Exosomen und Nadeln – Können wirklich die Hauttextur verändern?

Medicube Exosomes Empfehlung

Exosomen in der Hautpflege – Trend oder echter Fortschritt?

Winzige Zellpakete, die unsere Haut regenerieren sollen: Exosomen sind ein andauernder Trend in der Kosmetik.

Aber funktionieren sie wirklich oder ist das nur ein cleveres Marketing?

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie diese kleinsten Zellboten funktionieren, wie sie in eine Creme gelangen – und ich werde Euch einige Empfehlungen für Produkte mit Exosomen geben.

Videoversion: Exosomen in Hautpflege

Exosomen in Hautpflege Erfahrung


Was sind Exosomen überhaupt?

Stellt Euch vor, in Eurem Körper läuft ein riesiges Kommunikationsnetzwerk.

Jede Zelle spricht mit anderen Zellen – und dafür verschickt sie winzig kleine Päckchen, die sogenannten Exosomen.

Hautzelle Exosom

Sie sind so klein, dass man sie nur mit einem sehr guten Mikroskop sehen kann – etwa tausend Mal kleiner als eine Hautzelle, die selbst schon winzig ist. (Exosomen 2025)

Exosomen sind wie kleine Brieftauben:

Sie transportieren besondere Nachrichten und Werkzeuge.

Ihr könnt Euch Exosomen vorstellen wie Bläschen mit einer schützenden Hülle aus Lipid-Doppelschicht. Die Zelle verpackt ihre Botschaften in dieser Hülle und schnürt sie als Päckchen ab.

Das passiert ganz natürlich in unserer Haut, im Blut – eigentlich überall im Körper.


Was steckt in diesen Zellpäckchen?

Die Inhalte sind sehr unterschiedlich:

  • RNA (also Baupläne für Proteine),
  • Proteine selbst,
  • Fette
  • oder andere Werkzeuge der Zelle.

Alles wird geschützt und an die richtige Adresse geschickt. (Exosomen 2025, b)


Wie kommen Exosomen in Hautpflegeprodukte?

Jetzt stellt Ihr Euch sicher die Frage: Wie landen diese winzigen Boten eigentlich in einer Creme?

Sie werden nicht aus menschlichen Zellen herausgenommen – keine Sorge.

Stattdessen werden Zellen im Labor gezüchtet, und diese „spucken“ Exosomen in die Nährflüssigkeit aus.

Diese Exosomen werden dann gesammelt, zentrifugiert, gereinigt und schließlich in Cremes oder Seren eingebaut.

Wichtig: Exosomen sind keine lebendigen Organismen mehr, sondern stabile Werkstoffpakete.

Sie können mit anderen Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Antioxidantien kombiniert werden.


Menschliche Exosomen? In der EU verboten

In den meisten wissenschaftlichen Studien werden menschliche Stammzellen verwendet, zum Beispiel aus Nabelschnur oder Fettgewebe.

Solche Exosomen sind in der EU jedoch für Kosmetikprodukte verboten – aus rechtlichen und ethischen Gründen.

Deshalb nutzen fast alle Hautpflegeprodukte pflanzlich gewonnene oder synthetisch hergestellte Exosomen – etwa aus:

  • Rosenstammzellen,
  • Centella Asiatica,
  • Aloe Vera
  • oder inaktivierten Bakterien (z. B. Lactobacillus).

Klar ist: Die Inhalte dieser Exosomen unterscheiden sich von menschlichen Exosomen. Ein Vergleich ist schwierig.

Dennoch klingt die Werbung für Exosomen-Pflege traumhaft: Anti-Aging, Wundheilung, Regeneration, Schutz vor Umweltschäden.


Die Studienlage: Was wissen wir wirklich?

Die meisten Belege stammen aus Laborversuchen (in vitro) oder aus Tierversuchen.

Dort zeigen Exosomen gute Effekte:

  • Sie fördern Hautheilung,
  • verstärken die Kollagenbildung
  • und wirken antioxidativ.

Einige wenige Studien gibt es auch am Menschen, etwa mit Exosomen aus Rosenstammzellen, Lactobacillus, Centella Asiatica oder synthetisch erzeugten Exosomen.

Diese Studien sind jedoch oft sehr klein, dauern nur wenige Tage und nutzen selten echte Kontrollgruppen.

Ein Beispiel: Eine Studie mit Rosenstammzellen wurde an nur acht Patienten durchgeführt – ohne Kontrollgruppe.

Positive Effekte auf Wundheilung, Pigmentierung oder Narben könnten also durch die Exosomen verursacht worden sein, aber auch durch andere Faktoren. Das bleibt offen.


Was heißt das für uns Konsumenten?

Wir dürfen nicht einfach annehmen, dass pflanzliche oder synthetische Exosomen in Cremes genauso wirken wie die Exosomen aus menschlichen Stammzellen, die in Laborversuchen verwendet werden.

Die Botschaften dieser Exosomen sind anders – deshalb lassen sich beeindruckende Effekte aus dem Labor nicht direkt auf Kosmetik übertragen. Skepsis ist also sinnvoll.


Meine generellen Empfehlungen

Verlasst Euch auf bewährte Wirkstoffe mit solider Studienlage: Retinoide, Vitamin C, Niacinamid, Hyaluronsäure, Ceramide.

Bis mehr glaubwürdige Studien zu Exosomen vorliegen.

Wenn Ihr aber neugierig seid, könnt Ihr Exosomen-Produkte ausprobieren. Erste Erfahrungen sind vielversprechend – vor allem im Bereich Feuchtigkeit, Schutz und Regeneration.

Aber: Erwartet keine Wunder und betrachtet die Marketingversprechen kritisch.


Produkte mit Exosomen im Test

1. Der Komplex von The Inkey List (Exosomen aus Centella Asiatica)

Dieses Produkt enthält Exosomen aus Centella Asiatica („Cica“).

Laut Hersteller soll die Kollagenproduktion um 300 % steigen und Entzündungen um 55 % sinken. Die Zahlen basieren jedoch auf Laborexperimenten an Fibroblasten, nicht auf klinischen Studien.The Inkey List Exosomes Complex Erfahrung

Eine unabhängige Studie zu den 55 % gibt es nicht – die Angabe stammt aus herstellerinternen Tests.

Trotzdem ist das Produkt als Serum bzw. sehr leichte Feuchtigkeitscreme angenehm formuliert: mit 1 % Ectoin, Hyaluronsäure in verschiedenen Molekülgrößen und beruhigenden Substanzen.

Ohne Parfum, reizarm und leicht – vor allem für sehr ölige Haut geeignet.

The Inkey List Exosomes EmpfehlungWenn Ihr Exosomen testen möchtet, just for fun, ist dieses Produkt eine solide Option.

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2. Das Serum von Medicube (Exosomen aus Lactobacillus)

Und das andere Produkt, das ich interessant finde – nicht unbedingt empfehlen werde, mehr dazu gleich – ist das Serum von Medicube mit Exosomen aus Lactobacillus.

Medicube Exosomes One Day Shot

Was wissen wir zur Wirkung von dieser Art von Exosomen?

Diese wurden an echten menschlichen Hautproben getestet. Die Hautstücke wurden im Labor zunächst mit UV-Strahlen geschädigt. Dann haben die Forscher auf diese Hautstücke eine spezielle Flüssigkeit mit Exosomen aufgetragen, die aus dem Bakterium Lactobacillus brevis stammten.

Das Ergebnis war: Die Hautstücke, die mit den Exosomen behandelt wurden, haben sich deutlich besser erholt als die unbehandelte Haut. Es wurde nämlich auch eine Kontrollgruppe, also ein Kontroll-Hautstück, eingeführt.

Die Hautbarriere wurde gestärkt, die Haut wurde widerstandsfähiger und konnte sich besser schützen. Außerdem haben sich wichtige Proteine in der Haut vermehrt, die für Stabilität und Gesundheit der Haut wichtig sind.

Kurz gesagt: Diese Bakterien-Exosomen haben im Labormodell der menschlichen Haut zu einer schnellen Reparatur und Regeneration beigetragen.

Ich muss sagen, dass mich diese – obwohl es eine In-vitro-Studie war – mehr überzeugt als die Aussage über „300 % erhöhtes Kollagen“.

Deshalb habe ich mir dieses Serum von Medicube bestellt.


Nadeln im Serum

Aber das Besondere an dem Serum ist nicht nur – und ich würde sogar sagen: nicht in erster Linie – die Exosomen. Genauso wichtig ist nämlich in diesem Serum das Trägersystem. Na gut, das ist nicht ganz ein Trägersystem, sondern eher ein Lieferwagen, der die Exosomen in die Haut einschleust.

Und dieses System kann die Haut durchaus teilweise stark irritieren. In das Produkt wurden nämlich winzige Nadeln eingebaut. Sie sollen die Penetration von Exosomen erleichtern, weil dadurch Mini-Kanäle in der Haut geschaffen werden.

Wie kann man sich das vorstellen?

Es handelt sich um kleine Mikronadeln, kleine Spitzen, die man sonst von Microneedling-Geräten kennt – nur etwa 100 Mal feiner.

Medicube Exosome Shot Erfahrung

Diese Mini-Mikronadeln sind in das Serumgel eingebettet und sehen unter dem Mikroskop aus wie kleine spitzige Pünktchen. Und diese Nadeln spürt man deutlich beim Auftrag.

Das Gefühl ist wie bei einer Art Glasfaser-Isolierung. Ich empfinde es zwar nicht als schmerzhaft, die Nadeln sind aber deutlich spürbar.

Medicube Exosomes Shot Nadeln Schmerzhaft

Und auch danach, wenn man anschließend eine Creme aufträgt, ist noch ein Kribbeln auf der Haut zu spüren. Denn die Spikulenspitzen bleiben in der Haut für ca. 72 Stunden.

Das Gefühl ist sehr gewöhnungsbedürftig, und es ist klar, dass an diesem und potenziell auch am nächsten Tag – je nach Hautgefühl – kein chemisches Peeling, keine stärkeren Retinoide oder andere hochkonzentrierte Wirkstoffe verwendet werden sollten.

Eine tägliche Benutzung von dem Shot-Serum ist definitiv nicht angebracht.

Ja, ich habe mir die starke Version mit 7500 Nadeln bestellt, um zu schauen, was sie kann.

Es gibt aber auch eine mildere Version mit 2000 Nadeln.


Sponge Spicule Delivery System

Und was halte ich eigentlich von dem Schwamm-Spikulensystem ?

(Hier ein beispielhafter Hersteller und Beschreibung der Spikulen; dabei handelt es sich um natürliches Silica (SiO₂))

Ein echtes Microneedling mit dem Effekt einer Kollagenproduktion kann man nicht erwarten.

Ich könnte mir aber eine positive Auswirkung auf Narben und insgesamt auf die Struktur der Haut – also auf die geglättete Haut – vorstellen. Nebenbei könnte auch eine bessere Aufnahme der Exosomen durch die Haut erreicht werden.

Medicube Exosome Serum 75000

Doch was wir nicht wissen, sind die Langzeiteffekte von der Verwendung solcher Nadeln.

Ich mahne hier tatsächlich zur Vorsicht. Denn eine kurzfristige positive Wirkung ist keine Garantie für Langzeitverträglichkeit. Wir können derzeit nicht sagen, ob dies die Hautbarriere nicht etwa auf Dauer in Mitleidenschaft ziehen wird – oder ob, wenn vernünftig verwendet (also nicht täglich und schön in eine beruhigende Routine eingebettet), das nach einer Weile eine schönere Haut ohne Nebenwirkungen zaubern kann.

Ich finde das Produkt von Medicube tatsächlich spannend.

Meine Empfehlung hält sich aber aufgrund der unsicheren bzw. unzureichenden Studienlage in Grenzen.

Bei sehr empfindlicher Haut oder Hautproblemen würde ich von dem Serum stark abraten.

In diesem Fall wäre der Komplex von The Inkey List viel ratsamer, um Exosomen zu testen.

Bei einer robusten Haut mit Narben und vergrößerten Poren wäre wiederum die mildere Version mit 2000 Nadeln vielleicht einen Test wert.

Medicube Exosome One Shot 2000 – Amazon 20,75* | Douglas 24,50€*


Mein Fazit zu Exosomen in Hautpflege

Exosomen sind ein spannender Ansatz in der Hautpflege.

Aber aktuell ist die Studienlage dünn, viele Versprechen sind Marketing – und die bestuntersuchten Exosomen (aus menschlichen Stammzellen) sind in Europa nicht erlaubt.

Wer experimentierfreudig ist, kann Exosomen-Produkte testen. Wer auf sichere Ergebnisse setzen möchte, bleibt besser bei bewährten Wirkstoffen.

Lasst mich unbedingt wissen, was Ihr zu dem Thema denkt!

Eure Pia

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2 Kommentare zu „Exosomen und Nadeln – Können wirklich die Hauttextur verändern?“

  1. Hallo liebe Pia!
    Da hast du ja wieder was Feines gefunden! Das klingt wirklich sehr spannend, und seit mRNA bin ich eh sehr fasziniert, was alles in Zellen angestellt werden kann. Ich glaube, früher oder später werden „wir“ (ich selbst nicht mehr, dafür bin ich doch zu alt und krank) alle faltenfrei unsere letzte Ruhe finden. Ob das erstrebenswert ist, ist ein anderes Thema. 😉 Es ist auf jeden Fall sehr interessant zu sehen, woran geforscht wird und was schon alles entwickelt wurde.
    Mich würde das Produkt von Microcube ja schon reizen, vermutlich im doppelten Wortsinn. 🙂 Vorher gehe ich aber noch einmal in mich, ob das wirklich sein „muss“.
    Danke dir auf jeden Fall für deinen Forschungsdrang!
    Liebe Grüße, Tina

  2. Super spannend Pia, vielen Dank für die Recherche und die gute Zusammenfassung – und auch, dass es wieder Blogartikel und nicht nur Videos gibt! 🤩

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