Was sind Kollagenpeptide – Wie wirken sie genau auf Körper & Haut?

Im letzten Jahr habe ich mich intensiv mit dem Thema Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel im Kontext der Haut beschäftigt. Daraus entstand der Beitrag Kollagen für die Haut – Mehr Feuchtigkeit und Elastizität | Die Forschungslage

Darin haben wir uns unter anderem die aktuellen Studien zur Wirkung von Kollagenpeptiden auf die Haut angeschaut. Diese konnten mehrfach zeigen, dass das hydrolysierte Kollagen durchaus in der Lage ist, hautinterne Funktionen zu unterstützen. Dokumentiert wurden folglich etwa:

  • eine bessere Hautbefeuchtung
  • und eine straffere Haut.

Doch was sind Kollagenpeptide? Und was genau machen Kollagenpeptide in unserem Körper, nachdem sie etwa in Form von Pulver eingenommen wurden?

Wie genau kommt es zur Befeuchtung der Haut, verminderter Faltenbildung und einer verbesserten Hautelastizität bei einer regelmäßigen Einnahme von Kollagenpulver?

Diese Fragen wollte ich unbedingt für mich beantworten. Falls Ihr Interesse daran habt, zu erfahren, was Kollagenpeptide sind und wie sie die Haut unterstützen, lade ich Euch herzlich zur heutigen Lektüre ein. Ich werde versuchen, das eher trockene Thema für Euch möglichst spannend darzustellen! :) Die zahlreichen Grafiken zur Wirkung von Kollagenpeptiden im Körper und der Haut sollten Euch dabei helfen. 


Was ist Kollagen?

Um sich besser vorstellen zu können, wie Kollagenpeptide auf unseren Körper wirken, müssen wir zunächst die Frage beantworten, was Kollagen ist bzw. wie es aufgebaut ist.

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Kollagen ist das wichtigste Protein (Eiweiß) in unserem Körper, das man in unterschiedlichen Körperstellen findet – u.a. in der Haut, Gelenkknorpel, Knochen, Sehnen, Bändern, Muskeln, Nägeln und Haaren. (hier

Es besteht aus einer Sequenz von Aminosäuren, die wir gleich unten genauer besprechen werden. 


Welche Rolle spielt Kollagen in unserem Körper?

Nun, welche Rolle spielt das Protein in diesen Körperstellen? Kollagen ist an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt: Es fördert zum Beispiel die Proliferation – d.h. Verbreitung – , Differenzierung und Migration von Zellen. Kollagen reguliert aber auch die Blutgerinnung und erleichtert gleichzeitig die Wundheilung, Gewebereparatur und -regeneration. 

Andererseits kann der Abbau von Kollagen:

  • zu verschiedenen Krankheiten führen
  • und Arthrose, Gelenkschmerzen, Haaranomalien oder Muskelschwäche zur Folge haben. (hier)

Kollagenpeptide wie wirken sie Haut

 


Funktionen von Kollagen in der Haut

Wo befindet sich Kollagen in der Haut? Kollagen ist hauptsächlich in der mittleren Hautschicht – der Dermis – zu finden. Dort übt Kollagen in erster Linie eine Strukturfunktion. 

Was bedeutet das?

Kollagen arbeitet mit anderen Komponenten innerhalb der Haut zusammen, darunter Hyaluronsäure und Elastin, um ein Gerüst für verschiedene Arten von Hautzellen zu bilden – Fibroblasten, Keratinozyten, Melanozyten und Immunzellen. Eben auf diesem komplexen Netzwerk stützt sich die gesamte strukturelle Integrität der Haut. (hier)

Bildhaft kann man sich das so vorstellen, dass Kollagen (und Elastin) in der Haut der Rolle von Heringen in einem Zelt entsprechen: werden sie schwächer und instabiler, bricht das Zelt (d.h. die Haut) zusammen. 

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Aufbau von Kollagen

Wie haben soeben festgestellt, dass das Protein Kollagen aus einer Sequenz von Aminosäuren besteht. Die dominierenden Aminosäuren sind dabei: Glycine (33%), Proline und Hydroxyproline (22%). (hier) (hier)

Von der besonderen Struktur von Kollagen – der sog. Dreifachhelix-Struktur (Tripelhelix) – habt Ihr wahrscheinlich schon mal gehört. Diese sieht vereinfacht dargestellt so aus: 

Jede Kollagenkette (also eine Reihe von Aminosäuren) wird zu einer linksgängigen Helix mit jeweils drei Aminosäuren pro Windung gewickelt. Und jeweils drei Helices werden wiederum umeinander (rechtsgängig) verdreht, wodurch eine (durch  Wasserstoffbrücken zwischen den einzelnen Strängen) stabilisierte Tripelhelix-Struktur entsteht. (hier)

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Das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie faszinierend unser Körper aufgebaut ist. Meine Abbildung der Kollagen Tripelhelix ist zugegebenermaßen sehr gekünstelt. :) Eine andere Abbildung der Tripelhelix von Kollagen findet Ihr hier.  


Kollagenfamilie

Für unsere Zwecke vereinfachen wir das komplexe Thema und sprechen undifferenziert vom “Kollagen”. Im Hinterkopf können wir aber gerne behalten, dass Kollagen eine Familie darstellt, die sich aus vielen Mitgliedern zusammensetzt. Bisher wurden nämlich 28 (je nach Quelle auch 29) Arten von Kollagenen identifiziert.

In der Haut findet man in erster Linie Kollagen Typ I, gefolgt von Kollagen Typ III, V und VII  (hier


Verlust von Kollagen in der Haut

Doch wie kommt es zu einem Verlust von Kollagen in der Haut, fragt Ihr?

Die Kollagenmenge in der Haut wird zum einen aufgrund von internen (genetischen, biologischen) Faktoren abgebaut.

Zum anderen beeinflusst den Kollagengehalt im Körper eine Reihe von externen Faktoren: die UV-Strahlung und das sichtbare Licht, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, Stress und Schlafmangel sowie einseitige Ernährung (das sog. Exposom der Haut, wozu ich bald mehr schreiben werde).

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Wie beuge ich dem Kollagenverlust in der Haut vor?

Viele externe Faktoren sind zum Teil schwer beeinflussbar. Einiges können wir aber durchaus tun, um den vorzeitigen Kollagenabbau zu verlangsamen. 

Ein guter, vor UVA-Strahlung schützender Sonnenschutz müsste dabei als Erstes genannt werden.

Eine gut angepasste Hautpflegeroutine mit etlichen effizienten Antioxidantien wäre wiederum eine zweite Verteidigungslinie gegen den Kollagenabbau. Diese zwei Maßnahmen zielen auf die Hemmung der Entwicklung von freien Radikalen, welche zur Kollagen- und Elastinzerstörung beitragen.

Eine weitere Möglichkeit, den Kollagenabbau zu verlangsamen, wäre es, dem Körper Kollagen von außen hinzuzufügen – und zwar in Form von kleinsten Kollagenpeptiden, welche der Körper aufnehmen und verwerten kann. 

Die neueste Forschung zeigt, dass eine regelmäßige Einnahme von Kollagenpeptiden die Hautbefeuchtung und Hautspannkraft verbessert. Die gesamte Forschungslage zum Thema Kollagenpulver und Hautalterung findet Ihr in diesem Beitrag zum Kollagen und Haut. 

Doch was genau sind diese Peptide, welche unser Körper verwerten kann, und wie werden diese hergestellt? 


Was sind Kollagenpeptide?

Kollagenpeptide sind genauso aufgebaut wie körpereigenes Kollagen: Sie setzen sich aus Aminosäuresequenzen zusammen und sind in der Lage, im Körper verschiedene biologische Funktionen auszuüben. (hier

Dabei deutet das Wort “Peptide” darauf hin, dass das (hydrolisierte) Kollagen ein sehr viel geringes Molekulargewicht im Vergleich zu körpereigenem Kollagen hat. Reines Kollagen kann im Darmtrakt nicht unproblematisch verdaut, absorbiert und verwendet werden. Nur kleinste Kollagenfragmente sind im Stande, biologische Aktivitäten in Zellen und in der extrazellulären Matrix auszuüben.


Wie groß sind die Kollagenpeptide?

Das Molekulargewicht von Kollagenpeptiden kann zwischen 0,3 und 8 kDa (Kilodalton) liegen. Kollagenfragmente mit niedrigem Molekulargewicht weisen dabei eine bessere Bioaktivität auf im Vergleich zu Peptiden mit höherem Molekulargewicht. (hier)

Und jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, wie Kollagen zu solch kleinen Molekülen bzw. Fragmenten verarbeitet wird? 

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Wie werden Kollagenpeptide gewonnen?

Zur Herstellung von bioaktiven Kollagenpeptiden werden unterschiedliche Methoden verwendet. Neben mikrobieller Fermentation und chemischer Hydrolyse, wird derzeit die enzymatische Hydrolyse, sog. Proteolyse, am häufigsten eingesetzt. 


Was ist enzymatische Hydrolyse?

Enzymatische Hydrolyse bedeutet, dass für den Abbau von Kollagen (die sog. Denaturierung), d.h. in diesem Fall für die Trennung der Kollagenketten, spezifische Enzyme wie Papain oder Pepsin eingesetzt werden. Diese proteolytischen Enzyme führen zur Hydrolyse von Kollagen. Im Zuge der Hydrolyse entstehen Kollagenfragmente – also Peptide. (hier)

So verkürzt kann man sich den Prozess vorstellen, an dessen Ende ein Kollagen Hydrolysat steht. 


Wie verwertet der Körper Kollagenpeptide?

Ähnlich wie bei allen Proteinen, die als Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, werden bei der Verdauung von Kollagen im Magen-Darm-Trakt Aminosäuren und Peptide im Dünndarm freigesetzt und absorbiert. (hier)

Übrigens: Woher wissen wir, dass Kollagenpeptide vom Körper aufgenommen wurden? Dies wird meist mit Hilfe von Chromatographie gemessen: im Serum und im Blut. (hier)


Wirkung von Kollagenpeptiden in der Haut

Die aus Kollagen gewonnenen Peptide werden auf verschiedene Körperstellen verteilt, unter anderem in der Haut, wo sie sich als Peptide oder Aminosäuren ansammeln. Diese Anhäufung wird von dermalen Hautzellen – Fibroblasten – registriert und führt zu deren erhöhten Aktivität. (hier)

Nun, was passiert in der Haut, sobald das hydrolysierte Kollagen die Dermis erreicht? 

Sobald die Kollagenpeptide in die mittlere Hautschicht gelangt sind, enthalten sie dort die folgende Wirkung:

Erstens, die Aminosäuren und Peptide aus dem hydrolisierten Präparat werden im Körper für die Synthese endogener Kollagen- und Elastinfasern bereitgestellt. 

Zweitens, Kollagenpeptide stimulieren die Produktion von neuem Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure dadurch, dass sie den Wachstums dermaler Fibroblasten fördern.

Mehr zum Hautaufbau findet Ihr in diesem Video-Hautkurs.

Drittens, der gewachsene Feuchtigkeitsgehalt dank Kollagenpeptiden kommt dabei nicht nur durch eine erhöhte Produktion von Hyaluronsäure zu Stande, sondern auch durch eine Stimulation der Produktion von Filaggrin. Denn Filaggrin, ein weiteres Hautprotein, steigert den Gehalt an Aminosäuren und Aminosäurederivaten in der Haut. Und diese stellen Bestandteile der natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren (NMF) dar. (hier) Mehr zu den natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren, die der Haut auch in Hautpflege hinzugefügt werden können, findet Ihr hier. 

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Kollagenpeptide als Nutrazeutika

Ich hoffe, dass Euch die Wirkmechanismen von hyd2rolysiertem Kollagen im Körper jetzt viel klarer sind. Wir haben uns heute zwar auf den Einfluss von Kollagenpeptiden auf die Haut konzentriert. Darauf beschränkt sich die Wirkung von Kollagen Hydrolysat aber bei Weitem nicht.

Vielmehr lässt der aktuelle Stand der Fachliteratur Kollagenpeptide als nutrazeutisches Produkt bezeichnen, da sie neben einer Ernährungsfunktion (Versorgung mit Eiweiß) auch eine Reihe von physiologischen Funktionen im menschlichen Körper ausüben: 

Diese strecken sich von einem positiven Einfluss auf die Knochendichte (bei Osteoporose und Menopause), Knorpelschwund, verbesserte Gelenkmobilität und reduzierte Gelenkschmerzen über Muskelregeneration bzw. Regeneration nach dentalen Eingriffen (Zahnimplantate) bis zur Wundheilung, hypoglykämischer, antimikrobieller und blutzuckerregulierender Wirkung. (hier)

Kollagenpeptide haben somit eine Reihe von positiven Einflüssen auf den Körper, nicht nur die Haut. Es scheint deshalb, dass man mit der Einnahme von Kollagenpulver gegen vorzeitige Hautalterung mehrere Fliegen mit einer Klappe gleichzeitig schlägt. :) 

Welche Vorteile Kollagenpeptide für die Haut haben, findet Ihr, zur Erinnerung, hier: Kollagen für die Haut – Mehr Feuchtigkeit und Elastizität | Die Forschungslage

Eure Pia 

17 Kommentare zu „Was sind Kollagenpeptide – Wie wirken sie genau auf Körper & Haut?“

  1. Hallo Pia,
    mit Interesse habe ich Deinen Artikel gelesen, wollte Glow daraufhin einmal ausprobieren und habe es gleich bestellt. Dann erst kam mir die Einsicht, dass es sich um ein Präperat aus einem Rinderausgangsstoff handelt und ich stelle mir die Frage, wie bzw. ob man sichergehen kann, dass bekannte übertragbare Tierkrankheiten (BSE bzw. CJK) durch die Einnahme nicht übertragen werden. Gibt es hierzu Erkenntnisse?
    Vielen Dank für Deine Rückmeldung
    Jacqui

    1. Danke, Jacqui. Deine Frage habe ich an Glow25 weiter geleitet und die Antwort lautet wie folgt:
      “Wir testen unsere Produkte regelmäßig und haben ein eigenes Qualitätsmanagement-Team in-house, was die Unbedenklichkeit kontinuierlich überwacht. Als Firma mit Firmensitz in Deutschland sind wir übrigens auch gesetzlich dazu verpflichtet, die Unbedenklichkeit unserer Produkte zu gewährleisten.” In dem Glow25 Kollagenpuler ist kein Rückenmark oder Knochen enthalten, es wird zu 100% aus Rinderhaut gewonnen (BSE ist ja eine neurologische Erkrankung, die v.a. das Nervensystem befällt). 

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