Avene Sonnencremes – ein Vergleich
In der letzten Zeit wird auf dem Blog viel über meine Erfahrung mit den Sonnenschutzprodukten von Avene berichtet. Heute möchte ich Euch drei Sonnencremes von Avene im Vergleich darstellen, der meines Erachtens für viele von Euch interessant sein kann. Doch wenn Ihr mit der Kosmetikmarke nicht klar kommt, keine Sorge: Als nächstes werde ich über die getönte Sonnencreme AR von Bioderma berichten. 🙂
Gute Sonnenschutz-Marken
Zu Kosmetikunternehmen, die sehr solide, gut formulierte Sonnenschutzprodukte anbieten, zähle ich in erster Linie Avene, Bioderma, Daylong und La Roche Posay.
La Roche Posay
La Roche Posay setzt meist gute UV-Filter ein und stellt viele verlässliche, meist wasserresistente Sonnenschutzprodukte her. Die meisten enthalten jedoch relativ viel Alkohol (vergleichbar mit Daylong). Die mattierende Anthelios XL Gel-Creme, die sehr stabil, alkohol- sowie parfümfrei formuliert ist, verursacht bei mir hingegen Unreinheiten. Daher kann ich die Gesichtscreme von La Roche Posay persönlich nicht verwenden. Falls Euch das Produkt interessiert, findet Ihr eine Review zu der Anthelios XL Gel Creme von La Roche Posay hier.
Bioderma
Über Sonnenschutz von Bioderma habe ich in den letzten Jahren bereits Einiges geschrieben. Die meisten Formulierungen sind einwandfrei und viele Sonnencremes haben sehr hohe UVA-Werte (Erinnerung: UVA-Strahlen sind für die Entstehung von Pigmentflecken zuständig, mehr über UVA-Strahlung und deren Messung hier). Die Photoderm Creme MAX von Bioderma verwende ich gerade im heißen Sommer wieder täglich, weil sie den unschlagbaren UVA-Wert von 42 hat ( Review zu der Bioderma Photoderm Max Creme findet Ihr hier). (Nachtrag: Inzwischen wurde Bioderma von P20 Kids (Review) ersetzt, da die UVA-Werte bei P20 noch höher ausfallen)
Avene
Was die Sonnencremes von Avene in diesem Vergleich positiv hervorhebt, sind drei Eigenchaften:
- Zum einen verzichtet auf Alkohol, Octocrylen und Oxtinoxate (die letztgenannten UV-Filter können bereits bei einem geringen Einsatzanteil Hautirritationen bzw. Hautallergien verursachen).
- Zum anderen rollen meiner Erfahrung nach Sonnencremes von Avene nicht ab.
- Zum Dritten ist das Finish der Sonnenschutzpräparate fürs Gesicht durchgehend einem Primer ähnlich – sie sind nicht klebrig und können als gute Makeup Grundlage fungieren.
Zu Nachteilen der Sonnencremes von Avene gehört hingegen erstens, dass die ungetönten Gesichtscremes stärker weißeln als diejenigen der hier erwähnten Konkurrenzfirmen. Zweitens werden die UVA-Werte der jeweiligen Sonnenschutzprodukten von dem Avene Kundenservice unverständlicherweise als Geheimnis dargestellt.
Vor zwei Jahren wurde mir mitgeteilt, dass der UVA-Wert von Sunsimed bei 31.8 liegt (Review zu Sunsimed s. hier). In Bezug auf den UVA-Schutz der hier vorgestellten Sonnencremes wollte mir der Kundenservice zwar keine Angabe machen. Weil die Formulierungen allerdings ähnlich ausfallen und die UVA-Schutzfilter recht hoch konzentriert sind, würde ich annehmen, dass auch diese Sonnencremes einen ähnlich hohen UVA-Schutz aufweisen.
Bioderma hat diesbezüglich jedoch definitiv die Nase vor, obwohl nach dem Auftrag der Sonnenprodukte von Bioderma wiederum das (wenngleich mäßige) Abrollen nicht selten eintritt…
Heute soll es aber um drei Sonnencremes von Avene im Vergleich gehen: Ein Sonnenfluid, ein getöntes Sonnenfluid und B-Protect. Warum diese drei? Weil sie sehr ähnlich sind – in vielerlei Hinsicht. Nicht zuletzt sehen sie optisch teilweise identisch aus. Das kann zu einer Verwirrung führen, wenn man in einer Apotheke das Regal mit Avene Sonnenschutz kontempliert. 🙂
Avene Sonnenfluid – in zweifacher Form
Zunächst fallen zwei Sonnenfluide von Avene auf. Die Flaschen sind identisch, die Beschriftung ähnlich… das Performance jedoch nicht.
Das ungetönte Sonnenfluid, von dem es auch eine parfümfreie Version gibt, mattiert die Gesichtshaut und ist eher für eine Mischhaut und eine ölige Haut geeignet.
Im Sommer kann sich auch eine normale Haut daran erfreuen.
Doch das mattierende Finish kann zugleich Fältchen betonen, sodass trockene wie auch reife Häute dabei etwas aufpassen müssten. Bei allen Vorteilen, wie etwa dem Verzicht auf problematische UV-Schutzfilter und Alkohol, Wasserresistenz und insgesamt sehr gute Formulierung, weißelt das Fluid auf der Haut.
In dem Beitrag zu dem Sonnenfluid von Avene habe ich Euch allerdings einen „Trick“ gezeigt, wie man den Weißeffekt durch die Beigabe von einer dunklen Puderfoundation neutralisieren kann.
Zwar mattiert das getönte Sonnenfluid auch etwas, aber bei Weitem nicht so stark wie sein ungetönter Bruder (der zu diesem Zweck mehr Silica enthält). Das Finish des getönten Sonnenfluids ist eher hautähnlich und identisch mit dem von B-Protect (s. unten).
Genauso wie alle drei Sonnencremes von Avene, rollt auch das getönte Sonnenfluid nicht ab und hinterlässt kein klebriges Hautgefühl, was etwa bei Bioderma der Fall ist.
Leider ist die getönte Version des Fluids nicht parfümfrei, der Duft verfliegt jedoch relativ schnell. Die Tönung des Sonnenfluids im Vergleich zu B-Protect könnt Ihr auf den Fotos weiter unten sehen.
Fazit: Es wäre viel einfacher, würden beide Produkte nicht den gleichen Namen tragen und beinahe identisch aussehen. Das getönte Sonnenfluid hat mit B-Protect viel mehr zu tun als mit dem ungetönten Fluid. Und zu dem Vergleich zwischen dem getönten Sonnenfluid und B-Protect von Avene kommen wir jetzt.
Avene getöntes Sonnenfluid versus B-Protect
Beide Produkte sind getönt. Die Tönung unterscheidet sich allerdings geringfügig. Die B-Protect Sonnencreme ist etwas rosastichiger, was man auf der Haut nach dem Verteilen kaum noch wahrnimmt. Auch ist B-Protect heller als die Tönung des getönten Sonnenfluids.
Das Sonnenfluid ist etwas gelbstichiger, wobei ich die Farbe ebenfalls als hell bezeichnen würde. Auf der Innenseite meiner Hand verschwindet der Swatch von B-Protect vollständig; das Sonnenfluid ist hingegen weiterhin zu sehen. Auf der Außenseite meiner Hand sieht man es nicht mehr.
In der Apotheke, in der ich das getönte Sonnenfluid gekauft habe, stand ein Tester. Solche Tester sind bestimmt in vielen Apotheken vorhanden, so dass Ihr die Tönung vor Ort testen könnt.
In einem weiteren Vergleich beider Sonnencremes stellt sich heraus, dass das getönte Sonnenfluid und das B-Protect von Avene ein ähnliches Finish haben: Dieses ist weniger mattierend – im Vergleich zu dem ungetönten Sonnenfluid (s. oben). Doch auch nicht fettig. Nach 20 Minuten sieht meine Haut jedoch völlig „normal“ aus – die Sonnencreme verschwindet, die Haut glänzt nicht, ist aber auch nicht wirklich matt. Das ist das Finish, das mir am meisten gefällt.
Welche von den beiden getönten Sonnencremes von Avene ist besser?
Was das Performance anbelangt, so könnte ich mich zwischen den beiden Produkten – B-Protect und dem ungetönten Sonnenfluid – schwer entscheiden. Beide trage ich gerne – allein oder als Topper auf etwa der Sonnencreme Photoderm Max von Bioderma ( Review).
Preislich liegen beide Produkte ungefähr gleich. Das getönte Sonnenfluid enthält jedoch 50ml, während B-Protect in einer kleinen 30ml-Tube verkauft wird.
Auch ziehe ich bei Sonnencremes eine Pumpflasche einer Tube vor, weil man die Menge genauer einschätzen kann.
Im Winter kann es aber auch sein, dass das getönte Sonnenfluid für meine Gesichtshaut zu dunkel sein wird. Das wird sich erst zeigen müssen. (Nachtrag: Es ist nicht zu dunkel, aber zu wenig reichhaltig).
Der ausführlicher Beitrag zu der Avene B-Protect Sonnencreme ist hier zu finden.
Sonnencremes von Avene im Vergleich
Da ich mir nicht sicher bin, ob der obige Vergleich klar und verständlich dargestellt wurde, habe ich für Euch die wichtigsten Attribute aller drei Avene Produkte in eine Tabelle gepackt.
Falls Ihr dazu Fragen habt, her damit! Solltet Ihr bereits Erfahrungen mit den Sonnenprodukten gemacht haben, teilt sie bitte mit uns!
Vorsicht: Selbst wenn alle drei Sonnencremes von Avene sehr ähnlich formuliert sind (etwa identische UV-Filter enthalten), wurden die Polymere, welche die Haut gegen Schwitzen und Wasser resistent machen, in unterschiedlichen Mengen eingesetzt. In meinen Augen haben alle drei das „Zeug“ dazu, die Haut auch beim Schwitzen für eine gewissen Zeit gut zu schützen. Allerdings wurde nur das ungetönte Sonnenfluid von Avene explizit als wasserfest bezeichnet.
Avene, Ungetöntes Sonnenfluid, 50ml | Avene, Getöntes Sonnenfluid, 50ml | Avene, B-Protect, 30ml | |
---|---|---|---|
UV-Filter Mix | |||
Wasser resistent | Ja | Nein | Nein |
Weißeln | Ja, sichtbar | Nein, helle Tönung | Nein, helle Tönung |
Abrollen | Nein | Nein | Nein |
Finish | Matt. Nicht klebrig. Primer-Effekt | Semi-Matt. Hautähnlich. Nicht klebrig. Primer-Effekt | Semi-Matt. Hautähnlich. Nicht klebrig. Primer-Effekt |
Zusätzliche gute Inhaltsstoffe | - | - | - |
Problematische Inhaltsstoffe | - | - | - |
Parfümierung | Nein (es gibt aber auch eine parfümierte Version!) | Ja | Ja |
Mikroplastik | Ja | Ja | Ja |
Zertifizierte Naturkosmetik | Nein | Nein | Nein |
Vegan | Nein | Nein | Nein |
Vollst. INCI-Liste |
Was kosten die Gesichtssonnencremes von Avene?
Die Preise variieren je nach online Anbieter und sogar Jahreszeit. Beispiele:
Mattierendes Sonnenfluid*, ungetönt, 50ml (Review hier) | Getöntes Sonnenfluid*, 50ml | Getöntes B-Protect*, 30ml (Review hier) |
Medpex, hier 14,80€, versandkostenfrei ab 20€ Aponeo, hier 15€, versandkostenfrei ab 29€ | Medpex, hier 14,99€, versandkostenfrei ab 20€ | Medpex für 14,99€, hier versandkostenfrei ab 20€ |
*Affiliate Links – sollte die Provision aus den affiliate Links dafür ausreichen, geht sie in den Kauf von neuen Hautpflegeprodukten zum Review auf dem Blog. Danke für Eure Unterstützung!
Herzliche Grüße
Eure Pia
Toller Vergleich! Der hilft sehr! 🙂 Ich hatte bisher die B-Protect und fand sie etwas mattierend und leicht deckend, tatsächlich kriecht sie minimal in Fältchen und betont meine groben Poren etwas. Leider war sie etwas zu dunkel für mich, sonst hätte ich sie evtl. noch mal probiert, weil sie nicht schlecht ist. Ich bevorzuge derzeit die Bioderma Photoderm AR, auch wenn ich diese bei meiner öligen Haut besser einarbeiten muss, die Töung ist halt die passendere.
Liebe Pia, vielen Dank für deine Rückmeldung.
Ich habe mit La Roche umgehend aufgehört. Das Hautbild ist noch nicht perfekt, aber immerhin sehe ich keine weitere (zusätzliche) Grieskörner
Ich glaube, es braucht noch ein bisschen Geduld, bis alles wieder normal ist.
LG Cinzia
Lieben Dank für den Vergleich, das kann jede von uns gut gebrauchen.
Ich werde vielleich von La Roche auf Avene umsteigen, ich habe das Gefühl ich vertrage die LR nicht mehr so gut wie früher, ich kriege gelbe Flecken an den Wangen (diese sehen so aus wie unterhäutigen Grieskörner). Kann es überhaupt von LR sein, und ist die Menopause daran schuld ? LG
Während der Menopause verändert sich die Haut und der veränderte Stoffwechselprozess kann auch Grieskörner verursachen. Doch das wirst Du am besten herausfinden, wenn Du La Roche Posay absetzt. Nimm dann von Avene eine parfümfreie Version. Und melde dich bitte wieder, ob es geholfen hat!
Viele Grüße, Pia
Vielen Dank für den tollen Vergleich, das ist wirklich sehr hilfreich! Werde dann beim nächsten Kauf mal die B-Protect ausprobieren, die könnte für mich passend sein 🙂
Liebe Vera, mach das und berichte bitte, wie Du die Creme findest!