Die Liebe meines Lebens (2)

Teil I

Teil II:

Die drei ersten Monate waren schwer. Uns, Pooh und mir, ging es gar nicht gut. Schlafmangel bringt das Schlimmste in den Menschen heraus und entsprechend verhielten wir uns (zu einander). Da ein kleines Baby am Anfang nur gefuttert, gewechselt, gewaschen und geliebt werden muss, ansonsten sich wie ein kleines Tier verhält, wurde das Leben extrem eintönig.

Es gab Tagen, wo ich keine Zeit hatte, zu duschen. Es gab Tage, wo ich nicht vom Bett aufstehen wollte. Es gab Tage, wo ich das Weinen von Roo und das Traurigkeitsgefühl nicht mehr aushalten konnte, aus dem Hause ging, ziellos das Fahrrad fuhr und dachte, gleich den Verstand zu verlieren. An anderen Tagen steckte ich wieder furios den Ipod in die Ohren; schieb den Lautstreckeriegel unerträglich hoch und lief mit dem Kinderwagen stundenlang rum. Im Regen, im Schnee. Hauptsache – raus aus dem Haus, wo man weder das Baby-Weinen noch die eigenen Gedanken hört.Daddy Joy crying

Aus dem Spiegel schaute ein dünnes, graues, müdes Gesicht. Mein Gesicht. Es kam eine Einladung zu einem Vortrag – ich dachte, jemand hat sich in der E-Mail-Adresse geirrt. Wie kann ich mich unter diesen Umständen vorbereiten? Und der Gedanke kam: werde ich das irgendwann wieder können/wollen?

Ich habe eine Zeitspanne auf dem Papier gemallt und auf dem Spiegel im Badezimmer gefestigt. Dort habe ich drei Monate markiert und diese mit unserer potenziellen Lebenserwartung gegenüber gestellt. Dies hätte uns verdeutlichen sollen, dass drei Monate eigentlich gar keine lange Zeitspanne darstellen, dass die Koliken bald vorbei sind und alles wieder gut sein wird. Es hat nicht geholfen. Nichts hat geholfen.


Doch mit der Zeit wurde das Licht am Ende des Tunnels immer heller.

Nach vier Monaten waren die Koliken vorbei. Die emotionale Bindung zwischen Roo und uns war endlich mal da! Sie hat uns verstanden. Wir haben sie verstanden. Wir lernten von einander. Ich stellte fest, dass ich jede Stunde vermisse, in der ich sie nicht sehen kann. Ich begann zu lachen – mehr und mehr. Und es kam die Zeit, wo wir beide – Roo und ich – über dasselbe gelacht hatten. Ich war begeistert. Ein Mini-Wesen, das ich mit jedem Tag neu lernen musste. Faszinierend. Das Analytische in mir wachte wieder auf, wenngleich in einer anderen Form: Eine sanfte liebevolle Analyse meiner Mini-Tochter, des Glücks meines Lebens, der Liebe meines Lebens. Jeder Tag brachte etwas Neues, Aufregendes. Ich verbrachte meine Zeit, um mit ihr zu spielen, in ihre blaue Augen zu schauen, ihre rote Haare zu streichen, ihr neue Sachen zu zeigen, gemeinsam zu lachen, zu singen, zu tanzen. Wir begannen uns zu verstehen und zu lieben – über alles. Es wurde spannend.Roo1Roo four


Little Roo wird nächste Woche ein Jahr alt. Sie krabbelt fröhlich vor sich hin, versteht die Bedeutung von einzelnen Wörtern, zieht sich überall hoch und macht viele Sachen kaputt. Ihre Mama und Papa sind oberglücklich. Oftmals schauen wir auf das kleine Wesen und denken, wie unfassbar stark wir sie lieben. Das Glück unseren Lebens, die Liebe unseren Lebens.

Ich wollte immer alles im Leben ausprobieren. Habe in der Tat einiges erlebt. Hätte ich kein Kind, wäre eine der wichtigsten Lebenserfahrung an mir vorbei gegangen, die ein Mensch nur machen kann: Liebe zu dem eigenen Kind (ob leiblich oder adoptiv, spielt keine Rolle). Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Und es lohnt sich, es zu erleben. Pure Bereicherung.

Noch steht bei uns, in dem Hundred Acre Wood, alles auf dem Kopf. Noch ist das Neue nicht so etabliert, damit wir uns nicht jeden Tag wundern müssen, was da eigentlich passiert ist. Nein, wir gehen nicht mehr zu Konzerten und schlafen nicht mehr Samstags bis 10.00Uhr, nachdem wir Freitags bis in die Nacht einen tollen Film gesehen haben. Und die Nächte sind immer noch kurz, weil Roo nachts nach ihrem Schnuller sucht und um 5.30Uhr wach wird, um ihre Mama mit einem breiten Lächeln und süßem Babbeln zu begrüßen.Happy ROo


Blicke ich zurück? Ja, sehr oft. Ich wundere mich dann, wie sich alles so schlagartig verändert hat. Würde ich die Zeit zurückdrehen und Roo nie bekommen wollen? Niemals! Vor einer Wochen waren wir nach einem Jahr wieder mal im Kino. Während der Rückreise sagte Pooh, er macht sich Gedanken, was unsere kleine Roo gerade so macht… bis Ende der Busreise haben wir uns auf dem Handy ihre Fotos angeschaut. 🙂 Ein Tag ohne Roo ist ein verlorener Tag. Ihr Lächeln, geschmückt mit fünf Zähnchen, begleitet mich überall. Auffallend rote Haare, große blaue Augen, dunkle lange Wimpern, kleine Fingerchen, weiche Füsschen… Sie ist ein Wunder.Roo sleeping2

Und was macht die Wissenschaft? Sie ist spannend, ohne Frage. Aufregend? Im Moment nicht wirklich. Ich lebe nicht mehr in meinem Kopf. Ich trage mein Herz auf der Hand. Ich schaue in jeden Kinderwagen und finde Babies die faszinierendsten Wesen überhaupt.


Ein Prioritätenwechsel hat stattgefunden. Habe ich eben nicht das befürchtet? Dass ich zu Mami werde und wie alle anderen, Millionen von Mamis, nichts außer meinem Kind sehen und darüber sprechen werde? Und dass ich mich an erster Stelle stolzerweise als Mami definieren werde, da nicht Bücher oder wissenschaftliche Aufsätze, sondern Roo die wichtigste „Leistung“ meines Lebens ist? Wie langweilig und doof.Joy_mamiRoo Lesen

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Aber doch, liebe/r Leser/in. Ich definiere mich jetzt in erster Linie als Mami. Roo ist meine wichtigste Lebensleistung. Und dennoch bin ich Jemand = eine Mutter. Dabei empfinde ich es weder als langweilig noch als doof, sondern als spannend, aufregend und absolut faszinierend. Denn mit jedem Tag kommt etwas Neues. Man etwickelt sich mit dem Kind selbst weiter. Man wird zu einem anderen Menschen. Einem besseren, klügeren, mehr toleranten Menschen, mit einem erweiterten Bewusstsein. Ist das nicht toll?

Ram Dass – der ehemalige Professor aus Harvard, der jetzt in dem Hier und Jetzt lebt – unterscheidet zwischen denen, die wissen im Sinne von Informationsbesitz und denen, die wissen/verstehen im Sinne von Klugheit. Ich freue mich sehr, dass mich die Panik und Dilemmata nicht zu einer anderen Entscheidung geführt haben.

Will ich damit sagen, dass das Elternsein das Wichtigste oder das Schönste im Leben ist? Nein. Es ist das Wichtigste und Schönste in meinem Leben, dem Leben eines Konvertiten, die das Muttersein als eine durchschnittliche, langweilige Beschäftigung sah, zu jemanden, die dies als die meist aussergewöhnliche Erfahrung betrachtet. Aber ein bisschen länger schlafen würde ich schon gerne…. 🙂

Thank you, Pooh!

Eure Pia (geschrieben für „die Schublade“ im August 2014)

So, und jetzt schießt los mit Euren Gedanken. Aus der Tiefe des Herzen. Danke im Voraus! <3

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  1. Diese roten Haare!!

    Ich bezeichne die ersten 2 Jahre Mutter-sein als meine persönliche Hölle. Schlimm? So war es eben. Klar, viel viel schönes war dabei, aber der Körper und die Psyche erinnern den unvorstellbaren Schlafmangel, die emotionale Achterbahn. Ich mache seit einem Jahr eine Verhaltenstherapie, auch wegen der Krebserkankung, die hinter mir liegt, es hilft.
    Weiß nicht, wie oft Friede-Freude-Eierkuchen real ist, hier überwiegte die Anstrengung.
    Und doch habe ich das unglaublichste Kind der Welt, so klug und an allem interessiert, Mama-liebend und glücklich. Gut so!

    • Oh, liebe Viktoria… danke für Deine Ehrlichkeit. Ja, wir sehen die kleine Familien meist auf den Straßen, wo die Kinder in den Wägen schlaffen oder durch Tauben abgelenkt sind, die Eltern Glücklichkeit ausstrahlen und alles scheint friedlich und harmonisch zu sein. Auch ist es so, dass viele über Probleme nicht sprechen wollen. Ich selbst ging lange Zeit zu einer Baby-Grupp, wo wir höchstens über kurze Nächte geredet haben. Ansonsten? Ach, nichts Gravierendes, keine Depressionen, keine Streitigkeiten mit dem Partner, alles prima… Ich habe mich angepasst und bei uns war auch alles prima.
      Daher wollte ich ein Buch darüber schreiben… stattdessen habe ich zwei Blogbeiträge verfasst. :)) Danke noch mal…

  2. Wow … beim lesen sind mir die Tränen in die Augen gestiegen und ich weiß nicht warum. Du hast deine Erfahrungen so emotiolan ausgedrückt. Ich bin absolut beeindruckt. Ich bin 25 und leider habe ich noch kein Kind. Mein Freund und ich stehen beide mitten im Leben, habe in unseren jungen Jahren wirklich sehr gute Jobs, bauen ein Haus und denken durchaus an Familienplanung. Aber der Schritt ein Kind zu bekommen beängstigt mich. Ich trage beruflich schon sehr viel Verantwortung und ich fühle mich einfach noch nicht gewachsen bzw. erwachsen genug für ein Kind. Ich liebe Kinder, spiele gern mit ihnen, kümmere mich gern darum, bin aber auch froh, sie nach einiger Zeit, ihren Eltern zurück zugeben. Die Verantwortung für diese tollen Geschöpfe wieder abzugeben und sie zur Zeit noch nicht tragen zu müssen. Wir haben einen kleinen Hund, er ist wie ein Kind für uns, auch wenn man das eigentlich nicht vergleichen kann. Aber selbst für ihn hat man Verantwortung und bekommt angst und panik wenn manl was nicht so läuft wie es sollte. Und bei einem Kind stelle ich mir das alles noch viel viel extremer vor. Fest steht aber, dass wir in den nächsten Jahren auch Kinder bekommen wollen.

    Die kleine Maus ist wirklich zuckersüß 🙂

    • Liebe Bea, als ich 25 Jahre alt war, waren mir Kinder emotional so fremd wie Aliens. Persönlich finde ich gut, wenn man zunächst möglichst viel sieht, erlebt und erst dann eine Familie gründet. Doch manchmal ist es umgekehrt und letztendlich auch gut. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für Glück, auch wenn es einige allgemeingültige Regeln gibt. Ich wünsche Euch alles Bestens… Du hast ja mit der Kinderentscheidung noch Zeit. Und ein Hund für die Zwischenzeit ist toll. Ich liebe Hunde und man lernt dabei tatsächlich ganz gut, was Verantwortung bedeutet! 🙂

  3. Liebe Pia,

    ein wunderhübsches Kind und sehr berührend und persönlich, was Du schreibst.
    Ich habe selbst leider keine Kinder, hätte das zu „jüngeren“ Zeiten nicht für möglich gehalten, das dies heute so ist. Vor drei Jahren mit 47 stand das Thema mit meinem Partner tatsächlich gedanklich noch einmal an. Ich hätte mich wohl dafür entschieden und auch für ihn wäre es eine Bereicherung gewesen. Wie auch immer – vielen Dank, dass wir teilhaben durften.

    P.S.: ich habe auch einen Hund. Nimmt man dies ernst, trägt man ebenfalls viel Verantwortung. Mancher Nicht-Hundebesitzer kann das nicht so gut nachvollziehen. Als Kind sehe ich ihn andererseits nicht an und mag das auch nicht so gerne hören. (Gestern wünschte eine Nachbarin selbst mit Hund mit strahlendem Augenaufschlag „Schönen Muttertag für die Hundemama“) 😉

    • Liebe Carmen, das was man jetzt und hier hat, ist das beste. Wenn man etwas nicht ändern kann, sollte man es akzeptieren, hinnehmen und glücklich sein. Bis ich 20 Jahre alt war, hatte ich immer einen Hund. Hätte ich kein Kind, würde ich jetzt hoch wahrscheinlich einen Labrador haben. Und ich bin mir fast sicher, dass ich den Muttertag mit dem Hund zelebrieren würde. Da bist Du etwas zurückhaltender…. 🙂 Alles Liebe, einen tollen sonnigen Tag und wir lesen uns! 🙂 Pia

      • Liebe Pia,
        vielleicht sollte ich doch noch einmal über den Hunde-Muttertag nachdenken… 😉
        Mir ging es ja eher darum, dass mein wunderbarer Hund für mich kein Kindersatz ist. Das nehme ich halt manchmal mehr oder minder deutlich wahr. Als mein Hund bei mir eingezogen ist, war das Thema Kinder noch nicht abgeschlossen – sie hätten nebeneinander existieren dürfen. Und natürlich habe ich es akzeptiert, keine Kinder zu haben und bin auch so glücklich. Ich hoffe, es ist nicht anders angekommen.
        Dir einen schönen Tag, Carmen

  4. Liebe Pia, ich bin sehr berührt von deinem persönlichen und emotionalen Beitrag. Erstmal ganz viel Respekt von mir für dich!!! Ich habe selbst kein Kind, was daran liegt dass ich nicht schwanger werden kann. Deshalb kann ich mir nur schwer vorstellen, wie ein solches Erlebnis einen prägt – aber zu lesen wie du als ambitionierte Karrierefrau diesen Schwenk geschafft hast finde ich absolut faszinierend. Deine kleine Tochter ist wirklich bezaubernd (und ich finde wirklich nicht alle Babys süß ;-)) diese roten Haare!!! Stell dir ein Quietschen aus meinem Mund vor 😀 Wie du schon schreibst – ein Kind zu haben ist eine Bereicherung – ob leiblich oder nicht. Wir überlegen gerade ein Pflegekind zu uns zu nehmen. Ich hoffe sehr dass alles klappt und dass das Glück auch zu uns kommt. Auf jeden Fall wünsche ich dir hiermit weiterhin alles alles Gute und Gesundheit für dich und deine kleine Familie! Danke für deine Ehrlichkeit und vor allem für deine Tiefgründigkeit. Das findet man leider oftmals nur selten. <3

    • Respekt zurück, meine liebe Fanny. Das Quietschen habe ich gut gehört. Danke. 🙂 Ob ich den Schwenk geschafft habe…? Manchmal bekomme ich eine (kleine) Angst, dass ich das Aufgeben einer wissenschaftlichen Karriere doch mal bereuen werde. Doch wenn man klug ist, und ich bemühe mich sehr, in dieser Materie klug zu denken, wird einem klar, dass eine Entscheidung für beide: Kind und Karriere zu viel opfern würde. Und das Opfer wäre das Kind und der Familienfriede.
      Ja, leiblich oder nicht spielt m.E. in dem oben beschriebenen Kontext gar keine Rolle. Bedeutet ein Pflegekind zugleich Adoption? Wie Ihr Euch auch entscheiden mag, wünsch ich Euch aus ganzem Herzen alles gute! Es wird nicht einfach sein, das ist ziemlich klar – egal, ob das Kindchen sehr klein oder etwas älter sein wird. Aber Ihr werdet es schaffen. Hauptsache: beide wollen dasselbe. Alles Glück dieser Welt wünsch ich Dir! <3 (PS. Ich würde mich sehr darüber freuen, würdest Du dich mal zurückmelden, wenn es soweit ist…. ).

  5. Pingback: Die Liebe meines Lebens (1) | SkinCareInspirations

  6. Liebe Pia, danke für diesen sehr emotionalen und persönlichen Post. Ja, auch ich bin gerne Mama und froh, dass ich mich damals doch noch für ein Kind entschieden habe. Diese tiefe und bedingungslose Liebe von Dir für die kleine Roo, kann ich sehr gut nachempfinden. Geht mir bei meinem Sohn genauso und wird auch immer so bleiben.
    Habe weiterhin so viel Freude und Spaß mit Deiner zuckersüßen kleinen Roo.

  7. Es ist sehr schön und ehrlich geschrieben. Es ist faszinierend, wie die Prioritäten sich ändern. Ich habe noch nie einen Text gelesen, in dem einerseits die Anstrengung der ersten Jahre und anderseits auch so viel Liebe herauszulesen sind. Dein Text hat mich heute den ganzen Tag begleitet und zum Nachdenken gebracht. Und obwohl ich die meissten Babys nicht so „toll“ finde, du hast ein wahnsinnig süsses Exemplar: )

    • Haha, Lea-Lina, nicht alle Babies sind äußerlich süß, das ist wahr; zumindest nicht in meinen Augen. Aber die sind so liebeswert, so unschuldig… echt krass, wenn man sich überlegt, dass sie uns total ausgeliefert sind. Na gut, danke Dir! :))

  8. Hallo Pia,
    was für ein wunderschöner und ehrlicher Artikel, was für ein außergewöhnlich hübsches Kind!
    Obwohl Du klar beschreibst, wie unglaublich schwer es zum Teil war, ist das so ein Text, bei dem ich merke, wie sich langsam in mir der Kinderwunsch regt…
    Alles Gute Euch!

  9. Ich habe auch so wahnsinnig viel gelernt durch meine Kinder, einfach eine riesige zusätzliche Dimension in meinem Leben. Ich merke das auch heute noch, wenn ich mal alleine bin, die beiden ein paar Tage bei Oma/ Opa sind, grübele ich viel mehr, bin viel komplizierter ( nicht nur beim Sonnenschutz ;), nehme mein Leben viel schwerer. Mit Kindern habe ich gar keine Zeit für so etwas, da zählen andere Dinge, da muss es fix gehen und funktionieren. Eigentlich tut mir das gut.
    Gelassenheit habe ich gelernt, oder versuche, darin immer besser zu werden ( das ist auch etwas, was Kinder in einem bewirken, finde ich, man versucht jeden Tag, ein bisschen besser zu werden ( obwohl ich innerlich immer noch kribbelig werde, wenn es abends im Bad wieder ewig dauert- ja, auch Jungs trödeln im Bad- und ich meine abendliche Freizeit schwinden sehe. Aber sich gestresst zu fühlen, beschleunigt nichts!
    Ich habe begriffen, dass die Zeit WIRKLICH sehr schnell vergeht und die Kleinen groß werden. In den ersten Monaten war ich felsenfest davon überzeugt, der einzige Mensch auf Gottes Erden zu sein, bei dem die Zeit NICHT vergeht. Ich bin noch heute sicher, mein kleiner Sohn war nur ganz kurz im Kindergarten, weil ich mich an den Schnuppernachmittag wie an gestern erinnere und es nicht sein kann, dass wir wirklich dreieinhalb Jahre mit Freude jeden Tag hingegangen sind und er jetzt schon in die Schule geht. Die Kleinkinderzeit ist wirklich schön ( auch wenn ich es damals nicht glauben wollte) und man sollte es sich schön machen.
    Ich habe auch lernen müssen, dass mal alles schaffen kann, auch Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte. Jeder meiner Söhne hat mich an meine Grenzen und darüber hinaus gebracht, jeder auf seine Weise. War mein Großer zwar anstrengend, weil er so neugierig war ( und da dachte ich schon, uff…), ansonsten aber total pflegeleicht, war mein zweiter ein Tragetuchfanatiker, schlief tagsüber nur darin ( ich habe damit gebügelt, gekocht, geputzt und dachte schon, es würde an mir festwachsen), war äußerst schwierig, hat viel geschrien und komplette zwei Jahre keine Nacht durchgeschlafen. Wenn mir einer das vorher gesagt hätte…
    Ja, und heute denke ich manchmal, eigentlich war es doch einfach, als sie noch so klein waren; heute zählen andere Dinge, die Schule will bewältigt werden und Erziehung, penetrante Endlos- Diskussionen, Trotzausbrüche und eigene Köpfe sind auch nicht weniger mühsam ( und ich dachte früher immer, wenn die beiden größer werden, habe ich gar keine Probleme mehr hehe; dabei war die Frage, warum er jetzt keine Pastinaken mag und warum er sich erst mit 16 Monaten so langsam bequemt zu laufen doch nicht so welterschütternd wie ich damals dachte).
    Liebe Pia, ich habe mich sehr über Deine beiden Texte gefreut und werde sicher immer wieder mal darüber nachdenken. Ich freue mich sehr, Deinen Blog entdeckt zu haben!
    Ich finde es schön, wie offen Du berichtest. Das hat so gar nichts von diesem manchmal wahrnehmbaren „Wetteifern“ unter Müttern, was mich schon oft wahnsinnig gemacht hat.
    In manchen Runden ist es ja geradezu verpönt, Schwierigkeiten, Zweifel, Ängste oder auch gerade eigene Entscheidungen wie für oder gegen das Stillen zum Thema zu machen.
    Liebe Grüße, Martina

    • Liebe Martina, Deinen Kommentar werde ich sicherlich noch einmal lesen müssen, da Du sehr viele alle Aspekte angesprochen hast. Ich denke auch, dass die Pubertät mit deutlich mehr Problemen verbunden ist. Vielleicht schreibe ich hier in 13 Jahren eine Fortsetzung der Geschichte…haha. Herzliche Grüße an Dich, Martina, hab ein tolles WE mit Deiner Familie! 🙂

  10. Wahnsinn diese zwei Posts! Ich danke dir von ganzen Herzen für diesen Post! Ich werde diese meinem Freund bei Gelegenheit zum lesen geben. Ich möchte so wahnsinnig gerne Kinder – er kann sich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Vielleicht helfen ihm deine Worte ja 😉

    • Liebe Pileja, danke Dir! Bitte, versuche ihn allerdings zu nichts zu überreden. Er muss das selbst „fühlen“ und wollen… Melde Dich bitte unbedingt wieder, wie es weiter geht! Bin sehr gespannt! :)) Viele liebe Grüße und ich drück Dir die Daumen! Pia

  11. Vielen Dank für diesen tollen und ehrlichen Bericht! Vor allem mit dem ersten Teil kann ich mich gut identifizieren.^^ Mein Freund und ich sind 32, kinderlos, unverheiratet und seit mehr als 10 Jahren zusammen. Für die Aussenwelt unfassbar. Unfassbar vor allem für die Mamas und Papas, dass wir meinen, so glücklich zu sein. Mit Kindern ist einfach alles besser und toller – immer. Für mich gleicht das manchmal einer Lebenslüge, weil es, auch wenn es insgesamt sicher toll ist, es eben auch immer negative Seiten gibt. Ich hatte noch nie einen Kinderwunsch, arbeite aber mit Kindern und Jugendlichen. Wenn auch nicht biologisch, sind das doch irgendwie „meine“, mit denen ich genauso Höhen und Tiefen erlebe, allerdings den Vorteil habe, eben auch mal nach Hause gehen zu können ;). Sicher, ein eigenes Kind ist noch mal etwas Anderes und sicher mag den Mamas und Papas ihr Leben nun noch besser erscheinen, aber ich habe eben keinen Vergleich; deshalb kann ich mein jetziges Leben doch klasse finden wie es eben ist, oder nicht? Wir haben beide lange studiert und können nun endlich die Früchte genießen und das soll auch erst mal so bleiben. Natürlich wird es zunehmend schwieriger und ich merke manchmal, dass ich mir selbst Druck mache, weil es problematischer wird, diese Entscheidung noch mal 5 Jahre zu vertagen..
    Vielen Dank für diesen privaten und inspirierenden Einblick!

    • Liebes Erdebeerchen, als ich 32 Jahre alt war, habe ich genauso gedacht wie Du. Mir fehlte nichts. Und Kinder fehlten mir um Gottes willen gar nicht… Von daher denke ich, dass ich kinderlos auch weiterhin glücklich wäre. Nun ist es anders und letztendlich bin ich froh darüber. Gestern hatten einige Freundinnen und ich eine Diskussion über das Gesellscahftsphänomen immer älter werdender Mutter gesprochen. Dabei haben wir über die Möglichkeit, die eigenen Eizellen (?) einfrieren zu können, diskutiert und dies als sehr vernünftig betrachtet. So etwas kann man in Kinderkliniken vornehmen, es kostet angeblich um 5.000€. Als Rückversicherungsmaßnahme… Details zu diesem Verfahren kenne ich allerdings nicht. Viele sonnige Grüße an Dich! Pia

  12. Deine beiden Beiträge haben mein Herz berührt! Ich danke dir für diesen sehr persönlichen Einblick und für die ehrlichen Worte übers Mamasein. Du hast eine wundervolle Tochter 🙂
    Es ist ein harter Job aber man bekommt auf so viel an Lebenserfahrung und Liebe geschenkt!
    Liebe Grüße
    Nicole

  13. Liebe Pia!

    Vielen Dank, dass du die Geschichte deiner kleinen Familie hier teilst!
    Ich habe schon ein, zwei Kommentare verfasst, sie aber wieder unveröffentlicht gelöscht…scheinbar bin ich noch nicht soweit & weiß auch nicht, ob ich es werde…
    Ganz im Allgemeinen: Das Mutter Sein ist nicht nur Sonnenschein, es verlangt einem Unglaubliches ab & das Leben, die Welt ist nie wieder die gleiche, nachdem man oder frau ein Elternteil geworden ist.

    Ich liebe meine Tochter über alles und bin unendlich dankbar dafür, dass ich diesen großartigen Menschen, kennen, begleiten, erziehen und lieben darf!
    Aber ich werde wohl niemals aufhören mit mir als Mutter zu hadern….man kann es halt nicht „richtig“ machen…

    Lieben Gruß,
    Ulli

  14. Liebe Pia,
    ich habe FÜRCHTERLICHE Angst vorm Kinderkriegen, schon immer! Meine Mutter hatte zwei schreckliche Ehen und meine Kindheit war nicht einfach. Meine Schwester hat zwei Kinder, die sie tyrannisieren, weil sie ihre diyfunktionalen Verhaltensmuster, die sie selbst anerzogen bekommen hat, auf sie überträgt.. ich habe Freunde, die früh Kinder nur aus den Gründen bekommen haben, die du genannt hast: Perspektivlosigkeit, dem Füllen innerer Leere, dem Schaffen einer Identität. Und ich fürchte die Muttertier-Rolle, die man in Deutschland anscheinend als weibliches Wesen sofort überstülpen muss, sobald man glücklich eine Melone aus sich rausgerpresst hat 😛

    Aber dein Text ist anders, dein Text hat mich zum ersten Mal anders über das Thema denken lassen, mir keine Angst gemacht, sondern mir eingeflüstert: es kann gehen. Ich finde super, wie dein Mann dicke Kopfhörer trägt auf dem Foto – warum sich als Erwachsener nicht so vor dem Geschrei schützen? Das Baby schreit eh und muss schreien, aber meine Nerven und Gehör muss ich deswegen vielleicht nicht verlieren 🙂 Ich weiß: für alles auf der Welt gibt es für einen den richtigen Weg. Und es gibt bestimmt auch eine Tradition des Kinder-habens, die zu mir passen würde und mich in keines der Muster pressen würde, die ich fürchte.. weil sie eben so gar nicht ich sind.

    Ich habe mich in deinen Worten über dich sehr wieder gefunden: ich lebe auch sehr gern in meinem Kopf und das analytische Denken hilft mir oft, zurechtzukommen (das Diagramm am Badspiegel hätte von mir sein können!); außerdem will ich gern was mit meinem Kopf machen und nicht nur mit meinen Händen (aka Baby wickeln).. und ich müßte die Freiheit haben, nach wie vor trocken zu konstatieren: „das ein Baby sich am Anfang nur (…) wie ein kleines Tier verhält“ 😀

    • Mein liebes Wimpernmädchen, schön hast Du den Text geschrieben. Ja: es geht. Definitiv! Und nein, „allgemeingültigen“ Mustern, sofern diese in einer Gesellschaft/Community existieren, muss man nicht folgen. Viele sagen: verlass Dich auf dein Gefühl. Das ist ein guter Ratschlag! Gehirn darf dabei aber auch nicht abgeschaltet werden.
      Ja, es geht! 🙂
      Ich grüße Dich ganz herzlich!

  15. Liebe Pia, gerade habe ich einen kurzen Kommentar zu den Retinolprodukten geschrieben, aber dieser hier liegt mir genauso am Herzen! Es ist sooo wichtig, dass es Frauen gibt wie Dich, die diese romantisierte Vorstellung des Mutterseins, ganz besonders in den ersten Monaten mit Säugling, relativieren….. Mein Kleiner hat zwar nicht unter Kolliken gelitten, trotzdem aber ich den Schlafmangel und die große (wenn auch schöne) Belastung in den ersten zehm Monaten als extrem empfunden. Zu bestimmten Zeiten auch als grenzwertig, was meine eigene Kraft anging. Im Blog „Thesmallthings“ schreibt die Autorin und junge Mutter über das erste jahr mit Kind: „Motherhood has been challenging on levels I didn’t even know existedt!“. Genauso würde ich es beschreiben. Wir „verkopfte Frauen“ werden auf einmal völlig durchgeschüttelt, so sehr ändert sich das Leben. Auch ich bin keine ganz junge Mama, bekam meinen Sohn mit 39 jahren und meine beruflicher Hintergrund scheint Deinem sehr ähnlich zu sein. Mir hat das Muttersein sehr gut getan, ich bin nicht mehr nur sachlich streng, sondern toleranter und gelassener geworden. Ich denke nicht nur ich, sondern auch andere Frauen, würden gerne mehr lesen über „Dein“ Muttersein. Vielen Dank für den eindrucksvollen Artikel.

    • Liebe Frenze, ich danke Dir sehr für den Kommentar! Ja, toleranter, flexibler, weniger streng… Und ich bedauere inzwischen gar nicht, dass ich mich doch gegen eine eindrucksvolle Karriere entschieden habe. Am Samstag war ich in Köln, wo ich promoviert und gelehrt habe, habe mir diverse Studentengruppen angeschaut und dachte: Gott, wie gut, dass ich heute mit meinen Liebsten einfach auf der Rheinpromenade sitzen kann und nicht am Schreibtisch Aufsätze schreiben muss, die ohnehin niemand liest. 🙂 Das habe ich mal geliebt und hätte ich kein Kind würde es wahrscheinlich immer noch als spannend betrachten. Aber so, wie es jetzt ist, fühle ich mich wohl und glücklich! Hm, vielleicht schreibe ich eine Fortsetzung zum nächsten Muttertag! 🙂
      Möchtest Du nicht etwa über Dich ein paar Sätze schreiben? Wie alt ist denn Dein Kindchen? Hast Du dich dann beruflich auch anders entscheiden? Bereust Du was…? Bin sehr neugierig! :)) Viele liebe sonnige Grüße, Pia

  16. Hat mich sehr berührt und ich schäme mich etwas, weil ich das Buch von Orna Donath [Regretting Motherhood] habe….

  17. Es freut mich sehr, dass du jetzt so glücklich bist mit deiner Entscheidung und deinem Leben. Ich wollte nie Kinder, habe meinen Beruf geliebt und konnte es mir auch nicht vorstellen, mit einem Kind zu Hause zu sein. Irgendwie bin ich nicht der mütterliche Typ. Zudem hatte ich auch nie den passenden Partner.
    Jetzt, nachdem ich dann eine Angst/Panik-Störung bekommen habe, bin ich irgendwie froh darüber, nie diesen unbedingten Wunsch gehabt zu haben. Es ist schwer genug alleine klar zu kommen, ich mag mir gar nicht vorstellen was passiert wäre, wenn ich in der ganz schlimmen Zeit noch die Verantwortung für ein kleines Baby gehabt hätte.
    Mit den Medikamenten und auch mit meinem Alter dürfte eine Schwangerschaft jetzt kaum noch in Frage kommen. Vielleicht kommen die Zweifel noch irgendwann, im Moment ist es aber ok für mich.
    Ich wünsche dir einen tollen Muttertag und Glückwunsch zu deiner wunderschönen Tochter.

    • Liebe Shaley, danke für Deinen berührenden, persönlichen Kommentar. Medikamente und ein guter Psychotherapeut können dabei sicherlich gut helfen. Ich freue mich, dass die schlimme Zeit vorbei ist und hoffe, dass sie nie wieder kommt. Das Glücksempfinden ist ja hoch individuell; es bedeutet für jeden etwas anderes. Hab bitte keine Zweifel, sei glücklich damit, was ist – hier und jetzt! :))

  18. Wow, ganz, ganz toll geschrieben liebe Pia!
    Es ist sehr eindrucksvoll, wie du deinen Weg beschreibst. Weißt du, ich finde immer, nichts im Leben ist vorbei. Manche Dinge verschieben sich, aber wenn man es zulässt kommen sie wieder. Meine Mama war auch immer Wissenschaftlerin, eine höchst intelligente Frau. Und dann kamen wir, weil das eben so üblich war. Sie blieb lange zuhause, war „nur“ Mutter. Ich dachte immer, das müsste so. Und was ist jetzt? Jetzt ist sie Wissenschaftlerin UND Mutter, hat noch einen zweiten Doktortitel, schreibt Bücher, hält Vorträge, versteht Zusammenhänge von denen ich noch nie etwas gehört habe.
    Ich will damit nur sagen: Es geht beides. Man muss sich nicht für immer entscheiden und auch keine Angst haben, weil auf einmal etwas vorbei ist und etwas neues startet. Ein Leben hat soviele Jahre, man hat soviel Zeit.
    Ich wünsche euch noch schöne Jahre im Hundert-Morgen-Wald 🙂
    Liebe Grüße

    • Das hast Du, Julia, sehr schön geschrieben. Ja, eine zweite Doktorarbeit könnte ich mir sogar vorstellen… etwa in Dermatologie. :)) gerne würde ich auch wieder Richtung Kunst gehen – genauer: Kunstgeschichte. Auch (klassische) Musikgeschichte wäre mein Ding. Mal schauen!
      Du hast eine tolle Mama! 🙂

  19. Ich fand das Buch bzw. Orna Donath einfach toll. Und nun nach dem Lesen deines Textes bin wieder so unsicher, ob ich Kinder haben möchte oder nicht….

  20. Liebe Pia.
    … A propos Ram Dass und Deinem Interesse an Wissenschaft … wunderbar wie Du schreibst …
    Was Dich interessieren könnte: “ This is it “ von Tony Parsons …
    Mit Liebe. Nimitta

  21. Liebe Pia,
    was für ein wunderwunderschönes Kind und was für ein wunderwunderbarer ehrlicher Post! Ich danke dir von ganzem Herzen hierfür. Eure Geschichte hat mich sehr berührt. Bitte bitte gib den ursprünglichen Plan, ein Buch zu schreiben, nicht auf. Ich kenne nicht keinen einzigen guten und vor allem ehrlichen Erfahrungsbericht einer Mutter in Buch- Form- und wie sehr hätte ich einen solchen im letzten Jahr gebrauchen können. Ich bin nämlich ebenfalls Mama einer einjährigen Tochter. Auch ich habe mich (obwohl ich schon immer Kinder wollte) in meine neue Rolle als Mutter erst einfinden müssen. Mir fehlte meine Arbeit -ich bin Richterin- und der Kontakt zu den Kollegen doch sehr und ich war ständig in zufrieden mit mir als Frau, als Mama und als Ehefrau. In den Krabbel- Baby- Mamagruppen verstärkte sich das Gefühl eigener Unzulänglichkeit noch- heute denke ich, es wird in solchen Gruppen mehr gelogen als im Wahlkampf. Jetzt klappt es immer besser und wir sind in vielen Bereichen ein eingespieltes Team, in anderem müssen wir noch weiter’kämpfen‘, aber das wird sicher so bleiben.

    Ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog gestoßen und überglücklich mit meinem Fund. Endlich habe ich jemanden gefunden, der gut fundiert über Kosmetik und Hautpflege schreibt. Ich befasse mich noch nicht lange wirklich mit Hautpflege. In der Vergangenheit habe ich mir vielmehr alles, was ich bekam und neu kaufte, fröhlich auf die Haut getan, bis sich meine Haut rächte und ich Periorale Dermatitis bekam. Nachdem diese seit einigen Monaten abgeklungen ist, fing ich an, mich mit dem Thema Hautpflege näher auseinanderzusetzen. Auf der Suche nach Infos landete ich oftmals bei Fast- Teenager- You- Tube- Stars, die Anti-Aging- Empfehlungen geben und sich wohl hierfür auch noch allzu gern bezahlen lassen. Mit meinen fast 37 Jahren finde ich mich da nicht wieder. Hier auf deiner Seite scheine ich jetzt angekommen zu sein. Ich arbeite mich gerade glücklich durch sämtliche Posts. Jetzt bescherst du mir schlaflose Nächte, nicht mehr meine Tochter.

    Was mich riesig freuen würde, wäre, wenn du mal über Hautpflege- / Körperpflege in der Schwangerschaft schreiben könntest- ich fand die in meiner letzten Schwangerschaft hierzu erhaltenen Informationen völlig unzureichend, die Beratung in Parfümerien und Apotheken auch ganz schlecht. Die mir von der Hebamme hochgelobten und empfohlenen Nk- Produkte hab ich zum Teil überhaupt nicht vertragen. Ich wusste aber auch nicht so richtig, was ich jetzt lieber meiden soll und was geht.
    Ich freue mich aber auch über alles andere, worüber du schreibst und werde alles lesen.

    Vielen Dank für deine Arbeit!!!

    • Meine liebe Anne, so viele Informationen und Fragen in Deinem Post… Dieser Satz „es wird in solchen Gruppen mehr gelogen als im Wahlkampf“ gefällt mir ausgesprochen gut! 🙂 Ja, das ist auch meine Erfahrung – allerdings nicht aus der Baby-Gruppe (Pekip). Dort habe ich sehr liebe Freundinnen kennen gelernt und wir treffen uns seitdem (bereits über zwei Jahre) regelmäßig zwei Mal im Monat. Da kannst Du beim guten Willen nicht lügen, weil die Wahrheit ohnehin rauskommt. 🙂 Aber ja, viele übertreiben gewaltig und erzählen darüber, wie sie es gerne hätten; nicht wie die Realität aussieht! Auch die Beziehung leidet oft am Anfang darunter. Wenn ich es noch gut in Erinnerung habe finden die meisten Scheidungen innerhalb der ersten zwei bzw. drei Lebensjahre des (ersten) Kindes statt.

      Pflege während der Schwangerschaft: Nichts neues: Mild (d.h. reizfrei) und mit möglichst wenigen Aktivstoffen. Vitamin A (Retinoide) kommt nicht mal bei geringster Konzentration in Frage. Bezüglich AHA und BHA gibt es widersprüchliche Informationen. Und weil dem so ist, würde ich über, sagen wir 5% AHA, nicht hinaus gehen. B3 (Niacinamide) und Vitamin C sind okay. Sonnenschutz ohne Oxybenzone. Selbstbräuner – eher weglassen. Ansonsten langweilige reizarme Cremes und das war’s.

      Ich freue mich, dass ich dir schlaflose Nächte beschere… Hoffentlich wird daraus etwas Produktives! 🙂 Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder! Liebe (schon fast Nachts-)Grüße, Pia

  22. Liebe Pia,
    super schwieriges Thema und super toll geschrieben. Ich möchte nicht zu sehr ins persönliche gehen, aber ich finde es sehr ermutigend, dass es auch solche Geschichten gibt. Es ist okay, wenn man sich gegen Kinder entscheidet, es ist auch okay, wenn man Angst hat und es ist okay, wenn man seinen Weg ändert! Ich wollte auch lange Zeit keine Kinder, noch bin ich mir nicht 100% sicher, noch habe ich auch etwas Zeit…aber die eigentliche Last ist die Gesellschaft, die nicht verstehen will, warum eine Frau keine Kinder möchte oder Bedenken hat. Ein absolutes Tabuthema. Irgendwie ist es das natürlichste der Welt, dass alles Frauen Kinder lieben und haben möchten. Und wenn nicht, dann kann die Frau entweder keine Kinder bekommen, ist karrieregeil und kaltherzig oder findet keinen Partner. Ganz normale Paare, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden scheint es in der Gesellschaft nicht zu geben.

    • Hallo Du Liebe, ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Eine Freundin hat in Spanien und anschließend Italien gelebt und war dauern von Fragen aller möglichen Bekannten, Nachbarn etc. genervt, warum sie denn keine Kinder habe. Sie ist zum Teil deshalb nach Deutschland gezogen, weil hier eben keiner nachfragt… Dennoch: es fragt zwar keiner, diese Frage hängt aber in der Luft. Von daher stimme ich Dir zu, dass das irgendwie schon (weiterhin) ein Tabuthema ist. Rhetorische Frage: Möchten wir unser Leben nach den Erwartungen von Fremden gestalten?
      Lass Dir Zeit und die Antwort kommt hoffentlich von alleine… Liebe Abendgrüße, Pia

  23. Liebe Pia!
    Deine beiden Artikel sind sehr ehrlich und offen und ich bewundere dies doch einigermassen. Es ist ja eine Geschichte mit Happy End, wie schön für dich, für euch drei 🙂
    Das lustige ist aber, dass du anscheinend ja doch nicht „nur Mami“ bist und damit ausgelastet, denn hier wächst dafür dein Blog und zwar mit grossem Aufwand und Einsatz und hohem Niveau. Wir wissen nun alle woher das kommt! 🙂
    Du wirst vermutlich auch wieder andere Schwerpunkte in der Zukunft finden und suchen, da bin ich mir ziemlich sicher. Als Skincare-Bloggerin bleibst du uns hoffentlich noch ein Weilchen erhalten…
    Erfreue dich an deinem Glück und bleib gesund. Das du nach Berlin ziehst macht mich ein wenig eifersüchtig, denn ich musste von dort weg und vermisse diesen Moloch doch schmerzlich.
    Liebe Grüsse!

    • Hallo Du Liebe,
      danke für Deine so schönen Worte! Ja, ich bin glücklich. Manchmal traue ich dem alten Leben ein wenig nach – insbesondere dann, wenn ich Veranstaltungen leite, bei denen andere auftreten und ich nur die Moderationsrolle übernehme. Dann bin ich nicht mehr „jemand“. Ich weiß, dass Du das verstehst. Danach freue ich mich aber wieder, dass mein Leben jetzt so viel entspannter ist; dass ich u.a. Zeit für mein Hobby – den Blog – habe; das ich ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag draußen verbringen kann (schlechtes Gewissen, weil ich keinen neuen Aufsatz geschrieben habe. :)), und dass ich schlicht und ergreifend zufrieden bin! Und ja, ich denke schön, dass ich den Blog weiter führen werde. Meine Methode ist die, dass ich immer vorblogge und dann einen oder zwei Monate lang nichts schreibe, wenn die Zeit eben knapp ist. Und das geht ganz gut!

      Warum musstest Du weg von Berlin? Job, Liebe? 🙂 Ich bin immer wegen Liebe umgezogen. Ziemlich blöd, wie ich im Nachhinein sehe; es hat sich aber doch auch irgendwie gelohnt.
      Ich grüße Dich herzlich und freue mich, dass Du hier ab und zu liest! Das ehrt mich. Hast Du neulich Dein Instagramm Account „umformuliert“? Muss da bisschen „nachforschen“… :)) <33

      • Ach Berlin ist ein schlechtes Ende, weil eher aus Not: nach jahrelangen Rechtsstreit (meine Wohnung wurde verkauft, dann auf „Eigenbedarf“ gekündigt),kam nach drei Jahren eine Art Burnout. Kompliziert. Flucht nach HH. Mal sehen, wie es gehen wird. Berlin ist ein Moloch, aber wunderbar und einmalig, entweder das sagt einem zu oder nicht.
        Ja, Instagram macht es nun möglich einfach zwischen Accounts zu wechseln. Da hab ich aufgeräumt, bzw. gesplittet. Ein zweiter Account auf dem ich meinen Mode und Beauty-Hautpflege Hobby folgen kann. Der andere bleibt bestehen, aber eben rein Fotografie Schwerpunkt.
        Allerdings komme ich mir nun etwas blöd vor dort so garnicht selbst zu posten und evtl. einen kleinen Beitrag zu leisten, den ich „konsumiere“ quasi nur und bereichere mich 😉
        Da muss ich mal überlegen…
        Versöhnlich in Hamburg ist der Hafen und das Wasser. Wirklich inspirierend und so eine Mischung aus Fernweh und Ruhe. Nur das Wetter: eine schrecklich nasse Angelegenheit!
        <3

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