UVA Strahlen – Zusammenfassung

UVA Strahlen – Zusammenfassung

UVA Strahlen PPD

Schutz vor UVA-Strahlen, Teil I

Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz –Messmethoden, Teil II


UVA Strahlen und UVA Schutz – kurz und verständlich

  • UVA Strahlen machen den Höchstanteil (um 95%) des gesamten UV-Spektrums aus. Mit dem UVA Licht sind wir das ganze Jahr, unabhängig vom Wetter oder Jahreszeit, konfrontiert. Dabei ist die UVA Strahlung für vorzeitige Hautalterung zuständig und kann Hautkrebs verursachen. Auch wirkt sich das   UVA-Licht negativ auf eine Akne Haut aus (s. hier).
  • Internationale Institutionen und kosmetische Privatunternehmen legen immer mehr Wert auf einen adäquaten Schutz vor UVA Strahlen bei Formulierung von, bzw. Empfehlungen bezüglich, Sonnenschutzprodukte/n. Auch einheitliche Messmethoden und Kennzeichnungen befinden sich hoch auf der Agenda der Kosmetikindustrie.
  • Während der UVB Schutz in den meisten Ländern der Welt durch eine in vivo Messmethode erfolgt, gibt es bislang keine einheitliche Methode zur Bemessung der UVA Schutzleistung. Derzeit dominieren zwei davon:
    • PPD-Messung in vivo (bevorzugt in Japan und Korea, verwendet aber auch von Firmen wie L’Oréal und Bioderma)
    • PPD-Messung in vitro (Großbritannien, Europa)
  • Innerhalb der EU wächst ein Einverständnis auf eine Einigung zur Nutzung von in vitro PPD-Messmethoden. Weiterhin gibt es aber, wie oben erwähnt, Unternehmen (La Roche Posay (L’Oréal insgesamt?) oder Bioderma, die den UVA Schutz via PPD in vivo bemessen.
  • Großbritannien hat ein eigenes in vitro UVA Messsystem: Boots Star Rating. Demnach werden Sonnenschutzprodukten je nach deren UVB:UVA-Ratio Sterne  zugewiesen (derzeit drei bis fünf). Das festgelegte UVB/UVA-Verhältnis fällt dabei höher als in der EU-Empfehlung von 2006 aus. Folglich wird als “Good” und mit drei Sternen ein UVB:UVA Ratio von 0.6 bis 0.79 bezeichnet. Als “Superior” gilt ein Ratio von 0.8 bis 0.89. Schließlich wird die Bezeichnung “Ultra” denjenigen Sonnenschutzpräparaten zugewiesen, deren UVB:UVA Verhältnis bei 0.9 und mehr liegt!
  • In den USA wurden neulich sowohl die PPD-Messmethode als auch das PA Four Star Rating System abgelehnt. Laut der US Food and Drug Administration FDA (“Sunscreen Drug Products for Over-the-Counter Human Use; Final Rules and Proposed Rules. Final Rules” von 2011) darf auf der Verpackung “broad spectrum” stehen, “if a product has a critical wavelength* equal to or greater than 370 nm” (B4). D.h. die kritische Wellenlänge* muss gleich oder höher als 370nm ausfallen (der “critical wavelength test” erfolgt natürlich in vitro). Falls keine geeignete UVA Schutzleistung gewährleistet wird, muss die Verpackung die folgende Warnung enthalten: “Skin Cancer / Skin Aging Alert: Spending time in the sun increases your risk of skin cancer and early skin aging. This product has been shown only to help prevent sunburn, not skin cancer or early skin ageing.”

Anmerkung: Da in den USA zwei deutlich stabilere und leistungsfähigere UVA-Filter als Avobenzone – nämlich: Tinosorb M und S – noch nicht zugelassen sind, leidet darunter das Schutz- bzw. Leistungsspektrum der dort hergestellten Sonnenschutzmittel.

  • Trotz regionaler Unterschiede wurde in 2012 eine internationale Norm verabschiedet: ISO 24443:2012. Demnach soll ein Ratio von UVA:UVB bei 1:3 liegen und die UVA Schutzwerte sollten in vitro bemessen werden. Sowohl die EU als auch Australia/Neuseeland haben die Norm als Referenzmethode akzeptiert (auf in Australien hergestellten Sonnenschutzprodukten erscheint “broad spectrum”; es werden aber sowohl die 1:3 als auch 370nm critical wavelength angewendet, Quelle 1). Da es sich immer noch um eine “Empfehlung” handelt, sind die einzelnen Unternehmen jedoch nach wie vor frei, bei der Bemessung des Schutzes vor UVA Strahlen zwischen PPD in vitro und in vivo zu wählen. Die Europäische Kommission gibt auf deren Homepage an, dass die European Committee for Standardization CEN gerade an der Standardisierung unterschiedlicher Testmethoden arbeitet (klick; “Sunscreen Products”, updated in 10.06.2015). Wir bleiben gespannt.
  • Die Ergebnisse der Bemessung des UVA Schutzes durch beide Methoden (PPD in vivo und in vitro) sind miteinander vergleichbar. Von daher sind Produkte, die mit PA+(+++) oder UVA-Buchstaben im Kreis versehen werden, in deren UVA Schutzleistung grundsätzlich vergleichbar. Meist müssen die PPD-Werte beim Hersteller jedoch abgefragt werden.
Allerdings gehe ich davon aus, dass der wachsende Druck auf die Kosmetikunternehmen, den UVA-Schutz in deren Produkten zu verbessern, sie auch dazu verleiten wird, die UVA-Schutzwerte – sollten diese wettbewerbsfähig sein – bekannt zu machen.

Achte beim Kauf von Sonnenschutzmitteln immer darauf, dass auch ein Schutz vor UVA Strahlen gewährleistet ist. Denn auf dem Markt gibt es weiterhin Sonnenmittel (nicht nur Foundations mit SPF!), die keinen ausreichenden UVA-Schutz anbieten! Falls keine INCI-Analyse möglich ist, hilft Euch bei der Sonnenschutzwahl das unter stehende Bild mit UVA-Kennzeichnungen hoffentlich weiter.

Ist auf der Verpackung kein der u.s. Symbole zu sehen, bietet das Sonnenschutzprodukt keinen ausreichenden Schutz vor UVA-Strahlen. Was “ausreichend” ist, ist wiederum eine andere Frage, die wir später ebenfalls beantworten werden müssten.

UVA Strahlen unterschiedliche UVA-Werte

So, meine lieben Leserinnen und Leser, war der dreiteilige Text zur Messmethoden und Kennzeichnungen der UVA-Schutzleistung für Euch hilfreich? Seid Ihr nach den drei Beiträgen weniger oder mehr über die ganze UVA-Geschichte verwirrt? 🙂
Wenn Du nun mehr weißt, als zuvor, und in der Lage bist, Deinen Sonnenschutzmittel besser auszuwählen, kannst Du mir gerne durch den Klick auf das untere Bild einen Kaffee kaufen. Danke! 🙂
Buy me a coffee
Ich grüße Euch herzlich
Pia

Zum Thema Sonnenschutz

 Schutz vor UVA-Strahlen – UVA versus UVB, Teil I 

 Sonnencreme mit hohem UVA-Schutz – die Messmethoden, Teil II 

Eure Pia

* Critical Wavelength: “Kritische Wellenlänge“ ist die Wellenlänge, bei der die Sektion unter der integrierten Extinktionskurve beginnend bei 290 nm einem 90%-igen Absorptionsintegral von 290 bis 400 nm entspricht.” (Quelle: Abschnitt 1, (e)). Gut erklärt hier. Kurz: Je weiter nach rechts/je höher die kritische Wellenlänge, desto mehr UVA Bereich wird abgedeckt.

Für Interessierte: Hier wird eine Kritik an der Adoption durch die USA der kritischen Wellenlänge als einzigen UVA-Schutzfaktor geäußert. Darüber hinaus wird in dem Text darauf hingewiesen, dass das US-“broad spectrum” und EU-SPF:UVPF Verhältnis nicht miteinander korrelieren: die US-Messmethode ist gnädige für die Kosmetikfirmen. Es gibt durchaus “broad spectrum”-Sonnenschutzprodukte, die die europäischen Messstandards nicht erfüllen: “a CW ≥ 370 nm is not equivalent to a ratio UVA-PF/SPF ≥ 1/3 and a high SPF and CW > 370 nm doesn’t ensure a higher UVA protection than a lower SPF product with the same CW.

Quelle 1: Staton, John (2012): Understanding new Australian SPF and UVA tests, Personal Care, Dermatose, Sept. 2012


7 Kommentare

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  3. Juni 27, 2016 / 5:09 pm

    Hallo Pia,
    dein Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber das ändert nichts an seiner Qualität! Endlich klarer Durchblick im UVA-Dschungel – das hatte ich mir schon lange gewünscht und bin froh, dass ich nun auf diese wunderbare Serie gestoßen bin. 🙂

    Eine Frage zum britischen Boots Star Rating – die dort versprochenen Werte klingen ja fast schon zu gut, um wahr zu sein! Verstehe ich es wirklich richtig, dass ein 5 Star Rating einem PPD von mindestens 45 entspricht? Sonnenschutz mit diesem Rating ist bei Boots (siehe das neuste Incipedia-Video) immerhin spottbillig zu haben.

    So oder so vielen Dank für deine erhellenden Ausführungen und liebe Grüße!
    Ben

    • Juni 29, 2016 / 7:05 pm

      Hallo Ben, zunächst einmal herzlich willkommen hier! Ich freue mich schon auf den Austausch mit Dir. 🙂
      Das Video habe ich nicht gesehen, aber ja, 5 stars bieten einen sehr hohen UVA Schutz. Man muss aber auch schauen, wie stabil die Filter sind, ob der Sonnenschutz wasser-resistent ist, etc.
      Was möchtest Du denn hautpflegetechnisch erreichen? LG Pia

  4. August 6, 2015 / 11:44 pm

    Liebe Pia!

    was für eine spannende Trilogie!
    Ich habe wieder so viel gelernt & finde es erstaunlich, wie kompliziert sich das UVA AuszeichnungSystem gestaltet. Sehr KundInnen unfreundlich, aber leider ja nichts Neues. …
    Es ist ärgerlich, dass der Vergleich von Produkten für KonsumentInnen nicht leichter gemacht wird!
    Umso größer mein Dank an dich, dass du uns informierSt!

    Lieben Gruß,
    ulli ks

    • August 9, 2015 / 9:51 pm

      Ja, dabei ist das obige noch nicht alles… Vor allem hätte ich auch mehr dazu schreiben sollen, dass die US-Produkte manchmal. – trotz broad spectrum – einen unzureichenden UVA Schutz anbieten. Das habe ich ganz unten hinter * geschrieben… Ja, dem Kunde wird das Leben nicht gerade einfach gemacht. Aber die Standardisierung ist, wie gesagt, wie dem Weg! :)) Habe eine gute, gesunde Woche, Ulli!

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