Halo Glow Skin Tint im Test – Was steckt wirklich drin?
SPF50, Hautpflege und Farbe in einem – das klingt eindeutig nach dem perfekten Alltagspartner.
Der Halo Glow Skin Tint von e.l.f. ist vor kurzem auf dem Markt erschienen und sorgt schon für einiges an Verwirrung. Denn nicht alles bei diesem Produkt ist so, wie es Euch auf den ersten Blick erscheint.
In diesem Beitrag decke ich für Euch auf, was wirklich in dem e.l.f. Halo Glow Tint steckt, wie er auf der Haut aussieht und wie es um seine Haltbarkeit bestellt ist.
Lohnt sich das Ganze für Euch?
e.l.f. – Versprechungen des Herstellers
Halo Glow Skin Tint von e.l.f. wird als feuchtigkeitsspendende, serumartige Tönung mit mineralischem Lichtschutzfaktor 50 beworben.
Das klingt vielversprechend: Leichte, aufbaubare Deckkraft, natürlich strahlendes Finish. Die 30 ml kosten um die 20 Euro – für e.l.f.-Verhältnisse also ein stolzer Preis. Es gibt 18 Farbtöne mit drei Untertönen. Ich habe die Nuance Light Neutral 4 gewählt, die einigermaßen gut passt.

Viele vergleichen den Halo Glow Skin Tint mit anderen, teureren Produkten – zum Beispiel dem Ilia Super Serum Skin Tint mit Zinkoxid und SPF 30.
Ehrlich gesagt, kenne ich Ilia nicht, aber laut Reviews scheint sich auch dieses Produkt eher für trockene Hauttypen zu eignen. Falls Ihr beide Produkte kennt, wäre es ausgesprochen hilfreich, könntet Ihr dazu etwas in den Kommentaren schreiben.
e.l.f. Halo Glow – Inhaltsstoffe und Konzeption
Der Halo Glow Skin Tint sieht sich als 3-in-1 Produkt:
- – Erstens: ein pflegendes Serum mit Niacinamid, Bisabolol und Allantoin zur Beruhigung der Haut, parfümfrei und ohne bekannte Allergene – damit geeignet auch für empfindliche Haut.
- Zweitens: eine Tönung, wie man es auch von einem klassischen Skin Tint erwarten würde.
- Drittens: ein hoher Sonnenschutzwert mit angeblich mineralischem UV-Filter.
Ist der SPF in dem e.l.f. Skin Tint tatsächlich mineralisch?
Doch hierbei gibt es Klärungsbedarf. „Mineralisch“ klingt für viele positiv, ist aber ein Mythos.
Zinkoxid und Titandioxid sind technisch ebenfalls chemische Verbindungen und bieten keinen grundsätzlich besseren UV-Schutz als moderne, chemische Filter.
Insbesondere im UVA-Bereich sind moderne Filter sogar effizienter. Mineralische Filter wie Zinkoxid sind zudem nicht zwingend umweltfreundlicher.
Das ist das eine. Das andere ist, dass im Halo Glow Skin Tint nicht nur ein mineralischer UV-Filter (Zinkoxid) eingesetzt wurde, sondern auch zwei chemische Filter (Salicylate). Wirklich rein mineralisch ist der Schutz also nicht.
e.l.f. Halo Glow Skin Tint – Auftrag und Eindruck
Ich habe den Tint zuerst auf eine reichhaltige Sonnencreme aufgetragen (nach 20 Minuten Einwirkzeit). Mein Ziel war, tatsächlich genug Produkt für SPF50 zu verwenden.

Das Ergebnis: Die Textur schwamm lange auf der Haut, ließ sich schwer einarbeiten und zog nicht wirklich ein.
Nach mehreren Versuchen wurde das Finish irgendwann passabel – aber von „serumartiger Tönung“ keine Spur.
Vielmehr handelt es sich hierbei um eine gut deckende Foundation.Der „Glowy“-Effekt ist sichtbar. Auch wenn viele von Euch „Glow“ gern hören, sieht ein satin-mattes Finish bei Falten, Narben oder sichtbarer Hautstruktur oft besser aus.
Der Skin Tint von e.l.f. betont die Poren stark, besonders um die Nase. Etwas Puder neutralisiert den Glow – das Ergebnis ist dann solide, aber die Foundation bleibt sichtbar.
Tragt Ihr den Skin Tint ohne Creme oder Sunscreen darunter auf, erhaltet Ihr direkt ein matteres Finish, das im Laufe des Tages noch matter wird. Auch das kann sich sehen lassen, aber die Poren benötigen weiter Puder.
Bei einem Auftrag mit der von e.l.f. empfohlenen Menge (erbsengroß – mehr dazu weiter unten), habt Ihr nur einen Hauch Farbe – je nach Unterlage mal matter, mal glowy. Die Deckkraft sinkt, bleibt aber durchaus foundation-ähnlich.
Deckkraft, Haltbarkeit und SPF-Versprechen
Kurz gesagt: Die Deckkraft des Skin Tint entspricht einer Foundation.
Selbst Pigmentflecken werden abgedeckt – für einen klassischen „Skin Tint“ eigentlich zu viel. Das kann positiv sein, nur ist die Produktbezeichnung irreführend.
Was die Haltbarkeit betrifft: Acht Stunden hält die Foundation gut durch. Danach setzt sie sich allerdings in Poren ab und wird fleckig. Für sehr lange Haltbarkeit ist das Produkt somit nicht geeignet.
Eine Erbse soll einen SPF von 50 ergeben?
Der beworbene Lichtschutzfaktor 50 ist problematisch. Die Herstellerangabe ist: „Shake well and start with a pea-sized amount.“ Auf der Verpackung will e.l.f., dass wir 5 Tropfen davon auftragen (abgesehen davon, wie groß diese Tropfen sein sollten).
Eine erbsengroße Menge oder 5 Tropfen liefern jedoch niemals den SPF 50 für das ganze Gesicht und den Hals.

Für einen wirksamen Schutz müsstet Ihr – unrealistisch viel – Produkt verwenden.
Trotzdem gibt es keinen Hinweis darauf, weder auf der Verpackung noch auf der Webseite.
Ist das nicht ein unverantwortlicher Umgang mit unserer Hautgesundheit oder seht Ihr das anders?
Fazit: Wer sollte sich den Halo Glow Skin Tint anschauen?
Der Halo Glow Skin Tint von e.l.f. ist kein schlechtes Produkt – das Problem liegt vielmehr in der irreführenden Vermarktung:
Erstens: Es ist eine Foundation mit hoher Deckkraft, die als Skin Tint verkauft wird.
Und zweitens: der SPF 50 wird nur bei unrealistischer Produktmenge erreicht.

Erwartet also keinen echten Skin Tint und verlasst Euch keinesfalls auf den SPF als alleinigen Sonnenschutz.
Bedenkt dabei, dass das Finish von der aufgetragenen Menge aber auch der Unterlage abhängt:
– Unter einer reichhaltigen Sonnencreme wird das Finish sehr glowy.
– Auf matter Unterlage wird es entsprechend matter, kann aber trockene Stellen betonen.
Und jetzt bin ich auf Eure Gedanken gespannt! 🙂
Pia

Liebe Pia,
herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Review!
Unglücklicherweise ein weiteres Produkt, das als eierlegende Wollmichsau vermarktet wird, aber nicht hält, was es verspricht. Die Skin Tint wird trotzdem sicherlich ihre Liebhaber finden.
Liebe Grüße, Steffie