Duftstoffe in Hautpflege: Photoallergie

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Duftstoffe in Hautpflege und Photoallergie

Dass einige Medikamente die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können, ist weitgehend bekannt. Doch als “Photosensibilisatoren” gelten ebenfalls einige Duftstoffe: Sind diese Substanzen in einem Pflegepräparat enthalten, kann es zu einer Photosensitivität der Haut kommen. Photosensitivität kann sich wiederum auf zweierlei Art und Weise äußern: als

  • Photoallergie
  • Phototoxizität.

Unten seht Ihr noch mal die Graphik mit Dermatitisarten zur Erinnerung.

Duftstoffe in Hautpflege und Photoallergie

Beide Hautreaktionen – Photoallergie und Phototoxizität – entstehen durch einen Kontakt der Haut, die mit einem Allergen behandelt wurde, mit ultraviolettem Licht. Dabei handelt es sich vorwiegend um UVA-Strahlung (320 bis 400 nm). Da UVA-Strahlen – im Gegensatz zum UVB-Bereich – durch Glasscheiben und dünne Kleidung dringen können, erhöht das noch zusätzlich die Wahrscheinlichkeit einer Photosensitivität (zum Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen könnt Ihr hier nachlesen).

In diesem Beitrag werden wir über Photoallergie sprechen. Der nächste Beitrag wird sich hingegen dem Problem der Phototoxizität widmen.


Photoallergie / Photodermatitis

Anders als phototoxische Reaktionen, entsteht eine Photoallergie bzw. Photodermatitis nicht bereits nach dem ersten Kontakt des potenziellen Allergens mit der UVA-Strahlung. Wie wir es bereits im Beitrag zur Kontaktdermatitis gelernt haben, geht einer photoallergischen Reaktion eine Sensibilisierung voraus. Dabei kann die Hautreaktion nicht nur die exponierten Körperstellen betreffen, sondern sich auf andere Körperareale ausweiten, die vor der Sonne abgedeckt waren.

Anders als bei Kontaktdermatitis, kommt es zu einer photoallergischen Kontaktdermatitis jedoch nicht allein durch den Auftrag einer Pflege mit etwa Grapefruitöl. Vielmehr muss die Haut anschließend UV-Strahlen ausgesetzt werden! (mehr dazu in Quelle 1, S. 265)

Bei der photoallergischen Kontaktdermatitis entsteht das Kontaktallergen also erst unter Einfluss utravioletten Lichtes. In Gegenwart von Sonnenlicht werden bestimmte Substanzen durch photochemische Reaktionen in Allergene umgewandelt. (Quelle 2)

Die Symptome einer photoallergischen Hautreaktion (etwa Juckreiz, Bläschen, Rötung oder… Click To Tweet


Die Anzahl der Photoallergien ist viel geringer als die der Phototoxizität (nachzulesen hier und in Essential Oils Safety, S. 85). Entsprechend begrenzt ist auch die Forschungslage hierzu.

Ein zu vernachlässigendes Phänomen ist eine Photoallergie jedoch keineswegs. Denn wie die Autoren des in 2016 erschienenen Nachschlagewerkes “Allergologie” schreiben: “Ein photoallergisches Ekzem kann sich so stark chronifizieren, dass die Erkrankung in eine chronische aktinische Dermatitis (persistierende Lichtreaktion) übergeht, bei der selbst kleinste Mengen an Tageslicht ausreichen, um einen schweren Ekzemschub zu provozieren.” (Quelle 1, S. 266).

In einem anderen Buch fand ich wiederum den Hinweis auf den Zellentod aufgrund von photoallergischen Reaktionen. Und diese soll, den Autoren zufolge, “nicht selten” auftreten. (Quelle 2,  S. 96)


Photoallergene Duftstoffe

Dennoch ist die Frage: welche Duftstoffe ein photoallergisches Potenzial haben, aufgrund der unzufrieden stellenden Forschungslage nicht einfach zu beantworten. Laut vielen Autoren sind photoallergische und phototoxische Duftstoffe beinahe deckend (die Liste zu phototoxischen Duftstoffen werde ich Euch im kommenden Beitrag präsentieren). Einige stark reizende Duftstoffe wurden inzwischen in Europa und den USA verbannt. Eine Liste von photoallergischen Duftstoffen hat etwa in 2011 die Strahlenschutzkommission des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktionssicherheit veröffentlicht (S. 50). Diese sieht folgendermaßen aus:

  • Bergamottölcitrus bergamia – bergamot oil
  • Lavendelöllavandula angustifolia – lavender oil
  • Limettenölcitrus aurantifolia – lime oil
  • Sandelholzöl – santalum album – sandal wood oil
  • Zedernöl – cedrus atlantica/deodara, juniperus virginiana – cedar wood oil
  • Zitronenöl – citrus limon – lemon oil

Die Autoren von Essential Oils Safety (S. 85) verweisen ebenfalls auf:

  • Sandelholzöl – santalum album – sandal wood oil
  • Lavendelöl – lavandula angustifolia – lavender oil

Einige Patienten mit Hauterkrankungen haben außerdem bei Patch-Test allergisch reagiert auf:

  • Bergamottöl – citrus bergamia – bergamot oil
  • Eugenol
  • Eichenmoos-Extrakt – evernia prunastri – oakmoss
  • Zimtaldehydcinnamaldehyde

Wie oben erwähnt, weisen die Verfasser jedoch darauf hin, dass photoallergische Reaktion viel seltener sind als phototoxische Reaktionen. Im nächsten Beitrag werden wir uns also das Phänomen der Phototoxizität genauer anschauen.

Liebste Grüße

Pia


Quelle 1: Tilo Biedermann/Werner Heppt/Harald Renz/Martin Röcken (2016): “Allergologie”, Berlin-Heidelberg

Quelle 2: W. Weyers (2003): “Entzündliche Dermatosen mit Spongiose”, in: Helmut Kerl/Claus Garbe/Lorenzo Cerroni/Helmut Wolff: Histopathologie der Haut (Kapitel 7) (hier)


Duftstoffe in Hautpflege – Blogreihe / Übersicht

  1. Einführung – Erinnerung an einige Fakten, die wir in den oben erwähnten Beiträgen bereits zusammengefasst haben (heute)
  2. Duftstoffe und Kontaktdermatitis
  3. Duftstoffe und Photoallergie (heute)
  4. Duftstoffe und Phototoxizität
  5. Duftstoffe und Oxidation
  6. Duftstoffe und Hautbarriere
  7. Abschluß: Liste von allergenen und phototoxischen Duftstoffen
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5 Comments

  • Reply Julia

    Inwiefern spielt denn da die genetische Disposition eine Rolle? Ich bekomme im Sommer immer einen Ausschlag an beiden Ellbeugen. Ein umgrenztes Gebiet, das stark juckend und gerötet ist. Auch sehr trocken. Da es an beiden Ellbeugen auftritt, geh ich mehr davon aus, dass das ganze genetisch bedingt ist und wohl durch UV-B Strahlung ausgelöst wird (da nur im Sommer).
    Ich bin gespannt auf den nächsten Beitrag 🙂

    March 19, 2017 at 8:25 am
    • Reply Marie

      Hey Julia, ich habe das auch. Es scheint sich wohl um eine sehr sehr leichte Form der Neurodermitis zu handeln, was ja zu deiner Vermutung bzgl der genetischen Prädisposition passen würde. Bei mir habe ich aber den Eindruck, dass nicht unbedingt die Uv Strahlung der entscheidende Faktor ist, sondern dass auch das stärkere Schwitzen dazu beiträgt.
      Liebe Grüße, Marie

      March 19, 2017 at 8:54 am
      • Reply Julia

        Hey Marie. Danke für deine Antwort.
        Kann gut sein, den Gedanken mit dem Schwitzen hatte ich tatsächlich auch schon. Vor allem, da keine Sonnencreme die Symptome bessert oder hinauszögert. Warst du denn mal beim Hautarzt deswegen? Ich komm eigentlich gut zurecht damit, aber letztes Jahr wars teilweise echt so schlimm, dass mir die Tränen kamen wenn ich meine Arme angewinkelt habe. Was tust du denn dagegen/benutzt du im akuten Schub?
        Liebe Grüße zurück 🙂

        March 19, 2017 at 9:27 am
  • Reply Valandriel Vanyar

    Hier mal nur ein DANKE für deine immer informativen Beiträge! =)

    March 19, 2017 at 10:57 am
    • Reply [email protected]

      Sehr gerne! Ich freue mich, dass es Dir etwas bringt!

      April 27, 2017 at 10:16 pm

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