Die Morgenroutine: Leichtigkeit und maximaler Schutz
Was könnt Ihr im Sommer bzw. an sehr warmen Tagen pflegetechnisch anders machen?
Reinigung
Braucht Eure Haut morgens im Sommer überhaupt eine Reinigung?
Wenn Ihr eine ölige oder zu Unreinheiten neigende Haut habt: Ja. Definitiv.
Denn Talg und Schweiß setzen sich über Nacht hartnäckig in den Poren fest. Und verstopfte Poren wollt Ihr im Sommer erst recht vermeiden.
Das bedeutet aber nicht, dass Ihr die Haut jetzt aggressiv entfetten sollt. Ganz im Gegenteil: Eine milde, hautfreundliche Reinigung reicht völlig aus. Und es kann auch ruhig ein sehr günstiger Schritt der Routine sein.
Die Reinigungsmilch von Balea oder der Reinigungsschaum von Isana tun genau das, was sie sollen. Den Schaum findet Ihr etwa hier: Isana Pure Reinigungsschaum.
Mein persönlicher Favorit ist derzeit das koreanische Reinigungsmilch-Gel von Skin1004. Schöne milchige Konsistenz, ein außergewöhnlicher Eigengeruch, der in Richtung Sahne-Geruch geht. 🙂 Gel, das beim Vermischen mit Wasser milchig wird – sehr mild, (hier PIA – 5% Rabatt).

Aber das Prinzip bleibt gleich: Jedes reizarme Produkt leistet gute Dienste.
Schritt zwei: Das Antioxidans als Schutzschild
In einer soliden Routine, die keine speziellen Treatments braucht, folgt jetzt das Antioxidans – ein Serum, das wie ein unsichtbares Schutzschild fungiert.
Warum? Weil Sommer mehr UV-Strahlung bedeutet und mehr UV-Licht wiederum freie Radikale in der Haut erzeugt.
Und diese Radikale tun genau eine Sache: Sie zerstören Eure hauteigenen Proteine wie Kollagen und Elastinfasern und verursachen zudem DNA-Schäden!
Das ist… ziemlich ungünstig. Deshalb müsst Ihr dem entgegenwirken.
Die Auswahl an Antioxidantien auf dem Markt ist riesig. Am besten erforscht ist immer noch die Wirkung von reiner Ascorbinsäure. Die Nachteile: Formulierungen mit Ascorbinsäure sind erstens in der Regel harsch für die Haut UND zweitens oft sehr instabil – sie oxidieren nach kurzer Zeit.
Trotzdem gibt es gute, stabile Optionen auf dem Markt. Falls Ihr keine besonders empfindliche Haut habt, testet das Serum von Geek & Gorgeous mit 15% Ascorbinsäure. Das ist ein echtes Wunderprodukt. Bei mir persönlich oxidiert es erst nach zwei Monaten. Bis dahin habt Ihr die Flasche ohnehin längst aufgebraucht.
Neulich habe ich Euch auch das Serum mit 15% Ascorbinsäure und Glutathion von nerds (PIA – 5% Rabatt) vorgestellt. Es hat ein ausgefallenes Stabilitätssystem: Das Pulver wird in einem anderen Container gehalten – und das Serum wird erst mit dem Druck auf den Flaschenkopf aktiviert. Nach 6 Stunden ist das Serum einsatzbereit.

Das Serum kann bei Melasma gute Dienste leisten, aber Achtung: Nach meinem Empfinden ist das Produkt nicht ohne. Es ist wirklich nur für eine robuste Haut geeignet.
Eure Haut verträgt keine reine Ascorbinsäure?
Kein Problem. Dann weicht auf stabilere Vitamin-C-Derivate aus. Die sind deutlich milder, aber trotzdem potent.
Gute Optionen sind hier das Vitamin C.E.F Serum von Theramid oder einer meiner absoluten Lieblinge seit Jahren (da sichtbare Reduktion von Melasma): das 25% Vitamin C + Glutathion Serum von Paula’s Choice (gerade 15%, affiliate, danke!).

Ebenfalls solide: das 15% Vitamin C von Typology oder die Vitamin-C-Seren von Colibri und The Ordinary.
In diesem Blogbeitrag findet Ihr sehr gute Vitamin-C-Produkte aufgelistet
Schritt drei: Der wichtigste Schritt – der Sonnenschutz
Und danach? Danach kommt direkt der wichtigste Schritt des Tages: die Sonnencreme.
Mehr Schichten braucht Eure Haut morgens im Sommer nicht.
Ihr braucht keine extra Feuchtigkeitspflege unter der Sonnencreme.
Die Sonnencreme IST Eure Feuchtigkeitspflege, Tagespflege – wie auch immer man es nennen will.
Daher sollte sie auch den eigenen Pflegebedürfnissen angepasst werden. Eine trockene Haut wird eine eher reichhaltige Sonnencreme präferieren, während eine ölige Haut am besten… gar keine? DNA-Schäden sind aber alles andere als harmlos – also wird auch eine ölige Haut einen UV-Schutz verwenden wollen.
Empfehlungen für Sonnenschutz nach Hauttyp:
Trockene Haut
Für eine trockene Haut im Sommer kann die super angenehm auf der Haut Sonnencreme von Beauty of Joseon (PIA – 5% Rabatt) ausreichend sein. Diese ist aber nicht wasserresistent, also eher an Tagen verwendbar, an denen Ihr nicht besonders schwitzt – und für Menschen, die keine ausgeprägte Tendenz zur Entwicklung von Pigmentflecken haben. Sonst ist der UVA-Schutz nicht hoch genug. Also eine Alltagscreme bei Indoor-Aktivitäten.
Wenn eine trockene Haut noch besser geschützt werden will, könnte sie zu der HIPP Sonnencreme für Kinder aus der Drogerie greifen.
Einen exzellenten Schutz bietet die P20 Sonnenpflegereihe von Riemann. Die P20-Cremes sind nicht besonders leicht. Sie sind eher reichhaltig und können einen leichten Film auf der Haut hinterlassen.
Dafür schützen sie aber ausgesprochen gut vor UVA-bedingten Hautschäden, Pigmentflecken und dem Verlust von Hautstruktur.
Dazu haben wir hier bereits etwa in diesem Beitrag über P20 gesprochen.
Wer maximalen Schutz sucht und mit einer etwas reichhaltigeren Textur zurechtkommt, findet hier eine der stärksten Optionen auf dem Markt.
Ob Ihr zu einer leichteren oder reichhaltigeren Sonnencreme greift, ist eine Prioritätssache: Bei Melasma und generell einer Tendenz zur Hyperpigmentierung kommt Ihr an wasserresistenten Formulierungen mit sehr hohen UVA-Schutzwerten nicht vorbei. Und diese sind schon etwas schwerer auf der Haut.
Falls Ihr dazu Fragen oder Anregungen habt, meldet Euch dazu unbedingt in den Kommentaren!
Vielleicht habt Ihr einen Sonnenschutz entdeckt, der außergewöhnlich leicht ist, dennoch mit sehr hohen UVA-Schutzwerten ausgestattet, wasserresistent und dazu für eine trockene Haut geeignet ist?
Mischhaut
Eine Mischhaut würde, wenn Indoor, etwa zu der Haru Haru Wonder Sonnencreme mit einem UVA-Schutz von 27 (nicht wasserresistent) oder zu dem Avène Sonnenfluid (hier kurz besprochen) greifen – getönt und ungetönt. Die Sonnenfluide von Neutrogena haben einen eher mittelstarken UVA-Schutz von ca. 21, dafür sind sie wasserresistent (hier besprochen). Dies kann man also auch in Erwägung ziehen.
Nicht wasserresistent, aber mit superhohen UVA-Schutzwerten und angenehm auf der Haut ist wieder der Sonnenschutz der deutschen Marke Skingineered – auch diesen könntet Ihr Euch näher anschauen.
Eine ölige Haut kann sich an dem G&G Zero Feel Sonnenfluid (mehr dazu hier) erfreuen.

Alkoholfrei. Viel mehr dazu findet Ihr in diesem Video. Auch ohne Alkohol und superleicht auf der Haut ist das Avène Anti-Imperfection Fluid mit Zink, das bei Unreinheiten helfen kann.
Hier findet Ihr eine Liste von weiteren empfehlenswerten Sonnencremes für alle Hauttypen.
Die Liste ist frei zugänglich, unproblematisch beim Abrufen und hoffentlich hilfreich. 🙂
Technologie statt extra Schichten
Gleich kommen wir zu der Abendroutine, zuvor noch dieser Hinweis:
Falls Ihr Sorgen habt – und damit bin ich in meinem Hautpflegeberatungs-Alltag tatsächlich immer wieder konfrontiert –, durch eine verkürzte Routine etwas zu verpassen, die Haut nicht genug zu versorgen oder die Fortschritte zunichtezumachen, die Ihr Euch mit einer konsequenten Routine erarbeitet habt:
Dann kann ich Euch beruhigen: Das wird nicht passieren.
Ein Sommer mit leichterer Pflege wird Eure Haut nicht zurückwerfen. Superhohe Temperaturen dauern schließlich nicht ewig.
Wenn Ihr trotzdem das Gefühl habt, etwas zusätzlich tun zu wollen, könnt Ihr darüber nachdenken, einen Teil dieser Energie in Technologien statt in weitere Produkte zu investieren.
Zum Beispiel in Rotlicht. Das ist definitiv eine Investition und keine Notwendigkeit. Aber die wissenschaftliche Datenlage rund um Rotlicht wird zunehmend interessanter, weshalb ich es selbst seit Jahren nutze.
Ich verwende nach wie vor die LED-Maske von CurrentBody, weil ich der technischen Kompetenz der Marke vertraue.
Mich überzeugt die Transparenz hinsichtlich der technischen Daten – Wellenlängen, Anzahl der LEDs, Energiedosis pro Behandlung (J/cm²), Sicherheitszertifizierungen. Überzeugend finde ich auch die flexible Passform.
Denn Licht wirkt nur dort, wo es die Haut tatsächlich erreicht. Genau deshalb bevorzuge ich flexible Silikonmasken gegenüber starren Modellen, bei denen häufig größere Abstände an Nase, Kinn oder Gesichtskonturen entstehen.

Die aktuelle Maske arbeitet mit 236 LEDs:
- 110 roten LEDs mit 633 Nanometern
- 110 Nahinfrarot-LEDs mit 830 Nanometern
- 16 Deep-Near-Infrared-LEDs mit 1072 Nanometern
Diese Diese Wellenlängen gehören zu den am besten untersuchten Bereichen der LED-Hauttherapie.
Die Anwendung dauert nur 10 Minuten, 3-mal die Woche (ich verwende meine Maske jeden 2. Tag).
Wenn Ihr also einige Schritte Eurer Routine reduziert, wäre das eine Möglichkeit, trotzdem ein kleines Extra für Eure Haut zu tun – ohne eine weitere Schicht Pflege aufzutragen.
Mehr zum Thema Rotlicht, zur Studienlage und zu den Grenzen der Technologie findet Ihr in meinem ausführlichen Blogbeitrag – Erfahrung mit Rotlichttherapie
Einen 10%-Rabatt habe ich für Euch auch: PIACB (affiliate, danke!).
Die Abendroutine: Beruhigen und Überpflegung vermeiden
Die Abendroutine startet Ihr am besten mit einem Ölreiniger oder einem öl- bzw. wachshaltigen Reinigungsbalm.
Empfehlungen dazu: ISANA Reinigungsöl, PURITO Reinigungsöl oder mein Favorit – der Reinigungsbalm von Geek & Gorgeous (PIA – 5% Rabatt). Der Balm ist super ergiebig, brennt nie in den Augen und nimmt alles runter in einem Go (kein zweiter Cleanser nötig).
Auftragsweise: Auf trockene Haut auftragen, einmassieren, mit Wasser vermischen, nochmals verteilen und abspülen.
Danach könnt Ihr je nach Präferenz etwa ein Retinol- bzw. Retinal-Serum verwenden.
Hier kann aber auch ein beruhigend-entzündungshemmendes Produkt an die Reihe kommen – zum Beispiel das Calming Barrier Serum von ISANA, das Calming Serum von Physiogel (nicht nur bei Rosazea geeignet) oder das Hydro-Barriere-Serum mit Ectoin von The Inkey List.
Ihr könnt allerdings – bei hohen Temperaturen – auch auf ein Serum komplett verzichten und sofort nach der Reinigung eine Feuchtigkeitscreme verwenden, falls Eure Abendcreme das Lieblingsprodukt in der Routine ist.
Umgekehrt geht es aber auch: Wenn Eure Haut ölig ist, ist ein Serum ausreichend – dann kann man auf die Abendcreme verzichten! Da könnt Ihr etwas von der Abendcreme nur unter die Augen – als Augenpflege – verwenden… fertig.
Ein Verzicht auf ein Serum oder eine Creme ist absolut okay! Man muss nicht jeden Tag dieselbe mehrschrittige Routine applizieren.
Weitere Tipps für die sommerliche Nachtpflege:
Wenn die Abendcreme doch verwendet werden soll, könnt Ihr erstens die Menge davon reduzieren. Zu einer besseren Verteilung kann die Haut zuvor mit einem Toner angefeuchtet werden – beispielsweise von G&G, Venya, Nerds oder mit einem Thermalwasser.
Zweitens könnt Ihr auf ein leichteres Produkt umsteigen:
Leichtere Abendcremes
Eine ölige Haut kann sich, wie gesagt, mit einem Serum abfinden und die gewöhnliche Nachtcreme nur unter den Augen als AUgenpflege verwenden.
Eine Mischhaut hätte zur Auswahl: die G&G Hydration Station (für Mischhaut/ölige Haut), BYOMA Feuchtigkeitscreme-Gel, Skintegra CICA-CERA, MIXA Anti-Hautstress oder die DRUNK ELEPHANT F-BALM Mask (ist keine Maske bzw. kann als normale Creme verwendet werden).
Wer bei trockener Haut im Sommer auf eine leichtere Abendcreme umsteigen möchte, könnte zur Collagen Bank Creme von Neutrogena wechseln oder zur Night Cream von COLIBRI – hier habt Ihr auch 0,05% Retinol, falls Ihr auf ein Retinoid-Serum verzichten wollt. Dasselbe betrifft die Retinol-Creme von MUTI – Abendcreme mit 0,1% Retinol in einem.
Noch eine Stufe höher wäre die 0.2% Retinol Creme von Paula’s Choice – in diesem Fall wäre ein Serum tatsächlich nicht nötig, das ist ein wahrer 2in1 Produkt für eine schlanke Abendroutine.
Bei einer sehr trockenen Haut wären im Sommer zum Beispiel die no cosmetics All-In Barrier Cream oder die VENYA Anti Age Rich gut geeignet.
Und wie sieht Eure Sommer-Hautpflegeroutine aus?
Danke fürs Lesen!
Eure Pia

Hallo Pia,
was hältst du denn von den Sonnencremes von Transparent Lap (Invisible und Transparent Sunscreen)? Ich wäre über deine Einschätzung sehr dankbar.
Viele Grüße
Anne
Hallo Pia,
vielen Dank für deinen ausführlichen Artikel. Da ich gesehen habe, dass du dich schon viel mit LED Masken beschäftigst hast, habe ich eine Frage zu dem Thema. Inzwischen ist davon auszugehen, dass nicht nur das UV Spektrum Lichtalterung verursacht, sondern auch andere Wellenlängen wie bspw. blaues Licht und potenziell Infrarotstahlung, wobei da noch vieles unklar ist. Hast du für dich entschieden, dass der Nutzen der Maske die Risiken überwiegt? Bspw. weil es anscheinend nur positive Effekte gibt, wenn die „Dosis“ nicht zu hoch ist?
Was ich zu dem Thema gefunden habe:
Krutmann, J., Berneburg, M. Lichtalterung (Photoaging) der Haut: Was gibt es Neues?. Hautarzt 72, 2–5 (2021). https://doi.org/10.1007/s00105-020-04747-4
Bundesamt für Strahlenschutz
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VG
Danke, Ingo. Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Die biologische Wirkung von Rot- und Nahinfrarotlicht hängt stark von der Dosis ab. In der Photobiomodulationsforschung ist bekannt, dass die Wirkung einer biphasischen Dosis-Wirkungs-Kurve folgt: Zu wenig Licht zeigt kaum einen Effekt, eine optimale Dosis kann positive Wirkungen entfalten, während zu hohe Dosen die gewünschten Effekte abschwächen oder möglicherweise unerwünschte biologische Reaktionen auslösen können. Deshalb sollten nicht beliebig starke Lichtquellen eingesetzt werden.
Bei Blaulicht ist bekannt, dass es in Hautzellen die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (freie Radikale) fördern kann. Insbesondere bei hoher Intensität oder längerer Exposition werden deshalb potenziell negative Effekte auf die Haut diskutiert. Aus diesem Grund würde ich Blaulicht-Anwendungen ohne klaren therapeutischen Nutzen eher vermeiden. Bundesamt für Strahlenschutz (Deine Link-kette) äußert sich mit keinem Wort zu Photobiomodulation und Hautalterung / -schäden.
Ich habe Sonnenflecken und frage mich, ob für mich ein starkes Retinsl mit 0,2 sinnvoll ist. Grds vertrage ich es und trage auch einen LSF 50. Man liest aber öfter, dass man mit Vitamin A Derivaten im Sommer sehr vorsichtig sein soll. Was meinst du?
Danke, Katharina. Wenn Du das Retinal gut verträgst, musst Du es im Sommer nicht zwingend absetzen. Viel wichtiger wäre mir bei Sonnenflecken ein wirklich guter Sonnenschutz: Achte darauf, dass der UVA-Schutz möglichst hoch ist und die Sonnencreme wasserresistent ist, damit der Schutz auch im Alltag zuverlässig erhalten bleibt. Ein LSF 50 allein sagt leider noch nichts darüber aus, wie gut der UVA-Schutz tatsächlich ist. Welchen Sonnenschutz nimmst Du denn? Wie ist Deine Haut – eher ölig oder eher trocken?
Danke! Im Sommer nutze ich la roche posay, die lila Version bei Pigmentflecken. Ist der okay?