2g – wie sieht die richtige Menge von Sonnenschutz aus?

Wie sieht die richtige Menge von Sonnenschutz aus?

Diese Frage kommt immer und immer wieder vor – insbesondere jetzt im Sommer, wo wir schwerere Konsistenzen von Sonnenschutz auftragen und es davon am liebsten so wenig wie nötig benutzen würden.

Aufs Gesicht und Hals sollten ca. 2g Sonnenschutz aufgetragen werden. Die Regel lautet: 2mg/cm².

Die Menge ist also von der Flächengröße abhängig.

Für Menschen mit einem kleinen Gesicht sollten ca. 1,5g ausreichend sein.

Auf mein (relativ schmales) Gesicht und Hals trage ich persönlich trotzdem ca. 2g (+) auf.

Wie viel sind das? Wie sieht die richtige Menge von Sonnenschutz aus?


Wie korrekt sind Messlöffel?

Neulich habe ich bei Amazon kleine Messlöffel bestellt. Auf den Fotos war der kleinste Löffel mit 1,5g abgebildet; bei mir kam jedoch ein anderes Set an, wo die zwei kleinsten Löffel für jeweils 1g und 2,5g bestimmt waren.

Na gut. Als Testobjekte nahm ich La Roche Posay Pigmentclar UV (auf dem pinken Löffel) und Bioderma Hydrabio Perfecteur UV (auf dem blauen Löffel, nicht vollständig gefüllt, also ca. 2g).

Anschließend ging ich mit dem pinken Löffel (1g) ins Bad und trug den Inhalt auf: Es reichte nicht mal für die Hälfte des Gesichtes. Oben drauf trug ich anschließend den Inhalt des blauen Löffels auf (2g). Insgesamt fühlte sich die Menge nach etwas mehr als ich normalerweise auftrage; jedoch bestimmt nicht nach insg. 3g, was laut dem Messlöffel drauf war.

Acha.

Sonnenschutz Messlöffel.jpg


Unten seht Ihr die Mengen von Sonnenschutz auf einem Finger dünn aufgetragen. Pigmentclar von LRP hat eine (nicht allzu flüssige) Lotion-Konsistenz (Review zu Pigmentclar). Hydrabio Perfecteur ist etwas fester. Beide repräsentieren somit klassische Sonnencreme-Texturen.La Roche Posay_Pigmentclar_UV

Sonnenschutz Messen Hydrabio Perfecteur Bioderma.jpg


Messlöffel versus Feinwaage

Da mich das Messergebnis nicht überzeugte, nahm ich zu weiteren Testzwecken die Bioderma AR-Creme, Review. Die Konsistenz ist der von Hydrabio Perfecteur ähnlich, wenngleich die AR Creme reichhaltiger ist.

Also habe ich auf den 2,5g-Löffel ca. 2g von der Creme aufgetragen und es anschließend abgewogen.

Aus 2g, laut Löffelchen, wurde nicht mal 1g auf der Feinwaage.

Acha.

Bioderma AR Photoderm Messen sonnenschutz

Bioderma AR Messen.jpg


Bioderma AR ging in den Kühlschrank und ich versuchte nun den umgekehrten Weg: So nahm ich die Daylong Ultra Face Creme  und wog sie zunächst ab: Vier Pumpstöße ergaben 2,15g. Anschließend übertrug ich die Menge auf den Messlöffel mit 2,5g.

Der Löffel war voll.  daylong-ultra-face-messen-2-1


Fazit: Feinwaage hat die Nase vorn!

Löffelchen dieser Art sind ziemlich ungenau. Wenn Ihr exakt wissen möchtet, wie die richtige Menge vo Sonnenschutz aussieht, müsstet Ihr diese mit einer Feinwaage bzw. Digitalwaage abwiegen.

Doch wer hat dazu jeden Morgen Zeit und Lust, was? Hm, ein tägliches Abwiegen muss natürlich nicht sein.

Wiege doch die für Dein Gesicht vorgesehene Menge deiner Lieblings-Sonnencreme in einer Plastikdose ab und markiere die Menge auf der Dose von außen mit einem Strich.

Morgen musst Du dann nur das Döschen bis zu dem Strich auffüllen, fertig.


Ein Hoch auf Sonnenschutz mit Pumpspender

Hat Eurer Sonnenschutz einen Pumpspender, ist die Sache viel einfacher: Ihr misst die Menge nur einmal und wisst dann genau, wie viele Pumpstöße die erwünschte Menge ergeben. Etwa:

  • drei Pumpstöße von Daylong Ultra Face ergeben 1,6g,
  • vier Pumstöße von Daylong Ultra Face ergeben 2,15g,
  • sieben Pumpstöße von Bioderma Perfecteuer UV (Review kommt) ergeben exakt 2g, etc.

Exponentiell versus linear oder einfach: slap it on thick!

Und nicht vergessen: Wird der Sonnenschutz in kleinerer Menge als vorgesehen aufgetragen, wird die Haut nicht ausreichend geschützt. Ungeheuer wichtig ist es insbesondere für Menschen, die vom Hautkrebs betroffen sind, Hautkrebs gefährdete Menschen und Kinder.

Ob der UV-Schutz mit der reduzierten Auftragsmenge nun linear oder exponentiell fällt (mehr dazu bei SKINCI), ist meines Erachtens noch weitgehend unklar. Derzeit steht Studie gegen Studie (manche davon sind 30 Jahre alt), sodass wir genauere und vergleichbare Testmethoden und insgesamt mehr Forschungsergebnisse benötigen.

Im Moment würde ich noch nicht davon ausgehen, dass der Schutz bei einem Auftrag von weniger als 2mg/cm² tatsächlich viel weniger reduziert wird als bisher behauptet.

Persönlich spannend finde ich eine Studie von 2012, in der Folgendes raus kam: Je höher der Sonnenschutz-Wert (ab etwa 30), desto eher sollte man bei – unzureichender Auftragsmenge – eine exponentiell fallende Minderung des UV-Schutzes erwarten. Und weil die meisten von uns eben SPF30+ benutzen, würde die Geschichte also doch in die Richtung exponentiell tendieren.

Die recht aussagekräftige Konklusion der Studie lautet (frei übersetzt): Der UV-Schutz ist nicht nur von der aufgetragenen Produktmenge, sondern auch der Höhe des Lichtschutzfaktors abhängig. Beim Auftrag einer unzureichenden Menge mit einem höheren SPF kann sogar ein niedrigerer Schutz erreicht werden, als wenn eine korrekte Menge an Produkt mit niedrigerem Lichtschutz aufgetragen wird. (“Sunscreen protection is not related in one uniform way to the amount of product applied to human skin. Consumers may achieve an even lower than expected sunburn protection from high SPF products than from low SPF sunscreens.“)

Dennoch rate ich dazu, wie bei der Frage: Mineralischer Filter: Reflektieren oder absorbieren Sonnenstrahlen?, weitere Forschungsergebnisse abzuwarten.


Ich bin gespannt, ob Ihr Eure Sonnenschutzpräparate abwiegt oder eine Pi-mal-Daumen-Menge aufträgt!

Eure Pia

PS. Kurze Geschichte des Titelursprungs: Mein Pooh-Bär fragte mich, was ich grad so schreibe. Als Antwort auf meine ausführliche Erklärung in Sachen exponentiell vs. linear und all der Messproblemen… antwortete er nur knapp: “What is the problem? You just slap it on tick!”

Ja, wo ist eigentlich das Problem, was? 🙂Feinwaage_Amazon


Und noch ein PS. So sehen übrigens 2,5g von Bioderma Photoderm AR aus. Eine ganze Menge, oder?Bioderma AR Photoderm Swtaches 2,5g

Eure Pia

56 Kommentare zu „2g – wie sieht die richtige Menge von Sonnenschutz aus?“

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  2. Ein super Beitrag, der mir sehr weitergeholen hat. Ich bin mir sicher, dass die 2g-Empfehlung den wenigsten Nutzern bekannt ist. Wenn man das konsequent durchzieht, dann sind Kombiprodukte für Betroffene mit Hauterkrankungen (z.B. Rosacea) schon aus Kostengründen nicht zu empfehlen, weil man ja einen enormen Tagesverbrauch hätte. Ich werde mich daher nach einer alternativen Creme umschauen müssen.

  3. Alice von mscocoglam.de

    Das sind schon recht ordentliche Mengen … ich nehme es nicht ganz so genau um ehrlich zu sein… sollte ich vielleicht mal ändern 😀

  4. Liebe Lisa,
    ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall lieber ein Produkt nehmen, das zwar Alkohol enthält, aber die Mallorcaakne nicht auslöst und einen schön hohen UVA Schutz hat.
    Natürlich ist das mit dem Alkohol nicht ideal, aber viel, viel besser als nur wegen des Alkohols einen Schutz zu nehmen, der milde Inhaltsstoffe enthält, aber eben speziell zu Deiner Haut nicht mild ist, da du quälende Mallorcaakne bekommst….
    Manchmal muss man eben abwägen…:(
    Ich z.B. nehme fiese Schuppenshampoos, die viele niemals nehmen würden, aber die mir meine Lebensqualität erhalten, da mein Seborrhoisches Ekzem auf diese Weise super toll in Schach gehalten wird. Was nützen mir milde Tenside, wenn ich blutige, fettige Kopfhaut habe, die mich Tag und Nacht quält? Ich habe leider noch kein Shampoo entdeckt, das mir hilft und mild zusammengesetzt ist. 🙁
    So beiße ich eben in den sauren Apfel und nehme diese aggressiven Shampoos, aber habe “heile” Kopfhaut.

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