Was sind Retinoide? Retinsäure, Retinol, Retinal

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Was sind Retinoide? Alles über Retinol und seine Vitamin A Schwester und Brüdern

Retinol gilt als der Anti-Aging Wirkstoff überhaupt, oder? Ob das stimmt, werden wir in dem heutigen Blogpost erfahren.

Den ersten Beitrag aus der Blogreihe über Wirkstoffe, die tatsächlich einen Antiaging Effekt im Sinne von Stimulierung der Kollagenproduktion haben, widme ich nämlich der Inhaltsstoff-Familie der Retinoide.

Dazu gehören: Retinsäure, Retinol, Retinal und Einige mehr (mehr dazu unten).

Erfreulicherweise wurde die Wirksamkeit einiger der Vitamin A Derivate gut wissenschaftlich dokumentiert.

Seid Ihr bereit, alles was Ihr braucht über Retinoide zu erfahren? Dann los gehts!


Quellenbasis für den Beitrag über Retinoide

Anstatt die ganze medizinische Datenbank Pubmed durchsuchen zu müssen, fand ich glücklicherweise zu diesem Thema eine frei zugängliche Studie aus dem Jahr 2014. Diese Studie hat alle bisherigen Pubmed-Publikationen zu fünft Wirkstoffen durchsucht, darunter Vitamin A.

Was mir an der Publikation besonders gut gefällt ist, dass sie strenge Kriterien an die Wirksamkeit von kosmetischen Wirkstoffen setzt. Auf der Basis der bisher erschienenen Forschungsliteratur wurden in dem Aufsatz folgende Fragen gestellt:

  1. Kann ein Wirkstoff die oberste Schicht der Haut (stratum corneum) penetrieren? (Man geht allgemein davon aus, dass seine Molekülgröße zu diesem Zweck unter 1000kDa liegen muss.)
  2. Ab welcher Konzentration ist ein Wirkstoff wirksam?
  3. Gibt es adäquate Studien (peer-reviewed, double-blind, placebo-controlled, statistically significant), welche die Wirksamkeit des jeweiligen Inhaltsstoffs nachweisen?

Schauen wir uns jetzt die Antworten an! (Für die Ungeduldigen biete ich  hier eine deutlich kürzere Zusammenfassung an.)


Retinoide – die Terminologie

Beginnen wir allerdings mit einer terminologischen Klärung. Bei meinen Recherchen ist mir nämlich aufgefallen, dass viele (nicht zuletzt Kosmetikhersteller) Vitamin A mit Retinol gleichsetzen. Demnach ist Pflege mit Vitamin A = Pflege mit Retinol.

Dabei ist Retinol nur ein Derivat von Vitamin A (Retinsäure).

Zu anderen Derivaten gehören u. a. ebenfalls Retinaldehyd, Hydroxypinacolone Retinoate oder Retinyl Palmitat.

All diese Formen von Vitamin A werden unter dem Oberbegriff Retinoide zusammengefasst.

Schauen wir uns nun die einzelnen Retinoide an.


Retinsäure

Die stärkste, da direkte, Wirkung auf die Haut unter den Retinoiden hat die Vitamin A Säure (= Retinsäure, retinoic acid: Tretinoin, Tazarotene, Adapalene).

Retinsäure wirkt in der Haut stimulierend auf die Produktion von:

  • Glykosaminoglykanen (was die Hautfeuchtigkeit erhöht)
  • Kollagen.

Nebenwirkung von Retinsäure-Anwendung

Wenn dem so ist, warum hat nicht jede/r von uns bereits längst eine Creme mit Retinsäure im Bad?

Nun, die Nachteile der Anwendung von einer Gesichtscreme mit Retinsäure liegen auf der Haut, ooops auf der Hand:

  • Erstens, rufen Produkte mit Vitamin A Säure häufig Hautirritationen hervor, wie Schuppung, Rötung, Trockenheit, Brennen und erhöhte Photosensitivität. Deswegen sind sie auch verschreibungspflichtig.
  • Weil Produkte mit Retinsäure verschreibungspflichtig sind, bedeutet das, zweitens, regelmäßige Gänge zum Dermatologen. Das bewegt Viele zur Suche nach Alternativen.

Ausflug: Derzeit werden diverse Trägesysteme untersucht, um die Nebenwirkungen von Retin A Säure zu vermindern. Hierzu werden insbesondere Liposome und Nanopartikel herangezogen. Es besteht somit eine begründete Hoffnung, dass die Anwendung des wirksamsten Antiaging Wirkstoffs: Retinsäure in Zukunft mit deutlich weniger Hautirritation verbunden sein wird.


Alternativen zur Retinsäure

  • Retinol
  • Retinaldehyd
  • Retinoid Esters: Retinyl Palmitat, Retinyl Acetat, Hydroxypinacolone Retinoate, Retinyl Retinoat, etc.

Eine ausführliche Liste von Vitamin A Derivaten in einer tabellarischen Form findet Ihr etwa hier.

Fangen wir mit den Estern von Retinsäure an und gehen dann zu den am besten erforschten Derivaten von Retinsäure über.


Retinyl Palmitat und Retinyl Acetate

Retinyl Palmitat und Retinyl Acetate wird in diesem Beitrag wenig Platz gewidmet. Deren Wirkung auf unsere Haut ist nämlich zu schwach, um von ernsthaften Antiaging oder anti Akne Effekten zu sprechen.

Warum befinden sich diese Formen von Vitamin A trotzdem in vielen Pflegeprodukten? Weil sie einen geringeren Irritationsfaktor aufweisen (ausführlicher dazu weiter unten).

Pflegeprodukte, die mit „Antiaging“ und „gegen Akne“ Effekten werben, dabei auf Vitamin A verweisen und lediglich Retinyl Palmitat enthalten, werden weder Falten noch Akne sichtbar reduzieren können!


Hydroxypinacolone Retinoate und Retinyl Retinoat

Aufmerksamkeit der Forscher fanden neulich zwei Vitamin A Derivate: Retinyl Retinoat und Hydroxypinacolone Retinoat. Eine Studie zeigte, dass Retinyl Retinoat in der Lage ist, die Produktion von Hyaluronsäure anzuregen (Quelle).

Zu Hydroxypinacolone Retinoat könnt Ihr in dem Beitrag zu  Neoretin Creme lesen. Neulich hat Marek von SKINCI die Forschungslage hierzu skizziert.

Selbst habe ich es in dem Beitrag über das  Vitamin A Serum von Uncover Skincare erwähnt. Beide Derivate sind noch nicht durch hinreichende Forschung belegt. Wir werden sie auf jeden Fall im Auge behalten.


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Retinol und Retinal bzw. Retinaldehyd

Studien belegen, dass Retinol und Retinaldehyd (auch Retinal genannt, INCI: Retinaldehyde) die besten Alternativen zur Retinsäure darstellen. Beide werden nach dem Auftrag auf die Haut in Retinsäure umgewandelt und im Endeffekt entfalten dieselbe Wirkung wie Retinsäure.

Dabei sitzt Retinaldehyd in der Umwandlungskette (Retinol -> Retinaldehyd -> Retinsäure) näher an der Retinsäure als Retinol. Mit anderen Worten: Retinal ist die Vorstufe von Retinsäure. Und – Überraschung! – neueste Studie belegen auch eine bessere Wirkung von Retinaldehyd im Vergleich zu Retinol! (Quelle zu der unten zu sehenden Umwandlungskette)

Retinsäure Retinol Retinal Umwandlung

Folgendes möchte ich noch mal betonen, da „im Internet“ missverständliche Informationen kursieren: Retinaldehyd (Retinal) wurde inzwischen als wirksamer als Retinol nachgewiesen. Das resultiert u.a. daraus, dass es im Vergleich zu Retinol nur einen Konvertierungsschritt zur Retinsäure braucht. Da dessen Wirkung allerdings später als die von Retinol erforscht wurde, ist Retinaldehyd in Pflegeprodukten deutlich seltener vorzufinden als andere Formen von Vitamin A.

Dabei sollte Retinaldehyd in der Konzentration von mindestens 0,025% (idealerweise höher: zwischen 0,05% und 0,1%) vorkommen. (Unter der Wirksamkeitsgrenze von 0,025% dürfen keine antiaging Effekte erwartet werden.)

Glauben muss mir aber keiner. Hier ein paar Beweise:


Retinaldehyd und die Forschungslage

In einer Studie mit 125 Freiwilligen konnte gezeigt werden, dass eine Creme mit Retinal in Konzentration von 0,05% ähnliche Resultate (Faltenreduktion) als 0,05% Tretinoin (Retinsäure)  brachte (Quelle). (Übrigens zeigte eine andere Studie, dass Produkte mit 1,1% Retinol und 0,025% Tretinoin zu ähnlichen Ergebnissen führten (Quelle).

Eine interessante Schlussfolgerung eines Artikels von 2010 lautet:

„There is a substantial amount of evidence supporting the efficacy of tretinoin in the treatment of photoaging. The evidence supporting retinoid-based cosmeceuticals, however, remains sparse. There are a number of in vitro studies, with a smaller number of in vivo studies. Based on the hierarchical levels of evidence (with well-designed, randomized, controlled trials providing the highest level), retinaldehyde appears to be the only retinoid-based cosmeceutical to be effective in the treatment of photoaging. A large, randomized, controlled trial assessing retinyl propionate concluded that it had no significant effect on photoaging. There is evidence from a small, randomized, controlled trial showing that retinol has effects on human skin and supporting its potential as an agent against photoaging.

However, large-scale clinical studies would need to be undertaken to investigate this further. Therefore, we conclude that products containing retinyl-acetate or retinyl-palmitate are unlikely to have a significant beneficial effect, but retinaldehyde-containing cosmeceuticals have evidentiary support for their benefits in patients with aging skin. Retinol has potential benefit, but more research is needed.“ (Quelle)

Meine Übersetzung  Die Effektivität von Tretinoin (Retinsäure) in der Behandlung von Photoaging wurde mehrfach nachgewiesen. Die Evidenz bezüglich anderer Retinoide ist jedoch nicht gleichermaßen überzeugend. In diesem Fall scheint Retinaldehyd der effektivste Cosmeceutical zur Behandlung einer frühzeitig alternden Haut zu sein. Retinol hat das Potenzial zwar auch, doch weitere Forschung steht noch an.

Noch eine andere Studie schlußfolgert:

„…retinaldehyde, which is fairly well tolerated, seems to be the most efficient cosmeceutical retinoid; it has significant efficiency toward oxidative stress, cutaneous bacterial flora, epidermis renewing, and photoaging.“ (Quelle)

Meine Übersetzung  Retinaldehyd scheint der effizienteste Cosmeceutical unter Retinoiden zu sein. Es zeigt eine signifikante Effizienz bezüglich Bekämpfung von oxidativem Stress. Es wirkt sich zudem positiv auf die bakteriellen Hautflora, Erneuerung der Epidermis und Photoaging aus.

Der Vorteil von Retinaldehyd besteht darin, dass es eine ähnliche Wirkung wie Retinsäure und Retinol entfalten kann, dennoch deutlich sanfter zu unserer Haut ist!

Dabei kann Retinal auch bei Rosazea (Kupferrose) verwendet werden (Quelle).


Retinal und Hyaluron – ein Beauty Duett

 Übrigens habe ich zwei Studien gefunden, in denen ein Synergie-Effekt zwischen Retinaldehyd (0,05%) und Hyaluronsäure (0,2%-1%; medium size (50’000–400’000 Da = 50-400 kDa) nachgewiesen wurde (hier und hier).

Die Kombination von beiden hat zu einer erhöhten Kollagenproduktion in der Dermis geführt als dies die einzelnen Inhaltsstoffen alleine schaffen konnten. (Mehr zu  Hyaluronsäure als Feuchtigkeitswunder, s. hier).


Retinoide: Retinsäure, Retinol, Retinal – Zwischenfazit

  • Vitamin A-Säure (Retinsäure) ist bis dato der meist untersuchte Antiaging Wirkstoff, was Hautpflege anbelangt. Es gibt deutlich mehr Studien zur Wirkung von Retinsäure als zu anderen Vitamin A Derivaten.
  • Dennoch entfalten zwei Retinoide eine ähnliche Wirkung wie Retinsäure: Retinol und Retinal bzw. Retinaldehyd.
  • Aufgrund dessen, dass Retinal nur in einem Konvertierungsschritt in der Haut zur Retinsäure umgewandelt wird, wird es derzeit als effektiver als Retinol betrachtet. Die wirksame Konzentration von Retinal liegt bei 0,05% bis 0,1%.
  • Obwohl Retinyl Palmitate und Retinyl Acetate aufgrund des relativ geringeren Irritationspotenzials in vielen Kosmetikprodukten vorkommen, ist deren antiaging Wirkung nach dem heutigen Wissensstand vernachlässigend gering.
  • Die Wirkung von Retinyl Retinoat und Hydroxypinacolone Retinoate wurde bislang nicht hinreichend belegt.

Retinoide: Wirkung und Lebensverpflichtung

Lange Wartezeit auf die Resultate

Unterschiedliche Wirkstoffe brauchen unterschiedlich lange Zeit, um die Wirkung auf unsere Haut entfalten zu können. Großmolekulare Hyaluronsäure sollten etwa beinahe direkt nach dem Auftrag unsere Haut aufpolstern. Hingegen darf ein ebenmäßigerer Teint nach der Anwendung von Vitamin C und B3 (Niacinamid) Präparaten nach etwa zwei bis drei Monaten erwartet werden. Bei Retinsäure und Vitamin A Derivaten dauert es noch länger, bis man die Wirkung sieht. Zunächst einmal „tut sich etwas“ in der Epidermis – der äußeren Hautebene ( mehr Informationen zum Hautaufbau findet Ihr hier).

Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Verminderung der Faltentiefe bereits nach einer dreimonatigen Anwendung von 0,05% Retinsäure zu erwarten ist. Doch erst nach ca. sechs Monaten bildet sich neuer Kollagen in der Dermis (Quelle).

Eine geringere Konzentration von Tretinoin zeigte ähnliche Resultate erst nach etwa sechs bis acht Monaten. Daher sollte man sich in Geduld üben und eine Verbesserung unseren Hautbildes mithilfe von Retinol und Retinaldehyd erst in etwa sechs Monaten erwarten (das betrifft auch Akne). Einige Studien gehen davon aus, dass sogar 12 Monate notwendig sind, bis Retinoide in der Haut sichtbar wirken können.

Das bedeutet Folgendes: Wenn jemand nach dem Aufbrauchen von einer bis zwei Tuben einer Gesichtscreme mit Retinol oder Retinal „nichts feststellen konnte“, ist das keineswegs ein Beweis für die Untauglichkeit dieser Creme! Vielmehr geht es sich schlicht und ergreifend darum, dass man sichtbare Wirkung von Retinsäure und Vitamin A Derivaten erst nach einer monatelangen Anwendung der Produkte sehen kann. Mit Skepsis sollte man eher Aussagen (bzw. Herstellerversprechen) begegnen, demnach die Faltentiefe nach etwa 12 Wochen sichtbar reduziert werden sollte. Das werden unsere lieben Falten nicht tun.

Fazit: Hat man eine Creme mit Retinol oder Retinaldehyd in eine Pflegeroutine einführt, sollte man die Tatsache zunächst einmal am besten vergessen. Denn eine Verbesserung des Hautbildes kommt erst in etwa sechs bis zwölf Monaten zum Vorschein.


Lebenslange Anwendung von Retinoiden

Eine andere Sache ist die, dass Retinoide lebenslang benutzt werden sollten. Zumindest bei Retinsäure werden positive Resultate nach dem Abbrechen der Anwendung mit der Zeit rückgängig gemacht (Quelle).  Kurzum: Cremes mit Retinoiden sind eine Langzeit- wenn nicht gar eine lebenslange Verpflichtung.


Anti-aging & anti-akne Effekte von Retinoiden

Nun, kommen wir letztendlich zu den positiven Wirkung von Retinsäure, Retinol und Retinaldehyd.

Wie wirken Retinoide auf die Haut? Was ist nach einigen Wochen und Monaten der Anwendung von Retinoiden zu erwarten?

  • Verfeinerung der Hautstruktur bzw. der Hautoberfläche (Aknenarben) durch Ankurbelung der Zellerneuerung in der Epidermis
  • Reduktion von Pigmentflecken bzw. Hyperpigmentierung durch Ankurbelung der Zellerneuerung in der Epidermis
  • Reduktion von feinen Linien (Falten und Fältchen)  hier agieren Retinoide auf dreierlei Art und Weise:
    • Retinoide stimulieren die Kollagenproduktion  durch Erhöhung der Transformation von Wachstumshormonen und Prokollagen.
    • Retinoide verhindern den Kollagenabbau dadurch, dass die Bildung von Metalloproteinasen verhindert wird, die wiederum bei dem Abbau von Kollagenfasern beteiligt sind.
    • Retinoide erhöhen die Kapazität der Epidermis zur Feuchtigkeitsbindung  durch Stimulierung der GAG-Synthese.
  • Positive Resultate bei Aknetherapie bei Retinaldehyd wurde zusätzlich eine antibakterielle Wirkung festgestellt.

Es gibt also genug Gründe dafür, zu Produkten mit Retinoiden zu verwenden.

Retinsäure Retinoide Retinol Paula´s Choice


Wichtige Hinweise zur Anwendung von Retinoiden

  • Eine unempfindliche Haut sollte mit einer täglichen Anwendung von Präparaten mit 0,05% Retinal bzw. 0,03% Retinol kein Problem haben. Doch voraussetzen kann man es nicht. Am besten beginnt man mit einer Anwendung drei Mal die Woche und erhöht es schrittweise auf täglich.
  • Erst nach ein paar Monaten, und bei einer robusten Haut nach einem Monat, würde ich auf eine höher dosierte Creme umsteigen. Achtung: 1% Retinol kann auch für eine sehr robuste Haut eine Herausforderung sein! 
  • An dem Abend, an welchem Produkte mit Retinoiden aufgetragen wurden, sollte man auf Pflegemittel mit chemischen Peeling: AHA und BHA verzichten. Das ist eine Grundregel. Die Kombination von chemischen Peeling und Retinsäure oder Vitamin A Derivaten könnte die Haut nämlich zu sehr beanspruchen.
  • Nachdem ein Produkt mit Retinoiden aufgetragen wurde, sollte man etwa 20 Minuten abwarten. Und erst dann, wenn nötig, weitere Pflegepräparate anwenden (Serum, Feuchtigkeitspflege,  Okklusion).
  • Schwangere und stillende Frauen sollten unter keinen Umständen Präparate mit Retinoiden anwenden! Beim Kinderwunsch sollte man darauf bereits ebenfalls so schnell wie möglich verzichten. Ich weiß, dass Kosmetikhersteller zuweilen etwas anderes behaupten, doch riskieren will sicherlich keine!
  • Vitamin A und dessen Derivate sind sehr licht- und luftempfindlich. Kauft Ihr Retinoide in einem Tiegel, ist deren Wirkung gleich Null. Und davon gibt es leider sowohl in der Drogerie als auch in Apotheken eine ganze Menge!
  • Sollten Produkte mit Retinsäure & Co. nicht mehr appliziert werden, werden positive Veränderungen der Haut womöglich rückgängig gemacht. Dies haben diverse Studien bestätigt, s. etwa hier.

Buy me a coffee 1 1Falls Ihr den Beitrag sinnvoll und hilfreich findet, könnt Ihr mich durch einen Klick auf das untere Bild auf eine Tasse Kaffee einladen! :) Danke!


Produkte mit Retinol und Retinal

Nun, welche freiverkäufliche Produkte mit Retinol und Retinaldehyd gibt es auf dem Markt? Mit welchen sollte man sinnvollerweise beginnen?

Darüber wird ein der kommenden Beiträge zu Retinoiden berichten. (Die Suchmaschine auf dem Blog steht Euch zur Verfügung!).

In der Zwischenzeit wäre ich für Eure Empfehlungen in Bezug auf gute Produkte mit Retinoiden sehr dankbar! Welche Präparate mit Retinoiden habet Ihr bereits ausprobiert? Mit welchen Resultaten? Berichtet, bitte!

 Hier findest Du Empfehlungen für niedrig-dosierte Gesichtscremes mit Retinol – mit Links zu mittel starken und hochdosierten Retinolpräparaten

Und hier findet Ihr, wie immer bei solch umfassenden Themen, eine kurze Zusammenfassung über Retinoide!

Haltet die Ohren steif! Eure Pia


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69 Kommentare zu „Was sind Retinoide? Retinsäure, Retinol, Retinal“

    1. Da hast Du recht – das ist ein gutes Vitamin C Serum. :) Wenn Du aber die Suchmaschine – etwa die Lupe ganz oben rechts – benutzt, findest Du viele Beiträge zu Retinol – auch solche, wo unterschiedliche Produkte je nach Retinolstärke aufgelistet wurden. Wenn Du eine Retinol-Anfängerin ist, würde ich zunächst auf Paula’s Choice verweisen.
      Liebste Grüße und eine gute Woche, Pia

      1. habe ich vor ein paar tagen bestellt! danke für den hinweis. lookfantastic aus england sendet kostenlos, jauchz. leider kann ich viele sachen oftmals nicht bestellen, da die firmen nicht in die schweiz liefern. aber es hat ja geklappt! übrigens besorge ich mir c e ferulic über ebay com… viel bessere preise!

        1. ich bin begeistert von den zwei tagescremes und dem retinol booster von paula’s choice. die haut fühlt sich spannungsfrei geschmeidig an und das retinol vertrage ich sehr gut. keine rötungen, keine schüppchen. zur wirkung des retinols kann ich noch nichts sagen. ich denke, da wird schon ein paar wochen geduld gefragt sein. kann paula’s choice produkte wirklich empfehlen.

  1. Wahnsinn, worüber Du so alles schon geschrieben hast. Klasse!
    Ich war gerade auf der Suche nach Vitamin A Verstoffwechselungsvorgängen, da konnte ich nicht anders, als hier mal kurz Halt zu machen :D

    Retinyl Retinoate ist ja, ebenso wie Retinaldehyde, nur einen Metabol-Schritt von Retinsäure entfernt. Spannend. Ich glaube SundayRiley verwendet dieses Retinoïd. Kennst Du da sonst noch welche?

  2. Hallo Pia!

    Ich bin es wieder mal. :-)

    Ich war diese Woche bei meiner Hautärztin u.a. wegen meiner Pigmentflecken. Sie sagte, es könnten bei mir hormonelle und/oder auch altersbedingte Ursachen sein. Auf meine Nachfrage hin, ob Retinol/Tretinoin da helfen könnte und ob sie mir es verschreiben würde, meinte sie, grundsätzlich sei Tretinoin anti-age-mäßig eines gute Sache, sie würde es mir aber nur für die Anwendung im Herbst/Winter aufgrund der erhöhten Lichtempfindlichkeit verschreiben. Sonnenschutz und Verhütung sei ebenfalls Pflicht. Hab ich ja schon alles gewusst :-)

    Du schreibst, bei der Absetzung von Retinoiden gehen die Fortschritte der Haut wieder verloren.
    Da macht dann ja keinen besonderen Sinn, wenn man auf diesen Wirkstoff während der Sommermonate (Mai-August) verzichtet?
    Ich möchte durch Retinol/Tretinoin/Retinal (habe derzeit von allen Dreien etwas zu Hause) :-o ja nicht noch mehr Pigmentflecken bekommen. Zudem werde ich trotz Sonnenschutz relativ schnell braun (hoher Melaninanteil = Veranlagung zu Pigmentstörungen?).
    Auf der anderen Seite kann der Wirkstoff genau bei dieser Theamtik unterstützend wirken.
    Die reinste Nutzen-Risiko-Abschätzung ist das :-D

    I don`t know what to do!

    Oder stattdessen im Sommer lieber doch das Dr. Dennis Gross Hydra-Pure Aufhellungs Serum?

    Deine Meinung dazu, würde mich sehr interessieren!
    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo Tanja, Retinoide sollte man tatsächlich pausenlos benutzen. Einen Ausweg davon könnte eine niedrigere Konzentration in den Sommermonaten sein – etwa 0,1% Retinol (vorausgesetzt, Du hast inzwischen 1% probiert und bist damit klar gekommen).
      Unsere Haut wird aber nicht nur durch Retinoide, sondern auch Peelingmittel (AHA, BHA, PHA etc.) photosensitiver, da der hauteigene „Sonnenschutz“, der durch die dünne Schicht von Korneozyten gebildet wird (ca. SPF 4), abgepeelt wird. Daher ist der Sonnenschutz so wichtig, wenn man potenziell reizende bzw. peelende Pflegeprodukte benutzt.

      Hätten wir eine Garantie dafür, dass uns der Sonnenschutz zu 99% vor UV-Strahlen schützt, im Verlaufe des Tages also nicht abgetragen oder „ausgeschwitzt“ wird, müssten wir uns um Retinoide & Co keine Gedanken machen. Doch vor allem in den längsten Sommerwochen, wo wir von 4am bis 22pm mit Sonnenstrahlen konfrontiert sind, ist es schwierig, dauerhaft einen effizienten Schutz zu gewährleisten. Daher stimme ich mit Deiner Ärztin überein, dass man dann auf hoch konzentrierte Retinoide (etwa Tretinoin) eher verzichten sollte. Ob dadurch die Wirkung verloren geht? So zeigt die oben zitierte Studie. Falls wir aber weiterhin Vitamin A in einer geringeren Konzentration benutzen, kann m.E. kein großes Drama passieren. Und ja, in diesem Fall würde ich eher auf Antioxidantien setzen, und sowohl die Verwendung von Retinoiden als auch Peelingmitteln etwas zurückfahren. Und ja, das Serum von Gross ist sehr gut. Die dunkelblaue Tube von PC aber auch. Da ich in der letzten Zeit weniger kostenintensive Produkte benutze und eher auf PC-Pflege setze, scheint mir der Preis von dem Gross-Serum grad etwas übertrieben zu sein. Damit erhältst Du aber eine Menge von guten AOX… wenn Du es ausprobieren möchtest, go for it! :))
      Liebe Nachtgrüße, Pia
      Nachtrag: Für Pigmentflecken ist hoch konzentriertes Vitamin C und Niacinamide auch super Wahl. Falls Du auf Denis Gross verzichtest, hole Dir bitte das Paulas Choice Vitamin C Treatment mit 25% Ascorbinsäure. Viele berichten, dass ihre Pigmentflecken dadurch vollständig weg sind. Ich kann mich der Gruppe anschließen! Nicht alle sind weg, einige aber schon und das Hautbild ist viel ebenmäßiger! Niacinamide – etwa von Louis Widmer 5% oder das Brightening Treatment von PC….

      1. Danke Pia für deine Einschätzung!

        Ja, Niacinamide habe ich derzeit ausreichend. Ein höher dorsiertes Vitamin C Produkt fehlt mir noch.
        Dennis Gross ist ja im Vergleich zum Spot Treatment (15ml für 60 Euro) noch günstig ;-), da auf amazon für 76 Euro (30ml) zu haben.
        Mal sehen!

        Küsschen
        Tanja

        1. Du hast Recht, Tanja. Wenn man die Größen miteinander vergleicht, kommt Gross tatsächlich günstiger rüber. Also: Ich fordere Dich jetzt dazu, es Dir zu holen! Jetzt! Und so hast Du es hinter dir und musst dir keine Gedanken mehr machen. Okay? :))

  3. Huhu,
    vielen Dank für all deine Infos – hat mir schon sehr geholfen. :) Ich habe jetzt mit einer Retinolcreme von PC begonnen – Resíst intensive repair cream (0,01% Retinol laut deiner Recherche). Ich nehme sie ca 3x pro Woche. Reizungen konnte ich äußerlich nicht feststellen, allerdings sind die Falten unter meinen Augen schlimmer, wenn ich diese Creme benutze. Ist das normal? Gibt es sich wieder? Ich weiß, dass man lange nichts von der Wirkung spürt, aber schlechter werden sollte es doch nicht, oder?! ;)

    1. Hallo Petra, eine Verschlimmerung der Haut in der von Dir beschriebenen Form kommt häufig vor, dennoch meist nach dem Einsatz von stark konzentrierten, verschreibungspflichtigen Retinoiden. 0,01 Retinol ist aber auch nicht gering und ich kann mir vorstellen, dass das Aussehen Deiner Fältchen tatsächlich darunter leidet. In diesem Fall muss man leider durch! Viel Feuchtigkeit und oben drauf eine dicke Okklusionsschicht – hier kannst Euch auch vorübergehend auf ein Feuchtigkeitsserum (Balea, Rivale de Loop, Bioderma) eine „einfache“ Vaseline nehmen (DM, Apo). Nach 4 Wochen sollten die trockenen Stellen vorbei sein!

      1. Liebe Pia,
        danke für die schnelle Antwort. :)
        Ich habe immer erst am nächsten Tag alle Geschütze aufgefahren ;) -> CNK Youth essence mit Magic Drop, Cellular eye Serum mit Magic drop, Rich Anti-Aging Creme und dann noch als Abschluss XPress Hyalurongel. Dann werde ich ab jetzt auch abends ähnlich verfahren.

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