Parabene und Nanopartikel in Babypflege

In unserem ersten Beitrag zur Hautpflege für Babys und Kleinkindern  haben wir u.a. über Eigenschaften einer Babyhaut gesprochen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Hautbarriere (stratum corneum), die für die Hautbefeuchtung und einen gesunden Zustand der Haut sorgt, in Babyhaut noch nicht vollständig entwickelt ist. Diese Entwicklung kann man mit gut ausgewählten Pflegepräparaten fördern oder sie mit harschen, irritierenden Inhaltsstoffen verlangsamen.

Ferner haben wir auf bekannte Allergene und Irritanten verwiesen ( die Begründung findet Ihr hier):

  • Alkohol denat.
  • Propylenglycol
  • Sodium Lauryl Sulfate
  • Sodium Laureth Sulfate
  • Ammonium Laureth Sulfate
  • Cocamidopropyl Betaine
  • Methylisothiazolinone
  • Bestandteile von ätherischen Ölen
  • Quaternium-15
  • Diazolidinyl urea
  • Imidazolidinyl urea
  • DMDM hydantoin
  • Bronopol
  • Tris(hydroxymethyl)nitromethane
  • Parfüm
  • Farbstoffe
  • Lanolin
  • Oxybenzone (INCI: Benzophenone-3)
  • Octinoxyte (INCI: octyl methoxycinnamate bzw. ethylhexyl methoxycinnamate)
  • Octocrylene
  • Olivenöl 

Heute möchten wir auf die Frage eingehen, ob Parabene und Nanopartikel in Babypflege und Kleinkinderprodukten schädlich sind? Da ich bezüglich Kinderpflege eben insbesondere Fragen zu Nanoteilchen und Parabenen bekomme, möchte ich im Folgenden etwas ausführlicher darauf zu sprechen kommen.


Parabene in Babypflege

In 2011 wurden in Dänemark Butylparaben und Propylparaben (plus deren Iso- und Salzformen) in Produkten verbannt, die für Kinder unter 3 Jahren bestimmt sind. Beide Parabenarten haben die höchste Penetrationsstärke (Butylparaben ist am meisten lipophilic = dringt also am einfachsten in die Haut). Und beide sollten hinsichtlich deren potenziellen Einfluss auf das endokrine System weiterhin genauer beobachtet werden (klick S. 22).

In allen anderen Ländern der Europäischen Union sind Butyl- und Propylparaben nicht in allen Produkten für Kinder unter 3 Jahren verboten. Vielmehr müssen Hersteller nur in denjenigen Präparaten darauf verzichten, die im Windelbereich Anwendung finden. Dies kann man dadurch begründen, dass 1) die zusätzliche Okklusion (Windel, Wundschutzcreme) und 2) die häufig irritierte Haut in diesem Bereich (sprich: geschwächte Hautbarriere; Urin ist basisch (klick)) -> zu einer verstärkten Penetration von diesen Parabenen führen können.

Außerdem wurde die Maximalkonzentration von Butyl- und Propylparaben von 0.4% (wenn einzeln benutzt, und 0,8%, wenn in Kombination mit anderen Parabenen verwendet) auf 0,14% (einzeln oder kombiniert) reduziert (Quelle). Dies betrifft alle kosmetischen Produkte, nicht nur diejenigen, die für Babys bzw. Kleinkinder bestimmt sind.

Methyl- und Ethylparaben wurden hingegen als unbedenklich eingestuft und deren Konzentration wurde nicht verändert. Es bleibt also bei 0,4% beim Einsatz vom Einzelparaben und 0,8%, wenn es sich um eine Parabenen-Kombination handelt (Quelle und Quelle).)

Nachtrag: Im Lichte der neuesten Studien vom Herbst 2018, würde ich in Babypflege generell auf Parabene verzichten. Den neuen Beitrag dazu findet Ihr hier: Parabene in Kosmetik


Parabene – mein Fazit

Diese Neuregelung der Europäischen Union gilt seit Juli 2015 (Quelle). Lebt Ihr nicht in einem EU-Land bzw. benutzt Ihr Produkte, die keine ausdrückliche Zulassung zum Vertrieb auf dem EU-Territorium haben, gilt es zu prüfen, ob Propylparaben und/oder Butylparaben auf der INCI-Liste stehen. Falls ja, und wenn das Produkten für den Windelbereich bestimmt sind, müsst Ihr selbst bestimmen, ob Ihr dies akzeptieren wollt oder nicht. Sonst sollte der Name „Paraben“ kein Grund zum Schreck bzw. Ablehnung sein.

Noch eine Anmerkung: Während in der EU nur vier Parabene zugelassen sind, dürfen in den USA weiterhin die inzwischen aus Europa verbannten fünf weiteren Parabene verwendet werden (mehr dazu in diesem Beitrag zu Parabenen).


TiO2 & ZnO Nanopartikel in Babypflege

Mit Vorsicht bzw. Ablehnung wird in kosmetischen bzw. pharmazeutischen Produkten neben Parabenen insbesondere Nanopartikeln (1-100nm) begegnet. Dafür lassen sich verschiedene Gründe anführen, auch solche, die mit faktischer Lage nichts zu tun haben. Fakt ist aber, dass der Forschungsstand derzeit sehr zu Wünschen übrig lässt. Warum? Weil Studien zu Nanopartikeln in Pflegeprodukten kaum miteinander vergleichbar sind! Das erschwert wiederum generalisierbare Aussagen über die Sicherheit der Verwendung von Nanoteilchen in Cremes. (Ein gutes Beispiel für den Mangel an Standarisierung ist etwa der Einsatz von unterschiedlichen Messgrößen: mg/L vs. μg/cm2, etc.) Dieser Zustand wurde im Januar 2017 in einem Papier der OECD-Forschungsgruppe: Working Party on Manufactured Nanomaterials bemängelt (hier; in 2012 hat darauf auch die EU hingewiesen, hier).

Ebenfalls im Januar 2017 hat das australische Gesundheitsministerium (Therapeutic Goods Administration, TGA) eine sehr gute Übersicht über den Stand der bisherigen Forschung zu Nanopartikeln in Sonnenschutzpräparaten veröffentlicht (hier). Dieses wertvolle Papier weist darauf hin, dass nicht ummantelte Nanopartikel bewiesenermaßen freie Radikale (ROS) in der Haut erzeugen können. Eine gute Ummantelung (sprich: Beschichtung) kann hingegen die Entwicklung von freien Radikalen verhindern. (Wichtig für die Stabilisierung der Teilchen ist außerdem auch die chemische Umgebung, in welcher die Suspension der Nanopartikel stattfindet.)


Nanopartikel – die Beschichtung

Allerdings wurde zugleich gezeigt, dass eine Ummantelung mit aluminum hydroxide im Chlorwasser (Schwimmbad) zerstört werden kann (hier). Ob sich dies durch den Einsatz von anderen, stabilisierenden Inhaltsstoffen verhindern lässt, kann ich derzeit nicht beantwortet. Eine Ummantelung mit Silica sollte hingegen der Bildung von ROS entgegenwirken. Nach der Sichtung von diversen in vivo und in vitro Studien, kam das australische Papier jedenfalls zur Konklusion, dass Nanopartikel in Sonnencremes in die lebende Haut (d.h. über das stratum corneum hinaus) nicht penetrieren können. Sogar im Falle von extrem kleinen Nanopartikeln (4nm), die derzeit meines Wissens in keiner Sonnencreme eingesetzt werden, konnten Nanoteilchen lediglich in die stratum basale (Epidermis) gelangen. Dies hatte keinen Einfluss auf systemische Prozesse innerhalb des Organismus.


Nanopartikel – Penetration bei geschwächter Hautbarriere

Die essenzielle Frage in Bezug auf die Penetration von Nanopartikeln lautet, inwiefern diese in eine noch nicht vollständig entwickelte Hautbarriere (d.h. Baby- bzw. Kleinkinderhaut) eindringen können?

Gibt es einen Unterschied zwischen der Penetrationstiefe in einer gesunden Haut im Vergleich zur Haut, in der das stratum corneum beschädigt (löchrig) ist bzw. noch nicht vollständig entwickelt ist?

Es scheint, dass die Penetration von Nanopartikeln sowohl in eine gesunde als auch eine beschädigte (dünnere, unreife) Haut gleich stark bzw. schwach ausfällt. Die überwiegende Mehrheit der Forschungsergebnisse bestätigt nämlich, dass weder Titandioxid noch Zinkoxid in Nanoform in die lebendige Haut eindringen können. Vielmehr verbleiben Nanoteilchen überwiegend auf der Hautoberfläche, d.h. innerhalb der Schicht der toten Hornzellen (stratum corneum). „…the current weight of evidence suggests that TiO2 and ZnO NPs do not reach viable skin cells (even in compromised skin) or the general circulation, but rather remain on the skin surface and in the outer layer of the stratum corneum, a surface layer of non-viable, keratinized cells.“ (Quelle)


Nanopartikel in Babypflege – verwende keine Sprays!

Durchaus bedenklich ist hingegen die Verwendung von Titandioxid und Zinkoxid – sowohl in Nano- als auch in nicht Nanoform – in Sprühform (Risiko der Aufnahme durch Inhalation). Dazu hat die EU in 2015 Stellung genommen und die Anwendung von beiden Inhaltsstoffen in Spray-Flaschen als unsicher eingestuft. Dabei versuchte das EU-Papier, die Termini: „sprühbar“ und „Pumpflasche“ genauer zu definieren. Sollte demnach aus einer Pumpflasche ein Schaum oder eine dichtere als Wasser Flüssigkeit rauskommen, die keine extensive Menge an luftgetragenen Tröpfchen generiert, sind Pumpflaschen grundsätzlich okay (Quelle).

Auf eine Kinderhaut würde ich dennoch beide Inhaltsstoffe sowohl in Sprays als auch in Pumpflaschen (egal, ob nano oder nicht) vermeiden wollen. (Eine deutsche Zusammenfassung der darauf folgenden EU-Verordnung vom April 2016 findet Ihr hier.)


Tinosorb M Nano in Sonnencremes – unbedenklich

Wie Ihr bei der Produktübersicht zu Babyhautprodukten (im nächsten Post) sehen werdet, gibt es derzeit auf dem Markt viele gute Sonnenschutzpräparate mit Tinosorb M (INCI: methylene bis-benzotriazolyl tetramethylbutylphenol), das ebenfalls in Nanoform vorkommt. Dabei darf man eine ähnlich ausfallende Penetrationsstärke wie bei ZnO und TiO2 Nanopartikeln annehmen, da Tinosorb M mit denselben Inhaltsstoffen ummantelt ist.

Außerdem wurden in Bezug auf Tinosorb M bislang seitens der Forschung ebenfalls keine beunruhigenden Feststellungen getätigt (Bildung von freien Radikalen, etc.). Eine Studie, die ich in diesem Zusammenhang fand, zeigt auch keine erwähnenswerte Penentrationsstärke durch Tinosorb M (hier).

In einer Zusammenfassung der bisherigen Einschätzungen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU zu Tinosorb M Nano könnt Ihr daher lesen, dass es „die Hautbarriere praktisch nicht |durchdringt| und damit kein Gesundheitsrisiko für den Verbraucher dar|stellt|“ – dies sowohl bezüglich einer intakten als auch einer sonnenbeschädigten Haut. Auch Sprays mit Tinosorb M Nano wurden als unbedenklich eingestuft. Pumpsprays hingegen sollten nicht in Gesichtsnähe angewendet werden (Quelle und Quelle).


Nanopartikel und deren Größen

Die Größe von Tinosorb M Nanopartikel liegt bei ca. 100nm – d.h. an der obersten Grenze des Nano-Bereiches.

Im Vergleich dazu wird die Nanogröße von Titandioxid, je nach Hersteller, zwischen 14nm und 20nm, geschätzt (Quelle Nr. 1), wenngleich auch größere Nanopartikel von Titandioxid denkbar sind (Quelle, unter: 1.3.10).

Laut Empfehlung der EU sollten in kosmetischen Produkten Nanopartikel von Zinkoxid größer als 30nm eingesetzt werden (Quelle), die Durchschnittsgröße scheint derzeit bei 60nm zu liegen (Quelle Nr. 1).

(Ausflug: Was Euch nächste Woche vielleicht überraschen wird, ist die Beigabe von Decylglucosid (INCI: decyl glucoside) (mildes Tensid) in Formulierungen mit Tinosorb M. Dies ist notwendig, weil Decylglucosid als Lösungsmittel / Dispersant von Tinosorb M fungiert, klick.)


Nanopartikel in Babypflege – mein Fazit

Ihr seht, dass mich das Thema Nanotechnologie derzeit ziemlich stark beschäftigt. Das ist mir allerdings erst bei den Recherchen zu Babyprodukten aufgefallen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Aufgabe, Euch sichere Produkte für Eure Kinder zu benennen, mit viel Eigenverantwortung verbunden ist.

Nach all dem oben Gesagten bezüglich Nanopartikel in Sonnenschutzpräparaten lautet mein Fazit wie folgt:

  1. Aufgrund dessen, dass die Forschung zu Nanopartikeln in topisch applizierten Produkten derzeit auf Hochtouren läuft, sollten neue – standardisierte – Ergebnisse bald zu erwarten sein. Diese werden wir definitiv im Auge behalten.
  2. Die überwältigende Mehrheit von Studien zeigt bislang keinen nennenswerten systemischen Einfluss von Nanopartikeln auf Körperprozesse.
  3. Persönlich würde ich derzeit Sonnenschutz mit Nanoteilchen für Kleinkinder unter drei Jahre nicht empfehlen. Sonst finde ich Sonnencremes mit Nanopartikeln beim Einsatz auf gesunde Haut unbedenklich.
  4. Sprühflaschen (und wahrscheinlich auch Pumpflaschen), die Inhaltsstoffe in Nanoform erhalten, sollten lieber auch nicht ab dem 3. Lebensjahr angewendet werden. Dies betrifft insbesondere Zinkoxid und Titandioxid.
  5. Tinosorb M in Nanoform wurde bislang mit keinen bedenklichen Forschungsergebnissen begleitet. Falls Ihr mit Euren Kids in den Urlaub fährt, wo sich die Sonne nicht vermeiden lässt, würde ich derzeit Produkte mit Tinosorb M denen mit Titandioxid und Zinkoxid vorziehen.
Und zum guten Schluß: Lassen wir uns nicht verrückt machen! Ein tägliches (eventuell mehrfaches) Eincremen von Babys und Kleinkindern mit einem Sonnenschutzpräparat ist in aller Regel nur während eines Urlaubs nötig. Aber auch dort findet man meist genug Schatten. Nanopartikel, Octocrylene und etwas Alkohol denat. sind besser als Sonnenbrand! Es ist zwar immer gut, „Bescheid zu wissen“, damit Entscheidungen bewusst gemacht werden können. Doch „das Optimum“ ist nicht immer möglich. Letztendlich müssen Vorteile gegen Nachteile abgewogen werden. Und „eine“ Sonnencreme ist stets besser als keine.


Wie steht Ihr zum Thema Parabene und Nanopartikel in Babypflege – aber auch in Euren eigenen Pflegepräparaten? Findet Ihr, dass eine Aufklärungsarbeit notwendig ist oder vertraut Ihr darauf, dass auf dem europäischen Markt frei verkäufliche Produkte sicher sein müssen? Findet Ihr das Thema spannend oder ist Euch das eher egal?

Danke fürs Lesen!

Pia

Quelle 1:  Couteau, Céline/Coiffard, Laurence (2015): The Interest in Nanomaterials for Topical Photoprotection, in: Cosmetics Nr. 2, 394-408

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Parabene und Nanopartikel
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Heute möchten wir auf die Frage eingehen, ob Parabene und Nanopartikel in Babypflege und Kleinkinderprodukten bzw. generell in Hautpflege schädlich sind.
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20 Kommentare

    1. Author

      Liebe Jacqueline, ich freue mich, dass Du den Inhalt interessant findest! Eine gute Woche! 🙂

  1. Klasse Artikel, Pia! Vor allem gefällt mir, dass du mal die ganze Panik etwas ausbremst, die man sonst an jeder Ecke um die Ohren gehauen bekommt.
    Die aktuelle Studienlage bleibt spannend und wir beobachten weiterhin genau, was es neues geben wird!! Bis dahin kann ich dir nur zustimmen: alles ist besser als einen Sonnenbrand zu riskieren ?

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.eattraincare.com

    1. Author

      Liebe Sarah, mir gefallen beide Richtungen nicht: weder die Panikverbreitung noch das Auslachen von jeder Vorsicht. Es gibt eine „Ecke“ in der deutschsprachigen skincare-Szene, die derartige Vorsicht automatisch als unnötig abtun, mit dem Verweis auf einzelne Studien, etc. Mir fällt immer wieder auf, dass Studien so unterschiedlich gemacht werden, dass sie manchmal nicht miteinander vergleichbar sind. Und eine Studie sagt noch keine Wahrheit aus. Das kennst Du ja selbst allzu gut.
      Mein Ansatz lautet: Abwarten. Was heute als bestätigt gilt, kann morgen widerlegt werden. Auch die etwa von der EU zugelassenen Prozentansätze (sprich: höchste Einsatzgrenzen) oder gar ganze Inhaltsstoffe werden mit Zeit revidiert, Substanzen, die ursprünglich zugelassen wurden, werden nach neuesten Erkenntnissen verboten, etc.
      Also: Schön Abwarten und wir schauen, wie die Lage ist!
      Ich grüße Dich ganz herzlich (heute schon zum 2. Mal!) <3
      Pia

  2. Ausgezeichneter Artikel, vielen, viele Dank dafür! Ich habe mich mit dem Thema auch sehr auseinandergesetzt, allerdings nicht ganz so detailreich wie Du, und habe mich letztlich entschieden, bei meinen Kindern unter 3 auf Nano-Partikel zu verzichten. Auch Sprühflachen verwende ich nicht, allerdings aus vielen Gründen.
    Aber der wichtigste Satz, den ich besonders hervorheben möchte: Eine Sonnencreme ist besser als keine! Da hast Du absolut recht, und hier in Deutschland sind die Tage, an denen wir die Kinder wirklich wiederholt eincremen müssen, ja wirklich nicht übermäßig häufig.

    1. Author

      So ist das! Der Beitrag ist an sehr kleine Leutchen und sehr empfindliche Häute gedacht. Ansonsten ist etwa Octocrylen in den meisten Fällen okay. Und bei Nano bin ich 100% bei dir: Bei der geringen Gesamtmenge an Sonnenschutz, die wir hier in Zentraleuropa auf Kinder auftragen, können keine Schäden entstehen. Bei einem täglichen Auftrag wäre ich aber schon recht strengt und würde mich an meine eigenen Vorschriften selbst halten. :))
      Ganz liebe Grüße, Pia

  3. Besser als Sonnenbrand auf jeden Fall. Wenn man wirklich viel Zeit draußen in der Sonne verbringt, ist Sonnencreme natürlich ein Muss. Aber dass die eingesetzten Stoffe doch noch so unerforscht sind, gibt mir schon zu denken, ob täglicher Sonnenschutz so eine gute Idee ist​, auch für Erwachsene…

    1. Author

      Liebe Lisa, ich verstehe Deine Bedenken sehr gut. Diese Frage habe ich für mich allerdings schon beantwortet: das ist eine gute Idee. 🙂 Allerdings sollte man die Augen stets offen halten und das Pflegeverhalten revidieren, wenn neue relevante Erkenntnisse bekannt gegeben werden. Auch Wechsel von Pflege finde ich gut, damit wir dauernd nicht dasselbe auf die Haut auftragen.
      Benutzt Du denn letztendlich Sonnenschutz täglich oder nicht? 🙂
      LG Pia

  4. Mal wieder ein sehr informativer Artikel. Sehr gut recherchiert, da steckt sicher echt viel Arbeit und Herzblut drin!

    In dem Kindergarten des Sohnes einer Freundin wurden alle mit einem Rundschreiben wegen Nanopartikeln in Sonnencreme verrückt gemacht! Die haben dann allen ernstes angefangen mit den Mamas selbst Sonnencreme herzustellen! DAS finde ich geradezu fahrlässig! Zum Glück konnte ich meine Freundin davon abhalten die zu benutzen. Das wäre wahrscheinlich eh gescheitert, weil die so pastös war, damit hätte man eher Fenster abdichten können! ?

    1. Author

      Davon habe ich noch nicht gehört. Erzieher dürfen solche einseitige Informationen zum Thema, das ja selbst unter Experten umstrittig ist, nicht verbreiten! In unserer Kita wurde auf eine Sonnencreme verzichtet, weil sie „ungünstige“ Inhaltsstoffe für die Kinder enthielt. Stattdessen wurde eine andere Creme gekauft, die wiederum viel Alkohol enthält. Die soll besser sein. 🙂 Man tut, was man kann… Information ist Macht und heute ist es einfacher denn je, sich selbst ausführlich informieren zu können. Nur die Zeit fehlt…. Ich grüße Dich herzlich!

  5. Liebe Pia,

    erstmal: Ich bin dir wahnsinnig dankbar für deine stets erstklassig recherchierten Artikel zum Thema Hautpflege. Man merkt, dass du wirklich Ahnung hast und nicht nur mit Halbwissen um dich schmeißt, sondern auch richtig interpretiert und kritisch hinterfragst!
    Ich bin Apothekerin und die Kunden in der Apotheke haben natürlich auch bei Kosmetika einen großen Beratungsbedarf. Das Problem ist nur, dass man im Pharmaziestudium so gut wie nichts –
    und wenn dann nur veraltete Ansichten – zum Thema Hautpflege lernt. Die Schulungen von Hautpflegemarken sind mir zu oberflächlich, zu wenig wissenschaftlich, zu voreingenommen. Dank dir konnte ich mir das solides Wissen aufbauen, das mir nach dem Studium bei diesem Thema definitiv fehlte! Deine Infos sind genau das, was ich brauche: wissenschaftlich fundiert und ohne „Marken-Bias“.
    Zum Thema Nano stimme ich dir vollkommen zu: Auf intakter Haut kein Problem, bei Sprühlotions auf jeden Fall vermeiden in Gesichtsnähe zu sprühen, sondern lieber zuerst in die Hand und dann auf dem Körper verteilen. Bei Babies kann man sicher Alternativen ohne Nanopartikel finden und wenn nicht, sind die durch UV-Strahlung verursachten Schäden sicherlich gefährlicher zu bewerten als die Nanopartikel.

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Author

      Liebe Anna, Deine Stimme ist sehr wichtig, Dankeschön! Ja, man merkt, dass Lehre von Inhaltsstoffen, die in erster Linie ihr Anwendung in Pflegeprodukten finden, im Pharmaziestudium zu kurz kommen. Dafür lernt Ihr aber von Zusammenhängen, von welchen wir wiederum keine Ahnung haben! 🙂
      Wir wünschen sich mehr Leute wie Du, die vernünftig beraten können. “Marken-Bias” ist schlimm, da könnte man nicht objektiv berichten/beraten – egal, ob auf dem Blog oder in einer Apo.
      Dein Lob bedeutet mir sehr viel! Danke und viele sonnige Grüße aus Berlin! 🙂 Pia

  6. Pia – ich liebe Dich einfach, Du bist grossartig! Danke für Deine Arbeit! Jetzt bin ich nur gespannt wie ein Flitzebogen auf Deine Empfehlungen??? Bin echt ein bisschen ratlos…wann kommt der Artikel, wenn ich mal so fragen darf? Hab schon bei Insta geschrieben, dass ich die Eubos entdeckt habe fürs Gesicht meines Kindes, aber wasserfester Schutz für den Körper??? Keine Ahnung…

    1. Author

      Na dann verrate ich es schon vorab: Avene – für Erwachsene und Kinder, fast genau gleiche Inhaltsstoffe. Parfümfreie Versionen. Es tut mir Leid, dass Ihr auf die Empfehlungen so lange warten müsst, aber wie Du schreibst, es frisst schon ganz schön die Zeit. Wie heißt Du denn auf Insta?? Könntest Du Dein Profil hier verlinken? 🙂

      1. Hallo Pia, ich sende Dir mal ein Nachricht aus Insta, dann hast Du mein Profil, ich heisse dort kris75g. Liebe Grüße, Kris

  7. Liebe Pia,
    dieser Artikel hat es mir wieder vor Augen geführt, ich mag deinen Blog so sehr und du stellst so eine große Bereicherung für mich und für die ganze skincare community dar. Danke danke!! 🙂

    1. Author

      Oh Du meine Güte, danke Dir! Deine Worte haben mich gerade sehr gerührt. :))) <3

  8. Liebe Pia, ich habe mal eine Frage zum Thema Hautpflege bzw. Sonnenschutz : Ich habe seit ich denken kann sehr empfindliche Haut aufgrund meiner Neurodermitis. Als Kleinkind hatte ich im Sommer immer besonders starke Schübe und habe mir alles blutig gekratzt. Das war dann aber viele Jahre we. Nun war es aber so das ich letztes Jahr im Sommerurlaub auf einmal im Hals/Dekollete Bereich dicke Pusteln bekommen die dann aber wieder weggingen und habe mir nicht viel dabei gedacht. Dann habe ich mir dieses Jahr die Bioderma Max Creme gekauft und nach der Anwendung hat meine Haut angefangen zu kribbeln und am Abend war dann die ganze Partie um den Mund knallrot und dick angeschwollen, allerdings war es dann nach zwei Tagen weg. Um der Sonnencreme nochmal eine Chance zu geben, habe ich sie noch zwei Mal aufgetragen und dann wieder das Gleiche. Dann bin ich zum Rossmann gegangen und hab mir aus der Med Reihe das Gesichtsfluid gekauft, welches ich die letzten Jahre immer benutzt habe und nach der Anwendung dann wieder das Gleiche. Nun hab ich den Verdacht, das ich auf chemische Filter allergisch bin. Was meinst du denn?

    1. Author

      Liebe Lilly, danach sieht es aus. Könntest Du mir bitte Sonnencremes nennen, auf welche Du nicht reagierst??

      1. Diesen Jahr habe ich noch keine getestet die ich vertragen hab. Die letzten Jahre hab ich immer das Sun Ozon Med Sonnenfluid benutzt, mit dem ich nie Probleme hatte bis dieses Jahr.

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