Petrolatum in Pflege: Ja oder nein?

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Petrolatum bzw. Vaseline: ja oder nein? – die immer lebendige Kontroverse

Die dem letzten Post zu Okklusion beigefügte Tabelle zeigt es eindeutig: Petrolatum verhindert den Wasserverlust aus der Haut am effizientesten. Studien belegen, dass bereits bei einem Petrolatum-Einsatz von 5% der Wasserverlust aus der Haut (TEWL) um 98% reduziert wird, während Lanolin, Mineralöl und einige Silikonarten (insb. Dimethicon) den Feuchtigkeitsverlust nur (?) bis zu 20%-30% verhindern können.

Dennoch hat Petrolatum genauso wie Parabene einen äußerst schlechten Ruf, wenn es um den Einsatz in Kosmetikprodukten geht. Der Teufelskreis sieht folgendermaßen aus: Da auf vielen Produktverpackungen “frei von Mineralöl” steht, denkt der Konsument, dass das etwas hoch Unerwünschtes wäre, will man es somit nicht benutzen, was Kosmetikunternehmen wiederum den Anreiz dazu gibt, Pflegereihen ohne Mineralöl zu formulieren, etc.

Das wohl am häufigsten erwähnte Argument gegen Mineralöl inklusive Petrolatum lautet, dass Mineralölderivate die Hautatmung verhindern. Das Aberglauben, das inzwischen auf gefühlten Hunderten von Homepages nachgeplappert wird, verbreiten leider gerne auch Kosmetikfirmen, die sich sonst auf Wissenschaft stützen (s. bei HighdroxyStand: 6. April 2016). Doch wir brauchen uns keine Sorge um die Hautatmung zu machen. Die “lebendige” menschliche Haut wird mit Sauerstoff durch das Blut versorgt. Zum Atmen dienen Lungen, nicht die Haut (Quelle). Bei Fröschen ist das anders, aber wir wollen ja nicht über Frösche reden…

Petrolatum verhindert den Wasserverlust aus der Haut am effizientesten! Click To Tweet

Verbreitet wird außerdem die Behauptung, Mineralöl in Kosmetika werde gesundheitliche Schäden verursachen. Doch auch dieses Argument ist hoch umstritten und nach derzeitigen Datenlage falsch. In 2014 stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung das Folgende fest: “Auf Basis der vorliegenden Daten und unter Berücksichtigung der klinischen Erfahrungen und fehlenden epidemiologischen Hinweise ist zurzeit kein gesundheitliches Risiko in Folge einer dermalen Exposition gegenüber Mineralölprodukten, wie sie in der Kosmetik verwendet werden, zu erkennen.” (Quelle)

Einige von uns wollen Mineralöl aus “Umweltgründen” nicht verwenden. Andere behaupten, Vaseline wäre unrein und sollte – deshalb – keineswegs am Gesicht verwendet werden. Dass in der EU nur die hoch gereinigte Version von Mineralölderivaten verwendet werden darf, bleibt dabei unerwähnt.

In jedem Fall bin ich auf Eure Hilfe angewiesen: Um welche Umweltgründe handelt es sich genau, wenn dieses Argument benutzt wird? Um die fortschreitende Ressourcenverknappung? Wie viel Mineralöl wird jährlich in Kosmetikprodukten verwendet? Welchen Prozentanteil macht der Gebrauch von Mineralöl in der Kosmetikindustrie gemessen an der Gesamtverwendung von Mineralöl aus? Habt Ihr Quellen dazu? Falls Ihr diese besitzt, könntet Ihr in den Kommentaren glaubwürdige Studien aus mehreren möglichst unabhängigen Forschungsinstituten nennen (keine dubiosen Internethomepages oder Aussagen von Apothekern bzw. Kosmetikvertreibern ohne Quellenangaben), die Umweltaspekte bzw. den Gesundheitsaspekt von Mineralöl thematisieren? Gegenargumente, die aus seriösen Quellen kommen, sind sehr willkommen. Hier geht es nicht darum, Petrolatum zu glorifizieren. Ganz im Gegenteil:  Wir haben ja ein großes Interesse daran, sowohl die negative als auch die positive Seite der Verwendung von Mineralölderivaten zu beleuchten. Daher bitte ich um Eure Hilfe bei der Suche nach glaubwürdigen Quellenangaben.

In diesem Beitrag beschränke ich mich auf die positive und negative Auswirkung von Petrolatum auf die Haut, d.h. auf den topischen Auftrag.


Heute werden wir das Thema Petrolatum wie folgt eingehen:

  1. Zunächst schauen wir uns die Nachteile aus der Verwendung von reiner Vaseline auf die Haut an.
  2. Dann werden wir auf die Vorteile aus dem topischen Auftrag von Vaseline zu sprechen kommen.
  3. Anschließend wird das Nutzen von Petrolatum als ein Bestandteil von Pflegeprodukten besprochen und es werden ein paar gute Cremes mit Petrolatum genannt.

Schattenseiten von Petrolatum

Petrolatum kann sich ungünstig auf unsere Hautbarriere auswirken, wenn allein und regelmäßig aufgetragen.

  • Zum einen ist unsere Hautbarriere, was relativ neulich entdeckt wurde, von Natur aus nicht 100% dicht. Unser Ziel ist es wiederum, den gesunden Naturzustand der Haut aufrechtzuerhalten. Die Haut sollte somit weder löchrig sein noch vollkommen abgedichtet werden. Unter Punkt 3 befindet sich die Erklärung dafür.
  • Zum anderen wird in einer Umgebung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit aufgrund dichter Okklusion die Transpiration über die Schweißdrüsen (= Schwitzen) beeinträchtigt. Das kann wiederum u.a. zum Juckreiz führen.(1) Die Haut hat eine natürliche Durchlässigkeit, welche Pflegeprodukte nicht beeinträchtigen sollten. In einem Interview von 2007 sagte ein der bekanntesten Vertreter der Korneobiologie (Lehre über Verlaufprozesse in der Hautoberschicht – stratum corneum), Kenneth Feingold: “A disadvantage of nonphysiological lipids is that they also can inhibit the normal permeability barrier repair mechanisms; thus, the underlying abnormality is not corrected.” (Quelle) und “Occlusion with an impermeable membrane can inhibit the increase in sphingolipid synthesis and the increased expression of serine palmitoyl transferase, demonstrating the link with per-meability barrier function.” (Quelle). Ein anderer Forscher schrieb dazu: “On the other hand TEWL regulates de novo lipid synthesis and epidermal cellular turn over which themselves lead to the repair of the skin barrier.” (Quelle, S. 402)

Simpel ausgedrückt: Weil der natürliche Wasserfluss im stratum corneum sowohl die Lipidsynthese als auch den Zellerneuerungsprozess reguliert, sollte dieser durch eine vollständige Abdichtung der Haut nicht verhindert werden.

  • Zum Dritten führen Okklussion (und sehr hohe Luftfeuchtigkeit <80%) zu einer verlangsamten Degradation des Proteins Fillagrin (“Consequently, when the skin is occluded (or when the relative humidity is high), there is minimal breakdown of filaggrin.”). Doch gerade der Degradationsprozess  ist für die Entstehung von NMF-Komponenten zuständig! (zu NMF = Natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren in unserer Haut, s. hier) (4) 
  • Zum Vierten können in der Haut durch eine dichte Okklusion-Schicht nicht nur Wasser, sondern auch Bakterien, Schmutz, Abgasen etc. mit eingeschlossen werden. Auch Reizstoffe werden mit eingeschlossen, falls man unter einer Schicht Vaseline ein Serum mit etwa reizenden Inhaltsstoffen aufträgt.
  • Zum Fünften finden durch eine Hautabdichtung Veränderungen der mikrobiellen Flora statt.
  • Zum Sechsten, wird Feuchtigkeit nicht nur aus der Dermis, sondern auch aus der Luft in die Haut gezogen. Bei einer fast 100% Okklusion wird das weitgehend erschwert.

Helle Seiten von Petrolatum

Dennoch kann Petrolatum, wenn allein aufgetragen, ebenfalls sehr gute Dienste für unsere Haut leisten:

  • Zum einen hilft Petrolatum in reiner Form (Vaseline), eine sehr beschädigte bzw. trockene/ausgetrocknete Haut (bzw. einige Hautpartien) zu reparieren. Ist Eure Haut extrem trocken bzw. geschädigt oder auch durch die Anwendung von Frucht- bzw. Retinsäure schuppig, könnt Ihr versuchen, über eine gewisse Zeit als okklusive Schicht reine Vaseline aufzutragen. (Das habe ich unter meinen Augen versucht, war dabei aber nicht konsequent genug; kann von Erfolgen somit nicht erzählen.) In solchen Fällen überwiegen m.E. die Vorteile des Petrolatumauftrags, d.h. die Blockade eines verstärkten Wasserverlustes aus der Haut, dessen oben genannte Nachteile.

Das untere Diagram zeigt den Genesungsprozess (6, 24 und 48 Stunden nach dem Auftrag von Petrolatum) einer stark beschädigten Haut (das Bild wurde abgedruckt hier (2)). Ich finde die Abbildung sehr ausdrucksvoll:

Screen Shot 2016-04-06 at 10.07.00.png


Falls Ihr Petrolatum zum Boosten des Wassergehaltes in der Haut benutzten möchtet, lautet die Regel wie folgt:

Unter der Vaseline sollte sich genug Feuchtigkeit befinden. Vaseline kann nämlich das Wasserverdunsten aus der Haut nicht verhindern, wenn kein Wasser drin ist. Also:  eine Schicht Vaseline kommt erst entweder direkt nach dem Baden oder nach dem Auftrag eines Toners, Serums (die Feuchthaltemittel enthalten) oder einer Feuchtigkeitscreme.

Falls Ihr weiterhin um das Atmen der Haut besorgt seid, hier noch eine kurze Anmerkung: Petrolatum sitzt eigentlich nach dem Auftrag nicht auf der Haut rum, sondern penetriert die äußerste Hautschicht (stratum corneum), wenngleich nur geringfügig.(2) Falls Ihr also eine Schicht von Vaseline solo aufträgt, wartet etwas ab und nehmt die Reste mit einem Handtuch ab. Dadurch vermeidet Ihr eine dichte Okklusion und dicke Fettschicht; ein Schutzfilm bleibt trotzdem weiterhin auf der Haut.(3)


Die goldene Mitte – Petrolatum als Bestandteil einer Creme

Die beste Option scheint es somit, Petrolatum auf täglicher Basis nicht in dessen reiner Form (etwa als Vaseline aus DM oder Apo), sondern als Bestandteil eines Pflegepräparates zu verwenden. 

Habt Ihr keine super trockene Haut mit gestörter Hautbarriere, empfehlt es sich, den Wassergehalt in der Haut nicht unbedingt (täglich) mit einer reinen Vaseline aufrechtzuerhalten, sondern eher mithilfe von Pflegeprodukten zu boosten, die Petrolatum als einen deren Bestandteile enthalten.

Je ölige die Haut, desto eher kann man auf Petrolatum verzichten und auf weniger stark abdichtende Inhaltsstoffe (Weichmacher) ausweichen.

Bei trockener und feuchtigkeitsarmer Haut ist Petrolatum in der Pflege jedoch vorteilhaft und sicherlich nicht schädigend!Augenvaseline Petrolatum

Tipp: Die Augenvaseline ist besonders fein gemahlen und eignet sich daher wunderbar zum Einsatz am ganzen Gesicht. Dazu habe ich bereits vor einigen Monaten hier berichtet.


-> Und falls Ihr Lust auf mehr Informationen zu diesem Thema habt, hier findet Ihr einen Aufsatz von 2012: Umfangreiche Vorteile aus der Anwendung von Mineralöl auf die Hautbarriere, geschrieben von indiskutablen Fachmännern in diesem Bereich. Das ist auch eine gute Referenz für all diejenigen, die Euch bald wieder mit wissenschaftlich unhaltbaren Petrolatum-Gefahren  für die Haut befallen. 🙂 


Verschlimmert Vaseline nicht etwa Akne und verursacht Unreinheiten?

Nein. Petrolatum gilt als weitgehend reizarm und nicht komedogen (verstopft nicht die Poren). Die anderslautende Behauptung basiert auf einer Studie am Ohr eines Kanninchens. Unsere Haut ist jedoch, zum Glück, etwas anders konstruiert als Kaninchenohren.(2 u. 6)


Fragen an Euch: Wie steht ihr zu der Frage: Vaseline in Pflegeprodukten? Habt Ihr mit der Anwendung von reinem Petrolatum gute Resultate erreicht?

Gibt es Produkten mit Petrolatum, die Ihr gerne empfehlen möchtet?


Mit diesem Beitrag beenden wir unsere Hautfeuchtigkeit-Blogreihe, die Ihr bereits seit vielen Wochen treu begleitet habt. Danke! Eine Übersicht über alle Beiträge dazu findet Ihr hier. Geplant wird noch ein abschließender Beitrag zu dem “optimalen Moisturizer”. Da die Vorbereitung zeitlich etwas aufwendiger sein wird, kommt der Post etwas später. Oder hättet Ihr schon jetzt Vorschläge, wie ein perfekter Moisturizer aussehen sollte bzw. habt Ihr den schon sogar in Verwendung? 🙂


Beispielhafte gute Cremes mit Petrolatum

1) EUBOS – Salbe mit 5% Panthenol (75ml/6,95€*) – diese 75ml Tube enthält eine Creme-Salbe, die als “Schutz für trockene, stark beanspruchte Hautpartien (z. B. Knie- und Ellenbeugen sowie den Baby Po”) dienen soll. Genauso gut kann man sie allerdings auf die Lippen und unter den Augen auftragen. Panthenol (Provitamin B5) erhöht nämlich den Hautfeuchtigkeitsgehalt und dank hautberuhigender und regenerativer Wirkung hilft, die Hautbarriere zu reparieren.

INCI: Aqua, Paraffinum liquidum, Petrolatum, Caprylic/Capric Triglyceride, Panthenol, Polyglyceryl-4 Isostearate, Sorbitol, Cera microcristallina, Cetyl Palmitate, Hydrogenated Castor Oil, Glycine soja (Soybean) Oil, Dimethicone, Allantoin, Chamomilla recutita (Matricaria) Flower Extract, Sodium Chloride, Phenoxyethanol, Citric Acid, Potassium Sorbate, Parfum


2) EUBOS – Creme Intensivpflege (50ml/6,91€*) – diese laut Eubos “Universalcreme” hat eine leichtere Textur als die oben erwähnte Salbe. Dennoch ist sie sehr reichhaltig und kann für sehr trockene Häuten als Nachtcreme, und für alle anderen Hauttypen als Augen- oder Halscreme, verwendet werden. Jojobaöl, Glycerin, Vitamin E, Panthenol und Allantoin  würden sich auch gut als Handmaske machen.

INCI: Aqua, Petrolatum, Hexyl Laurate, Caprylic/Capric Triglyceride, Simmondsia chinensis (Jojoba) Seed Oil, Glycerin, Diisostearoyl Polyglyceryl-3 Dimer Dilinoleate, Cera microcristallina, Polyglyceryl-4 Isostearate, Hydrogenated Castor Oil,  Panthenol, Tocopheryl Acetate, Allantoin, Sodium Chloride, Phenoxyethanol, Citric Acid, Potassium Sorbate, Parfum


3) PAULA´S CHOICE – RESIST Antiaging Intensive Repair Cream (klick*) – diese Creme enthält neben Petrolatum eine Reihe von Antioxidantien, hautreparierenden Inhaltsstoffen und Feuchthaltemitteln. Enthalten sind ansonsten sowohl (gering konzentriertes) Retinol als auch eine Peptide-Mischung. Eine große Empfehlung für trockene Häute, die auf Petrolatum nicht verzichten möchten und lieber viele goodies in einer Creme haben als unterschiedliche Pflegeprodukte schichten. Auch eignet sich die Creme sehr gut für Retinol-Anfänger.

INCI: Aqua, Ethylhexyl Stearate (thickener), Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil (non-fragrant antioxidant plant oil), Butylene Glycol (slip agent), Glycerin (skin-repairing ingredient), Caprylic/Capric Triglyceride (skin-repairing ingredient), Petrolatum (emollient), Cetearyl Alcohol (emollient thickener), Dimethicone (silicone skin-conditioning agent), Dipentaerythrityl Hexacaprylate/Hexacaprate (thickener), Glyceryl Stearate (thickener), Tridecyl Trimellitate (skin-conditioning agent), PEG-100 Stearate (cleanser), Phenyl Trimethicone (thickener), Retinol (cell-communicating ingredient), Adenosine (cell-communicating ingredient), Palmitoyl Tetrapeptide-7 (cell-communicating ingredient), Palmitoyl Hexapeptide-12 (cell-communicating ingredient), Palmitoyl Tripeptide-1 (cell-communicating ingredient), Ceramide 2 (skin-repairing ingredient),  (skin repairing ingredient), Magnesium Ascorbyl Phosphate (vitamin C/antioxidant), Niacinamide (cell-communicating ingredient), Tocopherol (vitamin E/antioxidant), Lecithin (fatty acid-based cell-communicating ingredient), Linoleic Acid (fatty acid-based cell-communicating ingredient), Linolenic Acid (fatty acid-based cell-communicating ingredient), Retinyl Palmitate (vitamin A/antioxidant), Glycyrrhiza Glabra (Licorice) Root Extract (anti-irritant), Camellia Oleifera (Green Tea) Seed Oil (plant-based antioxidant), Citrulllus Lanatus (Watermelon) Fruit Extract (plant-based antioxidant), Lens Esculenta (Lentil) Fruit Extract (plant-based antioxidant), Pyrus Malus (Apple) Fruit Extract (plant-based antioxidant), Glycine Soja (Soybean) Sterols (plant-based antioxidant), Tribehenin (skin-conditioning agent), PEG-10 Phytosterol (solubilizing agent), Magnesium Aluminum Silicate (slip agent), Sodium PCA (skin-repairing ingredient), Sodium Lactate (water-binding agent), Sodium Hydroxide (stabilizer), Neopentyl Glycol Dicaprylate/Dicaprate (emollient), Cetearyl Glucoside (emulsifier), Tridecyl Stearate (emollient), Benzoic Acid (pH adjuster), Behenyl Alcohol (thickener), Sclerotium Gum (thickener), Carbomer (thickener), C12-15 Alkyl Benzoate (thickener), Polysorbate 20 (emulsifier), Disodium EDTA (stabilizer), Sorbic Acid (preservative), Chlorphenesin (preservative), Phenoxyethanol (preservative).


4) PAULA´S CHOICE – Calm Moisturizer (klick*) – diese Creme aus der neuen Pflegereihe für empfindliche und Rosacea-Haut (für normale und trockene Haut bestimmt) ist ein der besten Beispiele für eine Mischung aus physiologischen und nicht physiologischen Weichmachern/Lipiden, welche die Hautbarriere entscheidend stärken (mehr dazu hier) sowie okklusivem Petrolatum. Während die Eubos-Cremes in erster Linie Okklusion anstreben, sind die PC Produkte eine fantastische Mischung von für die Haut wertvollen Inhaltsstoffen: Feuchthaltemitteln, Antioxidantien, Antiirritanten, etc. Diese Creme wird während der Glamour shopping week zum ersten Mal in mein Einkaufskörbchen landen. Große Empfehlung!

INCI: Aqua, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil (emollient plant oil), Ethylhexyl Stearate (thickener), Butylene Glycol (slip agent), Glycerin (skin-identical ingredient), Petrolatum (emollient), Cetearyl Alcohol (thickener), Dipentaerythrityl Hexacaprylate/Hexacaprate (thickener), Tridecyl Trimellitate (thickener), Phenyl Trimethicone (silicone slip agent),  (skin-identical ingredient), Ceramide NP (skin-identical ingredient), Cholesterol (skin-identical ingredient), Tocopherol (vitamin E/antioxidant), Squalane (emollient), Magnesium Ascorbyl Phosphate (stabilized vitamin C/antioxidant), Dimethicone (silicone slip agent), Polysorbate 60 (thickener), Hydrolized Jojoba Protein (skin conditioning agent), Hydrolized Wheat Protein (skin conditioning agent), Avena Sativa (Oat) Kernel Extract (anti-irritant), Hydrogenated Lecithin (cell-communicating ingredient), Whey Protein (water-binding agent), Tridecyl Stearate (thickener), Neopentyl Glycol Dicaprylate/Dicaprate (thickener), Myristyl Myristate (thickener), Linoleic Acid (cell-communicating ingredient), Linolenic Acid (cell-communicating ingredient), Decarboxy Carnosine HCL (cell-communicating ingredient), Hydroxyethyl Acrylate/Sodium Acryloyldimethyltaurate Copolymer (film-forming/water-binding agent), Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer (film-forming/water-binding agent), Cetearyl Glucoside (thickener/emollient), Cetyl Alcohol (thickener/emollient), Polyglyceryl-3 Beeswax (thickener/emollient), Aminomethyl Propranol (pH-adjustor), Disodium EDTA (chelating agent), Phenoxyethanol (preservative), Benzoic Acid (preservative), Chlorphenesin (preservative), Sorbic Acid (preservative)


5) SEBAMED – Vitamin E (klick*) – falls Ihr gut formulierte, eher reichhaltigere Cremes ohne Schnick-Schnack in der Drogerie sucht, ist Sebamed neben Bepanthen eine gute Adresse. In der Vitamin E-Creme findet Ihr neben Petrolatum vernünftig konzentriertes, antioxidativ wirkendes Vitamin E (2%) (ein Antioxidant “bekämpft” freie Radikale, welche Kollagen und Elastinfaser in der Haut zerstören) sowie ein der besten Feuchhaltemittel – das zweiteffektivste nach Hyaluron – Sodium PCA. Gute Wahl für eine trockene Haut bzw. als Augen- und Halscreme. Nachtrag: Die neue Formulierung enthält kein Petrolatum. Bitte, immer die INCI-Deklaration konsultieren. 

INCI: Aqua, Petrolatum, Myreth-3 Myristate, Glycerin, Cetearyl Alcohol, Tocopheryl Acetate, Ceteareth-20, Dimethicone, Sodium PCA, Citric Acid, Sodium Hydroxide, Sodium Carbomer, Parfum, Benzyl Alcohol, Phenoxyethanol


6) CETAPHIL – Feuchtigkeitscreme  – das ist eine recht schlicht formulierte und günstige Creme mit Petrolatum. Klassisch besteht sie aus Feuchthaltemitteln, Weichmachern und einer guten Dosis an Okklusiva. Die Creme findet Ihr in unterschiedlichen Größen etwa auf Amazon*. Da die großen Tuben bzw. Dosen nicht so schnell leer werden, kann man das Produkt nicht nur am Gesicht, sondern an allen möglichen Körperstellen verwenden, wo die Hautschutzbarriere beansprucht wird, inkl. ein overall Bodylotion. Die Creme kommt auch in 456ml Dosen!  (Auf der Cetaphil-Homepage kann man eine kostenlose Probe davon bestellen.)

INCI: AQUA, PETROLATUM, GLYCERYL POLYMETHACRYLATE, DICAPRYLYL ETHER, GLYCERIN, DIMETHICONE, GLYCERYL STEARATE, PRUNUS DULCIS, CETYL ALCOHOL, PEG-30 STEARATE, BENZYL ALCOHOL, ACRYLATES/C10-30 ALKYL ACRYLATE CROSSPOLYMER, BENZALDEHYDE, DIMETHICONOL, DISODIUM EDTA, LACTIC ACID, METHYLPARABEN, PHENOXYETHANOL, PROPYLENE GLYCOL, PROPYLPARABEN, SODIUM HYDROXIDE, TOCOPHEROL, TOCOPHERYL ACETAT


7) NEOSTRATA – Bionic Face Cream PHA 12 (günstiger als bei Amazon findet Ihr das Produkt bei Newpharma/Frankreich, klick) – falls Ihr eine trockene Haut habt, ist es nicht verkehrt, reichhaltigere chemische Peelingprodukten zu verwenden. Diese Möglichkeit bietet die Neostrata Creme mit Gluconolactone und Lactobionsäure (insg. 12%). Schön formuliertes Pflegepräparat, das viel mehr als reine Okklusion offeriert. Von der pigmentausgleichenden, hautbarrierestärkenden und antioxidativen Wirkung von Lactobionsäure hat neulich Skinci berichtet.

INCI: Water, Cyclopentasiloxane, Gluconolactone, Lactobionic Acid, Propylene Glycol, Ethylhexyl Hydroxystearate, Glycerin, Triethanolamine, Arginine, C12-15 Alkyl Ethylhexanoate, Ethoxydiglycol, Glycol Distearate, Hydrogenated Vegetable Oil, Limnanthes Alba (Meadowfoam) Seed Oil, Octyldodecyl Myristate, Peg-100 Stearate, Stearyl Alcohol, Glyceryl Stearate, Butylene Glycol, Dimethylpolysiloxane, Petrolatum, Hydrogenated Lecithin, Algae Extract, Sodium Hyaluronate, Caprylic/Capric/Stearic Triglyceride, Sodium Bisulfite, Sodium Sulfite, Myristic Acid, Steareth-2, Palmitic Acid, Laureth-7, Stearic Acid, Hydroxyethylcellulose, Xanthan Gum, Cetyl Alcohol, Disodium Edta, Arachidyl Alcohol, C13-14 Isoparaffin, Polyacrylamide, Butylparaben, Ethylparaben, Isobutylparaben, Propylparaben, Phenoxyethanol, Methylparaben, Chlorphenesin


8) Elisabeth Arden – Eight Hour Cream Skin Protectant (klick*) – zum Schluß lieste ich hier eine hard core Petrolatum-Creme auf, die anstatt auf Wasser, eben auf Petrolatum basiert. Weil dies eine reine Okklusion ist, ist die Parfüm-Beigabe überflüssig und könnte sehr sensible Häute irritieren. Mögt Ihr allerdings keine “nach nichts” riechende Cremes, könnte eben dieses Produkt Euren Bedürfnisse entsprechen.

INCI: Petrolatum (56.8%), Other: Lanolin, Mineral Oil, Fragrance, Salicylic Acid, Propylparaben, Castor Oil, Corn Oil, Tocopherol, BHT, Iron Oxides

Auf Eure Kommentare bin ich sehr gespannt!

Pia


Quelle:

(1)  Ersser, StevenNoreen, Nicol (2012): Educational Interventions for the Management of Children with Dry Skin, in: Treatment of Dry Skin Syndrome: The Art and Science of Moisturizers,  Lodén, Marie/Maibach, Howard I. (Hg.): Springer Science & Business Media, S.29.

(2) Fluhr, Joachim/Holleran, Walter/Berardesca, Enzo (2002): Clinical Effects of Emollients on Skin, in: Leyden, James, Rawlings, Anthony: Skin Moisturization, Kapitel 12, S. 232.

(3) Fluhr, Joachim/Elsner, Peter/Berardesca, Enzo/Maibach Howard I. (2005): Bioengineering of the Skin: Water and the Stratum Corneum, 2. Aufl., S. 176.

(4) Kilpatrick-Liverman, J./Mattai, R./Tinsley, J./Wu (2009): Mechanisms of Skin Hydration, in: ABarel, André O./Paye, Marc/Maibach, Howard I.  (2009): Handbook of Cosmetic Science and Technology, 3. Aufl., Kapitel 9, S. 93.

(5) Barel, André O./Paye, Marc/Maibach, Howard I.  (2009): Handbook of Cosmetic Science and Technology, 3. Aufl., S. 127.

(6)  Kligman, Albert (1996): Petrolatum is not comedogenic in rabbits or humans, in: Journal of the Society of Cosmetic Chemists, Vol. 47, Nr. 1, S. 41-48 (full text).

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22 Comments

  • ReplyAlice von mscocoglam.de

    Tatsächlich habe ich diesen Inhaltsstoff eine Zeit lang komplett gemieden und ich mag ihn noch immer nicht besonders. Einfach weil ich mit meinem Hauttyp (Mischhaut, Unreinheiten) kaum Nutzen habe, oder zumindest glaube dass es wohl so ist ;). Mit fettigen Hautpartien greift man halt lieber zu leichten Texturen. Manchmal trage ich abends Vaseline über Lippenpflege, aber der größte Fan bin ich bisher noch nicht von Petrolatum geworden 😀

    September 18, 2016 at 7:35 pm
  • ReplyCarolin

    Liebe Pia,

    vielen Dank für diesen Artikel!
    Mit meiner öligen Haut mache ich mit Okklusion keine gute Erfahrung, wie schon unter dem letzten Beitrag Deiner Hautfeuchtigkeitsserie vermerkt.
    Rein interessehalber frage ich mich Folgendes: Wenn bei Akne zu viel Sebum und überschüssiges Hornmaterial das normale Abfließen des Talgs aus der Talgdrüse verhindern und so die Entstehung von Komedonen begünstigen und Petrolatum z.B. Schweiß am Abfließen hindert, wie kann es dann als nicht komedogen eingestuft werden? Kann tatsächlich das Sebum völlig ungehindert abfließen mit einer Schicht des stärksten bekannnten Okklusivums auf der Haut?

    Ich halte wissenschaftliche Erkenntnisse hoch und habe gerne meinen Nutzen davon. Bei Okklusiva allerdings bekomme ich zuverlässig und ziemlich direkt Unreinheiten und das obwohl ich keinerlei Reizstoffe wie deklarationspflichtige Duftstoffe oder Alkohol denat. etc. in meiner Routine habe.
    Woran könnte das liegen?

    September 18, 2016 at 9:23 pm
    • ReplyLizzy

      Liebe Pia,
      ich stimme Carolin hier zu. Es geht nicht um veraltete Kaninchenohr Studien, sondern um die eigene Beobachtung, dass Okklusion zumindest bei zu Unreinheiten neigender Haut Unreinheiten verursacht. Da hauteigener Talg und Bakterien komedogen wirken, ist es doch eigentlich logisch, dass es keine gute Idee ist, diese in der Haut einzuschließen und vom abfließen zu hindern.

      Mich würde es daher auch sehr freuen, wenn du diesen Punkt vielleicht genauer erklären könntest. Ich glaube wissenschaftlichen Studien deutlich mehr als irgendwelchen Anekdoten. Aber die persönlichen Erfahrungen stehen in diesem Punkt einfach absolut konträr zu den wissenschaftlichen Behauptungen. Wie kann das sein?

      Liebe Grüße
      Lizzy

      September 19, 2016 at 12:25 pm
    • ReplySkincareInspirations

      Liebe Lizzy, liebe Carolin, auf Eure Fragen/Bedenken werde ich möglichst bald eingehen, hoffentlich noch an diesem WE. Denn die Vaseline-Geschichte im Kontext von öligen Häuten klingt in der Tat kontraintuitiv. Es lässt sich aber erklären…. allerdings etwas länger. :))

      September 24, 2016 at 8:51 am
    • ReplySkincareInspirations

      Liebe Carolin und Lizzy,

      ich verstehe Eure Bedenken und finde Eure Argumentation gut nachvollziehbar. In der Tat kann man es sich recht einfach vorstellen, wie dickflüssige Vaseline die Haut zukleistert, die Poren dicht macht, den Sebumausfluß hindert, etc…
      Das Ganze sieht aber etwas anders aus: Petrolatum an sich ist nicht komedogen. Es wird die Haut reizen und womöglich Pickel verursachen nur dann, wenn 1) eine unreine Version davon benutzt wird (was sich etablierte Kosmetikunternehmen nicht erlauben können, da kommen nur die hoch raffinierten kosmetischen bzw. pharmazeutischen Grade in Frage) 2) Petrolatum nur ein Teil einer sonst ungünstig formulierter Creme darstellt (die etwa komedogene oder reizende Stoffe enthält und an sich die Haut reizt).

      Des Weiteren würde ich nie empfehlen, bei öligen Häuten mit einem verstärkten Sebumausfluss eine dicke Schicht Vaseline aufzutragen. Das empfiehlt auch kein Dermatologiebuch, weil es unnötig ist. Eher würde ich einer öligen Haut (wie oben) zu Weichmachern raten, da das Sebum bereits okklusiv genug agiert.

      Das ist aber weiterhin nicht das Aspekt, was Ihr gemeint habt: Euch geht es nämlich darum, dass der natürliche Sebumausfluß womöglich gehindert wird, falls eine Okklussion auf der Epidermis liegt. Warum soll anders sein? – fragt Ihr? Antwort: Weil sich Sebum aus Lipiden zusammensetzt. Okklusiva verhindern das Evaporieren von Wasser aus der Haut; die Hautlipide werden beim “ausfließen” hingegen nicht gehindert. Vaseline stößt Wasser ab (ist hydrophobisch); Lipide kommen hingegen weiterhin durch. Auch (anders als viele behaupten) zieht eine Creme mit Petrolatum in das stratum corneum doch ein und bildet nie einen absolut gleichmäßigen Film oben drauf. Sebum kommt also an die Hautoberfläche und ja, vermischt sich mit den Pflegeresten. Der Ausdruck, Vaseline sei nicht komedogen bezieht sich jedoch nicht nur darauf, dass es die Poren nicht verstopft (das tun Sebum-Lipide gemischt mit Keratozyten, d.h. abgestoßenen, toten Hautzellen plus Bakterien), sondern auch darauf, dass es das bakterielle Wachstum nicht begünstigt. Es stellt also kein günstiges Umfeld zur Vermehrung von dem “Akne-Bakteria” (propionibacterium acnes) und verändert nicht die Eigenschaften der Hautflora. Selbst wenn Sebum mit Vaseline in Kontakt kommt, fördert Vaseline nicht die Entstehung von Entzündungen innerhalb und rund um die Follikel.

      Was hier noch erwähnt werden muss, ist die Relevanz der Hautreinigung, denn das Sebum plus Pflege muss morgens und abends aus der Haut entfernt werden. Findet eine genaue dennoch milde Reinigung morgens und abends statt, trägt eine Mischung aus Sebum und Petrolatum nicht zur Entstehung von Komedogenen bei. Am günstigsten wäre dabei ein auf Öl basierender Reiniger, weil am mildesten und genauesten.
      Eure nächste Frage wäre vielleicht, ob Petrolatum nicht etwa verhindert, dass Aktivstoffe in derselben Formulierung in die Haut eindringen. Das ist auch nicht der Fall, lest hier: http://thebeautybrains.com/2014/01/does-mineral-oil-stop-other-ingredients-from-reaching-your-skin/ Bis sich der Film auf der Haut gebildet hat, sind die Aktivstoffe schon im stratum corneum drin.

      Insgesamt finde ich das Thema super spannend und Eure Bedenken absolut berechtigt; werde dazu also bei Gelegenheit mehr lesen. Sollte ich etwas Relevantes gefunden habe, teile ich es Euch mit Sicherheit mit! Falls Ihr auf interessante, fundierte Artikel dazu stößt, stellt hier auch bitte einen Link dazu. Es geht mir nicht darum, Petrolatum zu unkritisch loben (was in dem obigen Text auch nicht der Fall ist, was auch auf einigen Homepages der Fall zu sein scheint), sondern herauszufinden, unter welchen Umständen es für die Haut günstig sein könnte und wann es fehl am Platz ist.

      @Carolin, diverse comedogenic lists wurden inzwischen als “veraltet” und sinnlos eingestuft, falls Deine Haut jedoch immer wieder nach dem Auftrag von bestimmten Produkten mit Unreinheiten reagiert, könntest Du hier rein schauen (es sind auch Okkusiva aufgelistet): http://www.acne.org/comedogenic-list.html

      Liebste Grüße
      Pia

      September 26, 2016 at 12:12 pm
      • ReplyCarolin

        Liebe Pia,

        vielen Dank für Deine super ausführliche Antwort! Es ist wirklich toll, wieviel Substanz Dein Blog hat und wieviel Zeit Du Dir zum Antworten genommen hast!

        Dass ein Okklusivum wasser-, aber nicht fettabweisend ist und somit den Talgfluss nicht behindert, klingt in der Tat logisch. Wenn darüber hinaus, die Bakterienvermehrung nicht gefördert wird, dann müsste ich mir doch theoretisch 2x am Tag (unter Berücksichtigung der Ölreinigung und vollständiger Vermeidung komedogener Substanzen oder Reizstoffe) Vaseline dick ins Gesicht schmieren können? Denn dass etwas ‘unnötig’ ist, heißt ja nicht automatisch, dass es schadet.
        Ich habe die Erfahrung gemacht und (z.B. bei Paula’s Choice) oft gelesen, dass man mit öliger Haut auf schwere Formulierungen unbedingt verzichten soll. Wie begründet sich das denn dann genau? Und im Grunde bleibt bei mir nach wie vor die Frage: Warum verhält sich meine Haut anders als die Wissenschaft sagt bzgl. okklusiver Substanzen? Ich gehe davon aus, es gibt weitere Komponenten zu berücksichten als oben genannte (also Talgabfluss bleibt gewährleistet, kein ungünstiger Einfluss auf Bakterienvermehrung, Ölreinigung 2x täglich, Verzicht Reizstoffe).
        Wie wird eigentlich die Komedogenität von Stoffen in der Wissenschaft untersucht? Ich weiß, dass es hier keine Standards gibt und man z.B. an Kaninchenohren Tests durchführt. Dass solche Ergebnisse nicht unbedingt übertragbar sind, dürfte klar sein. Wie aussagekräftig sind in vitro-Studien? Und wenn am Menschen getestet wird, müsste in meinen Augen unbedingt der Hauttyp berücksichtigt werden, oder nicht? Ich kenne Leute mit einer Babyhaut, die sich einfach alles ins Gesicht schmieren können ohne sichtbare Negativfolgen und Leute wie mich, die bei falscher Pflege eine ausgewaschene Akne entwickeln.

        Diese comedogenic lists kenne ich und finde sie nur bedingt hilfreich, auch o.g. Bisher schien mir Erfahrung der beste Lehrmeister zu sein, was das betrifft. Nach 32 Jahren habe ich es halbwegs raus. Wobei natürlich klar ist, dass man hier nicht systematisch im umfassenden Sinne vorgehen kann, sondern z.B. nur per Ausschlussverfahren bzw. Absetzen und Beobachten oder eben Provokation.

        Ich grüße Dich herzlich und wünsche Dir einen guten Auftakt ins Wochenende!
        Carolin

        September 30, 2016 at 12:31 pm
  • ReplyDat Marlen

    Sehr interessanter Artikel, ich nehme immer wieder etwas daraus für mich mit. Ich glaube, dass Petrolatum umweltschädlich ist, bezieht sich auf die angeblich enerieaufwenige Herstellung und auf die aufwendige Reinigung des Abwassers, dass ja aufgrund der verwendeten Kosmetik Petrolatum enthält. Ob das aber wirklich stimmt, kann ich auch nicht sagen.

    September 19, 2016 at 1:10 am
  • ReplyLizzy

    Hallo Pia,
    Danke für diesen wie immer sehr guten Artikel! Besonders gefällt mir, dass du zwischen der Wirkung auf die Haut und Umweltschutz trennst. Oft wird das viel zu sehr vermischt und nur weil etwas gut/schlecht für die Umwelt ist, ist es noch lange nicht gut/schlecht für die Haut! Ich glaube die ökologische Kritik an Petrolatum bezieht sich hauptsächlich darauf, dass es über das Abwasser in die Gewässer gelangt. Dass es um die Herstellung geht, kann ich mir kaum vorstellen, da die Mengen verschwindend gering sind gegenüber Benzin, Heizöl usw.

    Von Umweltschutzkriterien mal abgesehen, hängt es wohl vor allem vom eigenen Hauttyp ab, ob man Petrolatum verwenden mag. Für trockene Hauttypen überwiegen vermutlich die Vorteile, für ölige die Nachteile.

    Dass du unten im Artikel schreibst, Petrolatum ist nicht komedogen, kann ich nicht nachvollziehen, wenn du vorher oben schreibst, dass es Bakterien, Schmutz etc einschließt und die mikrobielle Flora verändert. Genau dies sind doch Faktoren, die zu Unreinheiten führen! Vielleicht magst du diesen Widerspruch noch einmal erklären?

    Liebe Grüße
    Lizzy

    September 19, 2016 at 12:15 pm
    • ReplySkincareInspirations

      Lizzy, schau bitte unter dem Kommentar von Carolin. Dort habe ich auf Eure ähnlichen Fragen geantwortet.

      September 26, 2016 at 12:14 pm
  • Replysiesn

    Hallo Pia,
    danke für diesen informativen Artikel (wobei ich ihn noch ein 2tes oder drittes Mal durchlesen muss um alle Punkte genau zu verstehen – das mit der doppelten Verneinung, Referenz (“das”) muss ich erst noch “entwirren”)! 🙂
    Ich hatte während des Lesens eine Frage: sollte man Petrolatum jeden Tag nutzen oder reicht z.B. auch alle 2Tage? Gibt es dazu Studien? Weil du schriebst dass du die Vaseline für die Augen nicht konsequent benutzt hast und deshalb kein Feedback geben kannst. Dadurch kam die Frage bei mir auf.
    Und in wie weit sind denn Poren Schweißdrüsen oder dergleichen? Sind Schweißdrüsen immer Poren aber Poren nicht immer Schweißdrüsen?
    Ich nutze jetzt schon die zweite Tube Clinique DDM Cream – ich liebe sie. Darunter tue ich noch (momentan) die Moisture Surge und/oder ein Serum (hellblaues Resist von PC, Nia Booster von PC, etc). Andererseits habe ich Pickel, Unterlagerungen von der Clinical Creme von PC bekommen (vielleicht weil ich hier kein weiteres Serum oder Feuchthaltemittel aufgetragen habe..?).
    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche! 🙂
    LG

    September 19, 2016 at 10:15 am
    • ReplySkincareInspirations

      Falls eine Haut dehydriert ist, würde ich Pflege mit Petrolatum schon täglich empfehlen. Nein, es kann nicht daran liegen, dass Dir die Clinical Rich Creme von PC deshalb Pickel beschert hat, weil Du kein Serum drunter aufgetragen hast. Das muss an einem der Inhaltsstoffe liegen. Bei Creme mit Petrolatum oder anderen Okklusiva, die auch Feuchthaltemitteln enthalten (etwa – meist – Glycerin), können sie allein aufgetragen werden. Dieser Hinweis, dass vor einem schweren Okklusiva am besten ein Feuchtigkeitsserum oder zumindest etwas Wasser/Toner aufgetragen werden sollte, bezieht sich nur auf reines Petrolatum. Denn: damit Petrolatum den Wassergehalt in der Haut aufrechterhalten kann, muss das Wasser zunächst einmal in der Haut vorhanden sein. “Normale” Cremes mit Petrolatum als nur einen der Inhaltsstoffe enthalten ebenfalls Feuchhaltemittel. Ein Feuchtigkeitsserum kann drunter kommen; muss aber nicht unbedingt.
      Ich hoffe, dass das jetzt verständlicher geschrieben wurde.
      Am WE werde ich mir den Text nochmal lesen und unverständliche Passagen umschreiben. 🙂
      Ich grüße Dich lieb und wünsche ein zauberhaftes, sonniges WE! <3

      September 23, 2016 at 12:32 pm
  • Replynikkitairotas

    Liebe Pia,
    die Sebamed Vitamin E wurde leider zu einer von diesen “ohne Mineralöle” und “frei von” Cremes!
    Sehr schade.
    INCI stehen auf vielen Seiten noch die alten, hier die aktuellen:
    Aqua, Caprylic/Capric Triglyceride, Glycerin, Tocopheryl Acetate, Glyceryl Stearate Citrate, Cetearyl Alcohol, Biosaccharide Gum-1, Citric Acid, Sodium Hydroxide, Sodium Carbomer, Parfum, Benzyl Alcohol, Phenoxyethanol.
    https://shop.sebamed.de/empfindliche-haut/77/creme-mit-2-vitamin-e
    keine dolle Verbesserung oder?

    September 20, 2016 at 10:23 am
    • ReplySkincareInspirations

      Davon, dass die Creme umformuliert wurde, habe ich schon mal gehört; dachte aber, dass DM – wo ich die INCI-Liste her habe – auf dem neuesten Stand ist. Danke Dir. Ich werde das oben hinzufügen. Die Inhaltsstoffen sind aber weiterhin in Ordnung. Hauptsache: die Hersteller haben es bei 2% Vitamin E gelassen.
      Wir lesen uns! 🙂
      Pia

      September 23, 2016 at 12:11 pm
  • Replytotalueberbewertet

    Liebe Pia,
    wieder mal ein sehr schöner Post in deiner Reihe zur Hautfeuchtigkeit! Die Paulas Choice Creme steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste, da sie auch Cholesterol und Ceramide enthält. Als Empfehlung für sehr trockene und barrieregeschädigte Haut kann ich noch die Alfason Repair Creme nennen, sie besteht zum Großteil aus Lipiden und lässt sich pur etwas schwer auftragen, aber gemischt mit einer Feuchtigkeitscreme ist sie ein Träumchen. Ich habe einen Freund mit schlimmer atopischen Dermatitis, dem es sehr hilft nicht an den Ekzemen zu kratzen und somit verheilen sie auch schneller.
    Zum Umweltaspekt von Petrolatum: Was mich stört ist das Problem, dass das abgewaschene Mineralöl ja irgendwie im Wasser landet und schwer wieder daraus zu entfernen ist. Natürlich macht das nur einen kleinen Teil aus, trotzdem hat mich das lange daran gehindert Petrolatum zu verwenden. Die positiven Effekte auf meiner Haut sind aber wirklich groß, solange ich es nicht mit Parfum haltigen Produkten kombiniere, deswegen verwende ich es jetzt regelmäßig.
    Liebe Grüße
    Leela

    September 21, 2016 at 3:58 pm
    • ReplySkincareInspirations

      Liebe Leela, wie immer ein informativer Kommentar von Dir, der auch anderen Lesern helfen kann. Die Alfason Repair Creme muss ich mir mal genauer anschauen! Danke für den Tipp!
      Ein schönes Wochenende! Pia

      September 23, 2016 at 12:09 pm
  • ReplyMarie

    Ich persönlich benutze die bodylotion von Neutrogena ohne parfum als okklusive creme. Da ist Paraffinum liquid um drin und sie ist schön leicht. Sie kommt als letzter Schritt in meiner Routine am abend dran. Eine Frage habe ich aber: wenn petrolatum die haut quasi “abdichtet”, sodass nichts mehr hineingelangen kann. Ist es dann vorteilhaft, unter die Sonnencreme eine okklusive Schicht aufzutragen und kann der Lichtschutzfilter dann trotzdem aufgebaut werden? vorausgesetzt, es handelt sich um einen chemischen, denn die anderen liegen ja nur oben auf.

    September 22, 2016 at 4:49 pm
    • ReplySkincareInspirations

      Liebe Marie, wenn eine Creme Petrolatum als nur einen der Inhaltsstoffe hat, sollte das kein Problem sein. Unter einem Sonnenschutz würde ich jedoch eher ein leichters Serum auftragen und (bei trockenen Häuten) für einen okklusiven UV-Schutz optieren. Oder Alternativ: einen reichhaltigeren Sonnenschutz nur unter den Augen auftragen.

      September 23, 2016 at 12:07 pm
      • ReplyMarie

        danke für die Antwort ^^

        September 28, 2016 at 6:37 pm
  • ReplyHautfeuchtigkeit (1) – Einführung und Gewinnspiel | SkincareInspirations

    […] Petrolatum bzw. Vaseline: ja oder nein? […]

    September 26, 2016 at 12:46 pm
  • ReplyPaysanneverde

    Juckreiz durch Vaseline und Silikonöle kenne ich sehr gut, ansonsten hab ich eher das Gefühl, dass meine Haut unter Vaseline oder silikonölhaltigen Produkten austrocknet, daher greife ich lieber zu Produkten die mit anderen Inhaltsstoffen arbeiten. Beispielsweise Cremes mit Avocadoöl oder anderen Ölen und Brustwarzensalbe mit Lanolin. Letztere ist im Winter mein Held.

    Liebe Grüße

    September 28, 2016 at 6:32 pm
  • ReplyCarolin

    Liebe Pia,

    meiner Mutter mit Ihrer trockenen Haut habe ich die PC Intensive Repair Cream empfohlen als Nachtcreme. Was mich jetzt im Nachhinein wundert: Wenn 0,01% Retinol enthalten sind, dann kann theoretisch keine annähernd wirksame Menge Niacinamide, Vitamin C, E, etc. enthalten sein aufgrund der absteigenden Reihenfolge? Will heißen, die Antioxidantien wären ziemlich nutzlos?! Oder begehe ich einen Denkfehler?

    Freue mich über Dein Feedback und sende liebe Grüße
    Carolin

    September 30, 2016 at 8:56 pm
    • ReplySkincareInspirations

      Liebe Carolin, Du hast vollkommen Recht. Die Stärke dieser Creme liegt nicht in Antioxidantien bzw. Aktivstoffen. Es ist in erster Linie eine oklussive Nachtcreme, die auf die Kombi Feuchthaltemittel+Emollients+Okklusiva setzt. Das Produkt ist aber zugleich ein guter Anstieg in die Welt der Retinoiden. Andere Vitamine sind hier tatsächlich nebensächlich.

      October 16, 2016 at 10:26 pm

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