Wimpernseren – wie wirken sie wirklich? 15% auf Revitalash

Lange, dichte und gesunde Wimpern sind der Traum vieler von uns, und die Beautyindustrie verspricht mit Wimpernwachstumsseren genau das.

Aber funktionieren diese Produkte wirklich – und vor allem: Sind sie sicher für unsere Augen?

Folgende Fragen werden uns heute beschäftigen:

  • Welche Wimpernseren gibt es auf dem Markt?
  • Welche Ziele verfolgen sie?
  • Sind sie alle auf das Wachstum der Wimpern ausgerichtet?
  • Und welche gesundheitlichen Bedenken gibt es bezüglich Wimpernseren?

Am Ende zeige ich Euch eine Liste von Wimpernseren in drei Kategorien – mit einer klaren Einschätzung, welche davon empfehlenswert sind und welche nicht.

PDF Datei mit einer Übersicht der Wimpernseren findet Ihr hier 


Was sind Wimpernseren?

Wimpernseren sind Produkte, die entwickelt wurden, um das Aussehen unserer Wimpern zu verbessern.

Dadurch sollen sie länger, dichter, dunkler und/oder stärker werden. Diese Seren werden typischerweise täglich auf den oberen Wimpernkranz aufgetragen und sollen durch verschiedene Wirkstoffe den natürlichen Wimpernwachstumszyklus beeinflussen.


Kategorie 1: Synthetische Prostaglandine

Die erste Kategorie von Wimpernseren enthält synthetische Prostaglandine. Das sind Derivate bzw. Analoga von Prostaglandin.

Das bekannteste ist Latisse mit dem Wirkstoff Bimatoprost. Es gibt aber auch weitere – dazu kommen wir gleich.

Diese Seren wirken, indem sie die aktive Wachstumsphase der Wimpern, die Anagenphase, verlängern.

Unsere Haare, inklusive Wimpern, durchlaufen drei Wachstumsphasen:

Anagen-, Katagen- und Telogenphase. Die Anagenphase ist die aktive Phase, in der das Haar tatsächlich wächst. Sie dauert bei Kopfhaar mehrere Jahre, bei Wimpern etwa 30 bis 45 Tage.

Über Haar-Wachstumsphasen haben wir ausführlich im Beitrag über Rotlich und Haarwachstum gesprochen

Wenn diese Phase regelmäßig verlängert wird, haben Wimpern länger die Möglichkeit zu wachsen.

Die Ergebnisse sind meist nach vier bis sechs Wochen sichtbar – und können tatsächlich dramatisch sein.


Herkunft der Prostaglandin-Analoga

Prostaglandin-Analoga wurden ursprünglich in der Augenheilkunde zur Behandlung von Glaukom eingesetzt – einer Erkrankung, bei der erhöhter Augeninnendruck unbehandelt zur Erblindung führen kann.

Patienten erhielten dafür Augentropfen mit Prostaglandin-Analoga. Überraschend zeigte sich dabei nicht nur eine Senkung des Augeninnendrucks, sondern auch ein beeindruckendes Wimpernwachstum: länger, dichter und dunkler.

Diese zufällige Entdeckung führte zur Entwicklung kosmetischer Wimpernseren mit Prostaglandin-Derivaten.


Studien zur Wirksamkeit von Bimatoprost

Zu Beginn gab es kaum Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Prostaglandin-Analoga in Wimpernseren.

Eine Studie aus 2012 untersuchte die Wirkung von 0,03 % Bimatoprost (Latisse) auf das Wimpernwachstum. 278 Erwachsene nahmen teil, randomisiert in eine Wirkstoffgruppe und eine Placebogruppe. Das Experiment lief fünf Monate, die Anwendung erfolgte zweimal täglich.

Nach 16 Wochen waren die Wimpern der Bimatoprost-Gruppe signifikant länger, dicker und dunkler. Nebenwirkungen waren geringfügig; am häufigsten trat eine Rötung der Bindehaut auf.

Zwei Jahre später wurde eine Studie mit 209 japanischen Teilnehmern veröffentlicht.

Wieder zeigte sich (nach vier Monaten) ein klarer Vorteil des Wirkstoffs gegenüber Placebo – bei milden, reversiblen Nebenwirkungen.


Nebenwirkungen und Sicherheitsbedenken

Mit der Zeit wurden jedoch Stimmen lauter, die forderten, die Nebenwirkungen genauer zu untersuchen. Eine Metastudie aus 2024 analysierte alle verfügbaren Daten der letzten Jahre und identifizierte folgende mögliche Nebenwirkungen von Bimatoprost:

  • Augenreizungen, Rötungen, Brennen, Unwohlgefühl
  • Hautverdunkelung der Augenlider
  • verstärkte Pigmentierung der Lidhaut
  • dauerhafte Farbveränderung der Iris (meist zu Braun) – selten bei kosmetischer Anwendung
  • Fettverlust um die Augen (orbital fat loss), der zu einem eingefallenen Aussehen führen kann – reversibel

Bimatoprost – auf welches sich all die Studien bezogen – ist in den USA zugelassen, in Europa jedoch nur als Arzneimittel. Deshalb findet Ihr es nicht mehr in frei verkäuflichen Wimpernprodukten.


Prostaglandin-Analoga in Europa

Andere Analoga, die in Europa erlaubt sind, sind chemisch eng mit Bimatoprost verwandt und aktivieren dieselben Rezeptoren im Haarfollikel. Sie verlängern die Anagenphase und stimulieren die Melanogenese.

In Europa werden hauptsächlich drei Analoga eingesetzt (INCI):

  • Norbi-Matoprost
  • Ethyl Tafluprostamide
  • Isopropyl Cloprostenate

Die britische Behörde für Produktsicherheit veröffentlichte dazu im letzten Jahr einen umfassenden Bericht. Untersucht wurden u. a.

  • Isopropylcloprostenat
  • und Ethyl Tafluprostamide – mit ähnlichen Nebenwirkungsergebnissen wie in der oben genannten Metastudie.

Zwei Hauptnebenwirkungen wurden besonders hervorgehoben:

  • Rötung der Bindehaut
  • Fettatrophie um den Wimpernkranz

Die Sicherheitsprofile gelten allerdings als lückenhaft, da umfassende Daten fehlen – so das britische Dokument.


Vergleich der Sicherheitsprofile

Während der britische Bericht keine Unterschiede zwischen den Analoga feststellte, bewertete das Cosmetic Ingredient Review Panel Tafluprostamid als derzeit besser dokumentiert und möglicherweise sicherer, wohingegen Isopropyl Cloprostenate kritischer beurteilt wurde.

Allerdings forderte das Experten-Panel umfangreiche Nachstudien, bevor eine endgültige Sicherheitsbewertung möglich ist.
Bis dahin sollten Hersteller vorsichtig dosieren, Anwender sorgfältig über Risiken informiert werden und Behörden einheitliche Grenzwerte definieren, um Verbraucher zu schützen.

Auch der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (2022) konnte aufgrund begrenzter Daten keine eindeutige Sicherheitsfreigabe für Prostaglandin-Analoga in der Augenpartie aussprechen.


Regulatorischer Stand in Europa

Ich fasse kurz zusammen:

Auf dem europäischen Markt sind mehrere Prostaglandin-Analoga zugelassen. Verboten ist lediglich Bimatoprost.

Schweden hat allerdings inzwischen alle Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga verboten. Ein EU-weites Verbot ist demnächst nicht ausgeschlossen.

Derzeit am häufigsten enthalten sind:

  • Isopropylcloprostenat
  • Tafluprostamid

Ob Tafluprostamid tatsächlich sicherer ist, lässt sich bisher nicht abschließend sagen – Experten bewerteten es vorsichtig positiv.


Wimpernseren – meine Erfahrung

Ich selbst habe über die Jahre Seren mit Prostaglandin-Derivaten verwendet:

RapidLash und RevitaLash.

Bei mir traten keinerlei Nebenwirkungen auf, die Wimpern wurden aber sehr lang und dichter. Sobald ich Pausen einlegte, wurden sie wieder kürzer.

Trotz meiner guten Erfahrungen würde ich meiner Tochter die Anwendung ganz klar nicht erlauben – und hier zeigt sich:

Das Thema ist nicht eindeutig mit Ja oder Nein zu beantworten.


Sollte man auf Prostaglandine verzichten?

Bevor wir zu den konkreten Produkt-Übersichten kommen, eine Frage an Euch:

Wäre es sinnvoll, auf Prostaglandin-Derivate vollständig zu verzichten, bis neue Sicherheitsdaten vorliegen?

Verwendet Ihr solche Seren oder überlegt Ihr, eines zu kaufen?


Prostaglandin-Seren: Konkrete Produkte

Das Serum, das ich früher verwendet habe: RapidLash – enthält Isopropylcloprostenat.

Seren mit Tafluprostamid, das derzeit etwas besser bewertet ist, dazu gehören zum Beispiel:

  • RevitaLash – dafür habe ich für Euch 15% mit diesem Link, nicht affiliate – code PIA)
  • Nano Eyelash

Bei Svenja Walberg muss man unterscheiden: Das Augenbrauenserum enthält Tafluprostamid, das Wimpernserum in der Drogerie hingegen nicht. Ein Wimpernserum mit Tafluprostamid findet man wiederum Amazon – warum? Das weiß ich nicht.

PDF Datei mit einer Übersicht der Wimpernseren findet Ihr hier 


Anwendung

Alle diese Seren werden einmal täglich wie ein Eyeliner am oberen Wimpernkranz aufgetragen. Ölhaltige Rückstände sollten vorher entfernt werden.


Kategorie 2: Peptid-basierte, langsam wirkende Wachstumsseren

Diese Seren enthalten Peptide, Aminosäuren oder Wachstumsfaktoren.

Beispielhafte (am häufigsten verwendete) Wirkstoffe:

  • Myristoyl Pentapeptide-17
  • Biotinoyl Tripeptide-1
  • Acetyl Tetrapeptide-3
  • Acetyl Hexapeptide-8
  • Oligopeptide-2
  • Myristoyl Octapeptide-1
  • Tripeptide-3
  • sh-Polypeptide-1
  • sh-Oligopeptide-2

Sie können das Wimpernwachstum unterstützen, wirken aber deutlich langsamer als Prostaglandine – oft erst nach 6 bis 12 Monaten.

Dazu gehören u. a.:

  • Svenja Walberg (DM)
  • Balea
  • Olaplex
  • The Ordinary
  • Junglück
  • XLash
  • Sweet

Kategorie 3: Reine Wimpernpflege

Diese Produkte pflegen die Wimpern, fördern aber kein Wachstum. Typische Basis sind pflegende Öle wie Rizinusöl oder botanische Extrakte.

Dazu gehören:

  • L’Oréal (mit Rizinusöl, jedoch alkoholhaltig)
  • Typology
  • Anastasia Beverly Hills
  • Clinique
  • Isana
  • Rival de Loop

Schlussgedanken

Welches Produkt am Ende wirklich wirkt, kann ich nicht sagen. Ob Ihr 3€ für Isana oder 40€ für Clinique investiert, hängt von Euren Erwartungen ab – oder vielleicht brauchen Eure Wimpern gar kein Serum? 🙂

Teilt mir gern Eure Gedanken dazu mit!

PDF Datei mit einer Übersicht der Wimpernseren findet Ihr hier 

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5 Kommentare zu „Wimpernseren – wie wirken sie wirklich? 15% auf Revitalash“

  1. Hallo liebe Pia,
    Danke für diese Übersicht! Ich habe mir jetzt das Serum von The Ordinary gekauft, allerdings möchte ich es für die Augenbrauen verwenden. Die sind leider sehr spärlich im Moment, hoffentlich kann das Serum hier etwas bringen. Hormonhaltige Seren möchte ich nicht verwenden. Minoxidil zb. soll gut helfen, aber anscheinend fallen die Haare nach dem Absetzen wieder aus.

  2. Hey Pia. Danke für deine Recherche! Was ich nicht verstehe im YT Video wie auch im Blog sagst du, dass die Wimperseren der 2. Kategorie langsamer wirken. Im PDF mit den zusammengefassten Seren schreibst du aber auch, dass die Wirksamkeit dieser Seren nicht wissenschaftlich belegt ist. Wie ist es denn jetzt? Wirken sie, nur sehr langsam, oder ist ihre Wirksamkeit nicht mal sicher? Kannst du dazu was sagen? Dankeschön und LG, Annika

    1. Danke Annika, die Wirkung ist durch die Herstellerdaten / eigene Studien bestätigt worden, die auch in Bezug auf die allermeisten Peptide. Es gibt meines Wissens keine unabhängigen Daten dazu. Von daher können sie die Wirkung entfalten, die von Herstellern angegeben wurden oder eben nicht.

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