Was braucht Deine Haut? Richtige Pflegeroutine – Dos & Don’ts

richtige Pflegeroutine

Heute möchte ich Euch eine “Einführung in richtige Hautpflege” anbieten. Die Pflegewelt ist weiterhin von überteuerten Gesichtsseren und Cremes mit zweifelhafter Wirkung dominiert. Das resultiert daraus, dass die Nachfrage nach wirksamen Pflegeprodukten immer noch nicht stark genug ist. Und den Mechanismus dahinter lässt sich problemlos verstehen: Wenn man nicht weiß, muss man glauben. Sprich: wenn man keine Zeit und/oder Lust hat, sich mit Inhaltsstoffen in Pflegeprodukten auseinanderzusetzen, muss man der Werbung Glauben schenken. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig. Und damit wir dadurch kein schlechtes Gewissen bekommen (durch die sog. kognitive Dissonanz nicht unruhig werden), versuchen wir tatsächlich daran zu glauben, dass wir mit einem Feuchtigkeitsserum für 100€ oder einem “Naturprodukt” das beste für unsere Haut tun. Andere Gedanken werden verdrängt.

Meist ist der Wille und Zeit für eine Auseinandersetzung mit der Hautpflegethematik erst dann da, wenn die Haut Probleme bereitet (das war bei mir auch nicht anders). Akne, Falten, trockene Haut, sehr empfindliche Haut, Pigmentflecken etc. beginnen zu stören und man will sie loswerden bzw. den Hautzustand verbessern. Und plötzlich steht man da – vor einer Fülle von Pflegemitteln, die jeweils wunderbare Sachen versprechen, dem Anspruch jedoch nicht gerecht werden. Und man fragt sich: Wie zur Hölle sollte die Haut richtig gepflegt werden?

  • Welche Gesichtscreme soll ich verwenden?
  • Welche Inhaltsstoffe sollen meine Pflegeprodukte enthalten?
  • Welches ist das beste Anti-Falten Serum?
  • Was ist die richtige Pflegeroutine für eine Mischhaut / trockene Haut / empfindliche Haut?
  • Wie schichte ich die ausgewählten Hautpflegemittel?
  • In welcher Reihenfolge sollen etwa Vitamin C, Retinol und Azelainsäure aufgetragen werden?
  • Was bedeutet reizarme Pflege? Woher weiß ich, welche Hautcreme mild formuliert ist?
  • Sind Drogerieprodukte gut oder muss ich ausschließlich in einer Apotheke kaufen?
  • Welche Hautpflegemittel verwende ich morgens und welche abends?

In diesem Blogpost möchte ich auf diese Fragen eingehen und Euch ein paar Anhaltspunkte für die Wahl der Produkte geben, damit Ihr in der komplexen Welt der Hautpflege nicht verloren geht. 🙂

Hinweis: Hinweis:
Bitte, verzeiht mir die zahlreichen Verlinkung zu anderen, bereits existierenden Blogbeiträgen. Inzwischen wurden auf dem Blog so viele detaillierte Informationen zu einzelnen Hautproblemen und Inhaltsstoffen verfasst, dass es unvernünftig wäre, dies alles noch einmal zu wiederholen. Zur Problematik, die hier bereits besprochen wurde, wird somit verlinkt. In den Kommentaren stehe ich Euch für jegliche Pflegefragen gerne zur Verfügung.

1. Welche Pflegeprodukte braucht Deine Haut?

Diese Frage ist offenkundig sehr komplex und muss zwangsläufig mit “es hängt davon ab…” beantwortet werden. Dabei spielt nicht das Alter die größte Rolle, sondern der Zustand der Haut. Man kauft also (leider) nicht blind eine Gesichtscreme “ab 35” oder “für reife Haut”, sondern man richtet sich nach deren Inhalt. Glücklicherweise gibt es aber auch einige Inhaltsstoffe bzw. deren Gruppen, die jede Haut braucht.


1.1. Welche Inhaltsstoffe braucht jede Haut?

A Antioxidantien – weil sie die Haut vor freien Radikalen schützen. Freie Radikale “fressen” unser Kollagen und Elastinfaser, führen zu Hautentzündungen und nicht zuletzt zum Hautkrebs. Beispiele für antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe: Vitamin C (Ascorbinsäure/ascorbic acid und deren Derivate), Vitamin E, Ferulasäure (ferulic acid), Resveratrol, Epigallocatechin Gallate (green tea extract), Ubiquinone (Coenzyme Q), Alpha Lipoic Acid, Beta Glucan, Ergothioneine, Genistein (soybean isoflavone), Glutathione, Niacinamide, Superoxide Dismutase, Gluconolactone, Lactobionsäure.


LLipide – weil sie die Hautbarriere verstärken. Trockene und empfindliche bzw. geschädigte Haut braucht viel mehr davon als ölige und Mischhaut. Je trockener die Haut, desto okklusiver (“dicker” bzw. “dichter”) sollten die Lipide sein (mehr zu Okklusiva in Hautpflege s. hier). Die beste Art von Lipiden in Pflege sind die hauteigenen Lipide: Ceramide, Cholesterol, Fettsäure. Warum dem so ist, erfährt Ihr in diesem Beitrag zu hauteigenen Lipiden.


F Feuchthaltemittel – weil sie helfen, Wasserverluste in der Haut zu ergänzen. Trockene Haut braucht viel mehr davon als ölige und Mischhaut. Zu hauteigenen Feuchthaltemitteln gehören: 20 Aminosäuren (Alanine, Arginine, Asparagine, Aspartic Acid, Cysteine, Glutamic Acid, Glutamine, Glycine, Histidine, Isoleucine, Leucine, Lysine, Methionine, Phenylalanine, Proline, Serine, Threonine, Tryptophan, Tyrosine und Valine – inkl. Peptide, die aus Aminosäuren bestehen), Hyaluronsäure (hyaluronic acid) (mehr zu Hyaluronsäure s. hier), Sodium PCA, Urea und Milchsäure (lactic acid). Ausgezeichnete Feuchthaltemittel sind außerdem: Glycerin, Sorbitol, Propylenglykol und Glucosamin. Einen ausführlichen Beitrag zu Feuchthaltemitteln findet Ihr hier.


S Sonnenschutz – weil UV-Strahlen (UVA und UVB) für Hautentzündungen, Pigmentflecken und vorzeitige Hautalterung (Falten) zuständig sind. Sonnenschutz ist ein Anti Aging Präparat Nr. 1.


1.2. Zusätzliche Inhaltsstoffe je nach Hautproblem

U BEI UNREINHEITEN

  • Im Falle einer unreinen Haut verwende Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Beispiele: Niacinamid (B3), Azelainsäure (azelaic acid), Zink (gluconate), Salicylsäure (salicylic acid), Lipohydroxy acid (LHA, Derivat von Salicylsäure), Mandelsäure (mandelic acid), Licochalcone AAloe Vera (aloe barbadensis), Chamomile (Matricaria recutita), Cucumber extract. (Benzoyl Peroxide ist erfolgreich bei Bekämpfung von Akne, gilt aber nicht als “Pflegemittel”. Vielmehr sollte Benzoyl Peroxide nur punktuelle und nicht dauerhaft angewandt werden. Verwende Benzoyl Peroxide und Retinol nicht in einer Pflegeroutine).
  • Verwende chemische Peelingmittel. Unreinheiten/Akne ist in den allermeisten Fällen mit einer vermehrten Produktion von Hautzellen verbunden. Zugleich funktioniert der Mechanismus, der die abgestorbenen Zelle aus der Hautoberfläche entfernt, nicht schnell genug. Zellen werden also überproduziert und “stauen sich” in Form von toten Hornzellen auf der Hautoberfläche. Diese Zellenmasse, gemischt mit oxidiertem Sebum und freien Radikalen, bildet eine ausgezeichnete Grundlage für die Bildung von Unreinheiten. Chemisches Peeling hilft, die angestaunte Zellenmasse aufzulösen. Arten von chemischen Peelingmitteln: 
    • Alpha Hydroxy Acids (AHAs): Glykolsäure (glycolic acid), Milchsäure (lactic acid), Mandelsäure (mandelic acid), Zitronensäure (citric acid).
    • Eine exzellente Alternative für AHAs sind Poly Hydroxy Acids (PHAs) (Gluconolactone) und Bionic Acids (Lactobionsäure, lactobionic acid). Sowohl Lactobionsäure als auch Gluconolacton peelen die Haut viel milder als etwa Glykolsäure, sodass Irritationen selten zu beobachten sind. Ferner besitzen Gluconolacton und Lactobionsäure 1) antioxidative Fähigkeiten (welche AHAs nicht haben), 2) tragen zur gleichmäßigen Hautpigmentierung bei und 3) gelten als bessere Feuchtigkeitsspender als AHAs (s. Produkte von Neostrata, Exuviance, SVR). Eine gute Übersicht zu PHAs bietet SKINCI an. Hier und hier findet Ihr Beiträge zur Klassifikation von HAs (s. auch (1)). Bei Sarah könnt Ihr Informationen zu Gluconolacton finden.

P BEI PIGMENTFLECKEN


F BEI FALTEN

  • Falls Du vorzeitiger Hautalterung vorbeugen möchtest, trage täglich Sonnenschutz auf, um Kollagenverlust (sprich: Falten) und Pigmentflecken vorzubeugen. (Beispiele von guten Sonnenschutzpräparaten findest Du hier).
  • Verwende Wirkstoffe, die helfen, den Kollagenabbau zu verlangsamen bzw. die Kollagensynthese anzukurbeln. Beispiele:  Vitamin C, Niacinamid, Glykolsäure, Retinoide (die stärkste Variante von Retinoiden – Retinsäure – muss vom Arzt verschrieben werden). Retinol ist frei verkäuflich – hier gilt es aber: LANGSAM und mit der niedrigsten Konzentration anzufangen. Lese bitte diese Blogreihe zu Retinoiden durch, falls Du dich mit Retinol noch nie auseinandergesetzt hast!
  • Da der Zellenstoffwechsel mit der Zeit nachlässt, ist die Benutzung von chemischen Peelingmitteln (s. oben), welche die abgestorbenen Hautzellen auflösen und die Produktion von neuen Zellen beschleunigen, sehr sinnvoll.
  • Verwende Antioxidantien, die freie Radikale in der Haut neutralisieren.

AUFGABE Nr. 1
Schreibe jetzt auf einem Blattpapier, welche Inhaltsstoffe Du in deiner Routine brauchst. Zum Beispiel: Du hast Akne und Pigmentflecken und würdest, laut der obigen Auflistung folgende Inhaltsstoffe verwenden: etwa Niacinamid (entzündungshemmend und aufhellend), Vitamin C (das beste Antioxidant und Helfer bei Pigmentflecken), Retinol (hilft gegen Pigmentflecken, Kollagenverlust und Unreinheiten), Azelainsäure (hilft bei Unreinheiten und hellt auf) und ein chemisches Peelingmittel.

So weit so gut. Jetzt stellt sich die Frage, wie man die Dinger miteinander kombinieren sollte?


2. Wie kombiniere ich Pflegeprodukte miteinander? Die richtige Pflegeroutine

 2.1. Pflegeroutine am Morgen

a) Wasche Deine Haut mit einem milden Waschmittel (etwa Balea “Reinigungsmilch Ultra Sensitive”, Dermasence “Reinigungsmilch”).

b) Verwende morgens Antioxidantien. Hier kannst Du entweder eine leichte Pflege mit Antioxidantien oder ein Antioxidans-Serum verwenden. Falls erwünscht (je nach Zeit und Laune) kannst Du unterschiedliche Antioxidans-Seren miteinander mischen (etwa Vitamin C, E, Ferulasäure -> nach The Ordinary-Prinzip, d.h. eine Serumflasche = ein bis zwei Wirkstoff/e). Oder Du kannst ein fertiges Serum mit ein paar Antioxidationsmitteln auftragen (Paula’s Choice “Resist, Anti Aging Serum”, Uncover Skincare “Moisturizer”, Louis Widmer “Pigmacare”). Eine Auflistung von Produkten mit Vitamin C findest Du hier).

c) Falls Deine Haut feuchtigkeitsarm ist, verwende ein Feuchtigkeit-Booster, d.h. ein Serum mit Hyaluronsäure, Glycerin und anderen Feuchthaltemitteln. Entweder kannst Du ein “fertiges” Serum mit vielen Feuchtigkeitsmitteln auftragen (etwa “Age Performance Intensiv Serum” von Isana/Rossmann, “Buffet” von The Ordinary, “Calm Serum” von Paula’s Choice, “Super Filler” von Diadermine oder “Hydrabio” Serum von Bioderma). Oder Du mischst dir selbst ein eigenes Feuchtigkeitsserum aus einzelnen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen auf der Hautoberfläche (nach The Ordinary-Prinzip, wie oben). Eine Auflistung von Feuchtigkeitsmitteln findest Du hier. Tipp: Während man in Drogerien weder gute Antioxidants-Seren noch Peelingmittel finden kann, gibt es dort etliche recht gut formulierte Feuchtigkeitscremes, etwa von Isana/Rossmann und Balea/DM.

d) Bei Hautunreinheiten kannst Du morgens nach/vor dem AOX-Serum zusätzlich entzündungshemmende Inhaltsstoffe verwenden (Azelainsäure |The Ordinary, Paula’s ChoiceResist, Anti Aging Multi Correction Treatment“, Skinoren  | oder Niacinamid | The Ordinary, Paulas Choice, Louis Widmer, StriVectin, Pharmaceris, Iwostin, Noreva “Sensidiane AR”, La Roche Posay, s. oben | oder Salicylsäure | Paula’s Choice, The Ordinary, Cosrx |).

e) Trage täglich einen Sonnenschutz auf! Eine doppelte Schicht unter den Augen agiert wie eine Augencreme. Braucht man eine spezielle Augencreme? Nein.


2.2. Pflegeroutine am Abend

a) Wasche Dein Gesicht mit einem reizarmen Reinigungspräparat auf Öl- bzw. Lipidbasis (etwa Balea “Reinigungsöl” oder Clinique “Take the Day off” Balm).

b) Verwende ein AOX-Mix (wie oben).

c) Verwende Feuchtigkeitsmittel (wie oben).

d) Verwende entzündungshemmende Inhaltsstoffe (wie oben).

e) Benutze Inhaltsstoffe, die bei Pigmentflecken helfen (das müssen keine 1000 unterschiedliche Produkte sein, sondern etwa nur Niacinamid für alle drei letztgenannten Hautbedürfnisse).

f) Verwende entweder Retinol oder ein Peelingmittel – nie beide zusammen in einer Routine (es sei denn, Du bist ein Profi und weißt genau, was Du tust). Listen mit Retinol-Produkten findest Du hier.

g) Falls nötig, schließe Deine Pflegeroutine mit einer okklusiven (lipidreichen) Creme ab (etwa: Alfason “Repair”, Bepanthen “Sensiderm”, Paula’s Choice “Clinical Rich Moisturizer” oder “Clinical Body Butter”, Cetaphil, Bioderma “Atoderm”, Eucerin “Aquaphor” “Urea Repair” “Hyal Urea”).

h) Eine Augenpflege ist nicht notwendig. Verwende eine “normale” lipidreiche Creme im Augenbereich.

AUFGABE Nr. 2
Schreibe nun auf demselben Blattpapier, wo Du bereits die gewünschten Inhaltsstoffe bzw. Wirkstoffe aufgelistet hast, was Du morgens und was abends verwenden möchtest. Denke bitte daran, dass man am Anfang nichts optimal macht! Man fängt immer klein an. Mit der Zeit wirst Du deine Haut kennen lernen und viel bewusster mit Pflege umgehen können. Dein Plan wird sich somit sicherlich in ein paar Monaten wieder ändern. Dennoch: Keine Angst! Entwerfe ruhig den ersten Pflegeplan, stelle es auf Instagram vor und wir helfen Dir, es zu korrigieren und weiterzuentwickeln! 🙂 

In diesem Blogbeitrag zum Layering von Pflegeprodukten findet Ihr verlinkt sehr wertvolle Hinweise dazu von Anna und Sarah – mit konkreten Beispielen!


3. Weitere Pflegeregel – Dos & Don’ts in Hautpflege

  • Achte darauf, jeweils immer nur EINEN neuen Inhaltsstoff in Deine Routine einzuführen. Sollte nach einer/zwei Wochen keine Irritation auftreten, kann ein weiterer Wirkstoff eingeführt werden.
  • Denke daran, dass “zu viel” Deine Hautbarriere beschädigen kann. Eine beschädigte (undichte) Hautbarriere, die das hauteigene Wasser nicht mehr halten kann und Bakterien von außen in die Haut reinlässt, ist ein der größten Hautprobleme überhaupt! Mehr zur Hautaufbau s. hier.
    • Was ist “zu viel”? Das hängt wieder vom Zustand Deiner Haut ab. Je empfindlicher bzw. beschädigter Deine Haut ist, desto weniger solltest Du peelen und desto stärker solltest Du bei eventuell reizenden Inhaltsstoffen aufpassen (bei Peelingpräparaten, Retinoiden, sauer formuliertem Vitamin C, etc.). Manche Menschen verwenden 8% Glykolsäure 2x/Woche, andere vertragen 5% AHA nur 1x/Woche oder seltener. Gute Nachricht: Sobald man die eigene Haut kennen lernt, findet man die passende Häufigkeit und Menge heraus. Wichtig ist es aber, die Haut dauern zu beobachten und mit dem Minimum anzufangen. Zu den Regeln bei der Anwendung von Peelingmitteln s. hier.
  • Verwende ausschließlich reizarme Produkte – das betrifft auch Reinigungsmittel. Warum? Weil reizende Inhaltsstoffe (Duftstoffe auf Basis von ätherischen Ölen, Sodium Lauryl Sulfate, Ammonium Lauryl Sulfate, Zitrusextrakte, Pflanzenextrakte) deine Hautbarriere beschädigen können (s. oben). Zu allergenen Duftstoffen s. hier.  Reizende und milde Tenside sind hier aufgelistet. Benutze auch keine “physikalischen” Peelingmittel. Die kleinen Körnchen reizen unnötig die Haut und können bei Unreinheiten zur Bakterienvermehrung führen. Chemisches Peeling, dessen Konzentration auf die Hautbedürfnisse angepasst ist, agiert viel milder. Was heißt es, mild zu pflegen, könnt Ihr auch in der Reihe zu Babypflege und empfindliche Haut nachlesen. 
  • Kaufe nie zu viel Pflegepräparate auf einmal, sondern jeweils ein Produkt für jedes Hautproblem (etwa Akne oder Pigmentflecken).
  • Experimentiere mit Pflege am Anfang nicht zu viel. Setze eine minimale Hautpflegeroutine zusammen und ziehe diese einen Monat lang durch (es sei denn, es kommt zu Irritationen. Dann muss das irritierende Produkt abgesetzt werden!).
  • Kann man eine Haut “überpflegen”? Falls man gute, auf die eigenen Hautbedürfnisse abbestimmte Produkte verwendet, kann eine “Überpflege” nicht passieren. Falls man “zu viel” verwendet, wird Dir das Deine Haut sagen (Irritation, Pickel, etc.). Auch sollte man nicht ständig neue Produkte testen und mehr als eins in die Routine auf einmal einführen. Man braucht keine drei Feuchtigkeitsseren und sechs Antioxidants-Booster. Pflege ist vom gesunden Menschenverstand nicht rauszulösen. Verwendet jeweils ein Wirkstoff für jedes Hautproblem und so viel Feuchtigkeit bzw. Okklusion, wie nötig. Weniger ist mehr!
  • Glycolsäure und Vitamin C auf Wasserbasis brauchen ein saueres Umfeld (pH-Wert), um die Wirkung zu entfalten. Selbst wenn der Ansatz zuweilen kritisiert wird (bzw. als unnötig abgestempelt wird), bietet es sich an, nach deren Anwendung 15 Minuten abzuwarten (bis sich der pH Wert der Haut wieder auf ca. 5,5 einpendelt). Bei Milchsäure ist das nur dann notwendig, wenn sie als Peeling agieren sollte (für Feuchtigkeitszwecke wirkt Milchsäure auch in einem neutralen pH Bereich).
  • Ist eine Wartezeit nach dem Auftrag vom Sonnenschutz erforderlich? Ja. Warte nach der Anwendung vom Sonnenschutz IMMER ZUMINDEST 15 Minuten ab. Sonst gibst Du den Filtern und den Inhaltsstoffen, die für deren gleichmäßige Verteilung sorgen, nicht genug Zeit, um effizient zu arbeiten. Auch danach sei mit dem Auftrag Deiner Foundation vorsichtig.
  • Verwende Retinoide und Peelingmittel nie in einer Routine (d.h. beide abends oder beide morgens). Aufgrund des Irritationspotenzials verwende beide Produktgruppen eher abends und zwar abwechselnd (Montag: Retinol, Dienstag: Peeling, Mittwoch: Retinol, etc.). In beiden Fällen fange mit der niedrigsten Konzentration / ein bis zwei Mal die Woche an!
  • Schwangere Frauen sollten keine Retinsäure (Vitamin A) verwenden. Auch wäre ich bei hochkonzentriertem Retinol vorsichtig.
  • Silikone sind keine “Schadstoffe”, wie das “im Internet” gelegentlich zu lesen ist. Vielmehr üben Silikone in Kosmetika und Pflege eine Reihe von sinnvollen Funktionen und sind in best formulierten Sonnenschutzprodukten unentbehrlich. Mehr zu Silikonen in Hautpflege s. hier. Frage alle, die das Gegenteil behaupten, nach glaubwürdigen Quellen, auf welchen ihre Meinung basiert.
  • Nicht nur Parabene stehen weiterhin zu Unrecht in Kritik, sondern auch Nanopartikel in Kosmetika und Hautpflege. Dabei ist keine schädliche Wirkung von Nanopartikeln in den erlaubten Dosierung festgestellt worden. Allerdings habe ich in diesem Beitrag zu Babyhaut und empfindlicher Haut: “Parabene und Nanopartikel” darauf hingewiesen, dass Nanopartikel im Falle einer geschädigten (oder unreifen) Hautbarriere mit Vorsicht genießen werden sollten. Bei normaler Erwachsenenhaut sind Produkte mit Nanopartikeln alles andere als gefährlich.
  • Niacinamide kann mit allen Wirkstoffen kombiniert werden – auch mit Vitamin C (Ascorbinsäure). Ein Serum, in dem beide Inhaltsstoffe enthalten sind, würde ich jedoch nicht kaufen. Sonst ist der Schrei um einen “Flush” nach der Verwendung beider Aktivstoffe in einer Routine übertrieben. Mehr dazu findet man bei dem kosmetischen Chemist Stephen.
  • Übrigens bieten Vitamin C und Vitamin E eine der besten Pflegekombinationen, da sich deren antioxidantive Wirkung sehr gut ergänzt.
  • Was tun, wenn Pflegeprodukte nicht einziehen wollen? Auftrag von Pflegemitteln auf angefeuchtetes Gesicht mit feuchten Händen ist meist schneller und effizienter, da die Produkte vollständig einziehen (besonders angeboten beim Sonnenschutz). Zu der feuchten Auftragsmethode, s. hier.
  • Es spielt keine Rolle, ob zunächst Antioxidantien, Feuchthaltemittel oder entzündungshemmende Inhaltsstoffe aufgetragen werden. Die richtige Reihenfolge wird durch die Konsistenz der Produkte diktiert: Die “leichteste” (etwa wässrige) Toner, Essenz oder Seren kommen zunächst – die reichhaltigste am Ende.
  • Hast Du Anzeichen von Rosazea bzw. Couperose, sei mit reizenden Inhaltsstoffen besonders vorsichtig. Vermeide Glykolsäure zu Gunsten von PHA, vermeide starke Gewürze, heißes Bad, Alkohol, Sonne und stark okklusive Cremes, setze auf sehr milde Pflege mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen. Zu Auslösern von Rosazea liest den Beitrag von Frau Dr. Jetske Ultee hier. Gute Beiträge zu Rosacea Haut mit Pflegetipps findet Ihr etwa Zauberisch und bei Stephie.
  • Vergesse nie, Deine Haut abends abzuschminken. Nicht nur verzichtest Du andernfalls auf eine gute Versorgung der Gesichtshaut über die Nacht, sondern Du lässt auch eine Menge an Schmutz drin (in den Poren) und drauf. Klingt eklig? Gut.
  • Muss die Gesichtshaut auch morgens gereinigt werden? Generell ja. Du möchtest das Sebum mit dem eingefangenen Schmutz aus Deiner Haut entfernen, bevor Du ein frisches Vitamin C Serum aufträgst. Bei sehr trockenen Häuten, die kaum Eigenfett produzieren, ist eine Reinigung morgens meines Erachtens nicht zwingend notwenig.
  • Mizellarwasser sind nach meinem Wissen und Verständnis nicht dafür geschaffen, um auf der Haut zu verbleiben. Die Wässerchen setzen sich auch aus Tensiden zusammen. Falls Du morgens gerne ein Mizellarwasser benutzt, wasche das Gesicht anschließend mit klarem Wasser ab.
  • Das Reinigungswasser sollte weder zu heiß noch zu kalt sein. Beides kann die Hautbarriere beschädigen. Lauwarm – ist hier das Stichwort.
  • Ist eine spezielle Gesichtspflege für Männer nötig? Nein, das ist ein Marketingtrick. Was zähl bei der Pflegewahl ist der Hautzustand, nicht das Gender.
  • Braucht man ein Gesichtswasser bzw. einen Toner? Nicht zwingend. Viele Gesichtswässer sind heute mit guten Inhaltsstoffen ausgestattet, die die Gesichtshaut entweder beruhigen oder mit Antioxidantien versorgen. Ob ein Toner Sinn macht, hängt davon ab, wie Du ansonsten pflegst und wie der Toner formuliert ist. Wenn Du gute Antioxidans-Seren verwendest und (falls nötig) entzündungshemmende Pflege aufträgst, kannst Du auf einen Toner verzichten. Falls Du hingegen das Schichten mit Seren und Cremes lästig findest, kannst Du z.B. auf ein flüssiges Peelingmittel (etwa BHA und AHA Produkte) umsteigen (The Ordinary, Cosrx, Paula’s Choice). Beachte: Sowohl ein AHA-Toner als auch ein Serum mit Glykolsäure sind jedoch zu viel des Guten – entscheide dich nur für eine Form des Peelings. Toner, die beruhigend oder feuchtigkeitsspendend wirken sind dagegen immer willkommen. Wenn Dein Geldbeutel aber nicht gerade das nötige Kleingeld für ein Gesichtswasser bereit hält, ist das nicht schlimm. Bei der Wahl zwischen einem antioxidans-reichen Serum und einem Toner – entscheide dich lieber für das Serum.
  • Braucht man ein Serum? Ja. “Normale” Cremes enthalten selten Antioxidantien, und wenn schon, ist deren Konzentration in gut formulierten Seren meist höher.
  • Braucht man eine Nachtcreme? Nicht unbedingt. Unter “Nachtcreme” wird meist eine reichhaltige Creme verstanden, die mehr Lipide enthält als eine “Tagescreme”. Falls Deine Haut sich nach dem Auftrag von leichten Seren wohl fühlt, nicht spannt und offenbar keine weitere Schicht braucht, kannst Du darauf verzichten. Da der Augenbereich oft viel trockener ist, kannst Du ein reichhaltiges Pflegemittel nur in diesem Beriech auftragen (s. oben).
  • Braucht man eine Tagescreme? Tagescreme ist Sonnenschutz (mindestens SPF30). Falls Du eine trockene Haut hast, wähle einen reichhaltigen Sonnenschutz. Es ist besser, drunter nur ein leichtes Serum anstatt einer lipidreichen Creme aufzutragen. Sonst können die UV-Filter nicht in die Haut eindringen.
  • Und nicht zuletzt: Achte auf die Werbesprache. Kosmetikfirmen wollen in erster Linie verkaufen. Dafür nutzen sie Emotionspsychologie, um Dich bei deinen Bedürfnissen, Unsicherheiten und Ängsten abzuholen. Keine Creme der Welt wird innerhalb eines Monats Falten reduzieren (wenn überhaupt). Kein Gesichtsserum wird wie ein Lifting wirken. Das ist unmöglich! Sei auch vorsichtig, wie Dir Pflegemittel verkauft werden: Wird auf einen besonders angenehmen Duft oder auf ein schönes “Hautgefühl” hingewiesen? Das ist kein Zeichen von Effizienz! Frage nach Inhaltsstoffen, nach Zusammensetzungen, nach pH-Werten… Informiere dich ein wenig auf guten, informativen Homepages (mit glaubwürdigen Quellenangaben). Du wirst mit der Zeit die Zusammenhänge verstehen und Dir selbst ein Bild bilden können. Aller Anfang ist schwer. Auch der in der Pflegewelt. Es ist aber nicht unrealistisch, auch in diesem Bereich zu einem mündigen Kunde zu werden. Zeige den Mut, Verkäuferinnen oder auch Bloggern, die über Pflege schreiben und Pflegepräparate empfehlen, Fragen zu stellen.

Hinweis: Hinweis:
Bei jeder Beschreibung eines Pflegeproduktes auf online Plattformen soll inzwischen eine INCI-Liste abgebildet sein. Verlange danach und betrachte eine Empfehlung als unglaubwürdig, falls anstatt auf die Zusammensetzung einzugehen, mit Deinen Emotionen oder Duft-Präferenzen gespielt wird. 

Nur wir – Kunden und Leser – können der teilweise verarschenden Werbung für überteuerte und ineffiziente Hautpflegemittel das Ende setzen. Trauen wir uns das zu!


Ich wünsche Euch bei der spannenden Reise durch die Pflegewelt, viel Spaß und vor allem Erfolg! 🙂

Und wenn Du mich für eine Tasse Kaffee einladen möchtest, kannst Du das mit dem Klick auf das untere Bild tun!

Buy me a coffee


Solltet Ihr Fragen haben, stehe ich Euch in den Kommentaren und auf Instagram hier gerne zur Verfügung!

Eure

Pia


(1) Bei Interesse: eine fantastische, sehr ausführliche, Übersicht über Hydroxyacids auf Englisch findet Ihr in diesem Buch: Robert Baran/Howard Maibach (Hrsg.): Textbook of Cosmetic Dermatology, 5. Auflage 2017: Kapitel 6:  Rudy Yu/Eugene Van Scott: “Organic Acids with Novel Functions: Hydroxy, Bionic, N-acetylamino Acids and N-Acylpeptide Derivates”

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39 Comments

  • Reply siesn

    Hallo Pia,
    ich wollte dir Danke für diese tolle Zusammenstellung sagen! 🙂
    Ich bin zwar schon ein Weilchen dabei 😉 aber manchmal ist man von den ganzen Infos überfordert und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr 😉
    LG siesn

    November 23, 2017 at 5:02 pm
    • Reply [email protected]

      Danke Dir herzlich, dass Du dem Blog so treu bleibst! 🙂

      November 25, 2017 at 8:02 am
  • Reply Birte

    Vielen Dank für diesen umfassenden, gut strukturierten Beitrag. Liest sich gut und ist eine echte Hilfe! Kaffeegeld ist unterwegs. 🙂

    November 24, 2017 at 5:32 am
    • Reply [email protected]

      Kaffee schon getrunken. Danke Dir. “Echte Hilfe” freut mich sehr! 🙂

      Dezember 1, 2017 at 8:36 pm
  • Reply Anna D

    Was ein toller, informativer Post! Ich habe gleich mal wieder meine Alltagsprodukte aus dem Schrank gezerrt und abgeglichen. Ein paar kleine Punkte gibt es natürlich immer zu verbessern aber ich stelle (zu meiner Erleichterung) fest, dass ich da ganz gut auf der Bahn bin. Allerdings geht es meiner Haut momentan auch sehr gut. Vielen Dank für deine Mühe und diesen tollen, tollen Post! Direkt noch einmal in der Leseliste abgelegt. <3

    November 24, 2017 at 9:04 am
    • Reply [email protected]

      Danke Anna! Du bist schon aus Japan zurück? Hast Du viele asiatische Pflegeprodukte ausprobiert? Etwas extraordinary dabei? 🙂 Liebste Grüße!

      November 25, 2017 at 8:03 am
  • Reply teilzeitelfe

    Liebe Pia,
    vielen Dank nochmal und immer wieder für diesen tollen Artikel (ganz zu schweigen von der lieben Verlinkung). Eine wirklich gute Übersicht, die man getrost allen Neulingen empfehlen kann 🙂
    Gruß, Anna

    November 24, 2017 at 11:13 am
    • Reply [email protected]

      Gerne! Ich freue mich, dass Dein Beitrag wieder zu finden ist.
      Wir sind alle Neulinge. So fühle ich mich sehr oft, wenn ich neue Sachen im Kontext Pflege entdecke. Das hat kein Ende… ist aber spannend. 🙂 Liebste Grüße, Anna!
      Deine Pia

      Dezember 1, 2017 at 8:37 pm
  • Reply Sarah

    Hallo Pia,

    mensch ich glaube, das ist ein Artikel, nach dem sich sicher schon viele gesehnt haben. Oft ist es bei der Menge an Möglichkeiten schwer den Wald vor lauter Bäumen zu sehen. Das wird vielen (vor allem denen, die noch neu in dem Skincare Thema sind) sicher eine riesen Hilfe sein! Vieles was Du auch in Deiner Einleitung schreibst, trifft den Nagel extrem gut auf den Kopf.

    Liebste Grüße und 1000 Dank auch für die Verlinkung :+
    Sarah

    November 24, 2017 at 4:07 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Sarah, zu Dir könnte ich dauernd verlinken. 🙂 Ja, der Werbemechanismus ist wahnsinnig clever, es fließt so viel Geld darin, dass es nicht anders sein kein.

      November 25, 2017 at 8:07 am
  • Reply Andrea

    Liebe Pia, ein ganz toller, informativer Beitrag! So einiges wusste ich schon, aber, man lernt immer noch dazu 🙂 Es ist manchmal schwer, die “Verarsche” nicht zu glauben, gerade, wenn man von Inhaltsstoffen noch nicht viel weiß und auf Begrifflichkeiten wie “samtige Haut” “porentief rein” usw. anspringt ^^ Augencreme verwende ich schon länger nur noch sporadisch, wenn ich denke, ich könnte mal wieder. Man sollte seine Haut gut beobachten und auch mein Motto ist, nicht viel, hilft auch viel. Liebe Grüße

    November 24, 2017 at 5:31 pm
    • Reply [email protected]

      Genau! Am Anfang ist die Beobachtung anstrengend. Mit Zeit läuft es aber mehr oder weniger automatisch. Augencreme schadet natürlich nicht der Haut, sondern höchstens dem Geldbeutel. 🙂

      November 25, 2017 at 8:12 am
  • Reply Katja

    Liebe Pia,

    vielen Dank für diesen tollen und super detaillierten Blogpost! Der muss sehr viel Mühe, Arbeit und Zeit gekostet haben und daher vielen, vielen Dank!

    Ich hätte eine Frage zum Aspekt Sonnenschutz.
    Du hast ja geschrieben, dass man “immer etwa 1,5-2g Sonnenschutz fürs Gesicht und nicht weniger” verwenden soll. Ich wollte dich mal fragen, woher du die Angabe von 2g für’s Gesicht alleine hast? (Ich hoffe, das kommt jetzt nicht so rüber, als würde ich’s dir nicht glauben.) Ich bin nur immer von den klassischen 1/4 Teelöffel, also 1,25 ml für ein erwachsenes (Männer-)Gesicht ausgegangen und in dem Blogpost, den du oben zum Thema Sonnenschutzmenge verlinkst, hast du geschrieben “Aufs Gesicht und Hals sollten ca. 2g Sonnenschutz aufgetragen werden” und ich hatte das immer so verstanden, dass du 2g insgesamt für Gesicht und Hals meinst. Ich hab’ bis jetzt auch auf anderen Skincare-Blogs immer nur Angaben in Richtung 1/4 Teelöffel (also 1,25ml) gefunden), weshalb mir die Angabe mit den 2g eben besonders ins Auge gestochen ist.

    Noch einmal vielen lieben Dank für diesen tollen und super hilfreichen Artikel!

    November 24, 2017 at 6:53 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Katja, danke für Deine Frage! Mit 2g meine ich in der Tat Gesicht und Hals. Dazu habe ich bereits hier geschrieben. Bei kleinen Gesichtern kann man von 1,5g ausgehen. Leela in diesem Post zur Berechnung des Gesichts spricht von nur 1g. Es kann sein, dass das ausreicht. Mit Sicherheit kann ich Dir die Frage leider nicht beantworten. Ich trage immer mehr auf, da die Wirksamkeit des Sonnenschutzes im Verlaufe des Tages nachlässt. Bleiben wir also bei 1,5g. Diese Mengeangabe kann ich noch mit gutem Gewissen unterstützen.
      Wie viel trägst Du denn auf? Weißt Du das genau?

      Dezember 1, 2017 at 9:05 pm
      • Reply Katja

        Liebe Pia,

        vielen Dank für deine Antwort! Dann ist mir wieder alles klar, ich war nur verunsichert, weil du “Verwende immer etwa 1,5-2g Sonnenschutz fürs Gesicht und nicht weniger” geschrieben hattest und den Hals dabei nicht extra erwähnt hattest und da dachte ich, du benutzt 2g für das Gesicht alleine.

        Ich verwende zwei unterschiedliche Sonnencremes für Gesicht und Körper und zähle den Hals schon zum Körper, weshalb ich in meinem Kopf das glaub ich anders rechne als du, also, du rechnest ja glaub ich Gesicht und Hals als eine Einheit quasi und ich trenne Gesicht und dann nochmal Hals + Dekolleté.

        Fürs Gesicht benutze ich 1,4g und für Hals und den oberen Dekolleté-Bereich, der nicht von Kleidung bedeckt ist, verwende ich dann nochmal 1,25g und hoffe, dass das reicht.

        Liebe Grüße
        Katja

        Dezember 2, 2017 at 12:55 pm
        • Reply [email protected]

          Ich denke, dass das ausreichend ist!

          Dezember 2, 2017 at 7:41 pm
  • Reply Cosima

    Liebe Pia, danke für diesen tollen Beitrag. Ich bin schon lange Leser und werde ihn abspeichern, um ihm meinem gesamtem Umfeld unter die Nase zu reiben . Nehmt das! 😅 liebe grüsse

    November 24, 2017 at 9:42 pm
    • Reply [email protected]

      Haha, teile mir dann bitte die Reaktionen mit. Sonnenschutz im Sommer? Das kommt nicht gut an… 🙂 Liebste Grüße, Pia

      Dezember 1, 2017 at 8:38 pm
  • Reply Blunia

    Ich habe trockene empfindliche Haut und verwende AHA oder BHA Produkte morgens, so habe ich eine glatte Haut ohne trockene Hautschüppchen. Allerdings wasche ich die Peeling Produkte nach 5-15 Minuten wieder ab. So vertrage ich sie am besten.
    LG Blunia

    November 25, 2017 at 6:48 am
    • Reply [email protected]

      Wenn das funktioniert, dann prima. Guter Sonnenschutz drauf und los gehts.

      Dezember 1, 2017 at 8:46 pm
  • Reply LindaLibraLoca

    Ausgezeichnete Übersicht, vielen Dank dafür. Früher habe ich auch gekauft, was mir tolle Dinge versprochen hat, aber mit dem Studium und dem Neuaufploppen meiner Erwachsenenakne habe ich mich mehr mit Inhaltsstoffen und Routinen beschäftigt und dadurch viel gelernt. Und viel Geld gespart!
    LindaLibraLoca kürzlich veröffentlicht…pixi MatteLustre & Shea Butter – Any excuseMy Profile

    November 25, 2017 at 8:59 am
    • Reply [email protected]

      Lernen und Geldsparen ist ja eine perfekte Kombi! 🙂 Anfangs scheint die Inhaltsstoffe-Recherche mühsam zu sein. Bald werden die Zusammenhänge jedoch klarer und das Ganze verständlicher. Und das Wissen kommt uns allen zu Gute.

      Dezember 1, 2017 at 8:46 pm
  • Reply Akvile

    Wow, super review! Genau meine Meinung. Es gibt keine Magic Kreme die alle Probleme löst. Eine gute Skincare Routine ist eine harte Arbeit 👀

    November 25, 2017 at 1:10 pm
    • Reply [email protected]

      Bisschen Arbeit war das schon. Aber ich denke, dass es sich gelohnt hat! 🙂

      Dezember 1, 2017 at 8:44 pm
  • Reply Irene

    Liebe Pia, ich lese schon lange hier in deinem Blog mit. Heute nun muss ich dir endlich mal ein Lob aussprechen. Du machst dir immer unendlich viel Mühe und deine Informationen sind sehr fundiert und aussagekräftig. Habe schon eine Menge gelernt. Vielen Dank dafür und ein schönes Wochenende::::

    November 25, 2017 at 1:53 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Irene, besten Dank für Deinen Kommentar! Heute wird viel “im Internet” gelesen, aber kaum kommentiert. Schon allein die Mühe dafür erachte ich als Kompliment!
      Ich grüße Dich herzlich und bis zum nächsten Mal! 🙂
      Pia

      Dezember 1, 2017 at 8:41 pm
  • Reply Immer wieder sonntags... + Video Insta-Stories Weihnachtdeko - InnenAussen

    […] Westernserie (Hauptsache historisch), gerade schaue ich neben dem Bloggen Outlander |Gelesen| Toller Artikel für Einsteiger in das Thema Reizarme Pflege mit Verstand auf Skincare Inspirations |Gehört| Sunrise Avenue – Help you hate me |Getan| Nach Hamburg zum Event von Lovlee geflogen, […]

    November 26, 2017 at 9:35 am
  • Reply Leni

    ENDLICH mal jemand der auf die Gefahr bei der Verwendung von Retinol/Vitamin A in der Schwangerschaft hinweist!
    Was aber auch anzumerken ist: Auch bei Leberproblemen sollte man auf eine höhere Konzentration verzichten, da es die Leberwerte erhöhen kann – gerade wenn sie schon hoch sind, keine tolle Sache.

    Danke für den tollen Artikel – super zusammengefasst! Hätte ich das vor zwei Jahren gehabt hätte ich mir so manchen Fehlkauf erspart 😃

    November 26, 2017 at 4:22 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Leni, ich hoffe, dass jeder oder zumindest die Mehrheit, die über Retinol-Produkte berichten, auf diese Gefahr hinweisen. Diese wird zuweilen als übertrieben dargestellt. Aber: better safe than sorry. Morgen kann die Forschung mit neuen Erkenntnissen kommen. Danke für den Hinweis auf Leberprobleme! Davon habe ich im Kontext von Pflege noch nicht gehört. Werde dem nachgehen…
      Viele Grüße

      Dezember 1, 2017 at 8:44 pm
  • Reply Bea

    Liebe Pia, vielen Dank für den Post, das ist wirklich wahnsinnig hilfreich für mich. Wobei ich das ganze Thema wahnsinnig komplex finde und euch skincaregurus um euer Wissen beneide. Ich habe vor ca einem halben Jahr meine Pflege komplett umgestellt, d.h. reizarm mit Verwendung von chem. Peelinngs und neuerdings Retinol. Ich habe eine Mischhaut, extrem öllig in der T-zone und extrem trocken im Wangenbereich. Die glänzende T-zone habe ich bereits sehr gut im Griff, weil ich die sehr reichhaltigen Cremes nicht mehr im ganzen Gesicht verwende. Aber mein trockener Wangenbereich wird einfach nicht besser. Meine Haut wird noch viel trockner nach Aha und auch PHA. Hab mir vor ca 2 Monaten das highdroxy face Serum gekauft und nach den Anwendung bekomme ich starke Rötungen auf den Wangen. Ich habe nicht das Gefühl dass meine Haut danach die Pflegeprodukte besser aufnimmt und mein Hautzustand sich verbessert. Sie wird eher noch trockener. Jetzt im Winter killt mich das regelrecht. Denn dieses Spannungsgefühl ist unerträglich. Also lasse ich das erstmal weg. Mit Retinol komme ich gut zurecht, allerdings nehme ich erst 0,01. Habe auch schon verschiedene Feuchtigkeitsseren ausprobiert mit Squalan und die tun mir schon gut, aber nach ein paar Stunden habe ich trotzdem totale Spannungsgefühle. Nun habe ich gelesen, dass man im Winter eher auf lipidhaltige Pflege setzen sollte. Meinst du das Omega Serum von PC wäre dafür das richtige? Hatte ihn mir schon im Mai gekauft und auch recht schnell aufgebraucht. Empfand ihn als angenehm, mehr aber auch nicht. Aber könnte die Wirkung jetzt im Winter besser ausfallen? Sorry, für den Roman.

    November 26, 2017 at 10:34 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Bea, ja das Omega Serum könnte bei dem Aufbau der Hautbarriere helfen, die offenbar nicht richtig funktioniert. Verzichte in der Winterzeit auf Säure (Peeling, saures Vitamin C) und setze auf Lipide. Nicht überall, sondern in dem trockenen Bereich trage abends mehr Schichten einer lipidreichen Creme auf. Zur Not auch Vaseline (die “normale”, günstige, aus DM & Co). Omega kann drunter als Serum gehen. Schau Dir den Instagram-Beitrag an https://www.instagram.com/p/BbScRg8ACTg/?hl=de&taken-by=pia.skincareinspirations – die Kommentare sind hilfreich.
      Pia
      PS. Die Wangen sind nicht gerötet, oder? Es gibt keinen Verdacht auf Couperose bzw. Rosazea, sondern es geht in erster Linie um Spannung und Trockenheit, ja?

      Dezember 1, 2017 at 8:53 pm
  • Reply frollein_ungeschoent

    Puh, Pia! Vielen, vielen Dank für diesen großartigen und superhilfreichen Beitrag. Man liest die Mühe aus jeder Zeile heraus und ich finde es immer toll, dass Du es schaffst, alles verständlich erklären, so dass ich am Ende auch weiß, was welcher Stoff bewirkt. Du hast mir persönlich mit dem Abschnitt der Pflegeroutine geholfen. Danke!
    Liebste Grüße
    Deine Gamze

    November 28, 2017 at 2:53 pm
    • Reply [email protected]

      Liebe Gamze, danke Dir ganz herzlich für Deine Worte. Du hast pflegetechnisch eher keine Problem, oder? Wirst Du zu diesem Thema auf Deinem Blog auch mal schreiben wollen?

      Dezember 1, 2017 at 8:54 pm
  • Reply Schminkherz

    So. Jetzt kopiere ich den Kommentar nochmal an die richtige Stelle. Sorry!

    Eine schöne Übersicht hast du hier erstellt! Ich finde solche Übersichten immer klasse und auch zum weitergeben an Skincare Neulinge toll, damit man sich selbst nicht tausend mal den Mund fusselig redet. Das meiste ist mir selbst natürlich altbekannt, ich beschäftige mich ja schon einige Jahre mit reizarmer Hautpflege. So richtig perfekt finde ich meine Routine aber immernoch nicht und bin stets auf der Suche nach guten und günstigeren Alternativen (Paulas Choice, aber auch Dermasence und Co gehen ja ordentlich ins Geld). Aber auch mit dem Peeling bin ich nicht so richtig zufrieden. Ich habe trockene Haut mit Neigung zu trockenen schuppigen Lidern, Unreinheiten, vergrößerte Poren an Wangen & Nase und arbeite mit Mitte-Ende 20 am Anti-Aging, die Fältchen unterm Auge stören mich nämlich jetzt schon… und achja die Pickelmale brauchen bei meiner sehr hellen Haut auch ewig zum verblassen, das ist also auch noch immer eine Baustelle. Ich vertrage eigentlich alles, habe mich über die Jahre gut rangetastet und habe selbst mit morgens uns abends jeweils eines der “harten” Produkte (5% AHA, 2%BHA, 1%Retinol, hochdosiertes Vit C, ab und zu 10%AHA) keine Probleme, auch wenn ich phasenweise viel weniger nehme. Ich hab auch das Gefühl das es mit besser ist als ohne, aber trotzdem bleiben meine Poren vergrößert und teilweise “zu” bzw verstopft und ohne mechanisches Peeling fühlt sich meine Haut irgendwann …ja… verhornt (?) an. Deshalb nehm ich trotz allem ab und zu (1× die Woche bis 1x im Monat) Mikrofasertücher oder ein feines mechanisches Peeling. Ich weiß gar nicht wie das bei euch anderen nur mit chemischen Peelings funktioniert? Und warum meine Poren mich weiterhin so nerven, obwohl ich regelmäßig AHA+BHA benutze und der 10%Nia Booster von PC auch schon etwas Besserung gebracht hat. Aber die Poren sind trotzdem noch groß und einige verstopft.

    Und dann die Reihenfolge… Ich habe mich damals an die von Paulas Choice gehalten, die immer mit AHA oder BHA anfängt. Nun sind die ja aber meist fester/reichhaltiger/Silikoniger als meine Feuchtigkeitsseren danach. Spätestens bei dem Retinol von TO war’s dann vorbei, weil das total silikonig ist. Soll man das denn alles erst nach den Feuchtigkeitsgeschichten bzw wässrigen Sachen auftragen? Das war mir mit den PH Werten immer bisschen komisch, weil nach den wässrigen Seren brauch ich immer sofort etwas reichhaltigeres.

    Und überhaupt… die Wartezeiten? Ich hab mit abrollen nicht so viele Probleme bzw nur bei bestimmten Produkten (einige von TO sind da echt Hölle), von daher kann ich problemlos schichten. Aber nach dem Sonnenschutz 15-30min warten vorm schminken? Macht ihr das alle wirklich und wenn ja wie kriegt ihr das hin? Ich mein ich habe schon angefangen mein AMU vorm Teint zu schminken, aber soviel Zeit hab ich meist gar nicht. Abends geht das noch, da nutze ich ein paar Minuten zum aufräumen des Schminktisches (wo ich mich auch eincreme), aber morgens ist die Zeit ja immer knapp.

    Und was empfiehlt sich bei einem unüblichen Schlafrhythmus zB durch Schichtarbeit oä. Wenn ich manchmal erst spät nachts ins Bett gehe und dann aufstehe, wenn schon seit Stunden die Sonne scheint (gerade im Sommer), dann bin ich in der Zeit ja ohne LSF. Aber ist es dann sinnvoll nachts anstatt oder zusätzlich zur okklusiven Creme einen LSF aufzutragen? Ich hätte ja Bedenken das die Creme im Kissen verschwindet und gar nicht viel bringt…
    Und noch was: ist es egal welche AOX man nimmt? Ich versuche einfach immer bisschen zu mischen, den Tag dies, den nächsten Tag jenes, aber sind die alle ähnlich gut?

    Fragen über Fragen, dabei bin ich echt schon ne Weile dabei. Sorry. Aber manche Fragen kommen auch erst über die Jahre…

    November 28, 2017 at 10:42 pm
    • Reply [email protected]

      Liebes Schminkherz,
      da habe ich Dich – oder Du mich – endlich mal erwischt. 🙂 Fragen über Fragen. Fältchen um die Augen hatte ich Mitte 20 auch schon, da ich völlig bescheuerte Routine hatte (bzw. deren Mangel) und viel Sonne genossen habe. Daher kenne ich das unruhige Gefühl sehr gut. Doch trockene Haut, auch wenn nur im Augenbereich, ist Zeichen dafür, dass die Haut das eigen produziertes Wasser nicht halten kann. Die Hautbarriere funktioniert nicht richtig. Ich verstehe, dass Du Deine Haut schön peelen möchtest und das Gefühl hast, ohne Peeling mit guter Pflege nicht weiter zu kommen, doch versuchen wir uns mal an ein Experiment: Lass Deine Peelingmittel für drei Wochen weg. Setze auf Feuchthaltemittel (zwei Schichten unter den Augen) und gute lipidreiche Creme – dünn auf “normale” Hautstellen und doppelte Schicht unter den Augen. (Wenn PC zu teuer ist, greife zu The Ordinary: Niacinamide, Natural Moisturizing Factors, Hyaluron-Serum, Rose Hip Oil…). Wir schauen, was in drei Wochen passiert. Auf die Poren (nur dort) trage weiterhin Salicylsäure auf. Wenn Du sie gut verträgst, dann morgens und abends. Porengröße ist genetisch bedingt. Poren erscheinen kleiner, wenn Salicylsäure verwendet wird (da sie innerhalb der Pore reinigt); wesentlich kleiner werden sie jedoch nie sein. Man kann sie dann nur mit weichmachenden Primern kaschieren – HA Blur von Hylamide, Smashbox – die liliane Tube etwa).
      Na? Peeling weg und dann reden wir weiter, oder?
      Liebste Grüße
      Pia

      Dezember 1, 2017 at 9:25 pm
    • Reply [email protected]

      Ach, Schichtarbeit und Sonnenschutz: Sonnenschutz trägt man tagsüber. Wenn Du mittags aufstehst, dann kommt eine Lichtschutzcreme erst dann zum Einsatz. Nicht beim Schlafen! Da mach am besten die Vorhänge zu!

      Dezember 1, 2017 at 9:27 pm
    • Reply [email protected]

      Ach ja, die Seren: die Reihenfolge ist immer von wässrigen zu reichhaltigeren. Die PC sillikonigen Seren sollten also nicht als erste dran.
      Und mit Sonnenschutz – 20 Minuten Wartezeit. Da kommt man nicht drum herum. Aufstehen: Serum – Klo – Sonnenschutz – Kaffee, Frühstück, Augenmakeup – Foundation. Los. Es ist machbar!

      Dezember 1, 2017 at 9:30 pm
  • Reply Shadownlight

    Hey, ein toller Beitrag. Die ganze Routine ist sehr sehr wichtig um das größte Organ zu pflegen!
    Liebe Grüße!

    November 30, 2017 at 6:12 pm
    • Reply [email protected]

      So ist es! Viele Grüße zurück! 🙂 Pia

      Dezember 1, 2017 at 9:12 pm

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