Gelesen und gestaunt: Hautpflege und Kupferpeptide

Gelesen und gestaunt: Hautpflege und Kupferpeptide

Manchmal liest man und staunt. Daher werde ich auf dem Blog regelmäßig kurze Kommentare zu dem neulich Geschriebenen aus dem Bereich Hautpflege berichten.


Heute beginne ich mit einem im Juni 2014 veröffentlichten Beitrag von Michael Q. Pugliese, PhD (= Doktortitel). Er schreibt über die Eigenschaften von Kupferpeptiden und deren Auswirkung auf die Haut, insbesondere auf die Kollagenproduktion. Als ich den Titel sah: “Copper and Its Role in Collagen Development” dachte ich, cool: da kann man etwas Neues lernen. Leider…

Unser Wissen über die Wirkung von Pflegeprodukten ist (im Idealfall) auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgebaut (insbesondere Chemie, Biologie und Physik). Da die Nachfrage nach immer besseren/effizienten Produkten wächst, steigt auch die Anzahl von Studien, in denen die vorherigen Ergebnisse entweder bestätigt oder widerlegt werden (und alles passiert ohnehin vorübergehend, denn das Widerlegte kann morgen wieder bestätigt werden usw.).

Fazit: Es ist ungeheuer wichtig, von den neuesten Studienergebnissen zu wissen, bevor man eine einigermaßen glaubwürdige Aussage zur Wirkung von Pflegeprodukten trifft.

Wenn man selbst kein/e Chemiker/in ist, muss man sich auf andere verlassen. Ich selbst brauche dafür konkrete Studien – nicht nur das, was Herr Dr. X behauptet und was man im Internet meist ohne Quellenangaben findet.

In seinem dreiseitigen Text beschriebt Herr Pugliese fleißig, was Kupferpeptide für die Haut tun (sollen). Ihre Funktion besteht in der Stimulierung von Kollagen und Bildung von Elastin. Dies passiert durch die Erhöhung des Enzyms lysyl oxidase. Stimmt.

Heute gibt es eine neue Version von Kupferpeptiden auf dem Markt – diese heißt Neodermyl. “Viele in vitro und in vivo Studien haben gezeigt, dass dies effektiv in Reduktion von sichtbaren Zeichen der Hautalterung sind”, freut sich Dr. Pugliese. (meine Hervorhebung)

Ich freue mich ja auch, schaue aber anschließend in die unten aufgelisteten Referenzen. Ich will dem Man nicht einfach den Glauben schenken, sondern eine Bestätigung in Form von Forschungsergebnissen sehen. Und was sehe ich da? Bücher und Aufsätze über Kupferpeptide vom Anfang 80er Jahre! Kein Witz!

Wahrscheinlich hat der Autor in den 80er seine Doktorarbeit geschrieben. 🙂

Was wars für heute. Auf Eure Kommentare bin ich sehr gespannt!

Pia


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PS: Ich wollte Euch einen zugänglich geschriebenen Text über Kupferpeptide auf Deutsch angeben… schaute bei Paula vorbei und sehe, dass sie dabei selbst eine elf Jahre alte Referenz angibt. Mann, seit elf Jahren gibt es eine ganze Menge von neuen Studien dazu!

EDIT: Die Referenzen wurden inzwischen bearbeitet und beziehen sich auf Jahre 2003 und 2013!

5 Comments

  1. axara09
    May 15, 2016 / 9:59 pm

    Liebe Pia!

    Wie steht es im Jahr 2016 mit den Forschungsergebnissen über Kupferpeptide?

    Habe mir gestern nämlich folgendes leichtsinnigerweise bestellt:
    Water, Copper Tripeptide-1, Sodium Hyaluronate, Butylene Glycol, Beta Glucan, Caprylyl Glycol, Ethylhexyl Glycerin, Tropolone, Peg-60 Hydrogenated Castor Oil, Human Oligopeptide-1, Palmitoyl Pentapeptide-4, Acetyl Hexapeptide-8, Pentapeptide-13, Disodium Edta

    Liebe Grüße!

    • May 17, 2016 / 2:08 pm

      Hallo meine Liebe skincare-Freundin,

      Peptide ist ein großes Thema. Nicht nur gibt es viele Peptide-Arten auf dem Markt (derzeit um 30 wenn nicht inzwischen deutlich mehr), sondern sie haben auch unterschiedliche Funktionen und sind durch unterschiedlich ausfallende Anzahl von Studien begleitet. Darüber hinaus sind Peptide sehr instabil und zerfallen kurz nach dem Eindringen in die Haut. Daher werden seit einigen Jahren intensiv diverse Überlieferungssyteme (meist auf Lipidbasis) entwickelt, zu welchen es noch nicht wirklich viel glaubwürdige Literatur gibt. Bis ich mich in die Materie einlese, wird es wahrscheinlich 2018 sein. 

      Persönlich interessiert mich am meisten die kollagen-erhöhende Wirkung von den sog. Signal-)Peptiden bzw. die Bedingungen dafür. Auch die Stymulierung von Glucosaminglycans und hierdurch Erhöhung des Wassergehaltes in der Haut sind hoch spannend. Dazu tragen u.a. Tetrapeptide-21 (GEKG) und 2) Palmitoyl Pentapeptide-5 (KTTKS), und zwar jeweils bei einem lediglich 0,001 bis 0,005% Einsatz! Auch Matrixyl 3000 (ab 2%) sollte gute faltenreduzierende Resultate aufweisen. Was Kupferpeptide anbelangt, so scheiden sich die Geister, inwiefern die kollagenanregende Wirkung objektiv und unabhängig gemessen wurde bzw. ob bei einer höheren Konzentration nicht etwas das Gegenteil auftritt. Das von Dir „spontan“ gekaufte Produkt sieht schön aus; probiere es ruhig aus. Und wir schauen nach zwei Monaten, ob die Falten weg sind! ))

  2. Josef Sch.
    December 28, 2015 / 4:24 pm

    Na ja, eine Studie ist nicht von vorneherein schlecht, nur weil sie aus den 80ern stammt.

    • December 29, 2015 / 3:06 pm

      Hallo Josef, das ist nicht gemeint. Gemeint ist, dass im Forschungsbereich, in welchem Genauigkeit und Adäquatheit von Ergebnissen von der eingesetzten (neuesten) Technologie abhängt, und wo (wie in jedem anderen Forschungsbereich) immer der neueste Forschungsstand als aussagekräftig gilt, nicht eine einzige, 30 Jahre alte Studie zur Untermauerung eigener Aussagen herangezogen werden kann. Eine Studie aus den 80ern ist zwar keineswegs “schlecht” oder bedeutungslos; inzwischen gibt es aber eine Menge neuerer Ergebnisse, die nicht einfach so ignoriert werden können. Bist Du damit einverstanden? Viele Grüße, Pia

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