Informationen, die für die Hautgesundheit besonders wichtig sind, werden hier auf dem Blog regelmäßig wiederholt. Eine davon ist die Tatsache, dass eine intakte Hautbarriere für das Aussehen und die Gesundheit unserer Haut ungeheuer wichtig ist. In diesem Kontext würdet Ihr fragen: Sind Gesichtsreinigungsbürsten empfehlenswert? Und meine Antwort wäre: Nein.

Warum sind Gesichtsreinigungsbürsten nicht empfehlenswert? Weil sie die hauteigenen Lipide und daher die intakte Hautbarriere zerstören können.

Eine intakte Hautbarriere ist jene, die dicht mit hauteigenen Lipiden benetzt ist.

Zum Thema Hautbarriere und Säuremantel schau hier rein!


Was zerstört Hautlipide?

Die Anzahl von epidermalen Lipiden ist genetisch bedingt. Sie hängt aber teilweise auch von externen Faktoren ab (zu Ursachen für den Hautfeuchtigkeitsmangel s. hier und hier). Darauf haben wir einen bedingten Einfluss. Worauf wir jedoch durchaus den Einfluss nehmen können, ist unser Pflegeverhalten: Durch falsche Pflegegewohnheiten können unsere  wertvollen Hautlipide unbeabsichtigt zerstört werden. Etwa durch:

  • Hautreinigung mit harschen Substanzen (=Tensiden) (Beitrag zu milden Tensiden s. hier)
  • physikalisches Peeling (mit „Körnchen“)
  • Gesichtsreinigungsbürsten
  • zu häufige Exfoliation (auch mit chemischen Mitteln – AHA, BHA, PHA etc.)
  • zu hohe Konzentration von Säuren in chemischen Mitteln
  • reizende, austrocknende Pflege (Duftstoffe, reizende Pflanzenextrakte, denaturierter Alkohol) (Beiträge zu Duftstoffen in Pflege s. hier und hier)

Nun ist es sicherlich nicht so, dass nach einer Hautreinigung mit etwa der Clarisonic Reinigungsbürste die Hälfte der Hautlipide plötzlich weg ist! 🙂 Hier macht die Menge sowie die Häufigkeit den Unterschied aus:

Reinigst Du dein Gesicht mit Sodium Lauryl Sulfate (SLS), peelst Du die Haut täglich mit hoch konzentrierten AHA-Präparaten, trägst Du darauf eine Creme mit 15% Alkohol, Geraniol, Farnesol und Menthol und kümmerst Dich kaum um Sonnenschutz? Dann wird Deine Haut schrittweise hauteigene Lipide verlieren, bis sich dieser Prozess deutlich bemerkbar macht.

Wie erkennt man eine beschädigte Hautbarriere?

Durch Dehydrierung, Ekzeme, Unreinheiten und Falten.

Dies passiert nicht über Nacht, sondern kann durchaus einige Jahre in Anspruch nehmen – je nach Ausgangszustand der Haut. Und Reinigungsbürsten können den Prozess schrittweise beschleunigen.


Hautbarriere und Gesichtsreinigungsbürsten

Von physikalischen Peelingmitteln und Reinigungsbürsten halte ich persönlich nicht viel. Dadurch habe ich neulich einige Hundert Euro verloren, da ich für ein Produkt aus dieser Kategorie hier auf dem Blog keine Werbung machen wollte. Gesichtsreinigungsbürsten erachte ich als nicht empfehlenswert und könnte nichts anderes behaupten.

Falls Du eine ölige (aber reine!) Haut hast und keinerlei Peeling sonst benutzt, kannst Du ein Mal die Woche mit einer Reinigungsbürste und einer milden Reinigungsmilch über das Gesicht fahren. Peelst Du Deine Haut hingegen auf regulärer Basis, benutze bitte zusätzlich weder Reinigungsbürsten noch peelende Körnchen. So viel Peeling braucht definitiv keine Haut! Eine Schädigung der Hautbarriere ist dadurch vorprogrammiert.

Hinweis: Verwende keine Gesichtsreinigungsbürsten bei einer aktiven Akne! (Beiträge zu Akne und einer unreinen Haut findest Du hier)

 Hinweis: Verwende keine Gesichtsreinigungsbürsten bei sonstigen Hautentzündungen: Rosazea, Neurodermitis (atopische Dermatitis), Psoriasis (Schuppenflechte), etc.

 Hinweis: Je empfindlicher die Haut, desto weniger empfehlenswert sind Reinigungsbürsten!


Wie viel chemische Exfoliation ist optimal?

Wie oft sollte man chemisches Peeling verwenden, ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Und die Antwort ist immer dieselbe: „Das hängt von vielen Faktoren ab.“

  • Bist Du ein Anfänger oder ein Fortgeschrittene?
  • Hast Du eine robuste ölige oder extrem sensitive Haut?
  • Welches Hautpflegeziel möchtest Du erreichen?
  • Wie sieht Deine Pflegeroutine aus?

Je nach Antwort variiert die Häufigkeit, die Konzentration, die Art von Fruchtsäuren, etc. Dennoch gibt es diesbezüglich einige Regel. Diese, plus ein paar Beispiele für Peelingmittel für „Anfänger“, werde ich im kommenden Beitrag zusammenfassen ( inzwischen hier nachzulesen: Anwendung vom chemischen Peeling).

Eure Pia

17 Kommentare

  1. Da bin ich ja mal gespannt auf den nächsten Beitrag. Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich immer mehr Falten bekomme und kann mir eigentlich nicht erklären, an was das liegt. Peelen tu ich alle zwei Tage, sonst alles reizarm, Sonnenschutz, Retinol… Und trotzdem finde ich das meine Falten immer tiefer werden, und das recht rapide.
    Schön, dass du so wichtige Dinge immer mal wieder wiederholst, ist eine ziemlich gute Gedächtnisstütze 🙂
    Liebe Grüße

      1. Morgens: Balea Reinigungsöl, Serum (dunkelblaues) von Paula, Sonnencreme (bioderma AR SPF 50).
        Abends: Clinique Balm, entweder Paula 2% BHA mit 5%AHA oder Retinol 0,1% (möchte aufstocken), danach noch die Moisture Surge von Clinique und manchmal noch ein Serum. Niacinamide fehlen mir noch, werden aber bald integriert.
        Stress hab ich momentan eigentlich keinen, Diät halte ich schon lange nicht mehr 🙂
        Ich bin 27. Ich weiß nicht, vielleicht ist das auch einfach der normale Prozess, aber stört mich eben schon sehr, da die Falten eigentlich nur die Mundgegend betreffen (Naso-labial und Marionetten) und ich dadurch immer müder/missmutiger aussehe.
        Ich hoffe, ein höherer Retinolgehalt hilft da noch, ich will nur erst das eine aufbrauchen bevor ich höherschraube.
        Gnah, immer dieses blöde Alter 🙂

        1. Übrigens ein großes Danke, dass du immer antwortest. Ist nicht selbstverständlich 🙂

        2. Author

          Liebe Julia,

          deine Routine sieht sehr gut aus. Da Du BHA benutzt, vermute ich, dass Du eine Mischhaut hast, ja? Bei einer trockenen Haut würde ich auf Trockenheitsfältchen und einen verstärkten Wasserverlust tippen… Sonst: Ja, es kann sein, dass Dir der “normale” Alterungsprozess als “rapide” vorkommt. Auch kann es sein, dass Du in den vergangenen Jahren die Haut etwas „herausgefordert“ hast (Sonnenstrahlen oder Schutz, Reizstoffe in der Pflege, etc.), was erst jetzt “rauskommt”… Auch spielen Gene eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hast Du ein schmales, fettarmes Gesicht? Solche kleine Gesichter, die kaum eine Fettaufpolsterung aufweisen, altern auch schneller.

          Versuche, weitgehend auf Zucker in Deiner Diät zu verzichten und mehr Fettsäure zu Dir nehmen.

          Außerdem: Hast Du bereits Produkte mit gut dosiertem Hyaluron (hyaluronic acid) ausprobiert)? Gute Auswahl bietet etwa Christine Niklas (CNK). Schau bei Anastasia vorbei – sie hat ihre Fältchen mit einer Pflegkombination gut in den Griff bekommen: http://iconosquare.com/viewer.php#/detail/1203741991552368611_1224978278 und http://iconosquare.com/viewer.php#/detail/1231159663793487392_1224978278.

          Man muss aber auch realistisch bleiben: selbst Retinol wird die bereits entstandenen Falten nur geringfügig reduzieren; ich persönlich betrachte alle Aktivstoffe in Pflegepräparaten in erster Linie als präventiv, nicht rückwirkend. Durch eine gute Befeuchtung der Haut können kleine Fältchen optisch minimiert werden; ansonsten hilft wohl nur ästhetische Medizin.

          Außer Christine Niklas bietet Paulas Choice ein Hyaluron Booster; günstiger ist das Sebamed Gel (mit super feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen). Auch von dem Khiels Serum mit 15% Glycerin (Review auf dem Blog) wird Positives in Bezug auf den Aufpolsterungseffekt berichtet.
          Versuch die Haut mit extra Portion Feuchtigkeit zu versorgen – das scheint in Deiner aktuellen Routine zu fehlen – und wir schauen, was passiert, okay?
          Ich grüße Dich herzlich, Pia

          1. Danke für deine Antwort 🙂
            Ich habe schon eher trockene Haut, BHA benutze ich eigentlich nur, da ich sehr zu Unterlagerungen neige. Ich werde es mal auf einmal wöchentlich reduzieren und schauen was passiert, darauf dass das meine Haut dadurch auch austrocknet bin ich gar nicht gekommen.
            Und ja, strapaziert habe ich meine Haut die letzten Jahre wirklich sehr. Sonnenbaden, NK, Reinigung mit Seife, da war alles dabei was ich vom heutigen Standpunkt mit einem großen „Um Gottes Willen“ beschreie. Von den Genen dürfte es so schlecht nicht sein, mein Gesicht ist auch eher rund als eckig 🙂
            Aber ja, ich denke die letzten Jahre waren auch ausschlaggebend.
            Danke für die Tipps, Hyaluron werde ich nun einbauen. Ich erwarte ja keine Wunder, das ich nicht mehr aussehe wie 14 ist auch ganz nett, ich fürchte nur die Zukunft 🙂
            Ästethische Medizin wäre eben mein letzter Schritt, mit dem ich mich aber auch schon auseinandergesetzt habe.
            Ok, dann starte ich mal mit einer neuen Routine, bin gespannt was passiert 😉
            Danke für die Hilfe,
            Liebe grüße

          2. Pia hat dir da sehr gute Tipps gegeben. Die Seren von Paula empfinde ich selbst mit feuchtigkeitsarmer Mischhaut nicht als feuchtigkeitsspendend, als Grundlage ist das zu wenig, und auch die Moisture Surge, so wässrig sie sich auch anfühlt, hydriert die Haut nicht gut genug; besser wäre die Moisture Surge Overnight Mask. Mehr okklusive Stoffe als Abschluss, besonders nachts, machten bei meiner Haut den Unterschied sowie die Integrierung von Hyaluronsäure und Q10.

  2. Ich freue mich schon sehr auf deinen kommenden Beitrag! Ich habe seit längerer Auszeit nun wieder mit chemischen Peelings angefangen (2% BHA und 8% AHA). Zuvor hatte ich 1,5 Jahre lang nur 2% BHA verwendet und keinen großen Unterschied gesehen weshalb ich nun noch AHA dazunehmen möchte. Ich neige zudem eher zu normaler/trockener Haut und habe eher Unterlagerungen wie Mitesser und nur extrem selten mal einen Pickel.
    Mir ist bewusst, dass man sich an solche chemischen Peelings erst einmal langsam herantasten soll bzw. nicht alles auf einmal in hohen Konzentrationen nehmen soll. Trotzdem ist mir nicht ganz klar wie schnell ich die Häufigkeit steigern kann. Mein Ziel ist die beiden Peelings jeden Abend nach der Reinigung zu verwenden. Außerdem interessiert mich natürlich stark wann es einfach zu viel des guten ist. Ich bin deshalb schon sehr auf deinen Post gespannt 🙂

    1. Author

      Liebe Kyra, den nächsten Beitrag werde ich also bereits am kommenden Sonntag freischalten. Eine feste Regel für „was ist zu viel/zu wenig“ gibt es nicht; es gibt aber, wie ich denke, kleine „Stützregel“. Ich bin gespannt, wie Du das dann sehen wirst. 🙂 Viele liebe Grüße, Pia

  3. ich bin sehr dankbar für die Serie 🙂 in meinen Teenie-Alter habe ich sehr viel Toner und Reinigung mit Alkohol verwendet und jetzt muss ich dafür büßen – dehydrierte und ölige Haut. Seit paar Monaten versuch ich Alkohol in Hautpflege zu meiden, trage weniger Makeup und verwende Cremes mit Lipiden/Ceramiden. Ab und zu ein chemisches Peeling und es ist schon besser <3

    1. Author

      Hallo liebe Eliza, meinst Du, dass Deine Haut schon allein deshalb besser geworden ist, weil Du auf Alkohol (denat) in Deinen Pflegeprodukten verzichtest? Das ist eine wichtige Rückmeldung, danke!

  4. Liebe Pia,
    Was hältst du von Mikrofasertüchlein zur Gesichtsreinigung? Ich komme damit ganz gut zurecht.
    Danach entferne ich den Rest mit Bioderma Sensibio Mizellenwasser. Benütze allerdings auch nur selten Foundation. Des Weiteren nehme ich die Mikrofasertüchlein her, um die restliche Sonnencreme, z.Z. Bioderma Photomax 50+ Creme, die nach 20 Minuten noch auf der Haut sind, zu entfernen.
    Liebe Grüße
    Nora

    1. Author

      Liebe Nora, ich selbst benutze auch ab und zu Mikrofasertücher. Falls man das sanft macht und hinterher kein hoch konzentriertes Retinol oder Säure benutzt, wird die Haut nicht allzu sehr gereizt. Alles in Maßen.
      Dass man es zum Entfernen von auf der Haut liegenden Sonnenschutzresten benutzen kann, ging mir noch nicht durch den Kopf, muss ich gestehen. Dazu benutze ich normalerweise das Klopapier. :)) Danke für Deine Rückmeldung!




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