Was Apothekenkosmetik wirklich leistet (und was nicht)?

Wenn Ihr glaubt, dass eine Gesichtscreme automatisch besser wirkt, nur weil sie in der Apotheke neben Medikamenten steht, dann sitzt Ihr einem der teuersten Irrtümer der Kosmetikindustrie auf.

Tatsächlich gibt es im europäischen Recht gar keine eigene Qualitätskategorie für sogenannte Apothekenkosmetik – es ist am Ende nur ein Vertriebsweg. Wer wissen will, ob ein Produkt der Haut wirklich hilft, muss deshalb den Blick vom Apothekenschild abwenden und stattdessen knallhart auf die INCI-Liste schauen.

VIDEO VERSION hier


Sind Apothekenprodukte wirklich besser als Drogerie- und High-End-Skincare?

Wenn ich Euch fragen würde:
Wo würdet Ihr ein besonders gutes Hautpflegeprodukt erwarten?
In der Drogerie?
Bei einer Luxusmarke?
Oder in der Apotheke?
Ich vermute, bei vielen von Euch wäre die Antwort ziemlich eindeutig:
Apotheke.

Denn irgendwie haben Apothekenprodukte einen ganz besonderen Ruf.
Sie wirken wissenschaftlicher. Seriöser. Professioneller.
Und vielleicht auch vertrauenswürdiger.

Denn wenn wir ein Produkt in der Apotheke kaufen, haben wir schnell das Gefühl:
Da wird schon jemand darauf geachtet haben, dass es gut ist. Dass es funktioniert.
Dass es hautverträglich ist.
Und vielleicht sogar, dass es besser ist als das, was wir im Drogeriemarkt finden.

Aber stimmt das tatsächlich? Sind Apothekenprodukte wirklich besser?
Und wenn ja:
Woran würden wir das „Bessere“ überhaupt erkennen?
Genau das wollte ich für dieses Video einmal ganz genau wissen.

Und deshalb schauen wir uns zunächst gar keine einzelnen Produkte an.
Wir gehen noch einen Schritt zurück.

Denn bevor wir ein Apothekenserum mit einem Drogerie- oder High-End-Serum vergleichen können, müssen wir erst einmal klären:

  • Was ist eine Apothekenkosmetik überhaupt?
  • Was muss eine Marke tun, um ihre Produkte in der Apotheke verkaufen zu dürfen?
  • Gibt es besondere Prüfungen?
  • Besondere Qualitätsanforderungen?
  • Eine spezielle Zulassung?
  • Und warum kosten viele Produkte aus der Apotheke eigentlich deutlich mehr als vergleichbare Produkte aus der Drogerie

Und vor allem:
Was muss ein ganz normales Kosmetikprodukt eigentlich erfüllen, bevor wir es überhaupt kaufen können?
Denn vielleicht ist genau das der Punkt, den wir zuerst verstehen müssen.


Was ist eigentlich eine Apothekenmarke?

Fangen wir ganz vorne an.

Stellen wir uns einmal vor, ich würde heute meine eigene Skincare-Marke gründen (das würde ich niemals tun).
Nennen wir sie einfach „Pia Skincare“.

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KI-Design 🙂

Ich entwickle ein Serum und lasse es produzieren.
Und jetzt habe ich einen großen Wunsch: Ich möchte meine Produkte in Apotheken verkaufen. Warum auch immer…

Was muss ich dafür tun?

  • Muss ich zunächst bei einer Behörde einen Antrag stellen?
  • Muss jemand meine Formulierung prüfen?
  • Muss das „Pia Skincare“ Serum einen besonderen Apothekentest bestehen?
  • Und bekomme ich dann irgendwann ein Zertifikat, auf dem steht:
  • „Dieses Produkt darf jetzt in die Apotheke“?

Nein!

Und genau hier beginnt das erste große Missverständnis.

Bei Kosmetik gibt es keine besondere behördliche Zulassung für den Vertrieb über Apotheken.

Und es gibt auch keine besondere gesetzliche Kategorie mit dem Namen:
„Apothekenkosmetik“. Das ist ganz wichtig.

„Apothekenkosmetik“ ist kein eigener Qualitätsstandard innerhalb des europäischen Kosmetikrechts.

Kosmetik ist Kosmetik.

Und sie unterliegt grundsätzlich denselben gesetzlichen Anforderungen – unabhängig davon, ob sie später in einer Apotheke, einer Drogerie, einer Parfümerie oder online verkauft wird.

Auch eine Apothekenpflicht gibt es für Kosmetika nicht.
Und das ist ein ziemlich wichtiger Unterschied zu Arzneimitteln.
Denn bei einem Arzneimittel sieht die Sache ganz anders aus.
Ein Arzneimittel kann zulassungspflichtig sein.
Und bestimmte Arzneimittel sind apothekenpflichtig.
Bei einer Gesichtscreme gilt das nicht.

Und für Kosmetik gilt: Apotheke ist zunächst einmal ein Vertriebsweg.
Der Hersteller bzw. die verantwortliche Person kann entscheiden, über welche Vertriebskanäle das Produkt angeboten wird:
Apotheke.
Drogerie.
Parfümerie.
Online-Shop.
Oder mehrere davon gleichzeitig.

Das bedeutet:
  Eine Creme wird nicht durch eine staatliche Prüfung zur Apothekenkosmetik.
Und genau das ist die erste wichtige Erkenntnis dieses Videos.


Aber Moment – darf ich dann einfach irgendeine Creme in der Apotheke verkaufen?
Natürlich nicht.

Und jetzt wird es interessant.
Denn nur weil es keine spezielle Apothekenzulassung gibt, bedeutet das natürlich nicht, dass man Kosmetik völlig ungeprüft auf den Markt bringen darf.
Im Gegenteil.
Die Anforderungen sind ziemlich umfangreich.

Wenn ich mein Pia Skincare Serum auf den europäischen Markt bringen möchte, habe ich eine ganze Reihe von gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Aber die gelten nicht nur für Apothekenkosmetik.
Sie gelten für Kosmetik insgesamt.
Egal, ob mein Produkt später bei dm steht, bei Douglas, in einer Apotheke oder in meinem eigenen Onlineshop.

Das heißt:
Ein Pflegeprodukt muss nicht erst in eine Apotheke kommen, damit es sicher sein muss.
Die Sicherheitsanforderungen gelten bereits vorher.


Was muss ein Kosmetikprodukt für die Sicherheit erfüllen?

Bevor mein Serum überhaupt auf den Markt darf, muss seine Sicherheit bewertet werden.
Und zwar nicht irgendwann später, sondern vor dem Inverkehrbringen.
Das schreibt die europäische Kosmetikverordnung vor.

Genauer gesagt muss eine Sicherheitsbewertung durchgeführt werden und es muss ein kosmetischer Sicherheitsbericht erstellt werden.

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Und diese Sicherheitsbewertung darf natürlich nicht einfach irgendjemand machen.
Sie muss von einer entsprechend qualifizierten Person durchgeführt werden.

Aber was bedeutet das nun konkret?
Was wird bei so einem Produkt eigentlich untersucht?

Denn es gibt nicht den einen einzigen „Kosmetik-Sicherheitstest“, den jedes Serum in exakt derselben Form durchläuft.
Das ist eine Vorstellung, die ich gerne einmal aus dem Kopf bekommen möchte.
Es gibt nicht den großen Test: Serum rein, Stempel drauf, fertig.

Stattdessen wird die Sicherheit des konkreten Produkts bewertet.
Und zwar abhängig von seiner Formulierung, seinen Eigenschaften und der vorgesehenen Anwendung.
Das ist ein ganz wichtiger Unterschied.

Was wird bei dieser Sicherheitsbewertung betrachtet?
Zum Beispiel die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Produkts.
Also etwa:
Wie ist der pH-Wert?
Wie verhält sich die Formulierung?
Ist eine Emulsion stabil?
Wie sieht das Produkt aus?
Wie ist seine Konsistenz?
Und wie verändert es sich unter den vorgesehenen Bedingungen?

Damit sind wir schon beim nächsten Punkt:
Stabilität.

Ein Produkt soll natürlich nicht nur am Tag der Herstellung sicher sein.
Es muss auch während seiner vorgesehenen Haltbarkeit sicher und geeignet bleiben.
Deshalb wird untersucht, wie sich das Produkt unter verschiedenen, vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen verhält:
Verändert sich die Farbe?
Der Geruch?
Die Konsistenz?
Der pH-Wert?
Trennt sich eine Emulsion?
Verändert sich die Formulierung so, dass dadurch ein Sicherheitsproblem entstehen könnte?
All das kann für die Bewertung relevant sein.

Und dann spielt natürlich auch die Mikrobiologie eine wichtige Rolle.
Gerade bei wasserhaltigen Produkten muss sichergestellt werden, dass sich Mikroorganismen nicht unkontrolliert vermehren.

Denn eine Creme ist schließlich kein steriles Medikament.
Sie kann mit Mikroorganismen in Kontakt kommen.
Und deshalb muss das Produkt so formuliert und hergestellt sein, dass es unter den vorgesehenen Bedingungen mikrobiologisch sicher bleibt.

Hier kann beispielsweise ein sogenannter Challenge-Test bzw. Konservierungsbelastungstest zum Einsatz kommen.
Dabei wird ein Produkt gezielt mit definierten Mikroorganismen belastet.
Anschließend wird über einen bestimmten Zeitraum untersucht, ob das Konservierungssystem diese Mikroorganismen ausreichend kontrollieren kann.
Das ist also tatsächlich ein Test, den man sich sehr konkret vorstellen kann.

Aber auch hier gilt:
Nicht jedes Kosmetikprodukt muss zwingend exakt denselben Test durchlaufen.
Die mikrobiologische Bewertung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt.
Und das ist eigentlich das Grundprinzip der gesamten Sicherheitsbewertung:
Es geht nicht darum, eine starre Checkliste für jedes einzelne Produkt abzuarbeiten.
Es geht darum, die Sicherheit dieses konkreten Produkts angemessen zu bewerten.


Verpackung

Und dann ist da noch die Verpackung.
Das wird häufig vergessen.
Wir denken bei einem Kosmetikprodukt immer nur an den Inhalt, an die Formulierung.
Aber rechtlich betrachtet besteht das Produkt natürlich nicht völlig unabhängig von seiner Verpackung.
Denn auch die Verpackung kann für die Sicherheit relevant sein.
Zum Beispiel:
Kann die Verpackung mit dem Produkt wechselwirken?
Können Bestandteile aus der Verpackung in das Produkt übergehen?
Kann die Verpackung die Stabilität des Produkts beeinträchtigen?
Ist das Material für die vorgesehene Anwendung geeignet?
Auch solche Aspekte können in die Sicherheitsbewertung einfließen.


Toxikologie

Und jetzt kommen wir zu einem besonders wichtigen Bereich:
Die toxikologische Bewertung der Inhaltsstoffe.

Ist jeder Inhaltsstoff automatisch sicher?
Nein.
Und genau deshalb reicht es nicht zu sagen: „Dieser Inhaltsstoff wird in Kosmetik verwendet, also wird er schon sicher sein.“
Die verwendeten Stoffe müssen im Zusammenhang mit ihrer konkreten Anwendung betrachtet werden.

Welche toxikologischen Eigenschaften hat der Stoff?
Gibt es Daten zu Hautreizung?
Zu Augenreizung?
Zur Sensibilisierung?
Oder – abhängig vom jeweiligen Stoff – zu anderen toxikologischen Endpunkten?

Aber auch hier wird nicht einfach nur gefragt: „Ist dieser Stoff sicher oder unsicher?“
Die entscheidende Frage lautet:
Wie wird dieser Stoff in diesem konkreten Produkt eingesetzt?
In welcher Konzentration?
Wie häufig wird das Produkt verwendet?
Auf welcher Körperstelle?
Auf welcher Fläche?
Wird das Produkt wieder abgewaschen?
Oder bleibt es auf der Haut?
Wie viel davon kann unter der vorgesehenen Anwendung überhaupt mit dem Körper in Kontakt kommen?


Exposition

Und genau hier kommt ein Begriff ins Spiel, der vielleicht etwas technisch klingt, aber enorm wichtig ist:
Exposition.

Denn Sicherheit hängt nicht nur davon ab, welcher Stoff enthalten ist.
Sondern auch davon, wie viel davon unter der vorgesehenen Anwendung mit dem Körper in Kontakt kommt.
Ein Produkt, das einmal pro Woche auf eine kleine Hautfläche aufgetragen und anschließend abgewaschen wird, ist hinsichtlich der Exposition etwas völlig anderes als ein Produkt, das zweimal täglich großflächig auf dem Körper bleibt.
Und all diese Informationen fließen in die Sicherheitsbewertung ein.

Am Ende steht also nicht einfach die Aussage: „Dieses Serum wurde getestet.“
Sondern eine wissenschaftliche Bewertung:
Ist dieses konkrete Produkt bei der vorgesehenen Anwendung sicher?
Und genau deshalb ist die Sicherheitsbewertung deutlich komplexer als ein einzelner Test.
Und das ist kein spezieller Apothekenstandard.

Es betrifft alle Produkte, die in der EU verkauft werden dürfen.

Und jetzt kommt noch etwas, das viele gar nicht wissen:
Es geht nicht nur um das fertige Produkt.
Auch die Herstellung spielt eine Rolle.
Kosmetische Produkte müssen nach den Grundsätzen der Guten Herstellungspraxis, also der sogenannten GMP, hergestellt werden.
Hier kommt unter anderem die Norm ISO 22716 ins Spiel.

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Dabei geht es beispielsweise um Prozesse, Hygiene, Qualitätssicherung, Dokumentation, Lagerung und Herstellung.
Und auch das ist kein spezieller Apothekenstandard.
Es gilt für kosmetische Produkte grundsätzlich unabhängig davon, ob sie später in einer Apotheke oder einer Drogerie verkauft werden.

Und dann gibt es noch einen weiteren Schritt:
Das Produkt muss vor dem Inverkehrbringen im europäischen CPNP, dem Cosmetic Products Notification Portal, notifiziert werden.

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Auch das ist keine Apothekenzulassung.
Es ist eine gesetzlich vorgesehene Notifizierung innerhalb des europäischen Kosmetikrechts.

Und all diese Informationen und Nachweise werden in der Produktinformationsdatei, kurz PIF, zusammengeführt.
Diese Produktinformationsdatei enthält unter anderem den kosmetischen Sicherheitsbericht und weitere für das Produkt relevante Informationen.

Und jetzt wird vielleicht langsam deutlich:
Hinter einem legal in der EU vermarkteten Kosmetikprodukt steckt eine ganze Reihe von Anforderungen.
  Diese Anforderungen gelten aber nicht nur für Apothekenprodukte.
Sie gelten generell für die Kategorie: Kosmetik.

Und bedeutet das jetzt, dass alle Kosmetikprodukte gleich gut sind?
Natürlich nicht.
Und das ist mir an dieser Stelle sehr wichtig.

Die gesetzlichen Anforderungen definieren vor allem einen rechtlichen Rahmen für Sicherheit und Verkehrsfähigkeit.
Sie sagen nicht: „Dieses Produkt ist besonders wirksam.“
Sie sagen auch nicht: „Dieses Produkt ist luxuriös formuliert.“
Und sie sagen schon gar nicht: „Dieses Produkt ist besser als alle anderen Produkte.“

Eine Marke kann freiwillig sehr viel mehr machen, als gesetzlich vorgeschrieben ist:
Sie kann zusätzliche Verträglichkeitstests durchführen.
Sie kann Wirksamkeitsstudien durchführen.
Sie kann ihre Formulierung umfangreich untersuchen lassen.
Sie kann zusätzliche Daten zu einzelnen Inhaltsstoffen erheben.
Sie kann klinische Untersuchungen durchführen.
Sie kann in Forschung und Entwicklung investieren.
Und manche Marken tun das tatsächlich.
Das kann interessant und sinnvoll sein.

Aber:
Nichts davon passiert automatisch, nur weil ein Produkt in der Apotheke verkauft wird.
Und genau deshalb müssen wir später bei den konkreten Produkten hinschauen.
Denn vielleicht macht eine bestimmte Apothekenmarke tatsächlich mehr.
Aber es wäre eine Eigenschaft dieser Marke.
Nicht automatisch eine Eigenschaft des gesamten Vertriebsweges „Apotheke“.


Warum haben Apothekenprodukte dann diesen besonderen Ruf?

Denn wenn Apothekenkosmetik keine eigene gesetzliche Qualitätsklasse ist:
Warum verbinden wir damit überhaupt so viel Vertrauen?
Dafür gibt es – aus meiner Sicht – mehrere Gründe.

Der erste ist natürlich die Apotheke selbst.
Eine Apotheke ist für uns nicht einfach irgendein Geschäft.
Wir verbinden sie mit Gesundheit.
Mit Arzneimitteln.
Mit medizinischer/pharmazeutischer Beratung.
Mit Fachpersonal.
Und diese Umgebung beeinflusst natürlich auch unsere Wahrnehmung der Produkte, die dort verkauft werden.
Wenn neben meinem „Pia Skincare“ Serum Medikamente stehen, wirkt das Produkt automatisch medizinischer, als wenn dasselbe Serum zwischen Shampoo und Waschmittel bei dm steht.

Und natürlich spielt auch Marketing eine Rolle.
Viele Apothekenmarken positionieren sich bewusst wissenschaftlich.
Sie arbeiten mit Begriffen wie:
Dermatologie.
Pharmazie.
Klinisch.
Wirksamkeit.
Verträglichkeit.
Und das kann natürlich einen bestimmten Eindruck erzeugen.

Aber:
Der Ort, an dem ein Produkt verkauft wird, ist kein Beweis dafür, dass es besser formuliert ist.


Beratung

Und dann gibt es noch die Beratung.
Das ist tatsächlich ein Punkt, den ich nicht unterschlagen möchte.
Denn eine Apotheke kann einen echten Vorteil haben: Beratung.
Das Apothekenpersonal kann Kundinnen und Kunden bei der Auswahl unterstützen.
Und das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn jemand nicht weiß, welches Produkt zu seinen Bedürfnissen passt.
Auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, kann ein echter Mehrwert sein.

Aber auch hier müssen wir unterscheiden.
Der Vorteil liegt in diesem Fall in der Beratung.
Nicht automatisch in der Formulierung des Produkts.
Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Und auch die Beratung macht aus einer durchschnittlich formulierten Creme keine bessere Creme.

In Apotheken finden wir aber auch oft Menschen, die eine Firma vertreten – z. B. neulich gab es in der Nähe eine Avène-Beraterin in einer Apotheke vor Ort.
Sie hat nur zu Avène-Produkten beraten, Rabatte angeboten etc.
Das ist natürlich keine unabhängige Apotheken-Beratung.

Aber es gibt noch eine andere interessante Sache:
Nicht jede Marke, die in der Apotheke verkauft wird, ist automatisch gleich positioniert.
Manche Marken haben tatsächlich einen starken pharmazeutischen Hintergrund.
Andere wurden von Kosmetikunternehmen gezielt für den Apothekenvertrieb entwickelt.
Wieder andere verkaufen ihre Produkte gleichzeitig online oder über andere Vertriebskanäle.
Und manche Marken orientieren sich zusätzlich an privaten Branchenstandards oder Empfehlungen.
Zum Beispiel gibt es Empfehlungen und Leitlinien aus dem Bereich der Dermopharmazie.
Das kann für eine Marke durchaus interessant sein.

Aber auch hier müssen wir sauber unterscheiden:
Ein privater Standard oder eine freiwillige Leitlinie ist kein Gesetz.
Und auch daraus folgt nicht automatisch: „Dieses Produkt kann mehr.“
Es kann aber bedeuten, dass ein bestimmter Hersteller freiwillig zusätzliche Anforderungen an seine Produkte stellt.


„Dermatologisch getestet“

Und jetzt kommen wir zu einem Begriff, den wir auf Kosmetikverpackungen sehr häufig sehen.
Vielleicht besonders häufig bei Marken, die sich wissenschaftlich oder medizinisch positionieren möchten.

„Dermatologisch getestet.“
Das klingt erst einmal hervorragend.
Denn wenn ein Dermatologe das Produkt getestet hat, muss es doch gut sein.
Oder?
Nicht unbedingt.

„Dermatologisch getestet“ ist kein staatliches Qualitätssiegel.
Es ist kein offizieller Stempel, der sagt: „Dieses Produkt ist besonders gut.“
Und es bedeutet auch nicht automatisch: „Für empfindliche Haut geeignet.“
Es bedeutet nicht: „Hypoallergen.“
Und es bedeutet auch nicht: „Wirksam.“

Der Claim ist eine freiwillige kosmetische Werbeaussage.
Und wie andere kosmetische Claims muss auch diese Aussage belegbar sein.
Die europäischen Kriterien für kosmetische Werbeaussagen verlangen unter anderem Wahrheitstreue, Belegbarkeit, Redlichkeit und eine fundierte Entscheidungsfindung.
Und die europäischen Leitlinien zu kosmetischen Claims sagen ausdrücklich:
Wenn eine Marke ein Produkt als „dermatologisch getestet“ bezeichnet, impliziert das, dass das Produkt an Menschen unter der Aufsicht eines Dermatologen getestet wurde.
Das ist also etwas anderes als die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbewertung.

Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Aus den drei Wörtern „dermatologisch getestet“ wissen wir als Verbraucher noch nicht besonders viel.

Wie viele Menschen wurden getestet?
Wie lange?
Welche Hauttypen?
Welche Altersgruppen?
Wie wurde getestet?
Was genau wurde untersucht?
Ging es um Verträglichkeit?
Um eine bestimmte Wirkung?
Welche Ergebnisse wurden erzielt?
Wie viele Personen haben reagiert?
Wie wurde die Untersuchung durchgeführt?
All das sagt uns the Claim auf der Vorderseite nicht.

Die Marke muss die entsprechende Aussage natürlich belegen können.
Die Nachweise liegen aber nicht automatisch als ausführliche Studie neben dem Produkt im Regal.
Und deshalb sollten wir den Claim nicht mit einem Qualitätssiegel verwechseln.

ALSO: Muss jedes Hautpflegeprodukt dermatologisch getestet sein?
Nein.

Und hier müssen wir zwei Dinge ganz sauber voneinander trennen:
Jedes kosmetische Produkt, das in der EU auf den Markt kommt, muss eine Sicherheitsbewertung durchlaufen.
Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Ein dermatologischer Test an Menschen ist dagegen nicht für jedes Kosmetikprodukt vorgeschrieben.
Das ist ein ganz wichtiger Unterschied.

Denn man könnte sonst leicht denken: „Wenn eine Creme sicher sein muss, muss sie doch auch an Menschen getestet worden sein.“
Nein.
Die gesetzliche Sicherheitsbewertung ist etwas anderes.
Ein dermatologischer Anwendungstest ist etwas anderes.
Eine Wirksamkeitsstudie ist wieder etwas anderes.
Und ein klinischer Test ist ebenfalls nicht einfach dasselbe.

Wir haben hier also mehrere Ebenen:
Sicherheitsbewertung.
Dermatologischer Test.
Wirksamkeitstest.
Klinische Untersuchung.
Diese Begriffe sollte man nicht einfach miteinander gleichsetzen.

Und deshalb ist auch nicht jedes Apothekenprodukt dermatologisch getestet.
Das ist wichtig.
Denn „Apotheke“ und „dermatologisch getestet“ sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ein Drogerieprodukt kann dermatologisch getestet sein.
Ein High-End-Produkt kann dermatologisch getestet sein.
Und ein Apothekenprodukt kann dermatologisch getestet sein.
Oder eben auch nicht.
Der Vertriebsweg sagt uns darüber zunächst einmal nichts.

Und damit fällt eine weitere Gleichung auseinander:
Apotheke = dermatologisch getestet = besonders verträglich.
So einfach ist es eben nicht.

Und was ist mit „für empfindliche Haut“?
Auch hier sollten wir vorsichtig sein.
„Für empfindliche Haut“ klingt nach einer objektiven Produkteigenschaft.
Aber auch das ist zunächst einmal eine kosmetische Werbeaussage.
Und solche Aussagen dürfen natürlich nicht einfach beliebig auf eine Verpackung geschrieben werden.
Sie müssen entsprechend belegt sein und dürfen den Verbraucher nicht irreführen.

Das Gleiche gilt für Aussagen wie „hypoallergen“ oder „klinisch getestet“.
Auch diese Begriffe sind keine magischen Qualitätssiegel.
Und genau deshalb möchte ich in diesem Video nicht nur darauf schauen, was auf einer Verpackung steht.
Ich möchte wissen: Was steckt tatsächlich dahinter?


Warum sind Apothekenprodukte teurer

Jetzt wissen wir also:
Ein Apothekenprodukt braucht keine besondere Apothekenzulassung.
Es muss die ganz normalen Anforderungen für Kosmetik erfüllen.
Es muss nicht automatisch dermatologisch getestet sein.
Und die Apotheke macht aus einer Creme nicht automatisch eine bessere Creme.

Aber dann stellt sich die nächste Frage:
Warum sind Apothekenprodukte häufig teurer?

Und hier wird es tatsächlich interessant.
Denn wenn ich meine Marke über Apotheken verkaufen möchte, muss ich einen zusätzlichen Vertriebskanal finanzieren.
Nehmen wir wieder mein Pia Skincare Serum:
Ich stelle es her.
Aber ich verkaufe es nicht direkt an die Kundin.
Vielleicht verkaufe ich es an einen Großhändler.
Der Großhändler verkauft es an die Apotheke.
Und die Apotheke verkauft es an die Kundin.

Plötzlich sind mehrere Unternehmen an einem einzigen Produkt beteiligt.
Und natürlich müssen diese Unternehmen ihre Kosten decken und eine Handelsspanne erzielen.
Die Apotheke kauft mein Serum also nicht für den Preis ein, für den es später im Regal steht.
Und wenn zusätzlich ein Großhandel dazwischengeschaltet ist, gibt es auch dort eine entsprechende Kalkulation.
Das kann natürlich Einfluss auf den Endpreis haben.

Aber jetzt bitte nicht den nächsten Fehler machen:
„Apothekenkosmetik ist teuer, weil die Apotheke so viel daran verdient.“
Das wäre viel zu einfach.

Denn der Endpreis eines Produkts hängt von sehr vielen Faktoren ab:
Von der Entwicklung.
Von den Rohstoffen.
Von der Verpackung.
Von der Produktion.
Von Tests.
Vom Marketing.
Von Logistik.
Vom Vertrieb.
Von den Margen der verschiedenen Handelsstufen.
Und natürlich auch von der Positionierung einer Marke.

Ein Produkt kann teuer sein, weil seine Herstellung aufwendig ist.
Es kann teuer sein, weil die Marke sehr viel in Forschung investiert.
Es kann teuer sein, weil die Verpackung aufwendig ist.
Es kann teuer sein, weil Marketing und Vertrieb viel kosten.
Oder schlicht, weil die Marke sich im Premiumsegment positioniert.

Und natürlich kann auch der Vertriebsweg einen Einfluss auf den Preis haben.
Aber:
Ein hoher Preis beweist weder eine besonders gute Formulierung noch eine besonders hohe Wirksamkeit.
Und ein niedriger Preis beweist umgekehrt auch nicht das Gegenteil.

Eine 15-Euro-Creme kann hervorragend formuliert sein.
Und eine 70-Euro-Creme kann hervorragend formuliert sein.
Oder eben auch nicht.
Der Preis allein verrät uns das nicht.

Und genau deshalb ist auch die Aussage „in der Apotheke erhältlich“ kein Qualitätssiegel.
Sie sagt zunächst einmal:
Diese Marke hat diesen Vertriebsweg gewählt – und diese Apotheke führt sie.
Mehr nicht.

Wenn wir also all diese Dinge zusammensetzen, haben wir plötzlich ein ganz anderes Bild.

Wir haben auf der einen Seite:
Apotheke.
Ein Umfeld, das wir mit Gesundheit und medizinischer Kompetenz verbinden.
Eine mögliche persönliche Beratung.
Marken, die sich häufig bewusst wissenschaftlich positionieren.
Und Produkte, die teilweise sehr umfangreich getestet und untersucht werden.
Manche Marken haben tatsächlich einen hohen wissenschaftlichen Anspruch.
Manche investieren viel in Forschung.
Manche führen zusätzliche Verträglichkeitstests durch.
Manche machen Wirksamkeitsstudien.
Und manche setzen freiwillig zusätzliche Qualitätsstandards.
Das alles kann echte Vorteile haben.

Aber auf der anderen Seite haben wir:
Keine eigene gesetzliche Qualitätsklasse für Apothekenkosmetik.
Keine besondere Apothekenzulassung.
Keine verpflichtende „Apothekenprüfung“.
Keinen automatischen dermatologischen Test.
Und keine Garantie dafür, dass das Produkt besser formuliert ist als ein Produkt aus der Drogerie.

Und genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt:
Der Vertriebsweg sagt uns nicht automatisch etwas über die Qualität der Formulierung.
Die Tatsache, dass ein Produkt in einer Apotheke steht, kann uns etwas über seine Distribution sagen.
Vielleicht etwas über die Positionierung der Marke.
Vielleicht über die Zielgruppe.
Vielleicht über das Beratungsumfeld.
Aber nicht automatisch darüber, ob dieses Produkt besser formuliert ist – besonders für eine empfindliche Haut geeignet oder wirksamer als andere Produkte.

Wir wissen:
Apotheke bedeutet nicht automatisch besser.
Drogerie bedeutet nicht automatisch schlechter.
High End bedeutet nicht automatisch hochwertiger.

Und umgekehrt gilt natürlich genauso:
Apotheke bedeutet auch nicht automatisch schlecht.
Es gibt hervorragende Apothekenmarken.
Es gibt hervorragende Drogeriemarken.
Es gibt hervorragende High-End-Marken.
Und es gibt in allen drei Bereichen Produkte, bei denen ich genauer hinschauen würde.

Deshalb interessiert mich jetzt nicht mehr das Logo auf der Verpackung.
Nicht das Regal.
Nicht der Preis.
Und auch nicht, ob das Produkt neben einem Arzneimittel steht.
Ich möchte wissen:
Was ist tatsächlich drin?
Wie ist die Formulierung aufgebaut?
Welche Wirkstoffe sind enthalten?
Welche Konzentrationen können wir beurteilen?
Welche Daten gibt es?
Welche Versprechen macht die Marke?
Und hält das Produkt überhaupt, was diese Versprechen suggerieren?

Denn am Ende sollte nicht das Regal entscheiden, ob ein Produkt gut ist.
Sondern das Produkt selbst.


Der INCI-Check: Vitamin C Seren und Abendcremes im Vergleich

Und jetzt machen wir genau das, was wir eigentlich von Anfang an hätten tun sollen: Wir schauen nicht mehr auf das Apothekenlogo – sondern auf die INCI-Liste.

Ich habe lediglich zwei Kategorien ausgesucht, um eine Überlänge zu vermeiden – Produkte, die ihr gerne in eure Routine integriert: Vitamin-C-Seren und eine Abendcreme bzw. Feuchtigkeitscreme.
In jeder Kategorie finden wir in drei Spalten – Drogerie, High End und Apotheke – jeweils ein gutes Produkt und jeweils ein schlechtes Produkt.


Vitamin C Serum

In den Apotheken gibt es etliche Vitamin-C-Seren.
Und keines davon begeistert mich.

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Etwa die Seren von La Roche-Posay und Vichy haben aus meiner Sicht zu viel Alkohol – das muss nicht jede Haut reizen, meine reagiert aber auch auf Mengen um 5 % mit Unreinheiten.

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La Roche-Posay ist parfümiert, Vichy nicht, der Alkoholgehalt ist hier aber höher.
Das Vitamin C von CeraVe ist mit Ceramiden angereichert und parfümfrei; der Alkoholgehalt ist eher niedrig.

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Aber es oxidiert bei mir schnell.

Falls ihr ein gutes Vitamin C unter Apothekenmarken kennt – bitte melden!


In der Drogerie haben wir zwei ausgezeichnet formulierte Vitamin-C-Seren – von Geek & Gorgeous

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… und nerds.

Screenshot 2026 08 16 at 12.49.58 scaledDann gibt es eine, nennen wir es „Zwischenstufe“ zwischen gut und schlecht, die ähnlich formuliert ist wie das La Roche-Posay Serum: das Revitalift Serum von L’Oréal mit Alkohol und Parfüm.

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Die Drogerie bietet aber auch fürchterliche Kandidaten – wie das Vitamin C Serum von Garnier, wo neben Alkohol auch etliche Hautallergene stecken.

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High End – sagen wir, Preise ab 50 €?

Ole Henriksen – eine schöne Idee, Vitamin C und Polyhydroxysäuren (d. h. ein mildes Peeling) zu kombinieren.

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Wenn in der Formulierung aber auch ätherische Öle stecken, ist das für die Hautbarriere ein NO-GO.

Dann haben wir Paula’s Choice – das Serum mit Vitamin C und Glutathion, das ich inzwischen ca. 10x nachgekauft habe…

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Fantastische Formulierung und wirksam gegen Pigmentflecken.
Das ist auch eine Marke, wo Ihr in der Regel keinen Unsinn, sondern gut formulierte, wirksame Produkte bekommt.

Empfehlungen zu Paula’s Choice findet Ihr hier


Abendcreme

Und dann suchen wir nach einer Abendcreme – zunächst in der Apotheke:
Hier findet man schöne Formulierungen von Avène – Tolerance.

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Oder Physiogel.

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Physiogel finde ich generell fantastisch.
Da könnt Ihr euch gerne umschauen.

In den Apotheken findet Ihr aber auch eine „Wellness Detox Gesichtspflege“ von Medipharma mit Bestandteilen von ätherischen Ölen.

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Das wollen wir nicht auf die Haut auftragen.

In der Drogerie gibt es auch eine breite Palette von sehr guten Abendcremes:

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Dazu gehören zum Beispiel die zwei Varianten von Geek & Gorgeous, die Nachtpflege von Nivea

Screenshot 2026 08 16 at 12.40.40oder die Hyaluron Gesichtspflege von Salthouse.

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Und von fürchterlichen Abendcremes: etwa von Alverde, wo man von ätherischen Ölen Kopfschmerzen bekommen kann.

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Im High-End-Bereich könnt Ihr 100 € für eine mittelprächtige Formulierung mit Haut-Irritanten von Shiseido ausgeben.

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Oder 500 € für mehr Irritanten in der La Mer Creme… ich meine:

Was hat Eukalyptusöl in Hautpflege zu suchen?

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Falls Ihr Irritanten gerne in der Hautpflege habt, im Higher-End-Bereich bleiben wollt, aber doch keine 500 € ausgeben möchtet:

Dann bietet sich die Kiehl’s Creme an – mit Rosmarinblattöl, Geranienblütenöl, Lavendelöl, Damaszener-Rosenblütenöl.

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Keine anerkannten Reizstoffe, aber eine Parfümierung bietet wiederum die neue Longevity Creme von Lancôme – 113 €.

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Diese wurde mir als PR-Sample zugeschickt – nice Gefühl, aber die Parfümierung bleibt länger unter der Nase.

Falls Ihr allerdings für eine sehr reizarme Nachtcreme aus dem High-End-Bereich optieren wollt, wird es etwas schwieriger.
Denn um den Preis zu rechtfertigen, sind diese Produkte oft mit kaum erforschten pflanzlichen Extrakten gepackt, die irritieren können, und haben häufig eine längere Liste von Inhaltsstoffen.

Eine reizarme Option für 50–65 € wären Produkte von Drunk Elephant: die Bora Barrier Cream, Lala Retro Whipped Cream oder mein Favorit, die F-Balm Maske, die aber keine Maske ist, sondern eine normale Abendcreme.

Oder Ihr könnt rund 300 € für THE CREAM von Augustinus Bader ausgeben – schöne Formulierung, keine bekannten Reizstoffe. Was der berühmte Wirkstoff TFC8® tut, weiß man zwar nicht so genau, aber schädigend wird er nicht sein.

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Also: Wenn Ihr möchtet – go for it.

So, die Auswahl war oberflächlich und willkürlich.
Sie sollte nur verdeutlichen – und das tut sie –, dass in allen Sektoren der Kosmetikwelt sowohl unerträglich als auch bestens formulierte Produkte zu finden sind.
Apothekenmarken sind dabei nicht schlechter, aber auch nicht besser formuliert.

Eure Erfahrungsberichte sind jetzt so, so sehr nachgefragt!
Ich bin gespannt!
Und ich antworte auf jeden Kommentar!
Bis zum nächsten Mal

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4 Kommentare zu „Was Apothekenkosmetik wirklich leistet (und was nicht)?“

  1. Hallo,

    aber reizarmer als manch andere Marke aus der Drogerie und High End mit Sicherheit.

    Wie wärs mal mit einem Report für Hautekzeme, Neurodermitis usw? Es ist wirklich nicht leicht, etwas für diese Haut zu finden.
    Mit 42 hat es angefangen und jetzt mit 46 mittendrin. Alles brennt auf der Haut, es nervt einfach nur mehr.

  2. Ich finde es immer wieder toll, wieviel Mühe Du Dir für die Recherche Deiner Artikel gibst. Immer wieder sind Fakten dabei die mich verwundern, aufklären und bereichern und mir als Entscheidungshilfe dienen. Vielen Dank!

  3. Ich habe vor x Jahren mal einen Bericht gelesen, wie schlecht – also im Prinzip wirkstoffarm – die damals stark in der Werbung vertretenen Eucerin Krems waren. (Ihr erinnert euch an diese schwarzweiß Werbungen wo sich das Model langsam einschmiert?) Bis dato dachte ich auch: Apothekenstandard is a thing. Fiel aus ein paar Wolken mit der Info 😀
    Das ist bestimmt 20 Jahre her, wer weiß was das heute für eine Marke ist, aber seit damals bin ich vorsichtig und ohne diesen Bericht hätte ich das weiter gedacht, dass Apotheke besser bedeutet. Will sagen: Wichtiger Bericht/Video, Pia! Danke

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