Was ist ein Papageien-Narrativ?
Wir haben mit dem Papageien-Narrativ dann zu tun, wenn Influencer oder Content-Kreatoren beim Thema Hautpflege (aber nicht nur) ein reines Ablesen von Herstellerangaben betreiben.
Nach dem Motto: Die Creme erhöht das Hautkollagen um 40% und gibt Deiner Haut 60% mehr Strahlkraft…
Und die Dynamik in diesen Videos und Beiträgen folgt fast immer demselben Schema: Das Produkt wird in die Kamera gehalten, die Augen und die Stimme wirken begeistert, und dann werden eins zu eins die Marketing-Sätze des Herstellers vorgetragen. Nachgeplappert.
Niemand fragt, wie diese Zahlen zustande kamen.
Niemand prüft die Studienlage.
Niemand hinterfragt die Claims oder schaut auf die INCI-Liste.
KURZ: Niemand trennt Werbung von Evidenz.
Und ich sage das völlig ohne persönliche Vorbehalte gegenüber einzelnen Kreatoren. Die Kooperationsverträge und die Affiliate-Links im Hintergrund sind absolut legitim. Das mache ich ja auch. Jeder darf für seine Arbeit bezahlt werden. Aber ich finde, das Publikum darf eine gewisse Qualität für dieses Geld erwarten.
Es ist eine Frage der Verantwortung, eine Frage der Integrität und der Ethik: die Daten hinter den Hersteller-Aussagen kurz zu prüfen, bevor man sie unreflektiert wiedergibt….
Die Inspiration für das heutige Thema „Papageien-Narrativ“ kam erstens durch die Werbung der Skincare-Brand DALTON, die mir vor allem auf YouTube immer wieder angezeigt wird.
Und zweitens bei der Besprechung des neuen, inzwischen sehr populären Foundation-Balms von IT Cosmetics.
Fallbeispiel 1: Dalton und die „Blue Collagen“-Linie
Starten wir mit der neuen Blue Collagen Linie von Dalton.
Dalton spricht hier unter anderem von:
-
einer gezielten Aktivierung der hauteigenen Kollagenproduktion – durch eine Vegane Collagen-Matrix,
-
einer Reduktion des Faltenvolumens um bis zu 34 %,
-
einer Verringerung der Faltenfläche um bis zu 33 %,
-
„40 % mehr epidermalem Kollagen“ – hier merkt Euch nicht nur die Prozentangabe, sondern auch die Bezeichnung: „EPIDERMALES Kollagen“, das bei uns alle Alarmglocken auslösen sollte,
-
und von „marinem Bio-Retinol“.

Das alles vermittelt das Gefühl, wir könnten Prozesse der Hautalterung mit den Produkten gezielt steuern und beeinflussen. Doch genau da müssen wir kurz stoppen. Denn was bedeutet das alles eigentlich konkret?
Die zwei Produkte der Blue Collagen Pflegereihe basieren auf klassischen kosmetischen Grundlagen: Glycerin, pflegende Lipide, Squalan, Hyaluronsäure… Also durchaus sinnvolle Inhaltsstoffe. Das hier sind keine schlechten Formulierungen.
Wenn Euch aber Bilder von einem Drittel weniger Faltentiefe abgespielt werden und dazu noch 40 % mehr Kollagen – dann klingen die Produkte nicht mehr nach „gut formuliert“.
Sie klingen nach „biologisch spektakulär“.
Das ist ein großer Unterschied. Das weiß auch jeder Marketer. Mit denen arbeite ich zum Teil ja auch zusammen…
Der Blick hinter die Zahlen: In-vitro vs. Realität
Was verbirgt sich hinter all den Zahlen? Ich finde es wichtig, dass wir kurz darauf eingehen:
Die Aussage „40 Prozent mehr Kollagen“ basiert auf einer In-vitro-Studie – also unter Laborbedingungen durchgeführt. Zellkulturen – also gezüchtete Zellen – werden mit einer entsprechenden Lösung, die Wirkstoffe enthält, in die sogenannte Petrischale gelegt.
Eine Petrischale ist eine flache, runde Laborschale mit Deckel, die verwendet wird, um Zellen, Bakterien, Pilze oder Gewebeproben zu kultivieren. Manchmal wird je nach Zweck oder Substanz auch ein Reagenzglas verwendet – das ist das zylindrische Laborgefäß mit offenem oberen Ende und meist abgerundetem Boden.
So werden, vereinfacht gesagt, In-vitro-Studien durchgeführt. In Laboren.
Nach einiger Zeit wird gemessen, was mit den isolierten Zellen, die in einer Lösung mit Wirkstoffen schwimmen, passiert. Zum Beispiel steigt die Kollagensynthese um einen bestimmten Prozentsatz.
Und jetzt fragen wir uns: Bedeutet das automatisch, dass echte menschliche Haut später sichtbar mehr Kollagen produziert, sobald sie genau diesen Wirkstoffen – oder einem Wirkstoff aus der In-vitro-Studie – ausgesetzt wird?
Natürlich nicht.
Warum ist In Vitro nicht auf lebendige Haut 1:1 übertragbar?
In-vitro-Forschung ist wichtig und ein wertvolles Fundament der Wissenschaft.
Aber eine Reaktion isolierter Zellen in der Petrischale kann nicht eins zu eins auf eine Hautveränderung im Gesicht übertragen werden.
Warum?
-
Erstens: Hautzellen sind in der Realität nicht isoliert von anderen Bestandteilen unserer Haut und werden davon dauernd beeinflusst. Die Haut ist ein Organ. Ein lebendiges Gefüge aus Zellen, Signalwegen, Schutzmechanismen und einer komplexen Biologie von Elementen, die dauernd miteinander kommunizieren. Eine isolierte Zelle ist nur ein kleiner Teil aus diesem Gefüge.
-
Zweitens: Wir haben – Surprise – eine Hautbarriere. Das heißt, Wirkstoffe haben einen erschwerten Zugang zu den Zellen, manche können nicht mal die Hornschicht durchdringen.
Frage an Euch
Wenn Ihr also bedenkt, dass die Zellen in der Petrischale komplett in den Wirkstoffen schwimmen, in einer direkten Interaktion stehen und konstant davon umgeben sind, wird Euch sofort klar, dass das in der Realität nicht der Fall ist….
Und jetzt meine Frage: Falls also nach einem In-vitro-Experiment mehr Kollagen produziert wird und uns dann der Hersteller sagt: „Mein Produkt produziert genauso viel Kollagen in einer echten Haut“ – wie würdet Ihr diese Feststellung nennen?
Ist das eine Täuschung – vielleicht? Ich werde das für uns jetzt nicht beantworten, sondern bin auf Eure Meinung dazu sehr gespannt.
Rechtlich erlaubt ist es schon – leider. Aber eben deshalb wünsche ich mir, dass Influencer und Content-Kreatoren eingreifen, um diese Zahlen, Daten und Märchenerzählungen kritisch zu hinterfragen.
Die „Vegan Collagen Matrix“ zerlegt
Selbst wenn wir die „40 % mehr Kollagen“-Aussage beiseitelegen, könnte man zum Beispiel schauen, was noch in der Wirkstoffmatrix enthalten ist, das zu dem Kollagenanstieg in der Petrischale beigetragen hat.
Laut Dalton hat zu dem Kollagenanstieg die Vegan Collagen Matrix beigetragen. Und diese Matrix setzt sich aus folgenden Substanzen zusammen:
-
aus Grünem Kaviar,
-
marinen Algenextrakten,
-
Kollagen-Aminosäuren
-
und veganen Peptiden.
Ich habe mir die Mühe gemacht und die Forschungslage dazu geprüft. Die einzelnen Studien werde ich unten verlinken, falls Ihr wollt – hier nur kurz dazu:
Grüner Kaviar (INCI-Name: Caulerpa Lentillifera Extract): In medizinischen Datenbanken finden wir dazu zwei In-vitro-Studien. Ergebnis: Erstens hohe antioxidative Eigenschaften und zweitens die Synthese von bestimmten Strukturproteinen an der dermo-epidermalen Grenze. Das ist nicht das Kollagen, das wir eigentlich beeinflussen wollen, dieses sitzt weiter unten in der Dermis – dazu kommen wir gleich. Die Grenze zwischen den beiden Hautschichten zu stärken ist aber auch schön – nur wie gesagt: alles aus der Petrischale.
Algenextrakte: Hier haben wir drei davon und die Lage ist ähnlich: In-vitro-Studien, welche nicht besonders aussagekräftig sind. Das Extrakt Haematococcus pluvialis enthält Astaxanthin, ein bekanntes Antioxidans. Nur: Wie viel von dem Astaxanthin ist in dem Extrakt enthalten und wie viel von dem Extrakt im fertigen Produkt? Wissen wir das? Ich würde lieber auf synthetisch hergestelltes Astaxanthin und eine höhere Menge davon setzen…
Kollagen-Aminosäuren: Kurz dazu – diese haben mit Kollagen im eigentlichen Sinne nichts zu tun, es sind reine Feuchtigkeitssubstanzen. Hier hat der Name „Kollagen“ nichts mit einer echten Kollagensynthese in der Haut zu tun.
Vegane Peptide: Das ist ein Peptid namens Acetyl Hexapeptide-8, besser bekannt als Argireline (oder Argirelin). Nun, das Peptid sieht im Labor faszinierend aus. Die Entwickler um Dr. Blanes-Mira konnten 2002 zeigen, dass dieses Peptid Signale zwischen Nerven und Muskeln leicht abschwächt, sodass sich Gesichtsmuskeln weniger stark zusammenziehen. Also wurde Argireline eine Botox-ähnliche Wirkung zugeschrieben.
Doch wenn wir zur In-vivo-Realität am Menschen übergehen, stößt die Botox-ähnliche Wirkung an eine klare Grenze. Das Problem: Argireline kommt schwer durch die Hautbarriere durch und die Bioverfügbarkeit ist niedrig – also die Frage, wie viel von diesem Wirkstoff tatsächlich eine Wirkung in der Haut entfalten kann. Allerdings gibt es zum Beispiel eine In-vivo-Studie an 60 chinesischen Probanden, die nach 4 Wochen einen moderaten Effekt auf die Muskelentspannung zeigte, was zu weniger mimischer Faltenbildung führte.
In der gesamten Veganen Collagen Matrix ist das Peptid in meinen Augen also die einzige Substanz, bei der einigermaßen plausibel behauptet werden kann, sie habe einen gewissen Slow-Aging-Effekt.
Der Trick mit dem „epidermalen“ Kollagen
ABER: In dem Papageien-Narrativ wird nie erwähnt, dass in dem Marketingtext zu der Blue Collagen Pflegelinie nicht von Kollagen allgemein, sondern vom „epidermalen Kollagen“ berichtet wird.
Nun, das Kollagen, das wir durch Hautpflege beeinflussen wollen, befindet sich unter der Epidermis, in der Dermis. Das Kollagen dort ist für Festigkeit, Spannkraft und die Struktur der Haut verantwortlich – das heißt für das Stützgerüst. Oben findet man nur eine Minimenge davon, die nicht essenziell für das Hautgerüst im Sinne einer Kollagenbildung verantwortlich ist.
Klar: Epidermale Zellkulturen kann man wesentlich unkomplizierter und kostengünstiger im Labor züchten. Dennoch: 40 % mehr EPIDERMALES Kollagen interessiert… keinen.

Schwer zu glauben, nicht wahr?
Es kann aber auch sein, dass es sich um einen Fehler auf der Homepage von Dalton handelt. Sonst ist die Betonung auf den 40-prozentigen Anstieg des epidermalen Kollagens völlig unverständlich.
Dennoch: Bei Faltenreduktion bleiben wir hellhörig, oder? Die Kollagen-Matrix soll nämlich das Volumen der Falten um 34 % reduzieren und die Faltenfläche um bis zu 33 % verringern. Also mehr als ein Drittel. Und das kam heraus bei einer… In-vivo-Studie mit Probandinnen. Dalton gibt allerdings nicht an, wie viele Testpersonen teilgenommen haben und wie die Ergebnisse überhaupt ausgewertet wurden.
Das Märchen vom „marinen Bio-Retinol“
Und die Wirkung soll unter anderem das marine Bio-Retinol verstärken.
Ihr hört „Bio“ – „Bio“ wird mit „gut“ assoziiert.
Ihr hört „Retinol“ – Retinol wird mit Slow Aging verbunden. Unsere Deutung: Wunderbar!
Nun, das marine Bio-Retinol kommt aus der blauen Spirulina-Alge. Ich vermute, es geht dabei um das Extrakt aus dem Cyanobakterium (Aphanizomenon flos-aquae).

Denn ein „marines Bio-Retinol“ gibt es als solches nicht… bis es eine Kosmetikfirma so benennt.
Oder ein Wirkstoffhersteller – zum Beispiel gilt woanders Chlorella-Extrakt als marines Bio-Retinol.

Da müsste man die marinen Extrakte richtig gut im Blick behalten, denn solche Begriffe wie „Bio-etwas“ sind nicht geschützt. 🙂
Aber Chlorella ist nicht Spirulina. Das Cyanobakterium ist zwar auch keine Alge, aber zumindest „verwandt“ mit Spirulina. Wenn Dalton es aber Blaualge nennen möchte, so be it…
Ja, das ist alles brutal kompliziert…
Und trotz der linguistischen Verwirrungen kommen wir um die blanke Wahrheit nicht herum: Das Extrakt besitzt überhaupt keinen Syntheseweg für echtes Retinol. Es hat keinen bekannten Einfluss auf die Kollagensynthese…
Es gibt sogar eine In-vivo-Studie – zwar an Zebrafischen, aber die sehen doch fast wie Menschen aus – die Studie ist allerdings eher toxikologisch relevant; es ging um Leberprozesse…
In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass uns das Extrakt antioxidativ schützen kann. Das hat mit Retinol aber immer noch nichts zu tun… Also ist die erwünschte Verbindung zwischen „marinem Bio-Retinol“ und unserem Denken an echtes Retinol und seine Wirkung im Prinzip nur auf dem Etikett vorhanden.
60 % mehr Strahlkraft über Nacht?
Ich komme zum Schluss nicht an dem Claim vorbei: „60 % mehr Strahlkraft nach nur einer Nacht.“ – ein weiteres Papageien-Narrativ.
Strahlkraft ist keine definierte biologische Metrik. Es beschreibt lediglich den Reflexionswinkel des Lichts auf der Haut. Eine gut befeuchtete, glatte Haut reflektiert das Licht besser als eine faltige Haut…
Physiologisch ist eine solche Steigerung nach einer Nacht nicht durch eine Zellerneuerung erklärbar.

Denn der natürliche Erneuerungsprozess unserer Epidermis benötigt etwa 28 Tage bei junger Haut und bis zu 45 Tage bei einer älteren Haut.
Dieser Sofort-Effekt am Morgen ist reine Physik. Das Serum und die Creme kombinieren Glykole und Glycerin mit Squalan und Arganöl. Das minimiert den transepidermalen Wasserverlust über Nacht.
Die Hornschicht wird mit Feuchtigkeit geflutet. Die Haut quillt temporär auf, die Oberfläche wird glatter und das Licht wird gleichmäßiger reflektiert. Das ist ein schöner visueller Zustand am Morgen, aber keine strukturelle Verjüngung der Hautmatrix.
Klarstellungen
So, bevor wir zu dem zweiten Papageien-Beispiel kommen, hier noch mal ein paar Klarstellungen:
-
Erstens, noch mal: In-vitro-Studien sind wichtig. So testen wir das Potenzial von Wirkstoffen und eine mögliche Einflussnahme auf unsere Haut.
-
Zweitens: Die zwei Blue Collagen Produkte von Dalton sind gut formuliert – schöne Feuchtigkeitspräparate mit einem Extra für das Hautmikrobiom. Das Problem liegt darin, dass das Versprochene viel zu weit geht und dass wir die Evidenz bestimmter Aussagen kritisch hinterfragen sollten.
-
Drittens: Kosmetikhersteller können ihre Claims anhand von In-vitro-Studien durchaus begründen. Das ist rechtlich möglich. Eine Substanz oder ein Matrix-Komplex muss nicht zuvor in vivo geprüft werden. Die Wirkung des angebotenen Produkts – eines Serums zum Beispiel – mit dieser in vitro getesteten Substanz oder einem Komplex muss nicht zuvor an Menschen geprüft werden.
In einer Zeit, in der jeder eine Skincare-Brand gründen kann und der Kosmetikmarkt entsprechend hart umkämpft ist, erreichen uns immer neue „Wunderstoffe“ und zunehmend skurrile Wirkstoffmärchen. Denn irgendwie muss man ja die knappe Aufmerksamkeit der Kundschaft gewinnen — nicht wahr? Und wenn diese Marketing-Narrative durch Influencer unreflektiert weitergetragen werden, nisten sie sich schnell in unseren Köpfen ein.
Ist das nicht frustrierend?
Fallbeispiel 2: IT Cosmetics und die „92 % Skincare“
IT COSMETICS – Das zweite Beispiel für das Papageien-Narrativ in seiner reinsten Form. Der neue Do It All Sheer Balm.
In jedem Video zu diesem Produkt, das ich sah – und etliche davon habe ich mir gezielt angeschaut –, wird derselbe Satz wiederholt: „Dieser Balm besteht zu 92 % aus Skincare.“ Das steht nämlich auf der Herstellerseite. Die Content-Kreatoren scheinen dadurch extrem begeistert zu sein. Man bekommt wirklich den Eindruck, die Marke hätte hochkonzentrierte Hautpflege genommen und nur mit einem Tropfen Farbe vermischt. Alles Skincare. Wunderbar.

Im Kosmetikrecht gibt es allerdings keine Trennung zwischen einem Hautpflege- (d.h. Skincare-) Inhaltsstoff und einem Make-up-Inhaltsstoff. Wie kommt also die Marke auf den Wert von 92 %? Schauen wir uns die INCI-Liste an:
-
Lösungsmittel – Wasser.
-
Dimethicon – ein klassisches Silikon.
-
Danach kommen Öle, Glycerin, ein Wachs und Glykole.
-
Ganz am Ende der Liste stehen Hyaluronsäure und zwei Peptide.
-
Dann noch Titandioxid und Eisenoxid.
So: Gehören Silikone und synthetische Lösungsmittel zu Hautpflege? Formulierungstechnisch gesehen: Ja. Silikone legen sich auf die Haut, schützen vor Wasserverlust und machen die Oberfläche geschmeidig. In einer Foundation erfüllen sie genau diesen Zweck. Sie geben Textur und sorgen dafür, dass sich das Produkt gleichmäßig verteilt. Eine absolut sinnvolle technologische Basis für ein Make-up. Und sehr reizarm – mehr zu Silikonen in der Hautpflege hier.
Aber die Verbraucherin verbindet mit dem Begriff „92 % Skincare“ wahrscheinlich keine Silikone und Wachse. Sie denkt an eine hohe Dosis Wirkstoffe. Oder?
Das Produkt ist eine klassische, getönte Silikon-Wasser-Emulsion. Nicht mehr und nicht weniger. Völlig in Ordnung.
Aber die Zahl 92 % wird als Qualitätsbeweis inszeniert.
Nun aber: Dass Influencer diese Zahl unhinterfragt als Verkaufsargument vorlesen, zeigt, dass Marketing-Zahlen und -Sätze manchmal schneller wiederholt als verstanden werden.
Fazit: Mündige Kaufentscheidungen statt Werbephrasen
Weder Dalton noch IT Cosmetics machen unbrauchbare Produkte. Aber die Kommunikation nutzt Wissenschaft, um eine biologische Tiefe vorzutäuschen, die rein technisch gar nicht vorhanden ist.
Schützt Eure Kaufentscheidung vor unreflektierten Werbephrasen.
Und achtet auf Papageien im Social-Media-Bereich.
Pia
