Ist Zitronensaft gut für die Haut? 3 Gründe, warum das nicht der Fall ist!

zitronensaft haut empfehlenswert

Dieser Beitrag zur Frage, ob Zitronensaft gut für die Haut ist, entstand bereits vor einigen Jahren. Ich habe ihn seitdem nicht mehr aktualisiert, davon ausgehend, dass keiner mehr auf die Idee käme, puren Zitronensaft als Vitamin C Serum oder Peeling zu verwenden.

Doch Florian (s. Kommentar) machte mich neulich auf die Homepage von Vichy (Zugriff am 23.11.22) aufmerksam, auf der empfohlen wird, frisch gepressten Zitronensaft direkt auf die Haut aufzutragen. Als Gesichtswasser.

Ist frisch gepresster Zitronensaft gut fuer die Haut 1
Zugriff am 23.11.22
Ist frisch gepresster Zitronensaft gut für die Haut
Zugriff am 23.11.22

Also, ist die Behandlung der Haut mit Zitronensaft empfehlenswert?

Kann Zitronensaft ein (kostenintensiveres) Vitamin C Serums ersetzen? (Schließlich enthält eine frische Zitrone viel Vitamin C, nicht wahr?)

Oder ist Zitronensaft gut für die Haut, weil er als Peeling wirke könnte?

Schauen wir uns nun die Eigenschaften einer Zitrone genauer an.


Zitronensaft als Vitamin C Serum?

Ein Zitronensaft (Direktsaft aus einer frisch geschnittenen Zitrone) enthält in erster Linie Zitronensäure, nicht Vitamin C (Ascorbinsäure).

Etwa 30g Zitronensaft enthält 1.44g Zitronensäure und (im Vergleich nur) 11.8mg Ascorbinsäure (etwa hier).

Nun ein Vitamin C Serum basiert auf Ascorbinsäure.

Zitronensäure gehört wiederum zu Fruchtsäuren, den sog. Alpha Hydroxysäuren oder AHAs. Du würdest dann also im Prinzip ein Peeling-„Produkt“ verwenden und nichts, was an ein vernünftiges Vitamin C Serum erinnert.

Vorteile, die mit der Anwendung von Vitamin C für Deine Haut verbunden sind, blieben somit aus.  Mehr zu Vitamin C in Pflege, s. hier.


Zitronensaft als AHA | Peeling?

Doch wenn Zitronensaft (leider) kein Ersatz für ein Vitamin C Serum, was hindert uns daran, eine Zitrone eben als ein Fruchtsäure-Peeling zu verwenden? Klingt logisch, oder?

Ist aber nicht sinnvoll. Auch als Peeling ist Zitronensaft nicht gut für die Haut. Und das zumindest aus drei Gründen:  


Zitronensaft ist phototoxisch

Zum einen ist Zitronensaft topisch aufgetragen phototoxisch.

Was bedeutet das?

Phototoxisch heißt, dass eine mit Zitronensaft behandelte Haut viel empfindlicher gegen Sonnenstrahlen und anfälliger für eine sonnenbrandartige Entzündung ist, wenn sie dem UV-Licht ausgesetzt wird. Stichwort: phototoxische Dermatitis. Im Gegensatz zu Photoallergie, die immunologisch induziert ist, tritt Phototoxizität nach einem Kontakt mit UV-Strahlen – meist UVA-Strahlen – kurzfristig auf. Zu phototoxischen Inhaltsstoffen geht es hier entlang

Eine Zellschädigung ist die Folge (mehr dazu findet Ihr etwa in dieser Studie.) Aber auch – ironischerweise – neue Pigmentflecken!


Zitronensaft ist zu sauer

  Zum anderen liegt der pH-Wert eines Zitronensaftes bei 2 (je nach Sorte bis 2,3) – das ist sehr sauer und für eine regelmäßige Anwendung auf der Haut suboptimal. Eine Hautirritation inkl. Brennen, Jucken und Rötungen, wären dadurch alles andere als überraschend!

Vitamin C in Nahrungsmitteln bzw. in Form von Supplementen wirkt sich positiv auf die Haut aus (etwa hier). Ein Direktsaft aus einer Zitrone hingegen nicht.


Zitronensaft kann die Haut austrocknen

  Zum Dritten ist ein Zitronensaft wässrig. Und weil direkt danach kein weiteres Produkt mit einem höheren pH-Wert aufgetragen werden sollte (eine kurze Wartezeit ist angebracht), trocknet die Haut langsam vor sich hin. Warum? Studien beweisen, dass eine Haut, die Wasser ausgesetzt wurde (entweder durchs Baden oder eben ein wässriges Serum ohne jegliche Okklusion), bis zu 3 Minuten nachher mit einem okklusiven Pflegepräparat behandelt werden sollte (mehr zur Okklusion s. hier). Sonst kommt es zum Verdunsten der Feuchtigkeit aus der Haut (Stichwort: Transepidermaler Wasserverlust, TEWL). Hier gehts zur Blogreihe: Hautfeuchtigkeit)


Ist Zitronensaft gut für die Haut? Nein!

Das Internet ist voll von „Hausmitteln gegen…“ Dabei findet man Zitronensaft oft bei der Suche nach „Hausmittel gegen Pickeln“ und „Hausmitteln gegen Pigmentflecken“.

Bitte ignoriert das! Auch die Idee, Zitronensaft als Vitamin C Serum oder Peeling zu verwenden, solltet Ihr schnell aus Eurem Gedankengut vertreiben. Zitronensaft ist kein Hautpflegeprodukt und definitiv nicht gut für die Haut!

Der Einsatz von frisch gepressten Zitronensaft als Peeling, das sich auf Pigmentflecken positiv auswirken könnte, ist es zwar denkbar, dennoch nicht empfehlenswert.

Wie man einen Zitronensaft im Hautkontext eventuell verwenden könnte, wenn man es, aus welchen Gründen auch immer, machen müsste, wäre, jeweils ein Tropfen des Saftes nur (!) auf den störenden Pigmentfleck aufzutragen und schauen, ob es – nach einigen Wochen – etwas bewirkt. Und das am besten abends. Sonnenschutz ist dann absolut obligatorisch.

Meint Ihr, dass das gute Gründe gegen Zitronensaft als Pflegemittel sind? Kennt Ihr noch weitere?

Hat jemand von Euch schon mal pure Zitrone am Gesicht verwendet? Na, come on, seid ehrlich! 🙂


 Was hilft wirklich gegen Pickel findet Ihr in der Akne-Reihe hier.

 Was hilft wirklich gegen Pigmentflecken findet Ihr in diesem Beitrag hier.

Eure Pia

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Lesetipps

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Gutes Vitamin C Serum in der Drogerie?

16 Kommentare zu „Ist Zitronensaft gut für die Haut? 3 Gründe, warum das nicht der Fall ist!“

  1. Hallo liebe Pia
    Bin heute in meiner Apo über eine Vitamin C Creme der Firma Dermacentic gestolpert. C 25 Creme heisst sie, Retinol ist auch enthalten und 30 ml kosten grad mal 35.€ . Was meinst du? Kennt die Creme vielleicht jemand? Wäre das evtl. eine Alternative zu Paula’s Spot ob? Ist nämlich schon wieder leer…
    Liebe Grüsse Nimitta

    1. Liebe Nimitta, meinst Du die Firma Dermaceutic und diese Creme?: https://www.dermacaredirect.co.uk/dermaceutic-serum-c25.html

      INCI: Water, Methylsilanol ascorbate & butylene glycole, isononyl isononanoate, C-12-C15 akryl benzonate, Cetearyl alcohol, PEG-40 sterate, Moreus Alba, Retinyl palmitate, Vitis vinifera, Tocopheryl acetate, Glycerin, Propylene glycole, Ceteth-20 phosphate, Panthenol, Tocopherol, Phytic acid, Niacinamide, Sclerotium gum, Lactic acid, Dicetyl phosphate, Sodium hydroxide, Isohexadecane, Sodium acrylate/sodium acryloydimethyltarurate copolomer, Alcohol denat, PEG-40 hydrogenated castrooil, Polysorbate 80, Disodium EDTA, Phenoxyethanol, Camelia oleifera, Methylparaben, propylparaben, parum, limonene

      Als Vitamin C fungiert hier ein Derivat Methylsilanol ascorbate, dessen positive Wirkung auf die Haut noch nicht überzeugend festgestellt wurde. Schaden würde die creme nicht, zumal sie gut feuchtigkeitsspendend ist und Niacinamide, Vitamin A, E und Panthenol enthält. Es enthält aber auch Alkohol denat in einer geringeren Menge (etwas über 1%) plus den Duftstoff Limonene, der aber nur wenn oxidiert die Haut irritieren kann. Als Ersatz zum PC Treatment mit 25 Ascorbinsäure sehe ich das Produkt nicht. Ein echter Ersatz wäre hier die C24 Creme von Indeed Labs.

  2. Interessanter Beitrag! Da du was dazu geschrieben hast, dass die Konsistenz zu wässrig ist für ein AHA (wegen der Einwirkzeit), hat sich bei mir nun die Frage ergeben (und eigentlich hatte ich die schon länger) wie das mit AHA und BHA Seren auf Wasserbasis bzw Liquids ist? Hatte bisher immer von PC die 2% BHA Lotion, bin jetzt aber auf ein Serum umgestiegen, weil ich immer das Gefühl hatte bzw. die Befürchtung, dass die Plege oben drüber nicht so gut auf der Haut wirken kann, als wenn ich ein Serum verwenden würde. Konkret heißt das ein Retinolprodukt. Ich meine nämlich mal gelesen zu haben, dass die Haut recht trocken sein soll, wenn das Retinol richtig wirken soll?!

    1. Liebe Michelle, danke für Deine Anmerkungen. Ein Produkt, das sich hauptsächlich aus Wasser zusammensetzt, zieht auch recht schnell in die Haut ein. Dennoch sollte man mit weiteren Pflegeprodukten schnell vorgehen, damit die Haut hierdurch nicht austrocknet. Ist die Haut wiederum feucht, ziehen andere Pflegeprodukte oben drauf schneller ein. Das ist nämlich der Grund dafür, dass Retinol auf trockene Haut aufgetragen werden sollte, damit es die Haut nicht allzu sehr irritiert. Bei AHAs geht es eher um den Zeitabstand zwischen den jeweiligen Pflegeschritten, da nach dem Auftrag von AHAs (saures pH-Umfeld) und vor dem Auftrag von Produkten mit einem höheren pH etwas abwarten sollte. Bei trockener Häuten empfiehlt sich somit eher ein Serum/Lotion, sodass die Haut nicht bereits während der Wartezeit spannt.

      1. Oh Entschuldigung, ich habe es irgendwie nicht gemerkt, dass du mir geantwortet hattest…. Vielen Dank für deine Antwort :-). Ich werde dann wohl auch wieder zu einer Lotion zurückkehren, denn ich merke es auch tatsächlich wie die Haut nach dem Peeling spannt bis wieder etwas reichhaltigeres auf die Haut darf

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