Sind Parabene in Kosmetik schädlich?

Sind Parabene in Kosmetik schädlich?

Parabenfreie Kosmetik als Panikmache

Mein letztes Info-Bild auf Instagram aus der Reihe “Skincare Education” enthielt die Botschaft, dass Parabene in Kosmetik zu Unrecht verteufelt werden. Die bisherigen Untersuchungen an Mäusen und Raten waren nie aussagekräftig genug, um den Ausmaß der Phobie vor Parabenen zu rechtfertigen. Auch die vermeintliche krebserregende Wirkung von Parabenen wurde unter Wissenschaftlern stark angezweifelt. Bislang stand also ernsthafte Forschung auf der einen Seite und panikmachende Presse mitsamt Kosmetikunternehmern, die mit Kosmetik ohne Parabene ihr Brot verdienten, auf der anderen Seite. Das kann sich jetzt ändern.

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#skincaretips There is no proof that #parabens in #cosmetics should be of any concern to us. But you don’t tell the cosmetic industry twice that it can make more money slapping the label “paraben free” on nearly every single beauty product. Have you thought what has been the consequence? The increased use of another preservative: Methylisothiazolinone – the "allergen of the year" 2013. 🤨Try not to be blinded by those you use your fears in order to make profit. Parabens are safe. 🇩🇪 #Parabene werden zu Unrecht verteufelt. Diese Wahrnehmung ist inzwischen so verbreitet, dass Menschen Parabene in #Hautpflege aus aller Kraft vermeiden möchten, Kosmetikfirmen darauf einspringen und die rasante Zunahme der Menschenzahl, die auf andere Konservierungsstoffen, allen voran #Methylisothiazolinone , allergisch reagieren, ist das Ergebnis. Und was macht die Kosmetikindustrie, wenn Konsumenten auf “Konservierungsstoffe” generell verzichten wollen? Man schenkt denen konservierungsfreie Pflege! 👎🏻Das funktioniert aber gut nur in Bezug auf eine sehr wenige Produkte. 🔖Lieber Parabene alls Schimmel 🔖Motto des Tages? ……. Guten Morgen, Instawelt! 🤗 …………………………………………………….. #wissenistmacht #skincareeducation #skincarecommunity_de

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Neue Erkenntnisse über Parabene in Kosmetik

Ihr kennt mein Motto, wenn es um Forschungserkenntnisse geht: “Was heute als betätigt gilt, kann morgen widerlegt werden”. Wir lieben neue Studienergebnisse, weil sie unsere Sinne schärfen und den Anreiz dazu geben, weiter zu forschen. 

Jedenfalls habe ich Euch versprochen, über neueste (mir bekannte) Forschungsergebnisse zu informieren, welche unsere Verwendung von Kosmetik beeinflussen könnten bzw. sollten. Das schließt Warnungen in Bezug auf individuelle Stoffe mit ein. 

Gestern hat mir eine aufmerksame Instagrammerin eine Nachricht der Deutschen Presseagentur mit dem aktuellen Datum zugeschickt, in der das Resultat einer langjährigen Studie über potenzielle Nebenwirkungen von Parabenen in Kosmetik beschrieben wurde (eine der Quellen). Sobald meine Töchterchen eingeschlafen ist, habe ich mich an die Studie gesetzt und möchte Euch heute über die aktuelle Forschungslage über Parabene in Kosmetik berichten. Außerdem werden wir weiter unten darauf eingehen, welche Parabene im Moment zugelassen sind und in welchen Konzentrationen sie in Hautpflege, dekorativer Kosmetika, etc. vorkommen dürfen. 


Parabene in kosmetischen Mitteln – Stand 2018

Am 4. Dezember 2018 in der Fachzeitschrift “Human Reproduktion” der Oxford Universität erschien ein Aufsatz, in dem neun Wissenschaftler (mehrheitlich aus der Universität in Kalifornien) das Ergebnis einer Langzeitstudie veröffentlichten (1).

In der Studie ging es in erster Linie um den Einfluss von Pestiziden, deren Schwangere ausgesetzt waren, auf den Beginn der Pubertät ihrer Kinder. Daher wurde zu dem Experiment eine Gruppe von Frauen aus ländlichen Regionen ausgewählt (Hispanics aus einkommensschwachen Familien).

Die ursprüngliche Idee, nur Pestizide in die Untersuchung fließen zu lassen, wurde allerdings durch die Messung u.a. von zwei Parabenen erweitert: Methylparaben und Propylparaben. 

An dem Experiment nahmen über 500 Schwangere teil. Der potenzielle Einfluss ihres Kosmetikverhaltens wurde anschließend an über 300 Kindern getestet, indem ein Urin-Test im Alter von 9 Jahren durchgeführt wurde. Zum Schluß stellte die Studie einen Zusammenhang zwischen der Menge an Parabenen im Urin der schwangeren Mutter und dem Beginn der Pubertät ihres Kindes fest. Konkret: Eine erhöhte Parebenkonzentration im Urin-Sample der Mutter wurde mit einer verfrühter Pubertät verbunden. 

Betroffen waren insbesondere Mädchen, bei denen eine frühere

  • Menstruation
  • Entwicklung der Brustdrüsen und
  • Entwicklung der Schambehaarung beobachtet wurde.

Bei Jungen wurde auf einen Zusammenhang zwischen der Menge an Propylparaben und einer früheren Reifung der Geschlechtsorgane hingewiesen.

Peripubertal concentrations of methyl paraben were associated with earlier thelarche, pubarche and menarche in girls, while propyl paraben was associated with earlier pubarche in girls and gonadarche in boys.”  (1)


Fakten über Parabene in Kosmetik

Nun, was sollen wir von dem Resultat der Studie halten? 

Schauen wir uns ein paar Fakten im Zusammenhang mit Parabenen in kosmetischen Mitteln an:

  1. In der oben zitierten Studie wurden während der gesamten Schwangerschaftszeit lediglich zwei Urinproben genommen. Wir wissen, dass Parabene keine akkumulierende Wirkung im Organismus haben und nach einigen Stunden (24-72h) ausgeschieden sind. Sind somit zwei Urin-Samples ausreichend, um anhand dessen feststellen zu können, wie viele Kosmetik inklusive Hautpflege mit Parabenen die Mütter tatsächlich verwendet haben? Nein. Das geben selbst die Studienautoren zu. Auf der anderen Seite könnte man jedoch annehmen, dass das Pflegeverhalten einigermaßen konstant bleibt und eine häufigere Blutabnahme wahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis nach sich gezogen hätte. Vielleicht. Das wissen wir nicht.
  2. Von den Kindern wurde eine Urin-Sample im Alter von 9 Jahren genommen. Es ist anzunehmen, dass Kinder, die bereits früher in die Pubertät gekommen sind und eventuell Probleme mit einer unreinen Haut bekamen, ebenfalls früher zu Pflegeprodukten gegriffen haben. Daher hätten Parabene im Urin nicht unbedingt mit dem Verhalten der Mutter zu tun haben müssen, sondern mit der Verwendung eigener Pflegeprodukte. Auch das ist den Studienautoren klar. Sie schrieben:

“However, our findings with peripubertal exposure to methyl and propyl parabens could reflect reverse causality if, for example, girls and boys who entered puberty early were more likely to use personal care products containing these preservatives compared to children entering puberty later.” (1)


3. Weder in dieser Studie noch in den Informationen darüber, die seit ein par Tagen in der Presse kursieren, wurde erwähnt, dass Parabene nicht nur in Kosmetik vorkommen. Wir konsumieren Parabene ebenfalls in Nahrungsmitteln. Eine US Studie hat sich angeschaut, in welchen Produkten Parabene vorkommen und listete diese von Bier über Milchprodukte zu Ost und Gemüse auf  (2). Und ausgerechnet Methylparaben und Propylparaben (wie auch Ethylparaben) waren diejenigen Parabene, die in Nahrungsmitteln am meisten vorkamen. Die oben erwähnte Studie wurde an Familien durchgeführt, die fast zu 100% ein unterdurchschnittliches Einkommen hatten. Ob das bedeuten könnte, dass sie zu einem günstigeren Essen griffen, in welchem wiederum mehr Parabene zu finden sind, weiß ich nicht. Auch muss betont werden, dass Parabene in Medikamenten enthalten sind. In einer Studie über Parabene an der chinesischen Bevölkerung wurde eine erhöhte Konzentration an Propylparaben im Urin von denjenigen festgestellt, die innerhalb der letzten 24 Stunden Medikamente eingenommen haben (3). Ich nehme an, dass man die Quellen von Parabenen durch Messungsmethoden irgendwie unterscheiden kann, sonst dürfte man Parabene in Nahrungsmitteln und Medikamenten bei der Gesamteinschätzung nicht ausschließen. Damit kenne ich mich allerdings noch nicht aus. Wenn jemand von Euch etwas darüber weiß, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar. Jedenfalls überrascht es, dass der Aspekt nicht in die Bewertung der Studie mit einfließt bzw. zumindest erwähnt wird. Dazu werde ich noch selbst recherchieren. 


4. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die bisherige Fachliteratur, auch neuere Studien aus den Jahren 2012 und 2015, keinen Zusammenhang zwischen Parabenen und dem Beginn der Pubertät in Mädchen feststellen konnte (4), (5). In 2013 erschien ein Aufsatz in “Toxicology Letters”, in dem die sog. endoktrine Disruptoren (endokrin wirksamen Substanzen) in Kosmetik als unbewiesen eingestuft wurde (6). 

“Overall, despite of 20 years of research a human health risk from exposure to low concentrations of exogenous chemical substances with weak hormone-like activities remains an unproven and unlikely hypothesis.”


5. Und abschließend ein wichtiger Aspekt: Während in den USA alle Arten von Parabenen erlaubt sind und deren Konzentration im Rahmen der üblichen Mengen an Konservierungsstoffen in Kosmetik nicht eingeschränkt ist, hat die Europäische Union in 2014 fünf Parabene aus kosmetischen Mitteln verbannt und die Konzentrationen von den erlaubten Parabenen eingeschränkt (s. unten).

Das bedeutet also, dass die erlaubte Menge an Parabenen in Kosmetik in den USA viel lockerer gehandelt wird als in Europa. Das heißt im Klartext, dass die auf dem EU Markt zugelassene Kosmetik, inklusive Gesichtscremes, Shampoos etc., weniger Parabene enthalten als in den Vereinigten Staaten (s. dazu den letzten Abschnitt). Die in diesem Blogpost zitierten Studien wurden allesamt an der US-Bevölkerung durchgeführt, die auch mehr Parabene konsumiert als die Europäer. Ich glaube, dass wir den Aspekt im Kopf behalten sollten, wenn wir die Studienergebnisse auf das Hautpflegeverhalten der Europäer übertragen. 


Parabene in Kosmetik – wirklich gefährlich oder Angstmacherei?

Können wir also ruhig schlafen? Leider nicht. 

Dasselbe Forscherteam hat neulich ebenfalls Urin-Samples von schwangeren Frauen unter die Lupe (oder eher Mikroskop) genommen. Das Ergebnis wurde im Mai 2018 veröffentlicht (7). Die Forscher fanden heraus, dass die Verwendung von Hautpflege mit Parabenen (diesmal Propylparaben) durch schwangere Frauen mit niedrigeren Schilddrüsenwerten assoziiert war: TSH und fT4 (bei Müttern, nicht bei Neugeborenen). Dabei wurden den Frauen während der Schwangerschaft ebenfalls nur zwei Urinproben genommen. 

“We found evidence that environmental phenols and parabens are associated with lower TSH and free T4 in pregnant women after controlling for related chemical exposures.” (7)

Und dann haben wir noch eine Studie von 2016, die von einem anderen Forscherteam durchgeführt wurde. Sie basiert wieder auf zwei Urinproben, die während der Schwangerschaft genommen wurden. Diesmal wurde eine Verbindung zwischen der Verwendung von Kosmetik mit Parabenen (konkret: Methylparaben) und einem erhöhten Wert von Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) gefunden. Auch spricht das Studienergebnis vom Einfluss von Butylparaben auf die Menge von Estradiol im Blut (bzw. Östradiol, ein der Östrogene).

“The results of this study provide some suggestive evidence for endocrine disrupting effects of phenols and parabens on thyroid and reproductive hormones during pregnancy.” (8)

Die neusten Entwicklungen in der Forschung an Parabenen in kosmetischen Mitteln hat schließlich auch die US-Experten zu einer Änderung der bisherigen Stellungnahme bewegt. Ende September 2018 kam ein Entwurf der neuen Position des Cosmetic Ingredient Review Expert Panels  (CIR) bezüglich Parabene in Kosmetik (hier nachzulesen, CIR 2018). Die letzte CIR Stellungnahme hat Parabene in der in Kosmetik eingesetzten Menge noch als sicher eingeschätzt. Die finale Version der neuen CIR Position bezüglich der (hormonellen) Wirkung von Parabenen wurde noch nicht veröffentlich. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Stellungnahme diesmal anders ausfallen wird und dass eine Empfehlung zur Einschränkung der Konzentration von Parabenen in den USA ausgesprochen wird. 


Parabene in Kosmetik – bislang keine Kausalzusammenhänge

Trotz aller Zweifel an die neuesten Studien über Parabene in Kosmetik, sind zwei Aspekte sehr wichtig zu betonen:

Die neuesten Forschungsexperimente wurde nicht mehr an Mäusen oder Raten, sondern an Menschen durchgeführt.

In die Experimente fließen keine künstlich erhöhte Mengen an Parabenen, sondern die Konzentrationen, die in der Kosmetik tatsächlich vorkommen. 

Das heißt, dass die zwei Argumente, die ich selbst in der Vergangenheit zur Befürwortung von Parabenen in Hautpflege verwendet habe (bzw. zur Milderung der Angst davor), scheinen nicht mehr haltbar zu sein. 

Ich rate jedoch weiterhin weder zur Panik noch zum Wegwerfen aller Pflegeprodukte mit Parabenen, die Ihr gerade verwendet! Ich selbst werde auf Hautpflege mit Parabenen nicht verzichten, zumal die meisten Gesichtscremes und Seren inzwischen ohne Parabene formuliert sind.

Parabene während Schwangerschaft

Wäre ich schwanger, würde ich jedoch Parabene im Auge behalten. Daher möchte ich einen vorsichtigen Rat formulieren, dass Schwangere auf Kosmetik ohne Parabene setzen sollten. Und das nicht deshalb, weil mich die oben zitierten Ergebnisse 100% überzeugen. Das tun sie nicht. Eher bin ich der Meinung, dass man während der besonders verantwortlichen Zeit äußerst vorsichtig sein sollte. Lasst mich bitte wissen, ob Ihr das ähnlich seht! 

Jede der oben zitierten Studie endet mit dem Hinweis darauf, dass weitere Forschung nötig ist, um die Wirkung von Parabenen in Kosmetik auf das Hormonsystem bestätigen bzw. zu widerlegen. Auch muss betont werden, dass keine der Studien von Kausalitäten spricht. Dass heißt, es werden keine kausalen Zusammenhänge entdeckt (wenn – dann | je – desto), sondern lediglich Vermutungen angestellt.  

Der Blogbeitrag ist erst der Beginn unserer Reise durch die spannende Forschung über Parabene (und andere potenziell systemwirksame Inhaltsstoffe in Hautpflege) und keineswegs ein abschließendes Urteil über Parabene in Kosmetik. Wir werden nun die Diskussion darüber konsequent verfolgen und, wenn angebracht, kommentieren. Interessieren werden uns vor allem wichtige Stimmen aus der Akademia, die sich professionell auf die neusten Erkenntnisse über die Wirkung von Parabenen auf das menschliche Hormonsystem beziehen. Alle anderen Stimmen dazu aus “dem Internet” lassen wir weg, ok? Eine Homepage, die konsultiert werden soll, ist die European Chemicals Agency. Dort wurde nämlich in 2014 eine Expertengruppe für endokrine Disruptoren berufen, die ein bis drei Mal im Jahr über einzelne Stubstanzen mit potenziellen endokrinen Wirkungen tagt. 

 

Auf Eure Meinung und Gedanken zu dem Thema Parabene in Kosmetik bin ich schon sehr gespannt und danke Euch dafür!

Eure Pia

Unten findet Ihr noch ein paar Fakten über Parabene in Kosmetik. 

Zum Thema: Parabene und Nanopartikel in Babypflege


Welche Parabene in Kosmetik sind zugelassen?

Europäische Union

Wie erwähnt, hat die EU in 2014 fünft Arten von Parabenen verboten: Isopropylparaben, Isobutylparaben, Phenylparaben, Benzylparaben und Pentylparaben. 

Zugelassen sind:


USA

In den USA sind derzeit alle Arten von Parabenen als Konservierungsstoffe in kosmetischen Mitteln zugelassen (s. hier, FDA). 


Welche Konzentrationen von Parabenen in Kosmetik sind erlaubt?

Europäische Union

Ethylparaben und Methylparaben gelten, laut EU, derzeit als sicher in den zugelassenen Höchstkonzentrationen. Diese sind: 0,8% für Gemische von Konservierungsstoffen und 0,4% für einzelne Parabene. 

Butylparaben und Propylparaben wurden als problematisch eingestuft und die Gesamtkonzentration darf 0,14% nicht überschreiten. In 2015 kam noch eine Zusatzanmerkung in Bezug auf die Verwendung von Butylparaben and Propylparaben in Pflegemitteln für Kinder unter drei Jahren:  Beide Parabene wurden zwar nicht verboten (außer in Dänemark), doch Kosmetikprodukte für Kinder unter drei Jahren sollten auf der Verpackung eine Warnung enthalten, dass diese zwei Parabene enthalten sind. (hier, EU, 2015, 10)


USA

Die Höchstkonzentration von Konservierungsstoffen im Allgemeinen wird von FDA nicht spezifiziert (auch hier: Parabens in cosmetics, FDA 2016). Die Kosmetikindustrie richtet sich dabei an die Leitlinien des Personal Care Products Council (PCPC, früher: Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association). Man könnte annehmen, dass die Konzentration von Konservierungsstoffen in Kosmetik bei ca. 1-1,5% liegt. Das heißt, dass in en USA alle Parabene bis zu dieser Konzentration zugelassen sind. 


Quellen

Quelle 1: Harley, Kim/Berger, Kimberly, Kocht, Katherine, et al (2019): Association of phthalates, parabens and phenols found in personal care products with pubertal timing in girls and boys, in: Human Reproduction, Vol. 34 (1), 109-117  Fulltext

Quelle 2: Liao, Chunyang, Liu, Fang et. al. (2013): Occurrence of and Dietary Exposure to Parabens in Foodstuffs from the United States, in: Environmental Science & Technology, March 18 

Quelle 3: Engel, Lawrence, Buckley, Jessie et. al (2014): Predictors and Variability of Repeat Measurements of Urinary Phenols and Parabens in a Cohort of Shanghai Women and Men, Environmental Health Perspectives, 122(7), 733-740 (Full text)

Quelle 4: Butte, Danielle/Sircar, Fanta, Marin, Colleen (2012):  Exposures to Endocrine-Disrupting Chemicals and Age of Menarche in Adolescent Girls in NHANES (2003–2008), in: Environmental health perspectives,120(11): 1613-1618

Quelle 5: Wolff, Mary/ Teitelbaum, Susan et al. (2015): Environmental Phenols And Pubertal Development In Girls, in: Environment international, 84: 174-180.

Quelle 6: Nohynek, Gl./Borgert, C./Rozman, K. (2013): Endocrine disruption: fact or urban legend? ), Toxicology letters, 223(3):295-305

Quelle 7: Berger, Kimberly/Gunier, Robert et al. (2016): Associations of maternal exposure to triclosan, parabens, and other phenols with prenatal maternal and neonatal thyroid hormone levels, in: Environmental Research, 165, 379-386

Quelle 8: Aker, Amira/Watkins, Deborah/Johns, Lauren et a. (2016): Phenols and Parabens in relation to Reproductive and Thyroid Hormones in Pregnant Women, in: Environmental research, 151, 30-37

Quelle 9: Verordnung (EU) Nr. 1004/2014 der Kommission vom 18. September 2014 zur Änderung des Anhangs V der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel

Quelle 10: Commission Regulation (EU) No 1004/2014, 

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9 Comments

  1. Frau Reineke
    December 26, 2018 / 7:33 pm

    Schwanger sein, das hieß mal Guter Hoffnung zu sein.
    Heute scheint die Schwangerschaft auf reines Risiko-Management reduziert zu ein.
    Von froher Hoffnung keine Spur.
    Dies nicht essen, jenes nicht cremen.
    Dass jede Fahrt mit dem Auto statistisch gesehen eine vielfach höhere (Lebens!)Gefahr für Mutter und Kind birgt, wird bei der (sorry) kranken Panikmache aus den Augen verloren.
    Einem jedem sei der Umgang mit Risiken selbst überlassen, aber es wäre schön wenn die Verhältnismäßigkeit gewahrt bliebe.
    LG
    Frau Reineke mit 7 Wochen alten Baby

  2. Yurifan
    December 11, 2018 / 10:37 am

    Den vorläufigen Entwurf (mit diversen Fehlern…) des CIR hatte ich auch interessiert zur Kenntnis genommen, wobei sie dabei die von dir beschriebene Studie zwar erwähnen und als überzeugend beschreiben aber meiner Erinnerung nach dennoch keinen Handlungsbedarf davon ableiten.
    Nur einer der Beteiligten, der wohl in den 80ern oder 90ern irgendwas geforscht hat, meint, man müsse untersuchen, ob Propylparaben an den Hormonrezeptor (oder so) binden könnte. Ggf. auch Butylparaben. Methyl- und Ethylparaben werden aber mehrfach als mit Sicherheit unbedenklich beschrieben, da sie eben keinerlei Affinität zu diesem Rezeptor haben. In der Studie war ja auch immer nur von Methylparaben die Rede.
    Ich erwarte daher nicht, dass der finale Report irgendwelche Einschränkungen beinhaltet. Wenn aber diese Studie (keine Verbraucherstudie, sondern im Labor) durchgeführt wird, könnte sich die Meinung des CIR ändern.

    In der Schwangerschaft macht es sicherlich Sinn, so vorsichtig wie möglich zu sein. Ansonsten sehe ich keinen Grund, auf Methylparaben zu verzichten und Propylbaraben in den in der EU zugelassenen Höhe sollte auch unkritisch sein, wobei das bei ausländischen Produkten ja immer schwierig einzuschätzen ist.

    In Deutschland muss man aber für gewöhnlich lange nach parabenhaltigen Produkten suchen (wobei ich mich mit Supermarktkosmetik nicht auskenne), daher würde ich mir diesbezüglich insgesamt weniger Sorgen machen. Auch weiß ich nicht, inwiefern bei uns Lebensmittel mit Parabenen konserviert werden?!
    Die US-Studie ist für die Einschätzung unserer Verhältnisse relativ wertlos, weil es in den USA tatsächlich einiges an Aufmerksamkeit erfordert, Parabene zu vermeiden (auch in Kosmetik). Im CIR Report fragt sich die Runde, ob überhaupt noch Parabene in der Lebensmittelkonservierung eingesetzt werden, und einer der Teilnehmer berichtet er hätte mit Parabenen konservierte Tortillas gesehen. Also durchaus möglich dass dort eine zielgruppenabhängige Behandlung von Lebensmitteln stattfindet (d.h. Einsatz von alternativen Konservierungsstoffen bei Produkten die von eher gut gebildeten Menschen gekauft werden (sollen)).

    Es bleibt spannend.

    • Yurifan
      December 11, 2018 / 10:42 am

      Sorry, ich meinte “Propylbaraben” in der Studie.

      Der CIR konnte die Empfehlungen der EU auch nicht nachvollziehen, sie wollten wissen warum diese Grenzwerte gewählt wurden, konnten das aber irgendwie nicht herausfinden.

    • [email protected]
      Author
      December 11, 2018 / 11:05 am

      Wow, super, besten Dank für Deine Einschätzung! Ja, in den USA werden diverse Lebensmittel mit Parabenen konserviert (soft drinks, Bier, Eis, unterschiedliche Soßen-Arten, etc.) und die Studie wurde ja dort durchgeführt, Von daher müsste man den Aspekt meines Erachtens unbedingt in die Analyse mit einbeziehen. Allerdings sind die Mengen geringer als bei Pflegemitteln… das müsste ich noch selbst nachprüfen.
      CIR hat viele Mitglieder unterschiedlicher Provenienz. Von daher bewegt sich das Ganze nur langsam und mühevoll. Nachdem der Vorschlag, den Faß mit Parabenen aufzumachen in den letzten Jahren zwei Mal durchfiel und das Gremium der erneuten Analyse erst im 2018 zugestimmt hat, interpretiere ich es schon als gutes Zeichen dafür, eine Empfehlung für die Anpassung der zugelassenen Mengen an Parabenen in Kosmetik auch in den USA bald begrüßen zu können.
      Von einer Empfehlung zur Realisierung ist aber bekanntlich noch ein langer Weg… Man kann sich über die EU Bürokratie beschweren. Doch in diesem Fall finde ich die Einschränkungen sehr erfreulich.
      Noch mal danke! Liebe Grüße, Pia

      • Yurifan
        December 13, 2018 / 1:48 am

        Dass mit dem Aufschieben des Aufgreifens der Thematik war mir nicht bewusst, vielleicht hat es was zu sagen, vielleicht war es nur eine administrative Entscheidung (nach X Aufforderungen muss ein Review stattfinden oder so).

        Bezüglich Lebensmitteln – ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, bei Lebensmitteln ist es ähnlich wie bei Kosmetik – die Inhaltsstoffe einzelner Komponenten müssen nicht angegeben werden. Wenn also ein Fertiggericht Kartoffeln enthält, muss auf der Packung nicht stehen, womit diese behandelt wurden bevor sie in das Fertiggericht kamen. Aber das ist nur eine Vermutung; ich konsumiere derzeit im EU-Ausland sehr viele Fertiggerichte und finde auf den Verpackungen nur selten Konservierungsstoffe die über Citric Acid hinausgehen.

        Besorgniserregend (und ggf. dann doch entscheidend für das Ergebnis) fand ich die Tatsache, dass die von dir angesprochene und alle weiteren kritischen Studien den Teilnehmern NICHT vor der Besprechung zur Verfügung gestellt wurden, weil diese in den Ergebnissen der internen Recherche nicht enthalten waren (das Vorgehen dabei wird vorne beschrieben, jedoch nicht sonderlich detailreich). Das Panel wurde erst durch einen Brief der “women of the earth” darauf aufmerksam gemacht. Das zeigt dass die Recherche des CIR möglicherweise nicht vollständig ist.
        Da aber eben nur ein oder zwei Personen vor der Besprechung ein paar Studien überflogen haben, besteht ein wenig Hoffnung dass sich nach intensiverer Beschäftigung damit ggf. ein anderes Ergebnis abzeichnet.
        Wie schwierig das durchzusetzen ist weiß ich nicht – wobei die Empfehlungen des CIR ja auch nur solche sind, daran halten müssen sich Hersteller nicht.
        US-Produkte bleiben relativ risikobehaftet was den Inhalt angeht. Nur Sonnenschutzfilter sind bestens geregelt 😉
        (Wobei ich den Streit zwischen der FDA und BASF durchaus nachvollziehen kann – die Kritik der FDA macht Sinn, die Studien die sie fordern würde ich auch gerne durchgeführt sehen, und dass die BASF dafür nicht zahlen will ist ebenso verständlich.)

  3. December 10, 2018 / 8:28 am

    Sehr spannendes Thema, ich wäre vor allem gespannt, ob man tatsächlich unterscheiden kann, wie man die Parabene aufgenommen hat. Mir fällt aus dem Stegreif keine Möglichkeit ein, aber auch ich bin auf dem Gebiet nicht allzu bewandert.

    Anne|Linda, Libra, Loca

    • [email protected]
      Author
      December 10, 2018 / 9:27 am

      Hi Anne, überzeugen Dich die neuesten Studien? Schaust Du beim Kauf von Hautpflege darauf, ob Parabene drin sind?

  4. Karo
    December 9, 2018 / 11:22 am

    Sehr interessant, Pia! Vielen Dank für den Beitrag. Wie du geschrieben hast, gibt es genügend gute parabenfrei formulierte Kosmetika auf dem Markt, daher versuche ich diese zu benutzen (ich bin mit der Familienplanung auch noch nicht durch ;)). Ich finde es mittlerweile eher schwierig Produkte MIT Parabenen zu finden als ohne… Du hast geschrieben, du wirst nicht drauf verzichten – welche Produkte die Parabene enthalten benutzt du denn?

    • [email protected]
      Author
      December 10, 2018 / 8:33 pm

      Liebe Karo, ich müsste nachschauen, welche Produkte, die ich gerade in Verwendung habe, Parabene enthalten. Vielleicht sogar keins. Es war vielmehr so gemeint, dass ich auf ein Pflegeprodukt, das mir zusagt, nicht verzichten würde, allein aus diesem Grund, weil es Parabene enthält.
      Vielen Dank für Deine Rückmeldung und viel Spaß bei der Familienplanung! 🙂

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