Transparent Lab & Theramid
Wir starten mit dem Vitamin-C-Serum von Transparent Lab. Bevor ich zum Produkt komme, noch eine Anmerkung zur Marke, da Ihr mich oft nach meiner Einschätzung fragt.

Generell gilt:
Sowohl Transparent Lab als auch Theramid sind meist sehr gut formuliert. Ich hatte bisher allerdings wenig Glück – die Produkte bescherten mir entweder Unreinheiten oder sie rollten ab.
Das ist natürlich individuell.
Wenn ich mich aber auf Instagram in unserer Skincare Community umsehe, ist Theramid inzwischen etwas abgetaucht. Auch Transparent Lab ist weniger präsent. Das kann aber auch mit der PR-Sample Politik der Firma (niche beauty lab) zusammenhängen.
Ich möchte mir eigentlich demnächst wieder einige Produkte von Transparent Lab und Theramid (inzwischen Teramyd) anschauen, weil sich definitiv einige Schätze verstecken… Habt Ihr Empfehlungen dazu?
Vitamin C von Transparent Lab
Nun zum Vitamin C Serum:
Die Hauptakteure sind hier 15 % reine Ascorbinsäure und 5 % Glutathion. Das ist unbestritten ein starkes, antioxidatives Duo.
In der Beschreibung spricht Transparent Lab noch zusätzlich von 1 % Grüntee-Extrakt; ein Blick auf die INCI-Liste verrät aber:
Es ist Grüntee-Wasser.

Und Wasser ist nun mal kein Extrakt. Das ist wohl ein… Fehler (?) in der Produktkommunikation?
Da ich mich beruflich viel mit Produktkommunikation beschäftige (als Skincare Insider) – d.h. wie eine Kosmetikmarke ehrlich und verständlich ihre Formulierungen nach außen transportiert –, halte ich so einen Fehler für sehr schwerwiegend.

Der Unterschied zwischen Wasser und Extrakt in der Wirkung ist nämlich riesig. Und so etwas darf einer etablierten Marke einfach nicht passieren.
Trotzdem: Die beiden Antioxidantien – Vitamin C und Glutathion – reichen aus, um die Formulierung als wirksam einzustufen oder sogar: stark wirksam .
Das Serum ist reizarm, unparfümiert und hat mit 3,0 bis 3,2 einen passenden pH-Wert.
Dunkle Pumpflasche. Das alles klingt theoretisch hervorragend.
Das Serum hat allerdings eine Eigenschaft, die mich von der weiteren Nutzung abhält: den Geruch.
Den bekannten Wurstwasser-Muff bin ich bei Ascorbinsäure-Seren gewohnt, aber hier ist er gefühlt 10-Mal intensiver (Glutathion + Ferulasäure).
Und nein, er verfliegt nicht.
Ich habe die Reviews auf der Homepage gelesen, in denen Kundinnen berichten, dass der Duft nach Sekunden verfliegt. Ich weiß nicht, was deren Nasen machen, aber mein Gesicht riecht noch Stunden später nach Wurstküche.
Auch die Hände, (die das Produkt aufgetragen haben)…
Klar, 10 € sind kein Vermögen, aber für mich definitiv rausgeworfenes Geld.
Was hat ein Serum mit Kaninchen zu tun?
Nur mal als Perspektive: Meine 12-jährige Tochter betreut gerade als Urlaubsvertretung zwei Kaninchen.
Für 10 Euro muss sie eine ganze Stunde lang ordentlich ackern – Gehege schrubben, zig-arten von Gemüse schneiden, Reste in die Mülltonne wegtragen, Wasser holen, frisches Gras schneiden, etc.
Wenn ich sehe, was sie für diesen Zehner leisten muss, relativiert sich das ganz schnell.

Und: um danach den ganzen Tag nach Wurstwasser zu riechen, müsste man mir eher noch was dazuzahlen. 🙂
SunOzon: Sport Sonnenspray
Der zweite Flop ist das Sonnenspray von SunOzon. Die Auslobungen liest sich wie ein Märchen:
Anti-Sand, transparent, schweißresistent, Sofortschutz (hat jede Sonnencreme), extra wasserfest – ein „Frische-Kick“…
Fehlt nur noch etwas? 🙂

Ich habe es für schwitzige Tage gekauft. Oder eher zum Test… Die parfümfreie Variante habe ich online bei Rossmann nicht gefunden.
Dieses hier hat den besagten Frische-Kick – was übersetzt bedeutet: ein ziemlich altmodischer, aufdringlicher Parfümduft.
Der enthaltene Alkohol ließ vermuten, dass das Spray leicht einzieht.
Die Realität ist eine andere: Es ist furchtbar fettig. Meine Tochter, um sie noch mal in die Szene zu setzen, hat sich nach der ersten Anwendung umgehend geweigert, noch einmal als Testperson hinzuhalten. Für mich ist das Spray ebenfalls unbrauchbar.
Wichtig dabei: Ihr wisst, dass man ein UV-Spray ohnehin nach dem Einsprühen einmassieren muss; einsprühen und einfach auf der Haut so zu lassen, geht es leider nicht.
Und dann muss man auch in Kauf nehmen, dass eine ordentliche Menge davon einfach in der Luft verschwindet.
Dazu habe ich für Euch bereits vor einem Jahr ein Video gemacht – bitte schaut euch bei Interesse an, wie die schützende Leistung von einem UV-Spray zu bewerten ist.
Diese kann nämlich oft zu kurz kommen…
Die Flasche kostet um 6 €.
Falls Ihr einen extra wasserresistenten Sonnenschutz mit Alkohol sucht, der sich wirklich leicht anfühlt, empfehle ich eher dieses Produkt von La Roche-Posay.
Nerds: 12% AHA Liquid Exfoliant
Wir gehen weiter und haben jetzt ein chemisches Peeling auf der Agenda:
Eigentlich würde ich gerne mein Peeling von Paula’s Choice gegen eine günstigere Option tauschen.
Das Anti-Aging RESIST Peeling nutze ich seit … gut zehn Jahren, wenn nicht länger. Davon habe ich hier schon mehrfach berichtet. Für meine Haut bleibt es der Goldstandard. Die 10 % Alpha-Hydroxysäuren setzen sich aus vier Säuren (vor allem Glykol- und Milchsäure) plus 0,5 % Salicylsäure zusammen. Und das alles bei einem pH-Wert von ca. 3,8. Also perfekt.

Funktioniert verlässlich und effektiv, ohne zu brennen.
Eine Alternative dazu könnte das Peeling von Nerds mit 12 % AHA dienen – dachte ich.
Leider… Es ist zwar gut formuliert, beschert mir aber Unreinheiten.
Das ist zwar bei Säureprodukten nicht ungewöhnlich. Doch selbst nach all den Jahren in der Skincare-Analyse muss ich ehrlich zugeben:
Es bleibt ein Mysterium meiner eigenen Haut, warum manche Exfoliants bei mir funktionieren und andere nicht.
Aber… Vielleicht könnt Ihr uns hier über Mysterien Eurer Haut berichten? Das wäre mit Sicherheit interessant zu lesen. 🙂
Kurz: Das Peeling von nerds versteht sich mit mir nicht.
Es enthält 10 % Glykolsäure und 2 % weitere Fruchtsäuren bei einem pH-Wert von 3,3 bis 3,8.
Schade, denn die Formulierung ist solide – allerdings nichts für empfindliche Haut.
100 ml kosten 17 Euro. Auch in Drogerien zu erhalten mein Video zu nerds verlinke ich für Euch hier.
Die neue Skincare Marke hat definitiv einiges zu bieten.
MediPharma: Gesichtsfluid LSF 50+
Nächster Flop: Das Gesichtsfluid mit LSF 50+ von MediPharma.
Das Fluid wird als „ultraleichter Schutz“ beworben.
Selbst die Bezeichnung „leicht“ wäre schon stark übertrieben, aber „ultraleicht“ ist wohl… satirisch gemeint?
Denn das Gegenteil ist der Fall: Es ist fettig, zieht kaum ein und hinterlässt einen Glanz, als wäre das Gesicht gerade frisch lackiert…

Es ist parfümfrei, alkoholfrei und nutzt moderne UV-Filter. Das bringt allerdings wenig, wenn das Tragegefühl einfach anstrengend ist.
Oder kennt jemand von Euch das Fluid und nimmt es völlig anders wahr?
50 ml kosten um die 20 Euro. Noch mal 20 Euro – zwei Stunden Kaninchen-Betreuung und viiiiiel zu wenig Schmerzensgeld, um mich freiwillig frisch lackiert durch die Stadt zu bewegen.
Trend IT UP: Jelly Matte Primer
Und dann haben wir den Jelly Matte Primer von Trend IT UP.
Das Lustige daran: Wenn ein Produkt aus der dekorativen Kosmetik-Ecke exakt eine einzige Funktion hat – nämlich zu mattieren – und genau das verweigert, fühlt man sich als Konsumentin leicht vor den Kopf gestoßen, nicht wahr?

Ansonsten ist der Primer sehr übersichtlich formuliert: parfümfrei, alkoholfrei und generell reizarm.
Das Problem besteht also nur in einem Punkt: Er mattiert nicht. Gar nicht. Weder alleine aufgetragen noch mit Foundation gemischt.
Durch das Silikon – ich mag Silikone sonst gerne in Hautpflege – hinterlässt er lediglich einen eher glänzenden Film und nivelliert die Klebrigkeit der Sonnencreme.
Kurz und knapp: Ein Missverständnis in einer 30ml-Tube für 4 €.
Jean & Len: Haarparfum You’re My Coco Vanilla
Und zum Schluß: Ein wunderbarer Duft – Kokos mit Vanille, ein Traum.
Und ich meine es nicht sarkastisch: Genau meine Präferenz, wenn es um sommerliche Düfte bzw. Haarparfüm geht. Denn darum geht es: Es ist ein Parfüm für die Haare.
Und was ist die Rolle eines Haarparfüms? Die Haare duftend durch den Tag zu begleiten, nicht wahr?
Und was passiert, wenn der wunderbare Duft nur ein paar Minuten durchhält? Und dann spurlos verschwindet?

Dann qualifiziert sich das Produkt für einen klaren Flop.
Das Ironische daran:
Haare sind aufgrund ihrer Keratinstruktur hervorragende Duftträger – Duftstoffe haften dort deutlich länger als auf der Haut.
Dass dieser Duft trotzdem nach gefühlten drei Minuten verdunstet ist, grenzt schon fast an physikalische Zauberei.
Jean & Len – das Zauberer-Team. 🙂
100ml , 4 € – schade, dass der Hersteller die Haltbarkeit nicht zuvor geprüft hat…
Und generell stellt sich bei derartigen Fragen jedes Mal die Frage: Wer hat das im Labor und für den Vertrieb abgesegnet… Und warum habe ich dafür Geld bezahlt?
Und übrigens – ist Sonnencreme tatsächlich gefährlich? Mehr dazu findet Ihr hier!

Danke für die Flops! Auch wichtig zu wissen, was man sich sparen kann.
Das Vitamin C von Transparent Lab habe ich allerdings schon ausprobiert und bei mir verfliegt der Duft tatsächlich nach kurzer Zei. Angenehm ist der Duft aber wirklich nicht.
Von der Wirkung her ist das Serum bei mir ausgesprochen gut (ich habe allerdings auch eine unempfindliche Haut) und der Preis ist natürlich super….
Hast du eine Empfehlung für einen guten Haarduft? 🙂