-Schutzwert: UVA im Kreis 

Nun sind die Europäer inzwischen der Meinung, dass eine in vitro Methode zur Bemessung von UVA-Schutzwerten unter dem ethischen Aspekt (Stichwort: Menschen als Testobjekte) geeigneter wäre. Im September 2006 wurde eine EU-Empfehlung “über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben” veröffentlicht (2006/647/EG; hier insbesondere [15]). Zwar kann demnach die UVA-Schutzleistung sowohl durch eine in vivo als auch in vitro PPD-Methode bemessen werden; dennoch präferiert die EU klar eine in vitro Messmethode -> hier, Quelle 2 (17).

Die Leitlinien eines solchen Prüfverfahrens hat auch der Dachverband der europäischen Kosmetik-Industrie COLIPA in einer Empfehlung von 2007 veröffentlicht (updated in 2011: COLIPA UVA In Vitro Test Method 2011). (COLIPA steht für die europäische Cosmetic, Toiletry and Perfumery Association. In 2012 wurde der Akronym-Name COLIPA zu “Cosmetics Europe” umformuliert).

Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz? Die Messmethoden UVA im Kreis Anders als bei dem japanischen PPD-Prüfverfahren, sollen laut der EU-Empfehlung von 2006 auf der Verpackung keine “PPD” bzw. “PA+++” Werte erscheinen. Vielmehr dürfen die Hersteller ein UVA-Symbol in einem einfachen Kreis auf der Verpackung setzen.

  Der UVA-Kreis darf auf das Etikett allerdings nur dann gesetzt werden, wenn der UVA-Schutz zumindest 1/3 des Lichtschutzfaktors (LSF/SPF) beiträgt.

Also: Bei SPF 50 müsste der UVA-PF zumindest 16 ausmachen, bei SPF 15 wiederum mindestens 5 (d.h. sehr wenig).

  Mithilfe des UVA-Kreises sollte der Kunde mit keinen weiteren Zahlen konfrontiert (d.h. verwirrt) werden, sondern lediglich in Kenntnis gesetzt werden, dass ein ausreichender UVA-Schutz vorhanden ist.

  Die Bezeichnung für den UVA-Schutz soll nun heißen: UVA-PF. Die Buchstaben PF beziehen sich auf den “Schutzfaktor”, engl. protection factor).

  Diese einheitliche symbolische Kennzeichnung des Schutzes vor UVA-Strahlen soll dem Verbraucher in erster Linie die Wahl des Sonnenschutzmittels erleichtern. Hersteller sind frei, den UVA-Schutz dem UVB-Schutz proportional (1:3) anzupassen. Sie dürfen den Kreis allerdings nur dann benutzen, falls die Proportionen angepasst wurden oder wenn der UVA-Schutz höher ausfällt.

Beispiel: Daylong Ultra Face SPF 25 hat laut Kundenservice, einen UVA-PF 12. Der UVA- Schutz macht hier also sogar die Hälfte des LSF aus. Weil UVA mehr als ein Drittel des Lichtschutzfaktors ausmacht, darf der UVA-Kreis auf der Verpackung gesetzt werden.


Bioderma und La Roche Posay berechnen weiterhin mit PPD

Nun haben sich zwei europäische Kosmetikunternehmen entschieden, ihre Produkte nach der PPD in vivo Methode zu berechnen: Bioderma und La Roche Posay. Anstatt “PA” wird jedoch eine Zahl hinter den Buchstaben “PPD” und “UVA” gestellt. So schützt die Anthelios mattierende Gel-Creme vor UVB mit SPF 50 und vor UVA mit PPD 41.

Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz? Die Messmethoden Bioderma UVABioderma berechnet die UVA-Leistung ebenfalls durch die PPD in vivo Methode (Auskunft des Kundenservices, teilweise auch auf der Verpackung angegeben, s. Bild). Bioderma verzichtet jedoch auf die “PPD”-Bezeichnung und benutzt stattdessen die Kennzeichnung: “UVA” plus eine Zahl dahinter.

Hinweis: Sucht Ihr nach einer Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz, werdet Ihr u.a. bei Bioderma und La Roche Posay fündig.

  Da die UVA-Werte in LRP und Bioderma Produkten durch dieselbe Messmethode ermittelt werden, sind diese miteinander vergleichbar. D.h. PPD 44 bei LRP = UVA 44 bei Bioderma (mehr dazu weiter unten).


International anerkannte UVA-Messmethode auf dem Vormarsch?

Bislang galten unterschiedliche Methoden zur Bemessung der UVA-Schutzwirkung je nach Weltregion. (In der kommenden Zusammenfassung werde ich ebenfalls auf Großbritannien und die USA eingehen.) Doch eine Reise in Richtung Standardisierung der UVA-Bemessungsmethoden hat definitiv begonnen.

Im Juni 2012 hat die CEN eine internationale Norm veröffentlicht: (DIN EN) ISO 24443:2012“Cosmetics – Sun protection test methods – In vitro determination of sunscreen UVA photoprotection” (ISO 24443:2012, Quelle). Diese Norm hat die COLIPA Guidelines von 2011 (“Method for in vitro Determination of UVA protection”) als Referenzpunkt für die EU ersetzt. Neben der EU wurde ISO 24443:2012 als Referenzmethode u.a. in Australien/Neuseeland (AS/NZS 2604:2012) adoptiert (Quelle 3, klick Quelle 4).

Die EN ISO 24443:2012 Norm ist fast identisch mit der COLIPA Guidelines von 2011. Der größte Unterschied besteht darin, dass während im COLIPA-Paper auch die Bestimmung der Critical Wavelength* (von mind. 370nm – die US-amerikanische Messmethode) festgelegt wurde, sieht das die EN ISO das nicht vor. Trotzdem empfiehlt Cosmetics Europe (ehem. COLIPA) weiterhin die Festlegung der Critical Wavelength* bei Bemessung von UVA-Schutzleistungen).


Sind die PPD und UVA-PF Werte vergleichbar?

Ihr seid auf eine Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz ausgerichtet, habt einige Sonnenschutzmitteln zu Hause und seid verwirrt, da diese unterschiedliche UVA-Werte aufweisen? Willkommen im Klub.

Wir haben gelernt, dass die SPF-Werte überall miteinander vergleichbar sind. Sind das die PPD- und UVA-PF Werte auch?

Wie erwähnt sind europäische Firmen nicht dazu verpflichtet, nach der COLIPA-Empfehlung den Schutz in vitro zu bemessen. Die PPD in vivo Methode ist nämlich in Europa weiterhin anerkannt. Daher findet Ihr auf den Anthelios Produkten von La Roche Posay und Photoderm Sonnencremes von Bioderma keinen Kreis mit UVA-Buchstaben drin. Beide Kosmetikfirmen setzten entweder PPD-oder UVA-Buchstaben (ohne Kreis). Diese Bezeichnungen gehören zu keinen der neulich vorgeschlagenen Kennzeichnungsmethoden für den UVA-Schutz.

Doch ergeben die in vivo und die in vitro UVA-Messmethoden vergleichbare Werte?

Ja! In diesem Text (S. 290) habe ich gefunden, dass die UVA-Schutzwerte in vivo und in vitro ermittelt miteinander korrelieren.

Nachtrag: Freundlicherweise wurden ein paar Seiten des sonst kostenpflichtigen ISO-Dokumentes im Internet freigeschaltet. So kann ich mich bei der Beantwortung der obigen Frage noch auf diese Quelle berufen:

“In order to determine relevant UVA protection parameters, the method has been created to provide a UV spectral absorbance curve from which a number of calculations and evaluations can be undertaken. Results from this measurement procedure can be used for other computations, as required by local regulatory authorities. These include calculation of the Ultraviolet-A protection factor (UVA PF) [correlating with in vivo UVA PF from the persistent pigment darkening (PPD) testing procedure], critical wavelength and UVA absorbance proportionality. These computations are optional and relate to local sunscreen product labelling requirements. This method relies on the use of in vivo SPF results for scaling the UV absorbance curve.” (Quelle Nr. 7)


UVA Strahlen und UVA Schutz – Zusammenfassung

  • UVA Strahlen machen den Höchstanteil (um 95%) des gesamten UV-Spektrums aus. Mit dem UVA Licht sind wir das ganze Jahr, unabhängig vom Wetter oder Jahreszeit, konfrontiert. Dabei ist die UVA Strahlung für vorzeitige Hautalterung zuständig und kann Hautkrebs verursachen. Auch wirkt sich das   UVA-Licht negativ auf eine Akne Haut aus (s. hier).
  • Internationale Institutionen und kosmetische Privatunternehmen legen immer mehr Wert auf einen adäquaten Schutz vor UVA-Strahlen bei Formulierung von, bzw. Empfehlungen bezüglich Sonnenschutzprodukte/n. Auch einheitliche Messmethoden und Kennzeichnungen befinden sich hoch auf der Agenda der Kosmetikindustrie.
  • Während der UVB-Schutz in den meisten Ländern der Welt durch eine in vivo Messmethode nach dem ISO Standard 24444 (neueste Anpassung: ISO 24444:19) erfolgt (eine neue in vitro Methode wird jedoch derzeit erprobt, hier), gibt es bislang keine einheitliche Methode zur Bemessung der UVA-Schutzleistung. Derzeit dominieren zwei davon:
    • PPD-Messung in vivo (bevorzugt in Japan und Korea, verwendet aber auch von Firmen wie L’Oréal und Bioderma)
    • PPD-Messung in vitro (Großbritannien, Europa)
  • Innerhalb der EU wächst ein Einverständnis auf eine Einigung zur Nutzung von in vitro PPD-Messmethoden. Weiterhin gibt es aber, wie oben erwähnt, Unternehmen (La Roche Posay (L’Oréal insgesamt?) oder Bioderma, die den UVA Schutz via PPD in vivo bemessen.
  • Großbritannien hat ein eigenes in vitro UVA Messsystem: Boots Star Rating. Demnach werden Sonnenschutzprodukten je nach deren UVB:UVA-Ratio Sterne  zugewiesen (derzeit drei bis fünf). Das festgelegte UVB/UVA-Verhältnis fällt dabei höher als in der EU-Empfehlung von 2006 aus. Folglich wird als “Good” und mit drei Sternen ein UVB:UVA Ratio von 0.6 bis 0.79 bezeichnet. Als “Superior” gilt ein Ratio von 0.8 bis 0.89. Schließlich wird die Bezeichnung “Ultra” denjenigen Sonnenschutzpräparaten zugewiesen, deren UVB:UVA Verhältnis bei 0.9 und mehr liegt!
  • In den USA wurden neulich sowohl die PPD-Messmethode als auch das PA Four Star Rating System abgelehnt. Laut der US Food and Drug Administration FDA (“Sunscreen Drug Products for Over-the-Counter Human Use; Final Rules and Proposed Rules. Final Rules” von 2011) darf auf der Verpackung “broad spectrum” stehen, “if a product has a critical wavelength* equal to or greater than 370 nm” (B4). D.h. die kritische Wellenlänge* muss gleich oder höher als 370nm ausfallen (der “critical wavelength test” erfolgt natürlich in vitro). Falls keine geeignete UVA Schutzleistung gewährleistet wird, muss die Verpackung die folgende Warnung enthalten: “Skin Cancer / Skin Aging Alert: Spending time in the sun increases your risk of skin cancer and early skin aging. This product has been shown only to help prevent sunburn, not skin cancer or early skin ageing.”

Anmerkung: Da in den USA zwei deutlich stabilere und leistungsfähigere UVA-Filter als Avobenzone – nämlich: Tinosorb M und S – noch nicht zugelassen sind, leidet darunter das Schutz- bzw. Leistungsspektrum der dort hergestellten Sonnenschutzmittel.

  • Trotz regionaler Unterschiede wurde in 2012 eine internationale Norm verabschiedet: ISO 24443:2012. Demnach soll ein Ratio von UVA:UVB bei 1:3 liegen und die UVA Schutzwerte sollten in vitro bemessen werden. Sowohl die EU als auch Australia/Neuseeland haben die Norm als Referenzmethode akzeptiert (auf in Australien hergestellten Sonnenschutzprodukten erscheint “broad spectrum”; es werden aber sowohl die 1:3 als auch 370nm critical wavelength angewendet, Eurofins, Quelle 1). Da es sich immer noch um eine “Empfehlung” handelt, sind die einzelnen Unternehmen jedoch nach wie vor frei, bei der Bemessung des Schutzes vor UVA Strahlen zwischen PPD in vitro und in vivo zu wählen. Die Europäische Kommission gibt auf deren Homepage an, dass die European Committee for Standardization CEN gerade an der Standardisierung unterschiedlicher Testmethoden arbeitet (“Sunscreen Products“, updated in 10.06.2015). Wir bleiben gespannt.
  • Die Ergebnisse der Bemessung des UVA Schutzes durch beide Methoden (PPD in vivo und in vitro) sind miteinander vergleichbar. Von daher sind Produkte, die mit PA+(+++) oder UVA-Buchstaben im Kreis versehen werden, in deren UVA Schutzleistung grundsätzlich vergleichbar. Meist müssen die PPD-Werte beim Hersteller jedoch abgefragt werden.
Allerdings gehe ich davon aus, dass der wachsende Druck auf die Kosmetikunternehmen, den UVA-Schutz in deren Produkten zu verbessern, sie auch dazu verleiten wird, die UVA-Schutzwerte – sollten diese wettbewerbsfähig sein – bekannt zu machen.

Achte beim Kauf von Sonnenschutzmitteln immer darauf, dass auch ein Schutz vor UVA-Strahlen gewährleistet ist. Denn auf dem Markt gibt es weiterhin Sonnenmitteln (nicht nur Foundations mit SPF!), die keinen ausreichenden UVA-Schutz anbieten! Falls keine INCI-Analyse möglich ist, hilft Euch bei der Sonnenschutzwahl das unten stehende Bild mit UVA-Kennzeichnungen hoffentlich weiter.

Ist auf der Verpackung kein der u.s. Symbole zu sehen, bietet das Sonnenschutzprodukt keinen ausreichenden Schutz vor UVA-Strahlen. Was “ausreichend” ist, ist wiederum eine andere Frage, die wir später ebenfalls beantworten werden müssten.

UVA Strahlen unterschiedliche UVA-Werte


Wo findet man den genauen UVA-Wert einer Sonnencreme?

Derzeit gibt es nur einige wenigen Kosmetikmarken, welche den Schutz vor UVA-Strahlen auf der Verpackung bzw. der Homepage offen legen. Seid Ihr also auf der Suche nach einer Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz, müsst Ihr entweder bei Bioderma oder La Roche Posay fündig werden. Oder seid Ihr auf die Auskunft des jeweiligen Kundenservices angewiesen. Denn ohne Auskunft der Kundenbetreuung weiß man ja nicht, ob der UVA Schutz 1/3 oder etwa 1/2 des Lichtschutzfaktors (SPF) ausmacht. Ob die Kundendienste diese Anfrage konkret beantworten? Nicht immer. Trotz Nachfrage wurde mir etwa nicht mitgeteilt, wie hoch der UVA-PF von Daylong extreme SPF50+ ausfällt. Das ist m.E. recht ungünstig, denn viele aufgeklärte Kunden wollen inzwischen exakt wissen, ob denen eine Sonnencreme mit einem hohem UVA-Schutz vorliegt.

Sollte auf der Verpackung das UVA-Symbol im Kreis zu sehen sein, wissen wir mit Sicherheit, dass der UVA-Schutzwert zumindest 1/3 des SPF ausmacht. Wenn wir also für ein Sonnenmittel mit SPF50+ optimieren, und SPF50+ bedeutet einen Lichtfaktor von zumindest 60, dann liegt der UVA-Wert ebenfalls zumindest bei 20. 

Viele von uns werden dann das Produkt mit dem höchsten SPF-Wert nehmen (50+) und hoffen, dass der UVA-Schutz doch über 20 liegt (da 1:3).

Dieselbe Unsicherheit herrscht, wenn es um die “japanische” Methode PA mit Sternen geht: Bei PA++++ weiß man zwar, dass der PPD-Wert bei, oder über, 16 liegt. Mehr aber nicht. Was bleibt uns übrig, als den Kundenservice anzuschreiben. Schon wieder?

Erst wenn Ihr an die PPD-Werte kommt, die sich hinter dem UVA im Kreis bzw. den PA++++ verstecken, wisst Ihr Bescheid, wie die im Fokus stehenden Sonnenschutzprodukte etwa im Vergleich zu Bioderma oder LPR abschneiden. Na dann: Happy Herausfinden! 🙂


Wenn Du nun mehr weißt, als zuvor, und in der Lage bist, Deinen Sonnenschutzmittel besser auszuwählen, kannst Du mir gerne durch den Klick auf das untere Bild einen Kaffee kaufen. Danke! 🙂

Buy me a coffee
Ich grüße Euch herzlich
Pia

Zum Thema Sonnenschutz

Bis dahin haltet die Ohren steif!

Eure Pia   


Quellenangaben:

Quelle 1: Osterwalder, Uli/Champ, Samantha/Flösser-Müller, Heike/Herzog, Bernd (2013): “The evolution of UVA protection”, BASF

Quelle 2: Empfehlung der EU-Kommission  vom 22. September 2006 über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben (2006/647/EG)

Quelle 3: Australian regulatory guidelines for sunscreens (ARGS), 22.1.2016

Quelle 4: Staton, John (2012): Understanding new Australian SPF and UVA tests, Personal Care, Dermatose, Sept. 2012

Quelle 5: Barel, André/Paye, Marc/Maibach, Howard (2014): Handbook of Cosmetic Science and Technology, 4. Aufl., CRC Press

Quelle 6: In vitro Bestimmung des UVA-Schutzes von Sonnenschutzmitteln (ISO 24443:2012); Deutsche Fassung EN ISO 24443:2012 (DIN EN ISO 24443:2013-05), Beuth Publishing

Quelle 7: In Vitro UVA testing of sunscreen products, Bentham

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Lotus-Motus

Liebe Mädels, macht euch nicht so viele Gedanken um SPF, UVA, UVB, PPD und andere Buchstabenkombinationen… Das macht hässliche Falten auf der Stirn! Der beste Sonnenschutz ist der, den man aufträgt. Noch besser, wenn er sich gut oder zumindest nicht schmierig im Gesicht anfühlt und man ihn mehrmals am Tag auftragen kann. Einen Sonnenschutz zu finden, der das kann, ist schon schwierig genug. Ich habe für mich den Cetaphil Sun Kids 50+ gefunden (wen es interessiert UVA PF 35). Kein White Cast, fühlt sich auch bei mehrmaligem Auftragen gut auf der Haut an und funktioniert mit Makeup. Was bringt ein Sonnenschutz, der 2% mehr Schutz vor UVA-Strahlen bietet, aber dazu beiträgt, dass ihr euch nicht wohl fühlt? Kleiner Tip für diejenigen, die ihren Sonnenschutz noch nicht gefunden haben: Apotheken haben meistens von all ihren Sonnencremes Proben da 😉 Fragt nett und testet euch durch.

Kathi

Cetaphil hatte die Daylongprodukte ja übernommen und ich habe dann nochmal nach dem PPD Wert der Extreme Lotion gefragt und mir wurde mitgeteilt, dass dieser bei PPD28 liegt. Ich hoffe, dass das einigen hilft, obwohl de Beitrag schon etwas älter ist.

Jola

Hallo!

UVA sollte nach der Bestimmung der EU-Komission 1/3 des ausgelobten SPFs betragen. Früher war der UVA Wert gar nicht and SPF gekoppelt d.h. bei hohem SPF konnte UVA Schutz niedrig bleiben. Ich frage mich jedoch warum ausgrechnet 1/3… Kennst Du vielleicht den HIntergrund? 🙂

robbenmaedchen

Huhu, danke für diesen tollen Post. Da muss ich mich dann auch mal zu Wort melden.
Meinst du mit der Daylong die fache SPF25? Oder eine der normalen?
Ich hatte heute nämlich ein großes Sonnenschutz”drama”.
Meine Paulas Choice Sonnencreme ist leer. Und die Bioderma AR hat dermaßen gekrümelt. Aber damit nicht genug mir haben binnen weniger Minuten die Augen getränt und sind total zugeschwollen. Ich weiß nicht woran das lag, aber ich vertrage sie definitiv gar nicht.

Nun überlege ich an der Daylong face SPF 25 rum. Den ich brauche dringend einen neuen Sonnenschutz, und ich hätte gerne einen bessern UVA Schutz mit Tinosorb S drin. Und er darf sich definitiv nicht abrollen das nervt mich ungemein. Und wenn wir dabei sind nicht so reichhaltig für meine normale – Mischhaut.

Liebe Grüße und mach weiter so, hier habe ich so viele Tipps bekommen, danke dir sehr.

Isabella

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