Vor einiger Zeit habe ich auf Instagram eine Reihe „Skincare Jokes“ initiiert. Diese ist sehr beliebt geworden, denn die Beispiele aus der Pflegewelt rufen unterschiedliche, zum Teil starke Emotionen hervor: Von stillem Kopfschütteln übers herzliche Lachen bis zum Entsetzen. Alles ist dabei. Da nicht alle von Euch verständlicherweise auf Instagram unterwegs sind, möchte ich mit Euch auch hier über Hautpflege lästern, lachen und meckern, die teilweise unmöglich schlecht zusammengesetzt sind. Ich hoffe, Ihr seid dabei! 🙂
Chemisches Peeling mit Reizpotenzial
Heute geht es eher um eine kaum zum Lachen animierende Kategorie, nämlich chemisches Peeling mit Hautirritanten. Würdet Ihr dem zustimmen, dass Hautpflegeprodukte, die bereits potenziell hautirritierende Substanzen enthalten, wie höher konzentriertes Vitamin C, Retinoide oder eben chemisches Peeling, extrem reizarm formuliert werden sollten? Wahrscheinlich ja. Doch man muss keine zeitintensive Recherche betreiben, um Peelingsprodukte zu finden, die eine Menge an potenziellen Hautirritanten enthalten. Weiter unten findet Ihr ein paar Beispiele dafür – eine Erinnerung daran, dass die Herstellerangaben immer mit einem Blick auf die INCI-Liste gepaart werden müssen. Nein, die Inhaltsstoffe alleine sagen Dir nicht alles über das Performance eines Produktes, doch Vieles lässt sich davon ableiten.
REN, Clean Skincare Ready Steady Glow Daily AHA Tonic
REN empfiehlt eine tägliche Verwendung des AHA Peelings, das neben der sanft peelenden Milchsäure mit einer Menge an Hautallergenen die Haut bombardieren wird: Citrus Nobilis (Mandarin) Peel Oil, Citrus Aurantium Dulcis (Orange) Flower Oil, Citrus Grandis (Grapefruit) Peel Oil, Citrus Tangerina (Tangerine) Peel Oil…
Das AHA Peeling von REN sollte nicht täglich verwendet werden. Es sollte am besten gar nicht mit der Haut in Kontakt kommen. Mit anderen Worten: Das REN Peeling ist ein absolutes No Go, wenn die Hautgesundheit im Fokus steht. (250ml 31€)
Emma Hardie Peeling Brightening Tonic
Was genau in dem Tonic von Emma Hardie die Haut aufhellen sollte, ist ein Rätsel. Auch ist die peelende Wirkung schleierhaft. Was aber feststeht, ist, dass man sich nach einer längeren Anwendung des „Brightening Tonic“ von Emma Hardie durchaus eine Hautallergie einjagen kann – oder zumindest Kopfschmerzen von dem überwältigenden Duft der eingesetzten ätherischen Ölen (und Parfüm): Citrus Aurantium Dulcis (Orange) Peel Oil Expressed, Citrus Aurantium Amara (Bitter Orange) Flower Oil, Citrus Aurantium Bergamia (Bergamot) Fruit Oil, Juniperus Virginiana (Cedarwood) Oil, Limonene, Linalool, Parfum Jasminum Officinale (Jasmine) Flower, Rosa Damascena Flower Oil, Citrus, Nobilis (Mandarin Orange) Peel Oil. (100ml 37€)
Sunday Riley Good Genes Glycolic Acid Treatment
Das Good Genes Serum mit Glykolsäure von Sunday Riley gehört zu den bereits seit Jahren recht populären chemischen Peelings. Hier wurde nicht auf die Menge der ätherischen Öle gesetzt, sondern für die entsprechende Stärke des Allergens gesorgt – damit ist das Lemongrass Oil (cymbopogon schoenanthus) gemeint, das zu den stärksten Allergenen unter ätherischen Ölen gehört. Bravo, Sunday Riley. (30ml 85€)
Dewtopia 20% Acid Night Treatment – Anti-Aging & -Flecken-Nachtserum AHA + PHA
Zum Schluß eine Mischung aus 10% PHA (Gluconolacton) und 10% AHA (Glykolsäure), die eine Kombination von 20% peelenden Substanzen ergeben soll. In dem Dewtopia von OleHenriksen finden wir zudem diverse potenziell irritierende Extrakte, aber auch ätherische Öle mit einem starken Allergiepotenzial (Citrus Limon (Lemon) Peel Oil, Citrus Aurantium Bergamia (Bergamot) Peel oil). 20% chemisches Peeling mit Hautirritanten? Man könnte behaupten, dass man so etwas auf dem Kosmetikmarkt nicht finden wird. (30ml 62€)
Was ist Eure Erfahrung mit chemischem Peeling? Verwendet Ihr eins regelmäßig? Achtet Ihr dabei auf die Gesamtformulierung? Erzählt bitte! 🙂
Eure Pia
