Wichtigste Reizstoffe und Allergene in Hautpflege

Wichtigste Reizstoffe | Allergene in Hautpflege:

  • Alkohol denat. (Penetrationsverstärker, Konsistenzgeber, Konservierungsstoff) – Verbrennungs- und Irritationsgefahr

  • Propylenglycol (INCI: propylene glycol) (Penetrationsverstärker, Feuchthaltemittel) – Irritationsgefahr (insb. wenn höher als 5%, Quelle 1; bei Dermatitis-Patienten sogar ab 2%, Quelle 8)

  • Sodium Lauryl Sulfate (Tensid) – absolutes No-Go als Haupt-Tensid, bekanntester Reizstoff

  • Sodium Laureth Sulfate, Ammonium Laureth Sulfate (Tenside) – Irritationsgefahr. Diese kann zwar durch die Beigabe von anderen, milderen Tensiden reduziert werden (mehr dazu in diesem Beitrag). Trotzdem gehören Sulfate zu den harschesten Tensiden in Hautreinigungsprodukten.
  • Cocamidopropyl Betaine (Tensid) – gilt als deutlich weniger reizend als Sodium Lauryl Sulfate, dafür aber als stärker Allergen (Quelle Nr. 9, S. 479) – Gefahr von Kontaktdermatitis (zu Kontaktdermatitis, s. hier).

  • Methylisothiazolinone (Konservierungsstoff) – Gefahr von Kontaktdermatitis. Seit Juli 2015 ist die Kombination von Methylchloroisothiazolinone und Methylisothiazolinone in der Europäischen Union aus Produkten, die auf der Haut verbleiben, verboten. In abwaschbaren Pflegepräparaten können beide nicht mehr als 0.0015 % ausmachen (Quelle 10). Methylisothiazolinone wurde in 2013 von der Amerikanischen Gesellschaft für Kontaktdermatitis (American Contact Dermatitis Society) zum Kontaktallergen des Jahres gekürt (Quelle 11). Als besorgniserregend wird die Verwendung von Methylisothiazolinone insbesondere in Babyprodukten eingeschätzt (Quelle 12).

  • Formaldehydabspalter: Quaternium-15, Diazolidinyl urea, DMDM hydantoin, Imidazolidinyl urea, Bronopol, Tris(hydroxymethyl)nitromethane (Konservierungsstoffe) – Gefahr von Kontaktdermatitis (Quelle 9, S. 472)

  • Parfüm – Gefahr von Kontaktdermatitis

  • Farbstoffe – Gefahr von Kontaktdermatitis

  • Ätherische Öle – Gefahr von Kontaktdermatitis und Hautallergien (mehr zu allergenen Bestandteilen in Pflege findet Ihr hier)

  • Lanolin – Gefahr von Kontaktdermatitis (insb. in Menschen mit geschwächter Hautbarriere, inkl. Babys und Kleinkindern, Quelle 8)

  • Oxybenzone (INCI: benzophenone-3 / Sonnenschutzfilter) –  Gefahr von Kontaktdermatitis (Quellenübersicht 13)

  • Octinoxate (INCI: octyl methoxycinnamate bzw. ethylhexyl methoxycinnamate / Sonnenschutzfilter) – Gefahr von einer zu starken Hautpenetration, insb. bei geschädigter (bzw. unreifer) Hautbarriere (Quellenübersicht 14). (Liposomale Einkapselung kann die Penetrationstiefe zwar verringern (Quelle 15); dafür müsste man jedoch zunächst einmal wissen, wie die Formulierung des Sonnenschutzes in Detail aussieht.)

  • Octocrylene (Sonnenschutzfilter) – Gefahr von Kontaktallergie und Photoallergie. Neulich wird auf eine wachsende Anzahl von allergischen Reaktionen auf Octocrylene verwiesen (Quelle 16Quelle 17).

  • Olivenöl – als Massageöl auf trockene Haut. Diese Studie von 2013, Quelle 18 kam zum Ergebnis, dass Olivenöl zur Beschädigung der Hautbarriere führen kann, während Sonnenblumenöl einen positiven Effekt auf die Kohärenz der epidermalen Lipide hat. Drei Jahre später kam eine Forschergruppe jedoch zu einem anderen Resultat: Beide Ölarten waren im gleichen Ausmaß feuchtigkeitsspendend, beide haben die Hautbarriere von Babys (konkreter: die Lipidstruktur) leicht verändert (Quelle 19). Das Problem mit Olivenöl ist dabei dessen Hauptbestandteil: Ölsäure (INCI: oleic acid). Ölsäure ist nämlich in der Lage, epidermale Lipide zu fluidizieren (verflüssigen), was wiederum das Eindringen von Aktivstoffen verstärken kann. In einer gesunden Haut ist diese vorübergehende Eröffnung von zusätzlichen Überlieferungskanälen in der Haut unproblematisch. Auf einer Babyhaut, die bereits über weniger Lipide verfügt, sollte man aber keine Penetrationsverstärker bzw. Lipidfluidizer verwenden!

  • Achtung auch bei stark konzentrierten Peelingmitteln (chemisches Peeling) – Alles zum chemischen Peeling (auch für Anfänger), s. hier

  • Achtung bei stark konzentrierten Retinoiden (Retinol, Retinal, Retinsäure) – Alles zum Vitamin A in Hautpflege (auch für Anfänger), s. hier
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