Hautfeuchtigkeit (2) – Trockene versus dehydrierte Haut

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trockene versus dehydrierte Haut

Trockene versus dehydrierte Haut – der Unterschied 

Der grobe Unterschied zwischen einer trockenen Haut (Xerosis) und einer dehydrierten bzw. feuchtigkeitsarmen Haut besteht darin, dass der Erstgenannten Öl fehlt (konkret: Sebum), während die Letztgenannte mehr Wasser benötigt.

Diese Darstellung ist etwas vereinfacht, da sich eine trockene Haut zum Beispiel ebenfalls durch eine reduzierte Anzahl von natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren (NMF) auszeichnet; dazu kommen wir aber in den nächsten Beiträgen. Die simple Ausdifferenzierung: trockene Haut = wenig hauteigenes Öl, dehydrierte Haut =  Mangel an Wasser reicht uns als Einstieg in das Thema zunächst einmal aus. 

Eine trockene Haut gilt als Hauttyp; dehydrierte, viel häufiger vorkommende Haut ist wiederum in Dermatologiebüchern als Hautzustand qualifiziert (Literaturquellen s. unten). Dennoch: ein Hauttyp kann sich mit Alter ebenfalls verändern. Eine ölige Haut mit 15, kann zu einer trockenen Haut mit 60 werden (was sogar oftmals der Fall ist).  

ine dehydrierte Haut gleicht zwar einer fettarmen Haut nicht. Doch  in der Realität  brauchen sowohl eine trockene als auch eine dehydrierte Haut meist beides: wasserbindende und lipidhaltige Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten!


Braucht eine ölige Haut lipidhaltige Pflege?

Nein. Eine exzessiv ölige Haut bildet hier eine Ausnahme. Dieser Hauttyp produziert so viel Sebum, das dies eine okklusive Barriere auf der Haut bildet und den Wasserverlust verhindert. Eine zusätzliche Okklusion (Lipide/Öl) ist dann meistens nicht nötig. Dieser Hauttyp kann jedoch durchaus dehydriert sein, was oft an der geschädigten Hautbarriere liegt (aufgrund der Anwendung von harschen Reinigungsmitteln, alkoholhaltigen Pflegeprodukten, etc.

Menschen mit einer ausgeprägt öligen Haut brauchen leichte Feuchtigkeitsseren mit vielen guten Feuchthaltemitteln und relativ wenig Lipide.

Da viel Feuchtigkeit auch eine Grundlage für Bakterienbildung darstellt, soll eine explizit ölige Haut jedoch auch mit Feuchtigkeitsprodukten nicht übertreiben.  


Trockene versus dehydrierte Haut – kurz zusammengefasst

-> Eine dehydrierte, d.h. feuchtigkeitsarme, Haut benötigt klarerweise mehr Inhaltsstoffe, die das Wasser in der Haut binden, damit der Wassergehalt in der äußersten Epidermis-Schicht (startum corneum) erhöht werden kann. Sie braucht aber auch Okklusiva (Lipide/Fette), die das Wasser in der Haut einschließen.

Je mehr Öl eine Haut produziert, desto weniger Okklusiva braucht sie, weil das Sebum die okklusive (wassereinschließende) Funktion übernimmt. Umgekehrt: Je trockener eine Haut ist, desto mehr Lipide braucht sie in der Pflege.

-> Eine trockene Haut braucht zwar mehr Öl (Fette/Lipide) in Pflegeprodukten, weil dies von der Haut nicht in ausreichenden Mengen produziert wird. Da die Hautbarriere aber durchlässig ist (weil die Lipidschicht kaum vorhanden ist), verliert die Haut ebenfalls andauernd Wasser!

Eine trockene Haut ist somit meist ebenfalls dehydriert; braucht also genau dieselben Pflegekomponente wie eine dehydrierte Haut, obwohl deren Proportionen anders aussehen:

  • Weil eine dehydrierte, aber nicht trockene, Haut ausreichend Öl produziert, sollte der okklusive Anteil in Pflegeprodukten für ölige Häute geringer ausfallen.
  • Eine trockene Haut braucht auf Dauer mehr Lipide; die Pflegeprodukten sind somit reichhaltig(er).

Was soll eine Feuchtigkeitscreme enthalten?

In beiden Fällen – bei einer dehydrierten und einer trockenen Haut – setzen sich die Feuchtigkeitscremes aus denselben Komponenten zusammen:

1) Feuchthaltemittel (Natürliche Feuchtigkeitsfaktoren (NMF) und sog. Humectants, etwa Glycerin, Milchsäure oder Hyaluronsäure), die das Wasser in der Haut binden,

2) Weichmacher (sog. Emollients | Lipide/Fette |, etwa Öle oder Silikone), die eine leichte Lipidschicht auf der Haut herstellen. Sie fügen sich in die “Mini-Löcher” auf der Epidermis ein, die durch das “Auswaschen” von, bzw. Verlust an, hauteigenen Lipiden entstanden sind (etwa durch harsche Reinigungsmittel). Da diese Löcher mit topisch aufgetragenen Lipiden “zugekleistert” werden können, wird zugleich der Wasserverlust aus der Haut vermindert.

3) Okklusiva (Lipide/Fette, etwa Petrolatum oder Lanolin), bilden eine viel “dickere” Schicht auf der Haut als Weichmacher und schließen das Wasser in der Haut noch effizienter ein. Sie stellen einen physischen Film auf der Haut und dringen nur minimal in die Haut ein.


Auf die obigen Komponente einer Feuchtigkeitscreme und auf die Frage, worauf wir beim Kauf eines Feuchtigkeitsproduktes achten sollten, kommen wir etwas später zu sprechen. Eine Feuchtigkeitscreme ist nämlich der zweite Baustein in der Behandlung einer trockenen bzw. dehydrierten Haut.

Der erste Baustein ist es, die Ursache für die Dehydrierung aus der Welt zu schaffen.

Damit werden wir uns beim nächsten Mal beschäftigen.

Bis dahin viele Grüße 

Eure Pia

April 3, 2016
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12 Comments

  • Reply Kosmetikmaus

    Super, genau mein Thema, vielen Dank. Freue mich schon auf die weiteren Beiträge. LG Tina

    April 3, 2016 at 1:43 pm
  • Reply Anna D

    Ein sehr spannendes Thema, ich gehöre eher zum zweiten Schlag und bin schon sehr gespannt auf den Post über die Ursachen! c:

    April 3, 2016 at 3:15 pm
  • Reply nicole

    ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Beitrag erscheint. Habe ich doch eine dehydrierte Mischhaut und bin ja zusammen mit meiner Kosmetikerin dabei, meine Haut wieder in Einklang zu bringen ( ich habe eine gestörte Hautbarriere ).

    April 3, 2016 at 8:21 pm
  • Reply teddyelfe

    Liebe Pia,
    vielen Dank für all die Arbeit die du dir immer wieder machst, das ist wirklich eine tolle Serie die uns da erwartet. Gerade meine ölige und gleichzeitig total dehydrierte Haut könnte mit Sicherheit sehr profitieren!
    Lieben Gruß, Anna

    April 4, 2016 at 12:17 pm
  • Reply beautybaerchi

    Ah ein toller und spannender Beitrag. Ich selbst bin mir oft unsicher ob meine Haut trocken oder dehydriert ist. Umso mehr interessiert mich das Thema und ich lese gerne darüber 🙂

    April 5, 2016 at 8:22 pm
  • Reply Barbara

    Same here.
    Habe von Kindheit an trockene Haut, nur welche? Ganz klar verbessert hat sich mein Hautbild durch die richtige Reinigung (Clinique’s Take the Day off) sowie die abendliche Anwendung des Pai Rosehip Oils.
    Bei der Pflege wechsele ich zwischen (alles LRP) Hyaluronsäure, Niacinamiden und Petroleum ab und nichts davon finde ich so ganz zufriedenstellend.
    Danke für deine immer sehr sachkundigen und gut verständlichen Beiträge. Super Arbeit!

    April 6, 2016 at 4:30 pm
  • Reply Andrea

    Toller Beitrag! Ich bin gespannt auf Teil 2. Ich habe mit feuchtigkeitsspendenden Seren in Kombination mit Ölen (am Abend) bis jetzt die beste Wirkung erzielt. Ich würde meine Haut in Richtung trocken, sehr sensibel einordnen. Das ich tagsüber auch ganz nett in der T-Zone glänze liegt wohl am Sonnenschutz!

    April 7, 2016 at 2:11 pm
  • Reply Kate

    Hallo Pia,
    Es ist OT zum Beitrag, aber ich wollte dich gerne fragen, ob du mal etwas zu den Möglichkeiten des “DIY” verfassen würdest, falls du Interesse hast?
    Mir ist neulich der Gedanke gekommen, als ich mich auf Kosmetische-Rohstoffe durchgeklickt habe. Vielleicht eine grobe Erinnerung, was sinnvoll und was überflüssig ist, da es nett gedacht ist, aber nicht wirklich funktioniert. Wie Nicotinamid, A-C-E Fluid..
    Ich schätze deinen Blog ja wirklich sehr und lese gerne deine Beiträge. Da ich selber eine Naturwissenschaft studiere und auf gewisse Standards geschult bin, ist es mir ein großes Vergnügen von dir zu lesen und zwar genau so wie du es handhabst.
    Viele Grüße aus Hamburg 🙂

    April 8, 2016 at 9:42 pm
  • Reply Die Basis – mein Hauttyp und meine Hautprobleme – TotalÜberbewertet

    […] schnell dehydrieren. Den Unterschied zwischen trockener und dehydrierter Haut könnt ihr gut bei Pia […]

    May 11, 2016 at 6:20 pm
  • Reply Hautfeuchtigkeit (1) – Einführung und Gewinnspiel | SkincareInspirations

    […] Trockene vs. dehydrierte Haut […]

    May 23, 2016 at 10:16 pm
  • Reply Review Paula's Choice Skin Balancing Invisible F. Moisture Gel

    […] Haut kann dehydriert sein, dementsprechend aber auch jeder andere Hauttyp. Lesetipp: „Trockene Haut vs. dehydrierte Haut“ […]

    June 12, 2016 at 5:42 pm
  • Reply Hautfeuchtigkeit (9) – Was soll mein Moisturizer enthalten? (II) Weichmacher | SkincareInspirations

    […] nicht als negativ gedeutet werden, denn nicht jede Haut braucht dichte Okklusiva. Wie bereits in diesem Beitrag erwähnt wurde, sind ölige Häute bestens mit eigenen Sebum-Lipiden versorgt und können […]

    July 3, 2016 at 10:07 am
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