Sebum – Fluch oder Segen?

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Unsere Talgdrüsen machen einen guten Job!

Das ist für viele von Euch, die eine ölige Haut haben, schwer zu glauben bzw. zu akzeptieren, dennoch möchte ich Euch heute auf vier Punkte hinweisen, die unser Sebum in einem positiven Licht stellen.


Was ist Sebum

Doch was ist Sebum überhaupt?

Sebum – Talg – ist eine fettige Substanz in der obersten Schicht der Haut – der Hornschicht.

Dort bildet das Sebum einen Teil des Säureschutzmantels, der sich auf die Haut legt. Produziert wird der Talg allerdings etwas tiefer in der Haut – in der Dermis –, wo er von dort aus in den sog. Talgdrüsen nach oben auf die Hautoberfläche transportiert wird.

Hier ein kurzer Ausschnitt aus meinem Video-Hautkurs  Wie chemisches Peeling hilft, das Sebum „zu befreien“ und Unreinheiten zu verhindern:

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Woraus setzt sich das Sebum zusammen?

Sebum ist eine Zusammensetzung aus etlichen Lipiden – insb. Triglyceride, Wachesters, Fettsäure und Cholesterol. Eine Abbildung von hauteigenen Lipiden, darunter epidermalen und Sebumlipiden – findet Ihr bei Interesse in diesem Blogpost Hautdehydrierung: Hautbarriere und Hauteigene Lipide. Dort findet Ihr auch Quellenangaben zum Thema hauteigene Fette.

Nun, warum sollten das Sebum vor unserem Auge Gnade finden? 🙂


Sebum befeuchtet die Haut

Die im Sebum enthaltenen Triglyceride werden zu Fettsäuren & Glycerol verstoffwechselt.

Werden die Talgdrüsen also weniger aktiv (etwa im Züge des Alterungsprozesses) bzw. das Sebum konstant aus der Haut entfernt (z.B. durch harsche Reinigungsmittel) – führt das zu einer reduzierten Produktion von Glycerin in der Haut.

Dies hat wiederum eine geringere Befeuchtung der Hornschicht zur Folge.


Sebum enthält Vitamin E

Da der oxidative Stress (der von außen hauptsächlich von Lichtstrahlen und Umweltverschmutzung stammt) zu DNA-Schäden führt, sind Antioxidanzien die erste Verteidigungslinie gegen freie Sauerstoffradikale. 

Vitamin E gehört dabei zu den wichtigsten eigenen antioxidativen Mitteln der Haut.


Sebum schützt die Haut vor Austrocknen

Das Wort ”Austrocknen” wird oft zur Beschreibung des Wasserverlustes aus der Haut verwendet. Damit ist gemeint, dass die Feuchtigkeit aus der Haut – ohne eine effizient wirkende Hautbarriere – verdunsten würde.

Diese Barriere stellen in einer gesunden Haut die hauteigenen Lipide dar. Sebum ist eine Mischung davon, die sich in dem Säuremantel befindet.

Sonst können diese Funktion gut formulierte Gesichtscremes übernehmen.


Sebum schützt vor Lichtstrahlen

Der vierte Punkt ist wahrscheinlich nur Einigen von Euch bekannt: Das Sebum kann die Lichtstrahlen reflektieren und somit den Schäden, welche dadurch in der Haut entstehen, vorbeugen.

Und zwar: je mehr Sebum, desto mehr Schutz (1).


Sebum schützt vor sichtbarem Licht

Dieser Schutz bezieht sich allerdings weniger auf UVA- und UVB-Strahlen, als vielmehr auf das sichtbare Licht, das in den meisten Sonnencremes mit keinem UV-Filter abgedeckt wird.

Selbst wenn der Schutz nicht besonders hoch ausfällt, ist er – kumulativ gesehen – zweifelsfrei vorteilhaft.


Wie unsere Haut aufgebaut ist, welche Rolle Proteine und Lipide darin spielen und wie wir das Wissen bei konkreten Entscheidungen für oder gegen Hautpflegeprodukte nutzen könnten, erfahrt Ihr in meinem Skincare Academy Hautkurs.

Hier ein Kurzvideo dazu!

Skincare Academy Hautkurs Video


(1) Banyś A, Hartman-Petrycka M, Kras K, Kamińska M, Krusiec-Świdergoł B, Popielski P, Lebiedowska A, Wilczyński S. The Influence of Sebum on Directional Reflectance of the Skin. Applied Sciences. 2023; 13(5):2838

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